Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2080 (4.9.1964)
- Date
- 1964-09-04
- Page
- [Seite 11] (sequence 11)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614605--3493-9614616- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
■MMÉAttÉMÉi Viernes, 4 ele Septiembre de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Eine Lady sacht verborgene Schaetze Dreimal stiess ich beim Studium der Geschichte Palästinas auf den Namen!•». von Dr. S. BRAUN ging bald auf Reisen, um Ge. dy Hester Stanhope. Dr. Zev : rüchten über ihr nicht stan- Vilnay bemerkt in seinem nei (jesgemässes Privatleben ausbräisch geschriebenen Führer j ^^ichen. In Gibraltar lerndurch Palästina: „1815 er. schien in Askalon eine englische Aristokratin — Lady Hester Stanhope — und machte Ausgrabungen während zweier Wochen. Sie beschäftigte dabei 150 Arbeiter. Sie hoffte, dort Gold, und Silberschätze zu finden; indes zu ihrem Leidwesen fand j sie nichts.“ — Dr. Ludwig! Loewe, der Reisebegleiter Sir . Moses Montefiores, schreibt | in einem Brief: „Heute (es i war im Mai 1838), weilte ich im Hause der weithin bekannten Ester Stanhope, über die ich Ihnen noch berichten werde.“ Das dritte Mal fand ich die Lady im Reisetagebuch der Gattin Montefiores er. wähnt, die mit ihm einen Besuch in Mar Elias machte. Es reizte mich, mehr über die Lady zu erfahren und ich suchte nach Quellen. Im Brockhauslexikon vom Jahre 1895 (!) fand ich eine kurze Biographie und als Nachschlagewerk die „Erinnerun. gen von Dr. Charles Meryon“ aus dem Jahre 1845 angegeben. Die drei Bände waren nicht erreichbar. Da kam mir ein Penguin_Book aus dem Jahre 1934 zur Hilfe. Es war „Lady Hester Stanhope, A Biography“ von Joan Haslip. In ihm fand ich was ich suchte, u. a. auch die Episode der Ausgrabungen in Askalon. Doch ehe ich sie er. zähle, sei in Kürze von der ungewöhnlichen Frau berichtet. Sie war die Nichte des Prime Ministers William Pitt des jüngeren und wurde 1776 in London geboren. Schon früh zeigte sich ihre ungewöhnliche geistige Kraft, so dass ihr Onkel sie nach Abschluss der Schulzeit zu seiner Sekretärin machte. Nach seinem Tode im Jahre 1806 gewährte ihr' die englische Regierung eine Jahresrente von 1.200 Pfund. Sie te sie den sehr reichen Mi. chael Bruce kennerl, und bald entstand ein Liebesverhältnis, das lange Jahre anhielt. Mit ihm und ihrem Arzt Dr. Charles Meryon durchquerte sie Malta, die Türkei, Grie. chenland, Rhodos, Aegypten und Syrien-Palästina. Eine Zeit lang lebte Lady Stanhope in dem Kloster Mar Eli. as und dann in einer Klo. sterruine zu Djoun, nahe bei Sidon, die sie fürstlich herrichten liess. Hier führte sie ein Luxusleben, umgeben von Dutzenden von Dienern. Sie verteilte Almosen an würdige und unwürdige Bittsteller. Ihr ungemein exzentrisches Wesen brachte sie in den Ruf j einer „babylonischen Prinzessin“, einer „Hexe der Wü- I ste“, einer „Königin von [ Tadmor“, einer Zauberin und Wahrsagerin, und nicht zu. letzt einer „Königin von Jerusalem“, deren Untertanen — wie sie selbst meinte —, das auserwählte Volk Gottes im wiederhergestellten Reich sein würden. Infolge ihrer Verschwendungssucht geriet sie in Schulden und verarmte schliesslich. Völlig mittellos und verlassen von allen Freunden und Gönnern starb sie 1839. Sie wurde in ihrem Park zu Djoun, in Anwesen, heit des englischen Konsuls, den sie hasste und eines Missionars, den sie verachtete, beigesetzt. Teatro colon Sábado 5 a las 17 horas: lOmo. y últ. conc. del abono a 10: “El Cuarteto de Tel Aviv‘‘. Sábado 5 a las 21 horas: lia. fuñe. ab. sáb.: “Emani“, ópera de Giuseppe Verdi (primera repres. en el T. Colón), c.: Roberti, Labó, MacNeil, Hiñes. Dir. de orq.: Fernán, do Previtali. Regie: Karlheinz Haberland. Dir. de coro: Tulio Boni, escenogr. y vest.: Hainer Hill. Orq. y coro est. del T. Colón. Domingo 6 a las 18.30 ha.: recital extraord. de sonatas a cargo de Salvatore Acc ardo (violin) y Battle-Ibañez (piano). Domingo 6 a las 22 horas: Conc. de la asoc. “Amigos de la Música“. Festival J. S. Bach. Orq. de “Amigos de la Música“. Dir. Karl Richter. Martes 8 a las 21 horas: 12a. fuñe, de Gran Abono: “Oedipus Rex“, seg. Sófocles, texto de Jean Cocteau, mús. de Igor Stravinsky, c. Alien, Cossutta, Crass, Feller, Algorfa, Betti, De Narké. Escen. y vest.: Héctor Basaldúa. — “El Castillo de Barba Azul“, ópera en un acto, libro de Bela Balase, mús. de Bela Bartok, con: Ludwig, Berry. Dir. de orq.: Istvan Kertesz. Regie: Karlheinz Haberland. Dir. de coro: Tulio Boni. orq. y coro establ. del T. Colón. — Nota: para esta fuñe, es obligat. traje de gala p. damas y caballeros en plat. y palcos. Jueves IX), a las 21 horas: la. función del abono espe. cial “Oedipus Rex“ (Cocteau/ Stravinsky) — “El Castillo de Barba Azul“ (Balasz/Bartok) con los mism. intérpr. del día Es war im Jahre 1815. Lady Hester Stanhope hatte in latacia ein uraltes Manuskript gefunden, das einem italienischen Mönch gehörte. Darin war aufs genaueste ei. ne Stelle unter den Ruinen Askalons angegeben, an der sich Gold- und Silberschätze befinden sollten. Sie zu bergen war das brennende Verlangen der Lady. Die Pläne für die Suche nach den vermeintlich in der Erde vergrabenen Münzen hielten die Freunde Hesters für eine ihj rer vielen Schrullen, obgleich es vorkam, dass Fellachen ih. re Ersparnisse dem Zugriff habgieriger Scheichs durch Vergraben entzogen. Die „spleenige Engländerin“ liess sich nicht beirren und bat den englischen Botschafter in Konstantinopel um ein Fahrzeug, mit dem die Expedition von Beirut aus unternommen werden sollte. Ein Kapitän in Sidon erklärte ihr, es sei unmöglich, in Askalon zu ankern. Dennoch liess sie nach wenigen Tagen alles zum Aufbruch be reitmachen. In Acco wurde erste Rast gemacht. Der erkrankte Stadtchef liess viel j Volk aufbieten, um der „sehr honorablen Prinzessin“ einen feierlichen Empfang zu bereiten. Auch eine nicht geringe Anzahl von Begleit, mannschaften und eine recht grosszügige Ausrüstung zur Fahrt liess der Pascha bereitstellen. So fuhr denn das Boot mit 26 Zelten und mit sehr vielen Helfern von Acco nach Haifa ab. Es war Regenzeit und bald erhob sich ein heftiger Stimm, so dass man nur unter Gefahr die Stadt erreichte. Hesters Arzt Dr. Meryon schloss sich in Haifa der Expedition an. Er fand seine Lady in starker Erregung: der Sturm hatte ihr Prachtzelt erfasst und die Wogen hatten es davongetragen. Während des Aufent. haltes in Haifa gab es ein seltsames Zwischenspiel. Dr. Meryon begab sich an einem besonders stürmischen Abend ins Zelt, in dem die Mahlzeiten eingenommen wurden. Hier näherte sich ihm ein in Lumpen gehülltes Individuum mit grauem, ungeordnetem Haar und glühenden Augen. Dieses wenig willkommene „Gespenst“ redete ihn französich an und liess ununterbr chen Prophe. zeiungen hören. Dann verschwand es, und der Doktor begab sich zu Lady Hester in ihr Zelt. Von ihr erhielt er Aufklärung über den alten Mann, der ihn nicht losliess. Es war — wie Hester sagte — ein wundervoller Mensch, mit Namen Loustenau, der seit zwei Jahren in einem verlassenen Kuhstall bei Haifa hau. ste und von milden Gaben lebte. Er sei einmal ein hoher Offizier gewesen, der durch angeblich überirdische Inspi. rationen sich nur noch religiösen Meditationen hingab. Seine prophetische Gabe habe er gezeigt, als ihm Lady Hester zum rsten Mal begegnet sei. „Madame“ — so habe er sie angeredet — „in diesem Augenblick, da ich vor Ihnen stehen, Verlässt Napoleon seinen Gewahrsam auf der Insel Elba“. — Dr. Meryon konnte sich eines ungläubigen Lächelns nicht erwehren. Es war ihm nicht ganz klar, wer verrückter sei, die Lady oder der Prophet. Indes, ein paar Wochen später, als die Neuigkeiten aus Elba bis an die syrische Küste drangen, stellte sich heraus, dass die Angaben des Alten haargenau mit den wirklichen Vorgängen übereinstimmten: der Kaiser war nach Paris entflohen. Wie verhielt es sich mit der Wahrheit der Angaben über seine Vergangenheit? Als Jüngling hatte er sein dörfliches Heim in Frankreich verlassen und war in den Fernen Osten gewandert, um Abenteuer zu erleben. In Vorderindien war sein strategisches Talent entdeckt worden, so dass man ihn in militärische Dienste nahm. Rasch stieg er auf, bis ihm das Kommando eines Regiments, ja während kriegeri. scher Ereignisse sogar das über eine ganze Armee mit dem Rang eines Generals übertragen wurde. Im Kampf verlor er eine Hand. Der Raja überhäufte ihn mit Rubinen und Diamanten und belohnte seine Dienste mit sehr hohen Geldbeträgen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst heiratete der General eine Französin, die ihm mehrere Kinder gebar. Als die Kinder dem Ehepaar als genug erschienen, beschloss man, nach Frankreich zurückzukehren. 18 Jahre war Loustenau fern seinem Bauerndorf geblieben. Hier angelangt begann auch schon das Glück dahinzuschwinden. Die Wirren der französischen Revolution verschlan. gen sein Kapital. Was übrig geblieben war, ging durch unglückliche Spekulationen drauf. Wieder erwachte die Unruhe des Abenteurers. Loustenau verlies die Seinen, um wieder nach Indien zu gehen. Er erkrankte aber unter, wegs ernstlich und musste in Acco die Reise aufgeben. Die Krankheit ergriff das Gehirn und liess den Gestrandeten zu einem manischen Wahrsager werden. Lady Stanhope nahm ihn schliesslich mit in ihr Heim Mar Elias und liess ihn bis zu seinem Tode pflegen und ernähren. Nach einer einwöchigen Rast in Haifa und auch in Jaffa segelte das Boot mit der Expedition Lady Stanhopes weiter und erreichte Askalon an einem regneri. sehen Aprütage. Es kann hier nicht das buntgewebte Lagerleben auf dem Ruinenfeld geschildert werden. Einer Feldherrin gleich ging La. ry Stanhope in dem auf einem Ruinenfeld errichteten Lager umher; sie gab Befehle, ermunterte zur Arbeit und tadelte Nachlässigkeit. Mit fürstlicher Grosszügigkeit verteilte sie Gaben unter die aus dem Dorf herbeigeeilten Gaffer. Ein Bote wurde nach Konstantinopel entsandt, um dem Sultan noch einmal den Dank für die erteilte Genehmigung der Ausgrabungen zu übermitteln und das Versprechen zu wiederholen, dass der gesamte ausgegrabene Schatz ihm überreicht werden würde. Ueber die Möglichkeiten, Mittel zu mobilisieren, um die Kosten des Unterneh- Ano XXV. — No. 2680 — II mens zu decken, machte siel die optimistische Lady kein« Gedanken. Die englische Re, gierung werde — so nahm sie an — für alles aufkommen. Am vierten Tag der Arbeit stiess man auf eine prachtvolle Marmorstatue, die einen römischen Krieger darstell'te. Lady Hester war enttäuscht. Es war doch an der richtigen Stelle gegraben worden, und nun war nichts von Gold und Silber zu sehen. Eh-. Meryon suchte sie zu überzeugen) dass der Torso mehr wert sei als alles andere, und wenn einmal Touristen kämen und das Marmorblid erblckten, werde man mit der Anerkennung ihrer Arbeit nicht zurückhalten. ES fruchtete nichts; Lady Stanhope geriet in Wut und befahl, die Sta. tue zu zertrümmern und die einzelnen Teile auf dem Ruinenfeld zu zerstreuen. Und so geschah es. Dann liess Hester das Lager abbrechen und kehrte auf dem gleichen Wes. ge zurück, auf dem sie ge, kommen war. Das Unternehmen war beendet. Doch nicht völlig; denn der Schatzgräberin wurden die hohen Aus. grabungskosten präsentiert Die Regierung liess ihr mit« teilen, dass eine Uebernahme der Kosten nicht In Frage käme. So war Lady Stanhope gezwungen, Darlehen aufzunehmen, wo immer sie erlangt werden konnten. Der reiche Michael Bruce gab das meiste Geld her, dann folgten Bankiers und andere Freunde, obwohl sie -wussten, dass die Beträge a fonds pefw du gegeben wurden. (T*' UNICAMENTE FRANKLIN SE MIRA Y NOSE TOCA! NUEVO TELEVISO* ‘■ranklSn 100x100 AUTOMATICO & i^unca hubo un televisor igual al aleance de su vista.;.. Jamás la técnica electrónica se prodigo tanto como cuando . produjo el NUEVO TELEVISOR FRANKLIN, 100x100 automático. y Sin necesidad de operaciones manuales.-.. €1 cerebro electrónico del Televisor Franklin, íiutdfháticamente mantiene^la imagen y sonido ideales. m DISTRIBUYE y & ARANTIZA ARTELCO SOCIEDAD ANONIMA COMERCIAL E INDUSTRIAS Av, FIGUEROA ALCORTA Y G A N N IN G - B U EN O S AIRES