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Jüdische Wochenschau · 1964-08-28 · 2079 (28.8.1964) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2079 (28.8.1964)
Date
1964-08-28
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 28 de Agosto de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2679 — I Zigarettenrauch und Lungenkrebs! Eine Parlaments-Debatte I -_ . TT __ ft . 1_ * . »V, M- A ■ , nt V» n ii A A Die Frage, ob das Rauchen — vornehmlich von Zigaretten — Lungenkrebs hervor. rufen kann oder nicht, wird wieder einmal in der Weltpresse erörtert. Ein israelischer Lungenspezialist, Prof. Joseph Rakower, hat die Untersuchung des Problems be. reits vor zehn Jahren in Angriff genommen; Sieben Jahre läng beobachtete er systematisch die Auswirkung des Zigaretten., Nargileh- und Pfeifenraucbens auf die Bil duhg des Lungenkrebses. Seine Schlussfolgerungen unterbreitete er der Oeffentlich. keit bereits im Jahre 1962 in der britischen Fachzeitschrift für Krebsforschung und auf einem Vortrag, den er während einer Tagung amerikanLeher Lungenärzte in Jerusalem hielt. Prof. Rakower ist Leiter der Lungenabteilung des Ha. dassa-Universitätshospitals in Jerusalem. Es ist dies die gTösste medizinische Institution im Nahen Osten, die mit einem Kostenaufwand von 30 Millionen Dollar errichtet wurde. Vor etwa zehn Jahren entbrannte unter den Lungenärzten in aller Welt die Kontroverse, ob es zutreffe, dass der Lungenkrebs in den I unentwickelten Ländern sei. tener auftrete, als in denen der Zivilisation. Es wurde j darauf hingewiesen, dass z. B. die Inzidenz des Lungenkrebses in der Schweiz fünf- 1 zehnmal grösser als in Ceylon sei. Einige Aerzte vertraten die Meinung, dass die Statij stiken in unentwicke'ten Ländern unzureichend und somit irreführend seien. 1 Daraufhin beschloss Rako. wer, einen praktischen Test im Rahmen einer wi-sen- 1 schaftlichen Forschung vorzunehmen; dieser erstreckte sich über sieben Jahre und stützte sich auf Beobachtungen von 901 Fällen in Israel. . Dieses Land schien ihm als ideales Forschungsgebiet, wa. I ren doch hier sowohl Einwanderer aus hochentwickelten wie unterentwickelten Ländern gemeinsam konzentriert. Wie sich herausstellte, war die Sterberate bei Juden aus Europa dreimal höher, als bei den Juden aus orientalischen! Ländern, mit zwei Ausnah.! men: türkische und nordafrikanische Juden reagierten in- Parteiprogramm der Demokraten A,lar:tic-City. — Die demokratische Programmkommission für das Jahre 1964 hat die Punkte ihres Pro. gramms ausgearbeitet und vorgelegt, die sich auf ihre aussenpontische Linie beziehen, und tätige Hilfe für Israel versprechen, sowie die Verfolgung der Juden m Sowje' russland bedauei t. In dem der Konvention unterbreiteten endgültigen Entwurf ist das Versprechen enthalten, „für die Herstellung des Friedens in Nahost als dringliches Ziel zu arbeiten, mit voller Kraft eine Erschütterung des militärischen Gleichgewichts zu verhindern, die Abrüstung und den Gebrauch natürlicher, in den einzelnen Ländern vorhandener Bodenschätze für den inneren Auf. bau zu fördern, ebenso wie die Wiederansiedlung der arabischen Flüchtlinge in den Ländern, in denen Raum und Gelegenheiten vorhanden sind“. — „Die Probleme der politischen Einigung zwischen Israel und den ara. bischen Ländern können und müssen auf friedlichem Wege erfolgen, und die territoriale Unverletzlichkeit eines ,:eden Landes muss respektiert werden“, so heisst es wörtlich. Ferner beinhaltet das demokratische Programm das Versprechen, mit allen friedlichen Mitteln die wachsende Unabhängigkeit der Völker zu erstreben, die unter dem Joch des Kommunismus leben, um das Kommen des Tages zu beschleunigen, an dem sie volle Freiheit und Selbstbestimmungsrecht erlangen. „Wir bedau. ern die kommunistische Unterdrückung der Juden und anderer Minoritäten“, wie besonders betont wird. (ITA) DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 AUenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 bezug auf Anfälligkeit nicht viel anders als die aus Euro- . pa. Bei den Juden aus dem ' Irak war die Sterbeziffer etwa die Hälfte der von euro. päischer Herkunft' mutmasslich, weil etwa die Hälfte der irakischen Juden zwar die viel harmlosere Wasserpfeife, die anderen aber Zigaretten rauchen. Am wenigsten anfällig waren Juden aus dem Jemen mit etwa 7 Todesfällen bei je 100.000 Einwohnern. I Auch in Israel stellte man einwandfrei fest, dass Pfei- | fenrauchen verhältnismässig 1 gefahrloser als Zigarettenrau. : chen ist, bei dem man den . Rauch in die Lungen einzieht. Allerdings bilden sich beim Pfeifenlauchen andere Formen der furchtbaren Krankheit, wie Lippen- und Rachenkrebs. Diese Beobachtungen stimmen alle mit den Erscheinungen um die Jahrhundertwende in England überein. Durch die industrielle Revolution waren dort viele Pfeifenrau- , eher zum Zigarettenrauchen j übergegangen, was eine starke Steigerung der Todesfälle von Lungenkrebs zur Folge , hatte. Die relative Immuni.! tat, die durch die Nargileh — die orientalische Wasserpfei- : fe — gewährleistet wird, rührt daher, dass in dieser Pfeife der carcogene Rauch durch den Wasserfilter vor ‘ dem Inhalieren gereinigt wird, obwohl der verbrannte Tabak dem Tabakgehalt von 1 50 Zigaretten gleichkommt. Es hat sich ergeben, dass die in Europa gebürtigen jüdischen Frauen in Israel auf Lungenkrebs sehr anfällig sind, wenn auch nur wenige von ihnen rauchen. Verglichen mit 35 Prozent in den USA und 60 Prozent in Dä. nemark, rauchen nur etwa 13 Prozent aller Frauen aus Europa. Bei ihnen hat die Anfälligkeit einen anderen Grund: da sie fast völlig immun auf Gebärmutterkrebs des Cervix sind, überträgt sich bei ihnen der Empfindlichkeitsherd auf die Lunge i im Rahmen eines biologischen Kompensationsprozes. ses, der bei Krebsbildung beobachtet wurde. Prof. Rakower ist der Ansicht, dass selbst europäische Juden auf Lungenkrebs noch immer weniger anfällig sind, als männliche Nichtjuden in Europa, bei denen Lungen- und Magenkrebs an zweiter Stelle aller Todesursachen i durch Krebs auftreten. Bei jüdischen Männern europäi.; scher Herkunft in Israel steht Lungenkrebs als Todesursache aller Krebsformen erst an dritter Stelle der Statistiken. JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 Israelische Aerzte für Aethiopien! Jerusalem. — Auf dringendes Ersuchen des Kaisers Haile Selassie entsandte das israelische Aussenministerium einen Chirurgen des Ha- I dassa.Hospitals nach Addis Abeba, um den Schwieger- 1 sohn des Negus zu operieren, 1 der bei einem Autounfall verunglückt war. In Aethiopien arbeiten neun israelische i Aerzte, von denen einer schon die erste chirurgische Intervention vorgenommen hatte. (ITA) Vor wenigen Tagen fand im argentinischen Parlament eine Debatte mit einem bisherniemals diskutierten Thema statt. Plötzlich war die jüdische Frage im Mittelpunkt einer heftigen Auseinandersetzung, obwohl der objektive Beobachter hier, zu keinen rechten Anlass erkennen kann. Ein Abgeordneter sagte folgendes, nachdem bereits vorher eine reine Parteidebatte geführt worden war, in deren Verlauf es zu Zusammenstüssen zwischen den Vertretern verschiedener politischer Program, me gekommen ist: „So beobachten wir, Herr Präsident, da?« ein Abgeordneter jüdischer Herkunft Hand in Hand zusammengeht mit einem Abgeordneten seiner Partei mit allgemein bekannter antisemitischer aggressiver Tätigkeit“. — ' Diese Worte, deren Inhalt gar keine Interpretation zulässt, waren das Signal für Auseinandersetzungen, die zwar interessant, aber völlig unverständlich gewesen sind Dass auch jeder von uns die gleiche Bemerkung gemacht haben könnte, wenn er ei. nen Abgeordneten jüdischer Herkunft in trautem Verein mit einem Abgeordneten antisemitischer Tendenzen wie Herrn Cornejo Linares gesehen haben würde, kann wohl nicht zweifelhaft sein. Beachtlich und erstaunlich aber sind die Ausführungen, die vom Abgeordneten jüdischer Herkunft (Herrn Schaposnik) gemacht worden sind. Ex sagte, er würde sich durch diese Ausführungen nicht beleidigt fühlen. Persönlich sei er nicht angegriffen worden, ater es gehe um eine andere Sache. Dann wört. lieh: „Ich habe mich niemals auf religiösem Gebiet oder in jüdischen Institutionen betätigt, weil ich mich nicht als Jude gefühlt habe. Trotzdem übernehme ich die volle Verantwortlichkeit meines jüdischen Namens und der Verteidigung der Juden, obwohl ich nichts damit zu tun habe, da ich mich als Argentinier fühle, weil ich niemals einen Angriff oder eine Beleidigung gegen eine bestimmte Rasse gemacht noch zugelassen habe.“ — Ein anderer Abgeordneter hatte zuvor diesem „Verteidiger der Juden“ vorgehalten, er solle stolz darauf sein, derselben Ras=e anzugehören, die einen Moses und Christus und einen Einstein hervorgebracht habe. Dies war der ebenfalls jüdische Abgeordnete Scaliter. Damit -war die Debatte auf ein völlig abwegiges Gleis geschoben. Wir Juden bedan. ken uns für einen (jüdischen) Verteidiger, der seine Erklärungen damit einleitet, sieh von uns zu distanzieren. Es ist auch nicht bekannt, dass irgendjemand Herrn Schaposnik darum gebeten habe, die Juden zu verteidigen, bestimmt nicht auf die-e peinlich wirkende Art und Weise. ANDERE BETEUERUNGEN Ein anderer jüdischer Abgeordneter Herr Minsk, erklärte, er sei auch Jude. Aber was ist ein Jude, fragte er. „ich bin Jude, weil man mir das nach meiner Geburt gesagt hat; und als ich es bereits vergessen hatte, wurde es mir hier wieder in Erin. nerung gebracht“. In seinen weiteren Ausführungen meinte er, man könne nicht Antisemit sein, ohne gegen die Prinzipien der Menschlichkeit zu verstos-en. Für sei. ne Worte erhielt er starken Beifall und zwar von den Abgeordneten der volksradika'.en Partei, des Justizialismus und der Demokratischen Sozialisten. Da? ist ein eigenartiges Bild: ein jüdischer Abgeordneter, der sich garnicht als Jude fühlt, wohl aber bereit ist, die Verteidigung der Juden zu übernehmen, und ein anderer, der schon vergessen hatte, ein Jude zu sein. STOLZ AUF SEIN JUDESEIN Eine ganz andere Haltung nahm der Abgeordnete Scaliter ein, der bereits vorher Herrn Schaposnik aufgefordert hatte, »ui seine Abstammung stolz zu sein, weil auch Moses und Christus der gleichen Rasse enbstammten. Er sagte dann später im Lauf* der Debatte noch einmal, dass er-sto)z sei, der Rasse anzugehören, der auch der jrro. sse Gesetzgeber Moses angehört hatte. Br wandte sich gegen diejenigen, die antijüdische Tendenaen vertreten und damit Unruhe in das friedliche Zusammenleben wa Argentinien hereintragen. Elr protestierte dagegen, dass bisher nicht» gegen den Brigadier Oliva -unternommen worden sei, ob>- wohl er die Juden beleidigt habe. Auf Zwi. schenrufe wandte er sich energisch dagegen dass Triki im Schutz diplomatischer Immunität gemeinsam mit offiziellen Persönlichkeiten auf Veranstaltungen er. scheint die einen klaren neofaschistischen Charakter haben. Scaliter wandte sich dann gegen den alten sozialistischen Parlamentarier Ghioldi, der es zwar gut gemeint, aber gefordert habe, die Kammer solle eindeutig zur Frage Stellung nehmen, ob ein Jude Abgeordneter sein könne oder nicht. Scaliter meinte mit Recht, dass Ghioldi hierdurch nur dem Antisemitismus Vorschub geleistet hätte, obwohl er das Gegenteil beabsichtigt hat. Schliesslich wies dieser Abgeordnete darauf hin, dass in den letzten drei Monaten 150 Attentate gegen Juden und jüdische Institutionen ausgeführt worden sind, aber nur zwei Jugendliche von 14 und von 15 Jahren von der Polizei verhaftet wurden, die ohne die erforderliche-Energie in die. sen Fällen Vorgehen würde. Er fügte hinzu: „Es gibt Interessen, die es verhindern, dass die Wahrheit über diese Vorgänge ans Licht der Oeffentlichkeit kommt.“ — ANTIZIONISMUS Ein weiterer Abgeordneter, der Jude ist, Herr Murmis, ergriff das Wort. Er sagte: Antizionismus ist ein Produkt der Unwissenheit. Er erklärte, dass er ein guter Argen, tinier sei und trotzdem dem Staat Israel seine Unterstiizung gewähren wiird.e Hierbei kam es zu einem allgemeinen Geschrei, da der Abgeordnete Cornejo Linares laute Zwischenrufe machte. Murmis rief ihm zu. er solle sich weniger mit Antizionismus und mehr mit dem Vaterland beschäftigen, was wiederum den anderen Abgeordneten zum Ruf veranlasst*: „UdeJ. pa es antipatria!“ Daraufhin ein weiterer Abgeordneter, Herr Anton zu Cornejo Linares: „Antipatria es U?ted!“... Die gesamte, reichlich unerfreuliche Debatte zeigte eine Ver wirrung über Proble. me, die letzten Endes nur durch die Verfassung entschieden werden können. Und die Verfassung sagt eindeutig, das? alle Bürger, gleich welcher Rasse, Herkunft, Hautfarbe oder Religion, die gleichen Rechte gemessen und die gleichen Pflichten zu erfüllen haben. Kein Abgeordneter braucht die jüdischen Rechte zu verteidigen, beson. ders nicht solche, die sich wegen ihrer jüdischen Abstammung hierzu berufen fühlen, aber gar keine Juden sein wollen. Im übrigen ist jeder Abgeordnete berufen, die Rechte aller Bürger zu verteidigen, wozu ihn die Verfassung verpflichtet. Zweifellos wurden in der Debatte eini. ge Punkte angeschnitten, die eine Antwort verlangen würden: das Verhalten der Polizei, die keine AttenLiter findet, der Fall (ies Generals Oliva und die Rolle Trikis, die von den Behörden geduldet wird. Hierbei handelt es sich um Fragen, die zwar die Juden stark angehen und interessie. ren, aber die keine jüdischen Fragen, sondern Probleme der argentinischen Innenpolitik sind und d>e im Interesse aller Bür. ger des Landes einer Lösung entgegengeführt werden sollten. — AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEN 0” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Antisemitismus in der Bundeswehr Bonn. — Schwerwiegende Vorwürfe gegen die Bundes, wehr haben 18 junge Gewerkschaftler erhoben. Unter anderem beklagten sich die jungen Soldaten über die anti. semitische Einstellung mancher Vorgesetzte. So hätten sie häufig Bemerkungen zu hören bekommen wie „Sie Synagogenschänder!“, „Ruhe hier, wir sind doch in keiner Judenschule!“, „Sie haben die Mütze wie ein Judenjunge auf“. (AWZ) DER ARABISCHE BOYKOTT '* Bonn. — Ein in Aegypten ansässiger Engländer hat sich vor ägyptischen Richtern we gen Verletzung der Landesgesetze zu verantworten, die es jedem Bewohner Aegyptens verbieten, mit israeli. sehen Handelsfirmen oder diesen angeschlossenen ausländischen Unternehmen Finanzgeschäfte zu machen. Der gegenwärtig in Bonn weilende 71jährige englische Major Thomas Winston Wallace gehört dem Direktorium einer zyprischen Gesellschaft an, als deren Direktor ein is. raelischer Bürger namens Ambache identifiziert wurde. Major Wallace, der seit 40 Jahren in Aegypten lebt, eri klärte hier, dass das Unter nehmen zyprisch ist und er j nicht für die Wahl des Herrn I Ambache zum Präsidenten die Verantwortung trage. Er äusserte, er sei noch nicht entschlossen, nach Kairo zurückzukehren, um sich gegen die Anklage zu verteidigen, aber er mache sich Sorgen um seine Frau, die dort ge. blieben ist. Im Falle seiner Verurteilung kann das ägyptische Gericht eine längere Haft und ausei dem ein empfindliche Geldstrafe verhängen. (ITA) Direktor der W jener Library London. — Zum neuen Direktor der Wiener Library in London als Nachfolger des verstorbenen Alfred Wiener hat die Exekutive der Library den aus Breslau stammenden 43 Jahre alten Journalisten und politischen Schrift, steller Walter Laqueur gewählt. (AWZ) ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 ■"N

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