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Jüdische Wochenschau · 1964-08-21 · 2078 (21.8.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2078 (21.8.1964)
Date
1964-08-21
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Z — Viernes, 21 de Agesto de 1964 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Die Hilfe für die Juden Año XXV. No. 2078 (Schluss von Seite 1) j gleichfalls erstmalig mitge ' teilte Tatsache, dass die An- | regung zu der Enzyklika von den drei deutschen Kardinälen und zwei deutschen Bi. schüfen ausgegangen ist. In einem in Amerika erschiene- 1 nen und auch in den meisten ' anderen Ländern verbreite- . ten Buch ist den deutschen ' katholischen Bischöfen dieser Epoche Untätigkeit, Schweigen und sogar Beifall dem Nationalsozialismus gegen, über vorgeworfen worden. p „In der zweiten Hälfte des Januar 1937“, berichtet „Osservatore della Domenica‘‘ wörtlich, „kamen nach Rom die drei Kardinale Bertram von Breslau, Schulte von Köln, Faulhaber von Münschen und die beiden Bischö. fe von Galen, Münster, und von Preysig, Berlin. Die Prüfung der Lage, die in einer gemeinsamen Audienz am 17. des gleichen Monats vollzogen wurde, und in den andeien Audienzen in den dar. auffolgenden Tagen ergab die Notwendigkeit eines öffentlichen Eingreifens. Es war notwendig, die quälerischen Massnahmen und die Verfolgungen öffentlich blosszustellen, für die sich nicht ein. mal der Heüige Stuhl Gehör zu verschaffen wusste, ihre Grundlage in einer offen Gott und den christlichen Glauben leugnenden Lehre darzulegen und ein Wort der Ermutigung und des Beistandes an die der Verfolgung ausgesetzten Geistlichen und Gläubigen gelangen zu lassen. Die deutschen Prälaten ba. ten den Papst, seine Stimme in einer Enzyklika zu erheben. Der Kardinal Pacelli schrieb in der Tat am 10. März an den Nuntius in Berlin, dass das päpstliche Schreiben ,auf Einstimmigkeit und lebhaften Wunsch der drei Kardinäle und der Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1» izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 zwei Bischöfe* abgefasst wor. [ oen sei.“ j Die Mitwirkung des deutschen Bischofs beschränkt 1 sich darauf nicht. Wie der „Osservatore delia Domeni- I <a“ weiter mitteilt, „wurde ' der Kardinal Faulliaber be. aufti-agt, einige Punkte als I Grundlage der endgültigen! Arbeit aufzuzeichnen. Der Kardinal legte sie vor, alle von seiner Hand geschrieben und unterteilt in einen klar ausgeführten doktrinären Ab. schnitt und einen pa toralen, an die verschiedenen Schichten des christlichen Volkes gerichtet. Die Seiten Kardinal Faul, habers wurden Kardinal Pacelli und dem Papst vorgelegt. Sie waren eine ausgezeichnete Arbeit und begannen mit den Worten „Mit grosser Sorge“, die leicht verändert in den endgültigen Text „Mit brennender Sorge“ überging. Die Aufgate j des Kardinalstaatssekretärs, berichtet die Wochenzeitung weiter, habe darin bestanden, die historische Einordnung in die durch das Konkordat für die Kirche in Deutschland geschaffene Lage vorzunehmen. Gleichzeitig seien die beiden anderen Abschnitte vertieft und erweitert worden. Am 1. März war man zu der dritten Redaktion gelangt, die dem Papst vorgelegt und von ihm gebilligt wurde. Die. se Stadien zusammen mit dem darauffolgenden vierten und letzten trugen alle die Zeichen der persönlichen Tätigkeit des Str atssekretärs. der den deutschen Text un. mittelbar prüfte und darauf in der deutschen Sprache die Veränderungen vomahm. Am 12. März brachte ein Kurier die 25 für die Ordinarien in Deutschland bestimmten Sendungen dem Nuntius Orsenigo nach Berlin, zusammen mit einer persönlich von Kar- , dinal Pacelli afcgefassten In.! struktion, sie so schnell wie : möglich an ihre Empfänger; weiterzuleiten, und mit der I Empfehlung, sie den Gläubigen möglichst gleichzeitig zur Kenntnis zu bringen. Das denkwürdige Dokument der l Kirchengeschichte trug den ' Namen Pius XI. und war die; Frucht eines vollen Zusammenwirkens seines Staatsse- | kretärs und des deutschen ■ Episkopats. | Diese gewiss ausserordent. , lieh interessanten Bekannt- ■ machungen zeigen, wie die ■ höchsten kirchlichen Würdenträger in Deutschland ei-! ne Reaktion des Papstes durchsetzten, weil sie der Meinung waren, der Papst dürfe im Angesicht der Ge. i schehnisse im Dritten Reich! nicht schweigen. Die Frage,! ob es nicht eine Aufgabe des | Kardinalstaatssekretärs ge- I wesen wäre, diese Initiative zu ergreifen, mag dahingestellt bleiben. Wir haben darüber nicht zu befinden. Dagegen kann man nicht übersehen, dass das deutsche Episkopat eine Begrenzung der Intervention für die verfolgten Katholiken vorgeschlagen hat, ohne der anderen Verfolgten, die sicherlich die absolute Mehrheit bildeten, dabei in irgendeiner Wei. se Erwähnung zu tun, wobei man nur an die vielen nichtkatholischen politi chen Gefangenen protestantischer Religion zu denken braucht. Denn damals bildeten die Ju. den noch nicht die überwiegende Mehrzahl der KZ-Häft. linge. Man wird zugeben müs. sen, dass es sich bei einer Schutzmassnahme dieser Art nicht um die Verteidigung eines eng begrenzten Kreises handeln durfte, sondern um einen Kampf um die Menschenrechte, bei dem es keine Schranken geben kann. Fine weitere F.age taucht auf, die beantwortet werden müsste; Wenn bereits 1937 das päpstliche Eingreifen durch die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ erforderlich war, hätten nicht der Kardinalstaatssekretär Pacelli, als Pius XII. auf den päpstlichen Thron gelangt, fünf Jahre später eine weit stärkere Veran’assung ge. habt, sein Schweigen zu brechen und in einer neuen Enzyklika die deutsche Regierung zum Einstelien ihrer Mordmaschine aufzurufen? Vielleicht hätte es sotrar ge. nügt, den Wortlaut der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ zu wiederholen. Unterstellen wir die Rieh- Keine Hilfe für Aegypten Washington. — Der republikanische Senator für Iowa, Bourke Hickenlooper, unterbreitete einen Resolutions”0"schlag, in dem der Präsident aufgefordert wird, die diplomatischen Beziehungen mit der arabischen Re. publik Jemen abzubrechen und Aegypten keine neue Hilfe der Art zu leis.en, wie das Regime Nasser sie heu. te aufgrund des inzwischen erweiterten Gesetzes für Auslandshilfe vcm Jahre 1961 in Form von Lebensmittelüberschüssen empfängt. Senator Hickenlooper wies in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten auf den Umstand hin, dass die VAR eine Vereinbarung über den militärischen Rückzug aus dem Jemen ignorierte, dagegen schutzlose Ortschaften aus der Luft angriff und praktisch einen grossen Teil dieses Landes kontrolliert, wogegen Saudi Arab.en seine aus dem gleichen Abkommen resultierenden Verpflichtungen erfüllte. Der Senator beschul, digte die Republik Jemen des weiteren der Unruhestiftung im Gebiet des Protektorats von Aden. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Lvda. VerantwortliCh: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 l* izq. T. E. 83 2613 Abono Preise; Argentinien- $ 500.— p.o Jahr Ausl. $ 800.— jiihrl. mat Harold H. Tittmann berichtet über eine Unterhaltung, die er am 5. Januar 1943 mit dem Papst hatte und die sich vor allem um dessen Befürchtungen vor einem alli ierten Bombenangriff auf Rom drehte. Sie enthielt aber ausserdem den folgenden Passus: „Inbezug auf die Weihnachtsbotschaft des Papstes hatte ich den Eindruck, dass er aufrichtig davon überzeugt war, sich in ihr deutlich genug für alle diejenigen aus. gerprochen zu haben, die darauf bestanden hatten, dass er die Nazi-Greuel verdam- Weizsäcker (von Weizsäcker war der Botscnafter des 3. Reiches in Rom) einmal erklärte: „Wir werden nicht ruhen, bis das Christentum ausgerottet ist!“... An keiner Stelle haben bisher Kommunisten eine solche Drohung ausgestossen. Jedenfalls aber bleibt die päpstliche Behauptung, wären die Nazis apo. strophiert worden, härten auch die Kommunisten genannt werden müssen, im Lichte der späteren Entwicklung unbegreiflich. Denn selbst im Kriege hat niemand behauptet, dass die Kommu- Papstes Schweigen über die Ausrottung der Juden eben, falls ein Irrtum gewesen ist, werden wir diese Stellungnahme auch begründen. Unsere Argumente haben -wenig oder nichts n\it der Polemik zu tun, die um da:- Drama von Hochhuth mit ungeminderter Schärfe geführt wird. Vielleicht sollten die Juden ihr eigenes Schwe gen in die. ser Frage brechin, denn es ist schliesslich unsere Sache, die hier verhandelt wird. Allerdings muss von Anfang an unterstrichen werden, dass für uns diese Auseinandersetzung mit religiösen Problemen oder Bekenntnissen, nichts zu tun hat. — nisten trotz ihrer bekannten me, und er schien erstaunt, \ Grausamkeiten Völker mit als ich ihm sagte, dass es ei. Hilfe von Gaskammern aus. nige Menschen gebe, die seirotten. Bei aller Gegnerschaft nen Glauben nicht teilten. Er; gegen den Kommunismus sagte, nach seiner Meinung bleibt die Frage zu beantsei es jedem klar, dass er sich Worten, ob nicht das Misslin. auf die Polen, Juden und Geij sein bezogen habe, als er erklärte, dass Hunderttausende , von Menschen ohne eigene tigkeit der jetzt bekannt ge. Schu]d getötet oder gequält gefcenen Vorgeschichte dieser worden seien, manchmal nur Enzyklika und des grossen Anteils, den der spätere Papst Pius XII. an ihr gehabt hat, als zutreffend. — und wir haben weder Veranlassung noch wegen ihrer Rasse oder Na tionalität. Er erklärte, dass er bei Erwähnung der Grausamj keiten die Nazis nicht beim l Namen nennen konnte, ohne gen der Himmlerschen Pläne für die Ausrottung des Christentums zu einem guten Teil den Russen zu verdanken ist. Dass die päpstliche Politik falsch war, dürfte kaum zu bestreiten sein. Wenn wir der Auffassung sind, dass des Siegfried Stepler, geh. 1. 8. 1904, Sohn des Sejnwel Hirsch Stepler und der Julie geb. ¡Steinberg, evtl. Adresse der Kinder oder Gattin. Mitteilungen unter Chiffre 3014 an die Adm. der Semana israelita. die Möglichkeit an der Rieh- | ZUgiejCj1 die Bolschewiken zu tigkeit dieser Darstellung zu nennen> und das hätte zweifeln. — dann bleibt das sp-tere Verhalten des Papstes umso weniger verständlich. Denn irgendwelche nachteilige Folgen für die Kirche einer Meinung nach den Alliierten nicht sehr gefallen. Er .fürchte*, so sagte er, die Berichte der Alliierten über Greeultaten seien be- S SSif! Ansicht durchblicken, - ln diesem Zusammenhang sie könnten zu Propagandazwekj muVsautdi« ntutign Halt™ - arrars i sa übertrieben sein, als ganze des - nwmals : vom amerikanischen Volk I ShwiegrSun/rh mit , wülkommen geheissen wer. den ihm zu Gebote stenenden j Mitteln den nazistischen Gewaltmassnahmen energisch I widersetzte. den. Und darin stimme ich ihm zu.“ Geschichtliche Wahrheiten festzustellen, ist schwer. Meist Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández ELECTRORADIOGRAMME CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag; 15- Sonnabend: 14—16 Uhr -18 Uhr jetzt hat auch das ameri.; scheitert dieses Bemühen. Aber es ist Tatsache, dass Himmler gegenüber der Frau kanisehe Aussenministerium \ diplomatische Berichte über d e Haltung des Papstes Pius | XII. veröffentlicht, die hier der Vollständigkeit wegen erwähnt seien, obwohl sie eigentlich keine wesentlichen, neuen Gesichtspunkte bringen. , Der amerikanische Diplo. PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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