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Jüdische Wochenschau · 1964-09-04 · 2080 (4.9.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2080 (4.9.1964)
Date
1964-09-04
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 4 de Septiembre de 1964 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXV-No. 2080 Sehnsucht nach Frieden (Schluss von Seite 1) ten einzusetzen, die wir uns selbst und der Welt gegenüber haben. Judentum ist keine abstrakte Weltanschauung. Judentum heisst, nach den Prinzipien zu leben, für die Aufgaben zu wirken und an ihrer Realisierung tag tag. lieh zu arbeiten: durch Erziehung der Kinder, durch eine uns von unseren eigenen Gesetzen auferlegte bescheidene, zurückhaltende und einwandfreie Lebensführung, durch Einsatz für die Gemeinschaft und ihre Institutionen, durch Mitarbeit an den grossen Aufgaben, die der Sicherung unserer eigenen Zukunft dienen und zum Frieden aller Völker beitragen können. Solchen Beitrag zu leisten, ist jeder Jude aufgerufen. Tut er nur dies, hat er schon viel getan. Aber dies kann jeder erfüllen, wenn er nur den Willen, die Energie und die moralische Kraft hat, nicht allein sich selbst, sondern die Gemeinschaft zu sehen. Dieses Ziel ist nichtabstrakt, ist nicht in den Sternen geschrieben, sondern lebensnah, und gegenwartsgebunden; denn es steht in jeder Stunde vor uns selbst. Judentum ist keine „weltfremde Religion“. Der Begriff .Religion1 istohnehin schwer oder gar nicht auf das Judentum anzuwenden. Der Gedanke von der Einheit und Unteilbarkeit der Menschheit wie der Welt ist Ursache und Wirkung zu. gleich der gewaltigen jüdischen Idee von der Gleichheit aller Menschen, von ihrem gleichen Recht und von ihren gleichen Pflichten. Denn wir kennen keine Privilegien und keine angeborenen Rechte, wir kennen keine Unterscheidungen zwi. sehen Reich und Arm, zwischen Rassen und Völkern. Alle Menschen, so lehrte Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1“ izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 das Judentum bereits in den geschichtlichen Epochen Schroffester Differenzierungen zwischen den Menschen, sind im Ebenbild Gottes geschaffen. Juden sollen nicht weltfremd sein. Wir sollen und müssen den Mut finden, den Tatsachen ins Auge zu blikken, mag dies für uns bequem und angenehm sein oder nicht. Lange Jahrzehnte haben sich Juden Iliusio. nen hingegeben, indem sie die Dinge ihrer Umwelt so betrachteten, wie sie es sich wünschten, dass sie auch wirklich wären. Das Erwachen aus diesem Halbschlaf oder einer sinnlosen Vogel- Strauss - Politik war umso härter. Wir müssen uns davor bewahren, diese Fehler einer gar nicht fernen Ver. gangenheit nochmals zu wiederholen. Auch wenn wir den Flieden wollen und herbeisehnen, sollen wir verstehen, dass es keinen Frieden auf Erden gibt, jedenfalls nicht heute. Zwei Weltkriege in einem! halben Jahrhundert haben j die Menschen nicht auf den j richtigen Weg. auf den Weg ' des Friedens zu führen vermocht. Die menschlichen Schwächen, ihre Ambitionen und Leidenschaften sind immer noch stärker als ihre Einsicht, als ihr Verstand und ihre möglichen guten Absichten. Aber was nützt das alles, wozu werden so viele schöne und erhebende Worte verloren, wenn der Wettlauf nach Waffen und das Ringen um die Vorherrschaft auf der gepeinigten Erde anhalten? Sicherlich wissen die Mächtigen besser als die einfachen Menschen, wTie gross die GefWiren wirklich sind, die von den Massen nur erahnt oder befürchtet werden. Der Fortschritt der Technik, die Errungenschaften der Wissenschaften lassen den Menschen nach den Sternen grei. fen, und der Tag mag wirklich nicht mehr fern sein, an dem die ersten Weltraumfahrer auf andere Planeten gelangen. Aber ist damit der Menschheit gedient? Die Engländer sagen, Wohltätigkeit beginnt im eigenen Hause. Das ist eine Wahrheit, die niemand bestreiten sollte. Aber muss dieses Prinzip nicht auch für die Menschen bei ihrem Bemühen um Erforschung und Eroberung ferner Gestirne gelten? Wie sieht es denn in Wirklichkeit auf Erden aus? Wie viele Millionen Menschen ha. ben nicht das Notwendige, um ihren Hunger zu stillen? Wie viele Menschen haben keine adäquaten Behausungen? Wieviele Menschen müssen trotz der neuesten Erkenntnisse der Medizin und ihrer Hilfswissenschaften zugrunde gehen, weil es nicht genügend Krankenbäu- JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaiJisbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschkjenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr/Bebedero) T. E. 73-9155 ser, Medikamente und Aerzte für sie gibt? Rund 100 Milliarden DoL lar geben die USA Jahr für Jahr für Rüstungszwecke aus, und man muss damit rechnen, dass diese Summe noch überschritten wird. Wenn die Sowjetunion nur die Hälfte hiervon für die gleichen Zwecke disponiert und alle anderen Völker zusa .tunen gerechnet noch einmal diesen Betrag aufwenden, kommen wir auf die plian atische Ziffer von SOO.OO'j.uOO.OOO Dollar (das sind 300 Milliarden Dollar)! Wozu?, so — fragen wir — wozu?, fragen alle Menschen, die diese Zahlen kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Welche Werke des Frieden könnten vollbracht werden, wenn man diese sinnlose Auf. rüsiung steppen würde! Und dabei wissen die sogenannten Grossen und Gewaltigen unter den führenden Völkern, dass diese ungehtuciliehen Ausgaben nur der Vernichtung zu dienen bestimmt sind. Der „Fortschritt11 seizt einen ■wahnsinnigen, von Zerstörungswut oder Machtrausch ergriffenen Volksverführer in die Lage, mit weit geringerem Aufwand durch die Kraft der Atom- und sonstigen Superbomben die Erde völlig zu zerstören und alles Leben auszulöschen. Wir steuern nicht auf einen Abgrund zu, sondern stehen an dessen gähnendem Rande. Das ist der Erfolg aller Friedensbemühungen der Menschheit? UeberaH brodelt es, überall gärt es, überall klaffen Gegensätze und Schwierigkeiten auf. Es gibt kaum noch ein Land, das von inneren Unruhen verschont wäre. Es gibt keinen geographischen Raum, in dem nicht heute bereits die Flammen hochschlagen oder morgen ein Krieg ausbrechen könn. te. Und dies alles: mitten im Frieden, denn von einem Weltkonflikt spricht niemand, und der Kalte Krieg sei zu Ende, behaupten die Grossmächte... Die Völker stehen diesem Geschehen so machtlos wie immer gegenüber. Die ihnen gewährten Rechte finden an einem wohlgezielten „höheren Staatsinteresse“ ihre natürlichen Grenzen. Aber was ist dieses höhere Interesse, das von den Regierenden verteidigt wird? Wer bestimmt dieses behauptete Interesse? Die einen sagen, die Rüstungsindustrie dominiert und schiebt ihre Regierungen nach Belieben wie Marionetten eines Kasperletheaters hinter einem schön gefärbten Vorhang, der die Aufschrift Demokratie trägt. Die anderen beschuldigen die kommunistischen Weltzentralen, die diesen Rüstungswettlauf durch ihre Drohungen erzwingen. Aber auch M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 21)37 4» B. 46-1716 and 48-2124 Sowjetische Waffen für Irak London. — Der stellvertretende Generalstafschef des Irak, Generalleutnant Abdel Rachman Aref, erklärte in Bagdad, da?s die Sowjetunion seinem Land alle notwendigen Waffen liefern werde, wie hier verlautete. Aref kündigte an, dass Irak seine Militärmacht zu stärken plane, um „für den Tag gerüstet zu sein, an dem es zum Kampf gegen Israel antreten und die geraubte Erde zuriickerofcern wird“. Des weiteren wurde berichtet, dass die irakische Regierung in Kürze den russischen Verteidigungsminister Marschall Rodion Malinowsky einzuladen plant, der in Begleitung von sowjetischen Militärs dieser Einladung Folge leisten würde. (ITA) dort gibt es Rüstungsindustrien, die mächtig sind, nur dass sich ihre Lenker nicht Generaldirektoren, sondern Genossen nennen. Das Gan. ze aber ist ein Vernebelungsmanöver, um den Völkern die Notwnedlgkeit solch umfangreicher Kriegsverbereitungen einzureden. Mit Demokratie, Kapitalismus oder Kommunismus hat dieses aL les nichts zu tun. Es ist dasselbe Ringen um die Hegemonie über die Nationen der Ei de, unter dem die Menschheit seit Jahrtausenden leidet. Wer sich hiergegen auflehnt, wird von den einen als Kommunist bezichtigt, auch wenn er nichts mit den Kommunisten und deren Zielen zu tun hat und von den anderen als Volksfeind oder Kapitalist gebrandmarkt, ohne weder das eine noch das andere zu sein. Trotzdem läuten überall die Friedensglocken, und alle westlichen wie östlichen Staatsmänner beteuern ihren guten Willen, den Krieg zu vermeiden. Doch es geschieht nichts. Kriegstreiber werden geduldet, weil man sie vielleicht eines Tages doch gebrau. chen könnte. Der ägyptische Regierungschef spricht ganz offen von seinen Vernichtungsabsichten gegen Israel, das, ein Mitglied der Friedensorganisation der Vereinten Nationen, durch Aegypten von der Landkarte ge. strichen werden soll. Aber all die Mächtigen und die grossen Friedensapostel, von Johnson bis Krutschew. setzen sich mit ihm an den gleichen Tisch, rügen ihn nicht, tadeln ihn nicht liefern ihm Waffen und beteuern ihre friedlichen Absichten für die ganze grosse Welt. Deshalb sieht es auf der Welt so aus, wie wir es täglich lesen können: Bürgerkriege in vielen Ländtrn, Kämpfe auf Cypern, im Kongo, in Laos, in Vietnam und anderwärts. Aber sie sprechen vom Frieden. Das Volk, jedes Volk will den Frieden, von dem es nicht spricht, nach welchem es sich jedoch sehnt. Wir sind gewohnt, von der Eman- Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN O. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELE F. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlichei MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 zipation der Menschen, der j Frauen, der Völker und der ' Nationen zu sprechen. Von . wem haben sich die Men. sehen und Völker eigentlich emanzipiert? Die Fesseln der Sklaverei, der Fremdherrschaft und der Feudalherren wurden zerbrochen. Aber jetzt liegen die Völker in den Fesseln ihrer eigenen Ohnmacht, ihrer Schwächen, ihrer Illusionen und vorgetäuschten Interessen. Die Wissenschaft steht im Sold der Kriegsvorbereiter. Die Raketen, die heute ins Weltall Vordringen, können morgen als ferngelenkte Geschosse in den „Feindländern“ auf unschuldige Men. sehen niederprasseln. Deutsche Wissenschaftler bauen todbringende Raketen-Geschosse für Nasser, der ganz offen über deren Verwen. dungszwecke gegen Israel spricht. Aber die wieder erstarkte deutsche Regierung hat angeblich nicht die Macht. hiergegen einzuschreiten. Und was von den deutschen Atomspezialisten und Technikern in Aegypten gilt, kann von wissenschaftlichen Experten anderer Na. tionalitäten in anderen Ländern wiederholt werden. Hier handelt es sich nicht um einen bedauerlichen Einzelfall, sondern um ein Prinzip: den Kampf um die Macht. Wer für Frieden zu gewis- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono- Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. § 800.— jährl. Schadenfeuer Stambul. -- Die Einwohner des jüdischen Viertels in Stambul erlitten Schäden in Höhe von über eine Million Dollar, und 600 Menschen blieben ohne Dach, als ein Feuer, das als das schlimmste seit jeher beschrieben wurde, den sogen. „Judenbazar“ verzehrte. Der Brand, der in einer Möfcelhandlung ausbrach griff auf 150 Geschäfte über und zerstörte 10 grosse Gebäude in dem Geschäftsviertel, das das Goldene Horn überblickt.. (ITA) sen Zeiten eintrat, wurde eingesperrt. Denn es war die Stunde gekommen, wo man solche Prediger nicht gebrau. chen konnte. Die Kriegshetzer beherrschten die Szene, bis sie zerbrochen an der Erde lagen, um dann in anderer Gestalt bald wieder aufzuerstehen. Noch sind die Zeiten nicht gekommen, wo der Priester Gottes und der Künder des Friedens das Schicksal der Völker bestimmt. Für diese Ziele, die nahe sein würden, wenn die Menschen es nur wollten, zu leben und zu kämpfen, ist und bleibt eine Aufgabe und die Pflicht eines jeden Menschen. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ELECTROCARDIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag; 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. T. E. 44-9493 u. 44-1542 SANTA FE 1391

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