Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2078 (21.8.1964)
- Date
- 1964-08-21
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614587--3467-9614590- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 21 de Agosto de 1984 Año XXV. — No. 2078 — LA SEMANA ISRAELITA Auch Schreibtischtaeter sollen vor Gericht Immer wieder kann man in den Prozessen gegen jene Männer, welche die national. 1 sozialistische Mordmaschir.erie direkt oder indirekt bedienten, hören, sie hätten von den Verbrechen nichts gewusst. Und dort, wo alles Leugnen angesichts unwiderlegbarer Tatsachen nichts mehr hilft, wird vielfach zur Antwort gegeben, man habe auf höheren Befehl gehandelt, dem man sich nicht habe entziehen können. Auf Befehlsnotstand beriefen sich Eichrrann wie Angeklagte im Frankfurter Auschwitz - Pro. zess. Angesichts dieser immer wiederkehrenden Aus a- . gen oder Ausflüchte erscheint es immerhin erstaunlich, dass man sich erst relativ spät für die Zentrale jener Vernich, tungsmascliinerie zu interessieren begann, das frühere Reichssicherheits - Hauptamt der SS in Oranieburg bei Berlin. Man habe zunächst gedacht, die Haupttäter seien alle in den Nürnberger Kriegsverbrecher . Prozessen abgeurteilt worden, sagt uns der Generalstaatsanwalt beim Berliner Kammergericht, Günther. Eines Tages habe ihn ein westdeutscher Koi'ege gefragt, warum die Staatsanwaltschaft in Berlin eigentlich nie .t den „bt torischen Prozess“ gegen die Schreib, tischtäter des Re^hs'scherhei'shauptamtes führe. Die Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen ermittle nur bei Straf, taten, die ausserhalb der Reichsgrenzen begangen wurden. Wer aber sei zum Beispiel für das Schicksal der Berlirer Juden verantwortlich? Aber diese Frage war schneUer gestellt als beant l wortet. Seit praktisch anderthalb Ein neuer TRIUMPH dar CARLTON-Kleidung j Supersix \ CARLTON bringt ab 1. Sep. tember einen neuen, exklusiven Anzugtyp heraus, den Supersix, mit 6 entscheidenden Vorzügen:! 1. Carlton . Spitzenqualität garantiert durch seine Marke. 2. Reine Schurwolle. J 3. Carlton getestet: knitter- , frei und scheuerfest. \ 4. Formbeständig durch Stabiloformverarbeitung. [ 5. Ideales Gewicht, unserem Klima angepasst. 6. Modisch richtig, in Schnitt und Dessin. Diese Vorzüge machen den Supersix zum guten Anzug für alle Gelegenheiten: Für Büro, für die Reise und natürlich für festliche Gelegenheiten. Supersix ist der Anzug für Anspruchsvolle und nicht teurer wie gewöhnliche Klei, düng. Um für dieses Sortiment Platz zu schaffen, gewährt Carlton im Monat August in einem SAISON-VORVERKAUF auf alle Sommeranziige der letzten Saison (Synthetiks ausgenommen) einen Sonderrabatt von 30 Prozent. Ein Posten Regenmäntel in klasisscher Form $ 2.800.— Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht zu CARLTON. von DETTMAR CRAMER Jahren sondieren Staatsanwälte in Eerlin, im übrigen Bundesgebiet und neuerdings auch im Potsdamer Zentralarchiv, was an den Schreibtischen jener berüchtigten Behörde geschah und wer hier schuldig wurde. Zu Be. ginn der Ermittlungen habe es grosse Schwierigkeiten gegeben, meint Günther Heu. te sind in Berlin elf Staatsanwälte, davon sechs aus schäftigt. die in Nürnberg la.! gernden Akten, vierzig- bis fünfzigtausend Dokumente | aus der. Kriegsverbrecherpro- * zessen, zu sichten. Dabei wurden Tausende von Fotcko. pien angefertigt, soweit das! Material für die Aufklärung des Fragenkomplexes .Reichssicherhehshauptamt“ von Bedeutung war. Ferner mussten alle noch vorhandenen Akten der einzelnen Gestapo-Leit. Deutsche zum Auschwitz-Prozess Frankfurt a. M. — Eine Erforschung der öffentli. chcn Meinung in Westdeutschland über den hier anhängigen Auschwitz-Prozess ergab, dass einer von je zwei Deutschen überhaupt nichts von dem Prozess gehört hatte. Von denen, die davon wussten, waren 39 Prozent dagegen. Nach Aussagen des Instituts, das die Umfrage veranstaltete, hat sich seit dem Eichmann-Prozess im Jahre 1961 die Zahl derer, die die Aufrollung von Pro. zessen gegen Kriegsverbrecher nicht wünschen verdoppelt. Als Grund hierfür gaben diese an, es wäre „besser, die Vergangenheit nicht wieder aufzurallen“. Die Befragten gehörten den verschiedenen Schichten der Bevölkerung in der Bundesrepublik und Westberlin an. Der Widerstand gegen die Kriegsverbrecherprozesse war am stärksten unter Menschen zwischen 35 und 55 Jahren. (ITA) Westdeutschland, mit der Aufarbeitung dieses Stückes nationalsozialistischer Ver. gangenheit beschäftigt. Wieviel Zeit sie für ihre Ermittlungen benötigen werden, ist heute noch nicht abzusehen. I Auf jeden Fall will man so rechtzeitig mit den Sondie-1 rungen gegen jenen auf meh. rere hundert Personen geschätzten Kreis ehemaliger SS-Männer fert'g werden, dass die Verjährungsfrist wei gen Beihilfe zum Mord noch bis zum 8. Mai 1965 unterbro. chen werden kann. | Welch grosse Arbeit hierbei geleistet werden muss, geht aus Folgendem hervor. Al-! lein drei Monate waren vier! Staatsanwälte damit be- MOEBELHAUS Das Haus der 3 Gescliäi te mit d»r grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E 35 (033 CABILDO 2ÍlT~ ~PÄFpä 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende facb männische Bedienung stellen durchgesehen werden; doch die meisten Unterlagen waren bei Kriegsende systematisch vernichtet worden, nur durch Zufall sind einige erhalten geblieben. Bass gegenwärtig die mit den Ermittlungen betrauten Staatsanwälte auch Akten der Potsdamer Archive durchsehen, findet nicht überall Beifall; derartige Kontakte können politisch missdeutet werden. Dcch es gibt Präze. denzfälle, die positiv verliefen, andere westdeutsche Staatsanwaltschaften planen ähnliche Schritte. Warum sollten sie, wo korkrete Anhaltspunkte gegeben sind und entsprechendes Material vorj handen ist, sich nicht auch in der Zone Umsehen? Wegen der bevorstehenden Verjäh. j rung beim Mord drärgt die j Zeit. Ob die Bundesrepublik j mit dem blossen Abwarten, j bis nämlich Ost-Berlin mehr , oder weniger gezieltes Mate-; rial herbeischafft, besser ge- I fahren ist, mup bezweifelt : werden. | Doch werfen die Ermittlun.; gen auch schwierige rechtli-! che Fragen auf. Wie weit i oder eng ist der Kreis der f Verantwortlichen im friihe- I ren Reichssicherheitshaupt- I amt zu zieher.? General, staaisanwalt Günther nennt es „fast abenteuerlich“, dass jener Komplex erst 18 bi; 19 Jahre nach Kriegsende aufgerollt wird. Grundsätzlich sei bei den Judenverfolgungen ohne den Willen des Reichssicherheitshauptamtes niemandem ein Haar gekrümmt, und ohne dessen Wissen seien keine Vorschlä. ge für „Sonderbehandlungen‘‘ gemacht worden. Indessen wolle niemand die Stenotypistin zur Verartwortung! ziehen, die nach Diktat einen Brief geschrieben hat, auf dem „Sonderbehandlung“ für bestimmte Personen oder Per. sonengruppen angeordnet wurde, selbst wenn sie sich! im Grunde genommen damit der Beihilfe schuldig gemacht haben könnte. Gerechtigkeit sei Glückssache, meint Günther dazu. Aber sollte man wegen dieser Schwierigkeiten überhaupt von einer Strafverfol. gung absehen? Die wirklich verantwortlichen „Schreibtischtäter“ im ehemaligen Reichsischerheits . Hauptamt der SS müssen, soweit man Ihrer noch habhaft werden kann, zur Rechenschaft gezogen werden. Die Aufklärung und Aufarbeitung auch dieses dunklen Kapitels nationalso. zialiätischer Vergangenheit gehört zu den schweren Aufgeber», denen sich die Justiz gegenübersieht. In Generalstaatsanwalt Günther steht diesen Ermittlungen ein Jurist vor, der schon im Frühjahr 1933 aus polnischen Gründen den Staatsd'enst quittieren musste und der einen sicheren Blick für das erforderliche Mass, aber auch die notwendige Grenze derartiger Strafverfolgung hat. — i (FAZ) LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE; Bs. Aires — PUEYREDON 2190, 1? izq. — T. E. 83-2613 21. August 1964 13. Elul 5724 Appell an das Oberrabbinat Auszeichnung Die französische Akademh der Wissenschaften hat Prof. Bernard Halpern mit 50 Stimmen zu ihrem neuen Mitglied gewählt. Die zwei Gegenkandidaten erhielten 15 und 3 Stimmen. Prof. Halpern stammt aus Tamcw Er ist der erste ehemals polnische Jude, der in die Akademie der Wissen, schäften einzieht. Er steht an der Spitze des Instituts für allergische Krankheiten der medizinischen Fakultät der Universität Paris. Er war schon mehrmals in Israel und hat an der Jerusalemer Universität Vorlesungen gehalten.! Jerusalem. — Ministerprä sident Levi Eshkol wandte sich mit der Aufforderung an das Oberrabbinat, „der öffentlichen Meinung Rech, nung zu tragen und Wege zu finden, um die Bne Israel i von den Gefühlen der Min- ' derwertigkeit und Diskriminierung zu befreien“, die kürzlich zu einer Protest. Kundgebung der Juden aus Indien gegen die Vorschriften bei der Eheschließung geführt haben. I In einer Sondersitzung der Knesset, in der über die De-; monstrationen der Bne Isra. el beraten wurde, erklärt«; Eshkcl, dass „die Regierung ■ die Bne Israel als Juden, ohne jegliche Einschränkung einschliesslich in allen iliren persönlichen Status betreffenden Fragen betrachtet. Er unterstrich hierbei, dass das Oberrabbinat vor zwei Jah. ren zwar das Problem der Eheschließung zwischen Angehörigen der Bne Israel und anderen Juden geregelt habe und seither in keinem Fall eine solche Ehe verhindert wur. de, doch offensichtlich ein grosser Teil der Bevölkerung und die Gemeinschaft der I Bne Israel nicht mit den für I das Eingehen einer solchen I Ehe erlassenen Vorschriften einverstanden sind. Eshkol bedauerte bei dieser Gelegenheit allerdings, dass sich bei den „Kundgebungen auf den Strassen unangebrachte und taktlose Manifestationen“ ereignet hätten. Mit dieser letz, ten Bemerkung bezog sich Eshkol darauf dass einige Demonstrante» eine Puppe verbrannten, die die Züge des Oherrabbhiers Nissim trug. Nach Verlesung der Regierungs.Krklä rung fügte der Ministerpräsident hinzu, dass es die Grösse der jüdischen Gesetze und Richter durch oie Generationen gewesen sei, die den historischen Notwendigkeiten Rechnung getragen haben, so dass „wir berechtigt sind, Lesungen zu erwarten, welche dem Geist der .Liebe zu Israel“ Rech, nung tragen und die Sammlung der Zerstreuten gestatten“. ET wies auch darauf hin, dass die Entscheidung von tieferer Bedeutung sei angesichts der Hoffnung auf eine grössere Einwanderung jüdischer Gemeinschaften aus verschiedenen Ländern, von denen viele nicht strikt die Gesetze der jüdischen Re. ligion befolgen konnten, und betonte, dass die Einwanderung und Eingliederung derart gestalteter Gemeinschaf, ten gefördert und nicht behindert werden müsse. (ITA) _A EILAT POR El Extraordinaria excursión a Israel Salida-. 6 de diciembre, vapor “FEDERICO C". DESDE U$S 69ÓY FINANCIADO incluyendo viajes de ida y regreso traslados, hoteles y excursiones durante t5 días en ISRAEL OTRAS SALIDAS EN AVION JET LAVALLE t672 Planta baja 0856 T, E,; 46-917» ISRAEL - BRIEFMARKEN AA WIEDEBVERRAEUFEH - ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica cficial del Estado de Israel, \ VIAMONTE 550, t/B — Buenos Airea, Rep Argentina Ernst Koppel Maipú 982 TeL 31-7845 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samatag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Urquiea ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Br. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN ' Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung ★ BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von (6—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege ~ Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - (930 FUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS