Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2080 (4.9.1964)
- Date
- 1964-09-04
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Synagogen in Erez Israel ROSCH HAS( von SCHALOM REIS CHORUS Vor 16 Jahren, bei Staats, griindung, gab es in Erez Israel nach einer Statistik des Religionsministeriums ca. 800 Synagogen, zu denen auch die heute leider zerstörten stimmungsvollen alten Gotteshäuser der Jerusalemer Altstadt zählten. Heute bestehen in Israel über 4.000 Synagogen und weitere 600 sind im Bau begriffen. Nur 45 Prozent dieser Synagogen haben Anspruch auf die. sen Namen, stellen eigene, leider oft recht primitive Gebäude dar. Weitere 40 Prozent sind in Baracken oder Asbesthütten untergebracht, und 15 Prozent sind noch bescheidenere, in Privatwoh. nungen installierte Betstuben. Diese Angaben machte Religionsminister Dr. Wahrhaftig unlängst auf einer Pres sefahrt, die zu einigen neuen Synagogenbauten im Bezirke Asatha führte. Wie werden diese neuen Synagogenbauten finanziert? Aus dem regulären Budget des Religionsministeriums wurden insgesamt langfristige Anleihen in Höhe von 2 Millionen IL gewährt, aus dem gemeinsamen Budget des Religions. Ministeriums und des Ministeriums für Wohnbau 3 Millionen IL verausgabt und aus dem Budget des Wohnbauministeriums allein die grösste Summe, nämlich 4 Millionen IL. Ferner trug das Religionsministeri. um 75.000 IL zur Verschönerung, Möblierung und Ausstattung dieser Synagogen bei. Endlich gibt es auch einige private und halbprivate Fonds, wie den Silbermann. Fonds, den Fonds des Heehal Schlomo (Sitz des Oberrabbinats in Jerusalem; subventioniert von Sir Isac Wolfson (London) und der Religiös- Nationalen Partei), und den Fonds für Synagogenbauten in Israel. Diese drei Fonds zusammen mit weiteren pri. vaten Quellen brachten zwei Millionen IL auf. Einen Grossteil der Ausgaben müssen in den neuen Siedlungsgebieten allerdings die Be. wohner selbst tragen, und so greift das Unwesen des „Schnoderns“ weiter um sich, jener zweifelhafte Brauch, die Aufrufe zur Thora zu versteigern oder zumindest von jedem Auf gerufenen sofort die Zusicherung einer Spende zu verlangen. Ein Hauptproblem beim Synagogenbau in Israel ist die Notwendigkeit, für jede Gemeinschaft eine eigene Synagoge zu errichten, wo sie gemäss ihrem heimatlichen Ritus den Gottesdienst abhalten kann, e? wurde in Kreisen des Oberrabbinats, des Religions. Ministeriums und in den Spalten der orthodoxen Presse viel über die Frage der Vereinheitlichung des Ritus in Israel diskutiert und geschrieben. Theoretisch ist man zwar fast allgemein der Ansicht, dass auch auf diesem Gebiet ein „Misug Galujot“, eine Annäherung und Verschmelzung, das Gebot der Stunde darstelle, aber praktisch kann man sich nicht einigen. Es ist ein schöner Gemeinplatz, zu be_ haupten, dass die Religion das einigende Band Israels darstelle. Das Gegenteil ist leider nur allzu oft der Fall. Ich spreche hier garnicht von dem stets schwelenden Kon. flikt zwischen Orthodoxen und Freisinnigen, der sich gerade am heiligen Ruhetag des Schabbat so oft durch Steinwürfe auf motorisierte Fahrzeuge Luft macht. Ich spreche hier von den Konflikten. die um Winzigkeiten der Liturgie ausgebrochen sind. Wer hielte es für möglich, dass sozusagen echte Jeme. niten mit solchen aus Aden nicht unter einem Synagogendach beten können, dass sie wegen gewisser Varianten im Wortlaut derartig hand. greiflich wurden, dass die Po. lizei eingreifen musste, und die Erste Hilfe des Magen David Adom die blutige Ern. te solch heiligen Streites ins Krankenhaus abzu transportieren hatte? Die Denominationen im heutigen Israel sind vorerst noch unüberbrückbar. So ergibt sich z.B., dass in Netivot Asatha, ei. nem Olim-Städtchen im Landessüden, drei Hauptsynagogen errichtet werden muss, ten. 60 Prozent der Bevölkerung dieses Ortes stammen aus Marokko, ca. 35 Prozent aus Tunis und nur eine verschwindende Minderheit von 5 Prozent sind Aschkenasim. Was resultiert daraus? Wohnbau, und Religionsmi. nisterium sahen sich genötigt, den Marokkanern eine Synagoge zu errichten, die den poetischen Namen „Lebenslicht“ trägt (Or Hacha. jim); dieses Lebenslicht erstrahlt aber nur den Marokkanern, und so wird nun für die Tunesier eine zweite Synagoge errichtet, obwohl die Thora ja eigentlich weder in Marokko noch in Tu. nis gegeben wurde, sondern wie Jebuda Halevi im „Kusari“ betont, im Niemandsland der Wüste Sinai, die keinem und daher allen gehört. Aber das ist Poesie des grossen Dichters . . . Doch hart im Raume stossen sich Marokkaner und Tunesier und sind daher auf zwei Syn_ agcgenräume zu verteilen, wofür 20.000 IL vom Religionisministerium und dem Wohnbau - Ministerium und weitere 20.000 IL vom Innenministerium zur Verfügung gestellt werden mussten. Man möchte meinen, dass nun an dritte Stelle das asch. kenasische Bethaus träte. Dem ist aber nicht so, sondern hier wird nun als drittes Zentrum der Andacht eine Jugendsynagoge errichtet. Bis heute wurden 250 Juden. Synagogen in Israel gebaut. Das ist eine merkwürdige, aber aus den Verhältnissen des Landes verständliche Erscheinung. Die Jugend, auch wenn sie an den Werten der religiösen Ueberlieferung festhält, fühlt sich oft abgestossen von den Sitten und Unsitten der Galut, die ihre Väter mit in das Land Israel gebracht haben, und will daher ihre eigenen Gottesdien, ste abhalten. Hier macht sich natürlich der Einfluss der Armee bemerkbar. In der Armee hat sich ja eine Art einheitlicher Ritus herausgebildet, gefördert vom Militär _ Oberrabbiner Aluf Mischne Schlomo Goren. Es ist selbstverständlich undenkbar, dass bei Feldgottesdiensten Sefarden und Aschkena. sim, Marokkaner und Tunesier, echte Jemeniten und solche aus Aden in getrennten Minjanim antreten. Religiöse Soldaten gewöhnen sich also an eine synagogale Nach, barschaft und übertragen dann ihre Erfahrungen und das Einheitsgebetbuch in ihre Wohnorte. Auch noch jüngere Jahrgänge schliessen sich an, und so entstanden hier die Jugendsynagogen. Diese Erscheinung ist nicht unproblematisch, denn eigentlich sollte ja der Gottes, dienst die Generationen einander annähern, oder nach dem Worte des Propheten Maleachi, „das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder den Vätern zuwenden, auf dass ICH nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.“ Ausser der Armee hat in Israel eigentlich nur die Reformbewegung ein einheitli. ches Gebetbuch geschaffen, das unabhängig von den Riten der Landsmannschaften israelischen Charakter trägt. Das kann man allerdings noch nicht ohne weiteres von der neuesten Synagoge in Israel sagen, der „William Murstein Synagogue“ des He. brew Union College in Jeru. salem. Diese Synagoge umfasst 225 Plätze. Die architektonisch edle Halle, wie der Gesamtbau ein Werk des Architekten Heinz Rau, der auch die Israel.Goldstein- Synagoge mit der Pilzkuppel auf dem Areal der Hebräischen Universität gebaut hat, wird von einer Heilige» La- OLAMENU" TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Groesoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS-EIN LADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien I., Hauptredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelber ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „OLAMENU» TEL AVIV. P.O.B. 3002. ISRAEL Alle Publikationen erscheinen ln deutsoner Sprache Die Preise sind ln U$A-Dollar angegeben. Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 de gekrönt, die aus galiläischem Marmor in monumen. talem Stil geschaffen wurde. Während die jungen Reform- Im IVamdel à gemeinden in Jerusalem, Obernazaret, Herzlia und Haifa bereits ihr eigenes israelisches Gebetbuch haben, wird man hier vorerst noch experimentieren, aber zunächst das amerikanische „Union Prayerbook for Jewish Worship" benutzen. Wenn man, wie der Schrei, ber dieser Zeilen, in letzter Zeit Gelegenheit hatte, in der Deutschen Bundesrepublik und in den Vereinigten Staaten von Amerika prachtvolle neue Synagogenbauten zu bewundern, so ist man er. schüttert und deprimiert über das Bild, das sich auf diesem Gebiet in Israel zeigt. Vor acht Jahren gab das Religions . Ministerium einen Sammelband „Bet Haknes. set‘< heraus, dem ein Bildanhang beigegeben war. Nach den eindrucksvollen Abbildungen der Ruinen antiker Synagogen wirft man einen wehmütigen Blick auf die versunkene Romantik der Gotteshäuser der Jerusale mer jüdischen Altstadt, vor. an die wirklich schöne Chur, va Synagoge... Dann aber kommen die Bilder von au sserordentlich primitiven und oft erschrecklich geschmack. losen neuen Synagogen des Landes. Inzwischen hat sich die Si. tuation etwas gebessert. Vor allem ist unter den Synagogen in den orthodoxen Kib buzim, die lange Zeit ihre Gottesdienste im Speisesaai (Ghadar . Oehel) abhielten, manche wirklich schöne Andachsstätte zu nennen. Wir denken hier vor allem an den Kibbuz Chafez-Chajim, dessen Synagoge moderne Stilelemente, lichte Farbtö. nung und dennoch den tra. ditionellen Charakter bewahrt hat. Der Kibbuz Saad im Landessüden hat erst vor kurzem ein stimmungsvolles Gotteshaus, das dem Andenken von Dr. Aron Barth ge weiht ist, eröffnet. Das war nur dadurch möglich, dass in diesem Falle die Bank Leu. mi 10.000 IL spendete, da Dr. Barth ihre Generaldirektor war, eine Sondersammlung unter den Freunden des Verewigten über 70.000 IL einbrachte und nochmals 27.000 IL aus Sonderspenden eingin gen. Wo solche Mittel fehlen, bleibt der Synagogenbau in Israel leider weit hinter dem sogenannten Niveau moder. ner Gemeinschaftsbauten im Lande zurück. (Man vergleiche einmal die Neubauten von Banken und Hotels in Israel mit den Synagogen des Landes!) Man darf nicht übersehen, dass es trotz allem einige neue Synagogen in Israel gibt, die würdigen Charakter tragen. Neben der schon er wähnten besonders schönen neuesten Symgoge des He. brew Union College in Jerusalem ist die Haussynagoge des Heehal Schlomo zu nennen. Zu den schönsten Landsynagogen gehört das Bet Haknesset von Bet Jizchak bei Natania, in welchem die Tradition der deutschen Ju. den mit ganz neuen israelischen Elementen vereinigt wurde. Einen Höhepunkt müsste eigentlich die Synagoge der Hadassa in Ein Karem bei Jerusalem bilden. Der Bau ist fertiggestellt, die weltberühmten . Glasfenster von Marc Chagall erstrahlen in einer verwirrenden Farbensymphonie. Die Frage des Synagogen, baus in Israel (und in der modernen Welt überhaupt) Sesshafte Völker, die Jahr, hunderte hindurch im eigenen Lande mit der Erde und Landschaft ihrer Heimat verbunden sind, feiern ihre Feste im Zusammenhang mit dem Wechsel der Jahre und Jahreszeiten, sowie mit bedeuten, den historischen Ereignissen oder zur Erinnerung an freudige Familienfeiern. Alle diese Feiern, seien es solche allgemeiner, nationaler, familiärer oder persönlicher Natur, sind fast aus. schliesslich freudige Feste. Man freut sich auf ihr Kommen; sie sind der Ruhe und Erholung im Heim oder Ausflügen in die nahe oder weitere Umgebung, allenfalls auch besonderen Genüssen gewidmet. Trauerfeiern all. gemeiner Natur sind bei ihnen äusserst selten. Auf der Flucht, in der Emigration, in der Fremde werden die Erinnerungen weh. mütig und die Tage des Gedenkens bekommen einen traurigen Inhalt. Schon gar treten solche Folgen auf, wenn ein ganzes Volk gezwungen wird, die heimatliche Erde, den heimatlichen Herd, die gewohnten Beschäf. tigungen aufzugeben, — und in der Deportation verhöhnt und verfolgt wird. Dann werden seine Erinnerungen und Feiern zu zahlreichen Tagen der Trauer umgewandelt. Das alte Volk der Hebräer im Lande Kanaan hatte ursprünglich so wie die anderen semitischen Stämme und Völker des Vorderen Orients drei landwirtschaftliche Eie. ste: Pessach zur Zeit der ersten Ernte, Schawuot aus Anlass der Getreideernte, und Sukot anlässlich der Weinlese. Rosch haschana und Jom Kippur kommen nur im drit. ten Buch Moses (Leviticus) vor, als religiöse Tempelfeste. Sowohl in der ersten als auch in der letzten Kodifikation — im ersten Buch (Exodus) und im fünften (Deuteronomium, das „zwei, te Gesetz“), — sind diese zwei Feste bezeichnenderweise überhaupt nicht einmal erwähnt, sind also zweifellos viel später entstanden. Rosch Haschana hiess ursprünglich Jom-terua, „der Tag des Trompetenschalls*, entspre. ehend dem uralten babylonischen Brauch, durch Trompetenklänge das Neue Jahr aus. zurufen. Das Kalenderjahr hatte aber vor den Reformen Eisras und Nehemias im Monat Nissan, im Frühling, begonnen, wie sowohl bei Jose. ist aber nicht nur eine Frage des Budgets, sondern reicht viel tiefer. Gotteshäuser müssen der Ausdruck lebendigen Glaubens sein. Wo dieser nicht besteht, entstehen Attrappen, Entweder man begnügt sich mit einem leeren Traditionalismus, der bekann. te Formen geistlos wiederholt, oder man flüchtet in einen Neo-Primitivismus, der, wie ich das in Amerika fest stellen konnte, aus der Heili. gen Lade eine Art „Negerkraal“ macht, oder aber man verharrt in einem abstrakten Konstruktivismus, der die Synagoge zu einer Art Zweckbau herabwürdigt. Hier spiegelt sich die Kri. se der Synagogen im Architektonischen. Nur wo die Synagoge Zentrum und organischer Bestandteil des jüdischen Lebens ist, wird sie wieder ihre legitime Form finden. Schenkt Euren Kindern BUECHER IN SPANISCHER SPRACHE AUS DEM VERLAG EDITORIAL CANDELABRO — Past«ur 341 von Dr. MEIER T0 phus Fäavius („Jüdisohe Altertümer“ Band I, Kap. 3 Abs. 3) als auch im Babylonischen Talmud (Kap. Rosch Haschana 2 f.) berichtet wird. Die Verlegung des Neujahrsbeginns vom F’rühlings. beginn am 1. Nissan auf den Herbstbeginn am 1. Tisthri ist aber um die gleiche Zeit in der ganzen grossen Region — vom Mittelmeer bis zum Indischen Ozean — erfolgt. Es geschah dies in einer neuen Geschichtsepoche, als alle, diese Region bewohnenden Völker aus ihrer durch die primitive und aus. schliesslich Landwirtschaft erzeugten Isolierung heraustraten, und als Folge einer höheren ökonomischen Entwicklung in Handel und Verkehr zu einem Warenaustausch gelangten, welcher andere Lebenbedingungen, andere Gesetze, ja sogar an. dere Sprachregelungen und wesentliche Kalenderänderungen erforderlich machte. So wie in späteren Epochen der Geschichte und in anderen Weltreligionen die Sprache der Römer, der Spanier, der Engländer usw. zu Weltsprachen wurden, so geschah es etwa im sechsten Jahrhundert v.d.g.Z., dass die aramäische Sprache zur gemeinsamen Sprache der ganzen vorderasiatischen Re. gion wurde. Sie ersetzte bei den alten Juden nicht nur die internationale Verkehrssprache, sondern wurde zur eigenen Volkssprache, deren sehr deutliche Spuren sich noch bis heute erhalten haben. Gleichzeitig fand auch in dieser gesamten Region eine durch die Veränderung der wirtschaftlichen Struktor be<M form statt' (¿staust, i tías und pjuigteits« nicht mehr des landwiri res, sonden Zeit der »1 und der idc fe rechnen; daher den . den 1. Ttód Dieser se' «ber auch die legislat gen einzuii änderunger selten vorg« «urden in Neujahrsbeg Haschana durchgefüh) lTfechride g. z, in ein versammlun sertor' Jeru ra geschehe Rosch Hasel später zum eben und r beginns, und Tag der Ve setzgebende: der Kalendf worden. E steter ökonc toelier B Tändelndes selbstverstär stitutionenu so der Zeit geist anpas tritt nicht sondern nn hen. Ein lei diges Volk otwicklung (hen. In der Di Streuung, % um die Leh in seiner r Bitwickluni 250 Jahre „Alte Synagoge' (Rosch Hastkana l?l¡ Sie war die älteste Synagoge von Berlin, ein Sinnbild des alten, jüdischen Ber lin, und erhob sich in einer schmalen Gasse, welche in die zentral gelegene Rosenstrasse einmündete, Heidereutergasse genannt. Freilich gab es zuvor schon einige Privatbetstuben, seit im Jahre 1671 der Grosse Kurfürst fünfzig aus Wien vertriebene jüdi sehe Familien in der Mark Brandenburg und insbesonde. re in Berlin hatte aufnehmen lassen. Allmählich war aber aus der kurfürstlichen Residenz die Königliche Hauptstadt des neugebildeten Staa tes geworden. Man musste ei. nes Tages dazu schreiten, ein würdiges Gotteshaus zu erbauen. Nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten konnte im Frühjahr 1712 der Grundstein zur ersten berli ner Gemeindesynagoge ge. legt werden. Endlich am Schabat vor Rosch haschana 1714 erfolgte die feierliche Einweihung, nachdem die Gemeinde als Geschenk für die Erlaubnis zum Tempelbau an den König Friedrich Wilhelm I. (den „Soldatenkönig“) dreitausend Taler hatte zahlen dürfen. Doch die Synago ge besuchte der Monarch erst vier Jahre später und stifte, te einen besonders schönen Thora Vorhang, der alljährlich am Simchat Thora-Fest ln Gebrauch genommen wurde. Die Alte Synagoge war traditionsgemäss kellerartig an gelegt worden, um den Psalm, vers „Aus den Tiefen rufe ich zu Dir“ ganz wörtlich zu nehmen. Der damalige Landesrabbiner Hirsch Benjamin Fraenkel hielt die Weiherede, und man gab dem sehr schönen Gotteshaus, das als eines der schönsten von. Europa galt, den Namen „Neue Sana. tete t te“. And n testasse^ «urde die Beiäereutei fechimLai »taut, beb »rund K: te den le «rs Aror “Mt, der ktar Mus tarfte, un schone ¡ tanken, j tat von ^ten Sv tob hei üabiaej ln der 1938 verb: nk »taten 1 führen. 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