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Jüdische Wochenschau · 1964-08-28 · 2079 (28.8.1964) · p. [Seite 1]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2079 (28.8.1964)
Date
1964-08-28
Page
[Seite 1] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE UIOaiEDSCUMI PUEYKREDON 2190 — 1* i*q. Aft« XXV. Ja Jetvuuta ZtsAaeiila BUENOS AIRES, VIERNES 28 DE AGOSTO DE 1964 T E. SS 2613 N* 2079 WIE ICH ES SEHE Wirrnis der Probleme _ --- . . -- von JEHUDA GOTTHEIMER Enzyklika gefordert Zu den bisher nicht geklärten Prägen gehört die Haltung des Papstes Pius XII, gegenüber den Juden und an. deren Verfolgten in der Zeit des 2. Weltkrieges. Das Drama Hochhuths „Der Stellvertreter“ ist nicht die erste Schrift, die sich mit diesem Thema beschäftigt hat, wohl aber dasjenige Werk, durch welches die Diskussion in das Blickfeld des Weltinteresses gerückt ist. Unwissende vermuten oder behaupten gar, (lass der Dichter Rolf Hoch, huth ein Jude sei, was aber nicht der Fall ist. Auch waren nicht die Juden die ersten, die vor Hochhuth die Frage des päpstlichen Schweigens in der Schreckenszeit nazistischer Verbrechen zur Sprache gebracht haben. Ueber diesen Problemkreis haben wir erst in der vergangenen Woche ausführlich in einem Artikel „Die Hilfe für die Juden“ Stellung genommen (vgl. Jüdische Wochenschau Nr. 2078). Eine kurze Ergänzung sei heute in materieller Beziehung hinzugefügt. Kaidinaibischof Eugène Tisserant, der Dekan der Kardinals-Xongregaf ion, hat am Tage vor seinem 80. Ge. burtstag bestätigt, dass er im Jahre 1940 dem damaligen Papst Pius XII. die Veröffentlichung einer gegen den Nazismus gerichteten Enzyklika empfohlen habe. In einem, in der italienischen Zeitung „II Mondo“ auszugsweise veröffentlichten Brief vom 11. Juni 1940 an den Erzbischof von Paris, Su'hard, hatte Tisserant folgendes geschrieben: „Die faschistische und Hitler.Ideologie hat das Gewissen der Jugend verwandelt, so dass diese nunmehr zu jeder Art von Mord bereit ist Ich habe beim Heiligen Vater darauf gedrängt, dass er eine Enzyklika über die Pflichten des einzelnen veröffentliche, den grundlegenden Weisungen des Gewissens zu gehorchen. Ich kann nur hoffen, dass die Ge- 1 sei lichte dem Heiligen Stuhl nicht zur Last legt, er habe nur eine Politik der Bequemlichkeit verfolgt.“ — Wie Tisserant ferner mit. teilt, ist sein Drängen von Papst Pius XII. nicht beachtet worden. Die Welt weiss heute, dass sich die Hoffnungen des Kardinalbischofs nicht erfüllt haben. Hinzu gefügt wird, dass Tisserant jetzt sein Schweigen gebrochen hat. Uebrigens be. zeichnete die Zeitschrift der IN GRAZ GEFASST In Graz lebt ein junger jüdischer Handwerker, der nur ein einziges Hobby hat: Na. ziverbrecher zu entlarven. Mit leidenschaftlichem Fsu natismus opfert er seine gesamte freie Zeit dieser schweren und undankbaren Aufgabe, aber ungeachtet aller Schwierigkeiten lässt er nicht locker, bis er einer einmal auf ge nommenen Spur bis zum Ende gefolgt ist und das „Wild“ zur Strecke gebracht hat. Er war es, der seinerzeit Franz Murer aufstöber te und das Resultat seiner Nachforschung dem Dokumentation :zentrum bekannt gab, und er war es, der vor einiger Zeit einen weiteren Naziverbrecher, Friedrich Lex, dem Arm der Gerechtigkeit übergab. Friedrich Lex, 65 Jahre alt und gebürtiger Steirer, stand bereits viele Jahre im österreichischen Polizeidienst, als die Nazis in Oesterreich ein marschierten. Doch lange vor diesem „historischen Ereig. nis‘‘ gehörte er schon illegal der Pariei an, und seine grosse Karriere begann mit dem Umbruch. Im Jahre 1939 wurde er als treuer und zuverlässiger Nationalsozialist in die SS aufgenommen und nach Tarnopol als Leiter der Aussenstelle der Gestapo geschickt. Da er sich in dieser Position ausgezeichnet bewährte, avancierte er bald zum ständigen Stellvertreter des Kommandanten von Tarnopol. Obersturmbannführer MiiUer, und wurde damit zweitstärkster Mann dieser berüchtigten Zentrale übelster Judenverfolgung. Wie Zeugen behaupten, gehörte Lex zu den besten Vor. zugsschülern der brutalen Na. sondern auch sein Vorgesetzter Müller, gegen den gegen, wärtig in Deutschland ein Verfahren wegen der in Tarnopol verübten Verbrechen anhängig ist, belastet ihn auf das schwerste. i In seiner allmächtigen Position als Stellenleiter nahm Lex selbständig Selektionen vor, ordnete Erschiessungen an und soll auch selbst sol che durchgeführt haben. Er war, so wird behauptet, aktiv an der sogenannten „Kranken- und Kinderaktion“ im März 1943 beteiligt, bei der 600 unschuldige Opfer ihr Le. 1 ben verloren. Im August 1942 I war er einer der Hauptver- I antwortlichen bei der Aus- Siedlung von 1000 Juden aus | Mikolince und Strusov, die | im Vernichtungslager Belzec vergast und verbrannt wur. | den. Regen Anteil nahm er i auch an den sogenannten i wilden Aktionen, bei denen I tausende Menschen zusam-! mengetrommelt und zur Vernichtung nach Belzec ver. schickt wurden.! Damit ist das Sündetiregi- | ster von Lex keinesfalls erschöpft. Die Staatsanwaltschaft von Graz ist damit be. schäftigt, das Material gegen ihn zu sichten und zu sondieren sowie die Augenzeu. gen seiner Greueltaten zu mobilisieren die bei dem voraussichtlich in Kürze vor einem Grazer Schwurgerichtshof stattfindenden Pro. zess ihie Aussagen machen sollen. Friedrich Lex, der nach dem Krieg vorerst untertauchte, aber nun schon seit mehreren Jahren unter seinem richtigen Namen in verschiedenen Betrieben tätig belgischen Jesuiten „De nieuwe Linie“ das Stellvertreter- Drama als einen „Appell ari das christliche Gewissen“ und begriisste dessen Erscheinen.' Nach wie vor, so schreibt die Zeitschrift, gelte der Grund-. satz. den Papst Bonifacius im 14. Jahrhundert proklamier, t«: „Wer schweigt, erweckt I den Anschein zuzustimmen.“ ' Diese Publikation und die Stellungnahme des Kardinalbischofs Tisserant beweisen; dass die Meinungen auch im katholischen Lager nicht so , eindeutig find, wie man nach der bisherigen Reaktion ver muten musste. Diese Tatsache allein verdient bereits, besonders hervorgehoben zu werden. Darüber hinaus muss man darauf aufmerksam machen, da-s Tisserant schon im Jah. re 1940 eine Enzyklika, d. h. eine klare Stellung der Kirche verlangt hat, also zu einem Zeitpunkt, als die Gasöfen noch nicht brannten und die Mordmaschine noch nicht auf vollen Touren lief. Jedenfalls dürfte diese Ver. öffentlichung auch für die Juden von erheblichem Interesse sein und zur eigenen Meinungsbildung beitragen. II. Schweigen ist zustimmen Wenn man das Wort des Papstes Bonifacius aus dem 14. Jahrhundert als eine weise Erkenntnis der Haltung und der Handlungsweise der Menschen zugrunde legt, wird man nicht nur einen Schlüssel zur Lösung der Frage finden, ob das Schweigen des Papstes gerechtfertigt gewesen ist oder nicht. Dieser Satz gilt vielmehr in seiner ganzen Schärfe für die Deutschen selbst. Denn selbst wenn man bereit sein sollte, von einer durch das Schweigen bedingten Schuld oder Mitverantwortlichkeit der Kirche zu sprechen, wird man verstehen, dass sich durch diese Beurteilung in keiner Weise die Schuld der ( Deutschen, die geschwiegen und das hitleristische Treiben geduldet haben, ändern oder verringern kann. Dieser Meinung ist übrigens auch Hochhuth, und diese Auffassung wird von weiten deutschen Kreisen geteilt. Dennoch berufen le Deutsche darauf Erklaentng GöldwaUrt Washington. — Der re. publikanisehe Prä ident- Schafts - Kandidat Barry Goldwater hat eine Erklärung abgegeben, in der er den Antisemitismus in So. wjetrussland bedauert. Des weiteren veranlagte er die Publizierung einer von ihm verfassten Deklaration im Senats Bulletin, um sich der Resolution des Senators Abraham Ribicoff anzusehlie-sen und eine Verurteilung der Sowjetunion für die Be. handlung der russischen Juden zu fordern. (ITA) rpräch eintreten, ob solche Verteidigung glaubhaft oder zweckmäsig ist. Auch wer sich abkapselt, um nichts zu hören und nichts zu sehen, um nicht zu wissen, wa; vorgeht, trägt eine Mitverantwortung für das, was geschehen konnte, weil man nicht den Mut zur Verantwortung gehabt hat. - I Was mit den Juden im Dritten Re ch geschah, haben.; alle gesehen. Denn das antijüdische Treiben wurde, ab- . gesehen von früherer Gesetz. ' gebung, in der Reichskristallnacht offenbar. Bis in die kleinsten Plätze drangen die nazistischen Horden, plünderten und brandmarkten schleppten die Juden aus ih.! ren Wohnungen, die zertrümmert wurden und mordeten; in nicht geringen Fällen. In der Reichshauptstadt Berlin brannten beinahe alle Synagogen, wurden sämtliche Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert und die Juden auf Lastwagen unter (lern Gröhlen der Bevölkerung ins KZ Sachsenhausen deportiert. Jedem Bürger des Dritten Reiches musste es auffallen, dass beinahe täglich in den Zeitungen die wüstesten Hetzart kel gegen Juden erschienen. Viele waren Zeu. gen der T; an Sporte nach dem Osten. Soldaten schrieben nach Hause, wasie in Polen und Russland an schrecklichen Mordtaten gesehen haben. Wer also behauptet, er habe nichts gewusst, der irrt sich oder hat vergessen oder er lügt, da es gewisse Erklärungen gibt, die man einfach nicht glauben kann. Veranlassung zu diesen Bemerkungen ist ein Prozess, der zur Zeit in München abrollt. Angeklagter i't kein kleinerer KZ-Sehinder, der sich vie. | von sich sagen könnte, er ha. von diehe nichts machen können, Ein Graf geht ins Exil von HORST WINCKLER Aufsehen hat der Fall des Schriftstellers und Filmautors Michael Graf Soltikow erregt, der in die Emigration gehen will und in Frankreich politisches Asyl verlangen wird. Der Schriftsteller will die Deutsche Bundesrepublik schnellstens verlassen. Aehnlich wie Dr. Herterich, der vor kurzem nach Schweden gegangen ist, wo er um politisches Asyl gebeten hatte, begründet auch Soltikow seinen Ent. Schluss damit, dass er sich als Verfolgter der Neofaschisten in der Bundesrepublik fühle und bei der deutschen Justia gegenüber führenden Nationalsozialisten, die sich gegen ihn, Soltikow, gestellt haben, kein Recht habe finden können. In einem Artikel hatte Graf Soltikow vor etwa zehn Jahren behauptet, da-s der deutsche Legationsrat vom Rath im November 1938 von dem Juden Hersrhel Griinipan aus homosexuellen Motiven m Paris ermordet worden sei. Der Mord hatte als Vorwand für die sogenannte Reichskristallnacht gedient, die den Auftakt zur Verfolgung und Vernichtung der Juden in Deutschland bildete. Soltikow war daraufhin von dem Bruder des erschossenen Ernst vom Rath wegen Verunglimpfung Verstorbener angezeigt worden und hatte bis vor kurzem prozessieren müs en, bis jetzt das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde. Im Laufe des Verfahrens war Soltikow einmal zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Mehrere führende NS.Ju risten, unter ihnen der ..Otoerreichsanwalt“ Lautz, hatten gegen Soltikow ausgesagt. Wenn man davon Kenntnis erhält, dass Menschen wie der frühere Ankläger beim Volksgerichtshof als Zeugen gegen unbescholtene Männer wie den Grafen Soltikow vernommen werden, muss man den Eindruck gewinnen, dass die Justiz wieder einmal fremden Göttern dient, wie dies bei vielen Juristen in der Weimarer Zeit der Fall gewe en ist. Die Thematik aber ist wenig interessant. Die Behauptung, vom Rath sei nicht aus politischen Gründen erschossen worden, ist durchaus nicht neu. Aber selbst wenn dies zutreffen würde, wären damit in keiner Welse die nazistischen Verbrechen rund um die Kristallnacht auch nur erklärt“, geschweige denn gerechtfertigt. Der Mord an vom Rath war in jedem Fall nur der Vorwand für den Beginn e ner längst vorbereiteten Aktion, die im übrigen auch von der jüdischen Führung befürchtet war. Dass aber Männer wie Soltikow und Dr. Herterich das Feld räumen müssen, weil sie sich gefährdet fühlen ist kein gutes Zeichen für den Stand der Dinge in der Bundesrepublik, auch wenn man hieraus noch keine veral'gomeinernden Schlüsse ziehen sollte. _ Der Papst und die sen Vorgängen nichts geweü er nur Befehle ausgewusst zu haben. Wir wollen i hier nicht in ein Streitge- (Schluss auf Seite 2) zimordtdeologie. Doch nicht i gewesen ist, leugnet alle ihm nur Juden bezichtigen ihn zur Last gelegten Verbre. 1 der ärgsten Brutalitäten, I eben. - j Wirtschaftlicher Fortschritt Vereinte Nationen. —. Israel steht im Mittleren Osten an erster Stelle der industriellen Produktion und hat ferner einen merklichen Aufschwung in der Erzeu. gung landwirtschaftlicher Produkte aufzuweisen, wie in einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen festgestellt wird. Der Bericht beschäftigt sich im einzelnen mit dem Stand der Wirtschaft in Israel, Irak, Transjordanien, Libanon und Syrien in den Jahren von 1961 bis 1963. Die Steigerung der Einnahmen aus der Indu-trie stammt hauptsächlich aus gewerblichen Betrieben, aber auch aus der metallurgischen und chemischen Industrie der Nahrungsmittelerzeugung und dem Bergbau. Der Index der Industrieproduktion ist in diesen zwei Jahren um 31 Prozent gestiegen. Die Einkünfte au? Israels Landwirtschaft erhöhten sich um 23 Prozent. Auch der israelische Export von Industrieprodukten ist bedeutend grösser geworden, während sich die rein landwirtschaftliche Ausfuhr verringerte. Andererseits stellt der UN-Bericht ein kommerzielles Defizit in Israel und eine erhebliche Zunahme der Importe von Lebensmitteln, Rohmaterialien und Kapitalgütern fest. (ITA) .. Die Juden, die den Text der ersten Enzyklika des Papstes Paul VI. studiert haben, sind weit entfernt davon, mit den Worten über das jüdische Volk zufrieden zu sein. Sie hatten erwartet, dass der Papst seine Einstellung zu dem vorgeschlagenen Schema über die Juden erwähnen würde, das dem Oekumenischen Konzil bei seinem neu. erlichen Zusammentritt im September unterbreitet werden soll. Sie hatten auch erwartet, der Papst werde sich den Gefühlen seines Vorgängers, des Papstes Johannes XXIII. anschliessen, der die Juden von dem Stigma befrei, en wollte, für die Kreuzigung Christi verantwortlich gewesen zu sein. Statt dessen fanden sie eine Aufforderung an das jüdische Volk zu einem Dialog auf der Basis, dass die christliche Religion „die einzig wahre Religion“ sei. Ge. wiss hat der Papst in seiner Enzyklika betont, dass das jüdische Volk dem Alten Testament treu ist. Aber man , weiss, dass Paul VIeinen Unterschied zwischen dem Gott des Alten Testaments j und dem Gott des Neuen Te- : staments macht. Er unter- ■ strich diesen Unterschied bei; seiner kiirzlichen Wallfahrt I nach Israel, als er Nazaret besuchte. Dort nahm er Ge. | legenheit, um die alte polemische Tendenz wieder aufj zurühren, die zwischen dem ' „Alten Testament und seinem Gott der Gerechtigkeit I und Furcht“ und dem „Gott der Liebe des Neuen Testa. | ments“ unterscheidet. Er tat dies trotz der Feststellungen j der Bibelforscher, die uns versichern, dass das Alte Tej stament Gott als Ausdruck I der Gerechtigkeit und Liebe darstellt. | Das, was der Papst fiijr das Schema über die Juden tun.! oder was er unterlassen wird, dürfte für Generationen be- | stimmend dafür, sein, wie die 1 Juden über ihn denken. Das j Urteil über Paul VJ. wird da- I von abhiingen, ob er unmiss. j verständlich den Antisernitis- | mus verdammen und Im be- : sonderen den Bischöfen auf | dem Konzil seine Unterstützung leihen wird,-die die Juden von der alten Beschuldigung befreien wollen, dass sie als Volk in Ewigkeit für den Tod Christi d:e Ve-a:it- W'ortung tragen und daher ein verdammtes Volk sina. Während die Enzyklika des Papstes keinen Anhaltspunkt für seine Haltung zu der Vornahme bietet, die Juden als Volk von dem Stigma des „Gotlesmordes“ zu befreien, weiss man, dass Regierungskreise in Washington reges Interesse an d:eser Angelegenheit zeigen. Washington reagiert auf die Gerüchte, die wissen wollen, dass das Schema über die Juden auf Druck gewisser Mitglieder des Vatikans abgeschwächt werden soll. Gleichzeitig wurde die Tatsache zur Kenntnis genommen, dass der Papst einer Delegation amerikanischer Juden indirekt andeutete, er teile die Ansicht des Kardinals Spellman, der sich gegen den Gedanken der Kollektivschuld des jüdischen Volkes am Tode Christi geäussert hat. Er stellt sich nun die Frage: „Wird der Papst auf dem jetzigen Kirchenkonzil seinen Einfluss für die konservativen Bischöfe einsetzen, die sich sträu. ben. irgendeine Aenderung an der Auffassung zuzulasren, dass die Juden Gottesmörder seien, oder wird er geneigt sein, sich auf die Seite der Bischöfe uz stellen, die das Schema über die Juden in seiner neuen Form befürworten?" Bekanntlich haben alle Kardinale und Bischöfe der Vereinigten Staaten — mit Ausnahme des Bischofs von Los Angeles — sich schon vor einigen Wochen dafür ausgesprochen, dass man d e Juden von dem Stigma des Got. , tesmordes befreien muss. Ohne die Erklärung des Oekumenischen Konzils abzuwarten, hat die katholische Kir. che in USA in der Universität von St. Louis eine gründliche Ueberprüfung der heiligen Schriften durchführen lassen, um aus ihnen jeden negativen Hinweis, der su Vorurteilen gegen die Juden j. Anlass bieten könnte, au ent« fernen. i BORIS SNOLAK

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