Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2079 (28.8.1964)
- Date
- 1964-08-28
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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2 — Vier**«, 38 de A«o«to de 19*4 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Mm» XXT. — Ne. »W» Wirrnis der Probleme (.Schluss von Seite 1) j führt habe, gegen die er nicht rebellieren konnte, obwohl gerade der Frankfurter Auschj witz.Prozess deutlich bewiefen hat, dass niemand, der nicht wollte, wirklich mitma- , chen musste. j Angeklagt in München ist j der frühere SS-General Wolff, Verbindungsoffizier zwischen Hitler und Himmler dessen engster Vertrauter er nach seinen Angaben gewesen ist. Aber von den Massenmorden, will Wolff nichts gewusst haben. Beharrlich bleibt er bei dieser Behauptung. Er hat e nfach von nichts gewusst, was dort geschehen ist1.. III. Rassengedanken Wolff sagte: „Das Schick, sal hat mich als engsten Mitarbeiter neben den Reichsfiihrer SS (Himmler) gestellt, den ich grenzenlos verehre, und an dessen geschichtliche Sendung ich zutiefst glaube. Unsere gemeinsame Arbeit wurzelt im Ras. sengedanken“. Aber von der Endlösung der Judenfrage und den Massenmorden habe er nichts gewusst... In der Erörterung der Lebensgeschichte Wolffs wird vor Gericht auch über seine beiden Frauen geprochen. Wolff hat sich nämlich von seiner ersten Frau scheiden lassen, aber nicht deswegen, wie er sagte, um wie andere SS-Führungsleute damals die altgewordene Ehefrau gegen eine wesentlich jüngere einzutaiuchen. Ein Brief an die erste Gattin wird vor Gericht in Auszügen verlesen. Wolff beschwört seine Frau, ihn freizugeben, damit er Gelegenheit habe, in einer neuen Ehe der SS „noch höher qua lifizierte Kinder zu schenken“. Mit der ersten Frau hatte er vier Kinder. Wolff beschrieb dem Schwurgericht seine zweite Frau als einen „strahlenden blauäugigen Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 V izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Sonnenmenschen“, während seine erste Frau mehr ein weicher „Mond, und Nachtmensch“ gewesen sei... | Wolff hat nach seinen eigenen Worten als Idealist den Rassegedanken „im positiven Sinn bejaht“... | Aber zu welchen Kon'e- , quenzen der „idealistische“ I Rassegedanken geführt hat, das wusste General Wolff, Vertrauensmann Himmlers | und Verbindungsmann zu Hitler nicht, obwohl er au. sserdem im Führerhauptquar- I tier stationiert war, das er als Paradies bezeichnet«. j j Wolff gibt zu, dass Heydrich sein Duzfreund gewej I sen ist. Aber auch von ihm '! hat er nichts von den Mord- | taten der SS erfahren, behauptet er. Auch vom SS-Füh. rer von dem Bach Zelewski will er nichts hierüber gehört haben. Dieser SS-Füh. rer habe ihm, wie er auf eine Frage des Voristzenden antwortete, nichts von seinen schweren Depressionen wegen der Judenvernichtungen in Polen berichtet. Und SS-Ge. neral Wolff, Vertrauter und engster Mitarbeiter Himmlers, Duzfreund Heydrichs i bleibt dabei, dass er von den ■ Morden nichts gewusst habe, obwohl er mit Stolz von sich zu sagen weiss, dass er kein kleines Rädchen gewesen ist. , IV. Die Moerder Während General Wolff jede Kenntnis von den Vorgan ’ gen leugnet, rollt in Frankj furt der grosse Auschwitz- Prozess ab und bringt täglich; neue Schreckensbüder. Ein Zeuge berichtete kürzlich, dass er im Arrestblcck Nummern, die der Lebenden und die der Toten, habe schrei. ' ben müssen. Er hatte das Bunkerbuch zu führen, jene traurige Sammlung Tausender von Namen derjenigen Häftlinge, die an der Schwarzen Wand mit Genickscbus ' getötet worden sind. Mit eij nem nassgemachten Kopierstift malte er die Haftlings- | nummern auf die Brust der j Totgeweihten, damit bei de-! ren Vorbeimarsch der Schrei ber keine Mühe habe, die | Nummer abzuhaken. Auch er! habe die Häftlinge mit auf j den Hof vor die Schwarze | Wand jagen müssen, damit | sie dort erschossen werden. Aber: „Ich habe geheult wie j ein kleines Kind, ich konnte I das nicht“, sagte er. Ein SS.! Mann habe ihm gesagt, er sol- . le „abhauen“, pa.siert sei ihm weiter nichts. Immerhin berichtete er 1 noch, dass im Block 11 das Blut der Unglücklichen durch ■ Sägespäne aufgefangen worden sei. Die toten Häftlinge i — unter ihnen Juden wie Nichtjuden — seien dann in; vorher bereit gestellte Kisten „wie die Schweine“ geworfen ' worden. j Der Zeuge will das Gericht i trösten. Die-e Leute hätten wenigstens einen schnellen i Tod gehabt. Sie seien nicht langsam zu Tode gequält worden, wie andere, die man auf gehängt hat. Wörtlich berichtete dieser Zeuge: „Auch wenn sie mitunter aufgehängt wurden, das habe ich gesehen; wie sie erst mit den Beinen geschlenkert haben, wie sie dann immer langsamer wurden“. Aber oben auf dem Boden des Blocks 11 seien auch Leute erhängt worden Da sei es noch viel grausamer vor sich gegangen. Ein SS. Mann habe ihm geagt, er solle unten bleiben, denn oben fällst du sowieso sofort um.. Aber keiner -will es jetzt gewesen sein. Die eiserne Wand des Leugnens soll vom Gericht nicht durchstossen werden. Dabei helfen die Verteidiger, bewährte deutsche Juristen... j Aber das oberste Gesetz, dass es die Aufgabe aller an der Justiz mitwirkenden Organe, Richter, Staatsanwalt. Schaft und Verteidigung ist, an der Wahrheitsfindung An- . teil zu nehmen, wird als Grundsatz des Rechtsstaates aufrecht erhalten und in alle i Welt hinausposaunt. Die Verwirrung der Begriffe und da. mit die Unterminierung der Moral feiert neue traurige Triumphe.; i V'! Nicht zu bestreiten I | Dass sich diese Vorgänge tatsächlich in Auschwitz — und in allen anderen Sehrekkenslagern und Ghetti — ab- ' gespielt haben, wird schon nicht mehr bestritten. Das Beweismaterial ist erdriik. kend. Nur will es niemand der Angeklagten gewesen sein. Und die ganze Welt weiss heute, was sich in diesen Lagern wirklich abspielte, dass und in welcher grausamen Form Männer, Frau, en und Kinder ermordet wurden. Aber es geht jetzt nicht mehr allein darum, die historische Wahrheit zu finden. Sie liegt offen vor allen. Trotzdem gibt es noch (oder wieder) Menschen, Gruppen, Parteien, die in das gleiche Horn des Hasses und der brutalen Verfolgungen stossen, um politischen Profit aus die sen Hasskampagnen zu schlagen. Ob diese Parolen als Antisemitismus oder Antizionismus verbrämt werden, ist ei. nerlei. Das Ziel ist immer dasselbe: Man brandmakt den Juden als Schuldigen für alles, was nicht den eigenen Hoffnungen und Inspirationen entspricht. Man versucht den Juden als solchen für die politischen Fehlschläge und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verantwortlich zu machen, die in vielen Ländern den Horizont verdunkeln. Als ein Gebiet, das für solche Abischten Erfolg verspricht, wird Lateinamerika betrachtet, weil dort sehr vie- Neue Israel-Botschaften New York. — Israel hat seine diplomatischen Vertretungen in zwei lateinamerikanischen Ländern in den Rang von Botschaften erhoben, wie hier verlautete. Bisher wurden die israelischen Missionen in Costa Rica und der Dominikanischen Republik von den in Guatemala und Mexiko amtierenden Gesandten geleitet. Jetzt werden akkreditierte Botschafter den jüdischen Staat in San José und Santo Domingo repräsentieren. Der erste der neuen Botschafter, Benjamin Varon. machte auf seiner Reise nach seinem neuen Bestimmungsort in New York Station. Benjamin Varons früherer Namen war Benno Weiser. Er war ehedem Direk tor des Lateinamerikanischen Büros der Jewish Agency in New York und in den letzten vier Jahren Leiter des Instituts für kulturelle Beziehungen Israels mit Ibero- Amerika, Spanien und Portugal, das seinen Sitz in Je rusalem hat. OTA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Llda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. le divergierende Interessen Arabische Ranorn sich schneiden. j "'««‘SCne BaU&m Die Völker, die miteinander ' WaeHlen Israel im Kalten Krieg liegen, haben sich dieses Kampffeld ge. wählt, weil sie sich der Hoffnung hingeben, dass mangelnde politische Erfahrung die Lateinamerikaner dazu Gegen rassische Diskriminierung Jerusalem. — Bei einem auf friedlichem Wege beschlossenen Austausch umstrittener kleiner Gebiets, streifen an der Grenze zwi- Paris. — Ein Internationa, ler Lehrerkongress, an dem sich Delegierte aus 71 Ländern beteiligten, forderte in einer Resolution alle Erzieher in der Welt auf, für das Ver- 1 schwinden rassischer Diskriminierung zu wirken. verleiten könnte, solchen bil- Sc^ien ^sra€l und Transjorda- I Dieser Beschluss wurde von men wurden sechs arabische 500 Delegierten und 300 Be. PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. oerät Sie kostenlos und mverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DE! PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckec - TaUiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschinenstickerei von Bett- und TiscDwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de cutegorín SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 ligen Hassparolen zu folgen. Ausserdem sind diese politischen Gruppen, die ihre Abgesandten nach diesem Kontinent entsenden, daran dringend interessiert, Unruhe zu schaffen und Konfliktsstoffe zu streuen, um im Trüben zu fischen. Wenn sich die Regie, rungen dieser lateinamerikanischen Länder nicht recht zeitig gegen solche Machenschaften wenden, werden sie selbst — und nicht nur die Juden — zu den ersten Op. fern dieser subversiven Machenschaften gehören. Die Arabische Liga hat seit vielen Monaten hier ihre Chancen gewittert, um damit ihre eigentlichen, antiisraelischen Ziele erfolgreicher durchzusetzen. Sie weiss Bauern vor die Frage geobachtern der Weltföderation stellt, ob sie auf israelischem von Berufslehrern aufgenom. oder transjordanischem Territorium wohnen wollten, : Vier dieser Araber baten darum, in Israel leben zu diir.' fen. (ITA) " 1 men, die 200 Organisationen mit 4 Millionen Mitgliedern umfasst und in Paris eine sechstägige Konferenz abhielt In der Resolution wurde kein Land namentlich erwähnt. In einer anderen Resoluti. wie ihre Väter und Vorfahren. Gegen den Missbrauch der Freiheiten einzugreifen, on wurde der Plan gebilligt, das ist eine historisch notallen Regierungen ein Ersuwendige Massnahme. Die Er.1 chen zuzustellen, damit den fahrungen anderer Völker Lehrern Wortfreiheit und das und Länder sollten verwertet Recht auf Bildung freier Verwerden, bevor die allgemeine , bände gewährt werden soll. Enttäuschung uns alle v-or ei- : ne neue und grausame wirk- Gemeinsamer Ruhetag? lichkeit stellen wird. i I Jerusalem. — Die grie- Niemand kann sich darauf chisch-katholische Kirche in Pel’"fen> , nicIlts gewusst zu Israel hat Sonnabend-Abend, dass ein direkter Angriff auf , ® .*?■ *?ie Worte des Papstes gottesdienste in Israel einge- Israel keinen Erfolg und sehr rfon’ ai'ius audem 14- Jahr. I führt, als eine Alternative hundert seien am Schluss wiederholt: „Wer schweigt, erweckt den Anschein zuzustimmen.' — geringe Möglichkeiten eröffnet. Deswegen versucht sie, durch ihre neu formierten Fünften Kolonnen sich Bundesgenossen zu schaffen, von . deren Mitwirkung sie sich Vorteile errechnet. Mit ge. . schickten und mit plumpen | Manövern bemüht sie sich darum, das jüdische Volk von! Israel zu separieren. Genau das, was sie selbst tut, be. hauptet sie von den jüdischen Bürgern der verschiedenen Staaten, die sie sich als Tummelplatz ausgesucht hat: in die inneren’ Angelegenheiten dieser Länder sich einzumischen. Unrichtig interpretierte bürgerliche und demokratische Freiheiten werden von diesen Leuten bis zum 'etz. ten ausgenutzt. Die Südamerikaner lieben die Freiheit, für die sie einen mehr als einhundert Jahre währenden Kampf ausgetragen haben und für die sie heute mit gleichem Enthusiasmus ein treten zum regulären Sonntags-Got tesdienst, da der Sonntag in Israel kein nationaler Ruhetag ist. MEDICO Cardiología — Hospital Fernández electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag. 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. J. P. Kroll Bisbar INNERE MEDIZIN a. RHEUMATISMUS Arzt am IIosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei. 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr OLAZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Eiîfarmedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telet. Vereinbarung JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2U37 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Dr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. L KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiteu Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag vco 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542