Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2077 (14.8.1964)
- Date
- 1964-08-14
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 14 de Agosto de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N* S®77 — 5 RESOLUTIONEN DES JÜDISCHEN WELTKONGRESSES Arabischer Boykett Auf ihrer kiirzlichen Ta. gung in Jerusalem nahm die Exekutive des Jüdischen ■Weltkongresses verschiedene Resolutionen an, die sich auf das heutige jüdische Leben und das Schicksal des jüdischen Volkes beziehen. 1. — Die erste Resolution gibt der Besorgnis aller Juden in der Welt um das Schicksal ihrer russischen Brüder Ausdruck. Zwar seien in letzter Zeit kleinere Konzessionen gemacht wor. den, doch die weiter bestehenden Einschränkungen der Aufrechterhaltung der jüdischen Tradition, des Gemein, delebens und der kulturellen Institutionen, die Unmöglich, keit des Zusammenschlusses in Russland und der Aufnahme von Verbindungen mit den Juden in anderen Ländern errege tiefe Sorge. Der JWK gibt seinem Bedauern Ausdruck, dass die zahlreichen Appelle wohlgesinnter Männer und Frauen, unpar. teiische Vorkämpfer für Men- : schenrechte und Freiheit und I Freunde der Sowjetunion, trotz der Entspannung der politischen Atmosphäre in der Welt vom Kreml über- \ hört werden. Begrüssenswert I dagegen seien das wachsende Verständnis und die Un. | terstSitzung zur Verbesserung der Lage der russischen Juden seitens weiter Kreise der I öffentlichen Meinung in vie- , len Ländern, die von Bewej gungen und Organisationen, einschliesslich kommunisti. i scher Gruppen ausgehen, de- I ren Freundschaft für Russland nicht bezweifelt werden I kann. Es wird, wie schon des 1 öfteren, betont, dass der | JWK keine anderen Freihei- I ten für die russischen Juden fordert als jene, die auch an. | deren nationalen uud religiösen Minoritäten in der So i wjetunkm gewährt werden, I und seinem Ersuchen keine , mit dem Kalten Krieg in Zu- | sammenhang stehende Moti. i Ve zugrunde liegen. , KAMPF DEM ANTISEMITISMUS | 2. — Zufolge von Berichten i über die Betätigung antisemi. 1 tiseher und neonazistischer j Gruppen in verschiedenen i Ländern und im besonderen in Argentinien und anderen j Ländern Lateinamerikas und ' Europas, sowie aufgrund von j ' Beweisen über die internationale Zusammenarbeit zwischen diesen Gruppen, verweist der JWK auf die Ge. fahren der Wieder Verbreitung des Rassenhasses und antidemokratischer Ideologien, die nicht nur die Juden sondern auch die Demokratie bedrohen. Unter besonde. rer Erwähnung der antijüdischen Propaganda der Arabischen Liga und ihrer Hetze gegen Israel fordert das Exekutivcomite alle jüdi. sehen Gemeinden auf, diese antisemitische Wühlarbeit aufmerksam zu beobachten und den Jüdischen Weltkongress bei seiner Bekämpfung dieser Strömungen in internationalem Masstab zu unterstützen. Gleichzeitig ergeht das Ersuchen an alle Regie, rungen, gesetzliche Massnahmen zu ergreifen, um diese Aktivitäten im Geist der von den verschiedenen Kommissionen der Vereinten Nationen angenommenen Be. Schlüsse zu unterdrücken. ENTSCHAEDIGUNG I DER NAZIOPFER 1 i 3. — Der JWK stellt fest,; dass ganze Gruppen von Op- . fern nationalsozialistischer j Verfolgungen Entschädigungen erhalten haben, die zu | gering sind, oder überhaupt i nicht entschädigt wurden. Er stellt mit Bedauern fest, dass der Gesichtspunkt der historischen Verantwortung, : unter dem dieses Problem von der westdeutschen Regie. I rung anfangs behandelt wur. I de, heute anscheinend von fiskalischen Erwägungen beeinflusst wird. FRIEDEN UND ABRUESTUNG 4. — Der JWK erklärt sich mit den Gründen für den Fl ieden in der Welt und der! Abrüstung völlig einig, einmal aus Treue zur Tradition . der jüdischen Propheten und ' zweitens, weil ein Angriffs, krieg im atomischen Zeital- I ter die Zerstörung der ganzen Menschheit bedeuten j würde. Er richtet daher an die Vereinten Nationen die i Aufforderung, für das Ver-; ständnis unter den Völkern ihre ganze Kraft einzusetzen. I Diese Bemühungen, so wird betont, müssen alle jüdischen Gemeinden und Organisatio. nen mit allen ihren Mitteln; London. Der arabische Blick in die Welt DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 | unterstützen, um die Mensch- I heit von der Kriegsangst zu! befreien und alle Menschen ' in einem Bestreben zu einen, das durch Jahrtausende die j Substanz des jüdischen Er- , bes gewesen ist.! ArPELL AN DIE BUNDESREPUBLIK 5. _Die Exekutive gibt er. neut ihrer Besorgnis Aus. j druck, dass trotz der aus aller Welt ergangenen Pföteste : und der Versprechungen der ' deutschen Behörden, deut-! sehe Wissenschaftler und I Fachleute an der militärischen Stärkung Aegyptens j zur Vernichtung Israels mit. arbeiten, eines Landes, in | dem Hunderttausende von I Ueberlebenden der Nazigreuel ein neues Leben und neue Hoffnung gefunden haben, und das die schöpferische Antwort des jüdischen Volkes an die Kräfte des Bösen darsteilt, die seine Zerstörung planten. Die Resolution schliesst mit einer Aufforderung an die Bundesrepublik, ohne weitere Verzögerung den Beschluss in die Tat umzusetzen, der von dem Deutschen Bundestag schon vor einem Jahr als notwendig anerkannt wurde. KEINE DISKRIMINIERUNG 6. _Der JWK begriisst die von der Generalversammlung der UN im Jahre 1963 ange. nommene Deklaration zur Unterdrückung aller Formen rassischer Dsikriminierung und im besonderen den Text des Art. 9 Paragraph 3 dieser Erklärung. Es wird unter- | strichen, dass alle Staaten : unverzüglich diese Maximen j in die Tat umsetzen müssen, I um den aus der Aufreizung , zum Rassenhass resultieren- I den Gefahren wirksam zu be.! gegnen.! BESTRAFUNG DER KRIEGSVERBRECHER j '"~7. — Mit Genugtuung , nimmt der JWK zur Kennt-; nis, dass die Deutsche Bun-. desregieruhg entschlossen ist, ■ alle die Deutschen vor Ge.'! rieht zu stellen, die unter der < Naziherrschaft Verbrechen \ gegen die Menschlichkeit be. , gangen haben, sowie alle je-; ne gerichtlich zur Verantwori tung zu ziehen, die in ande- ] re Länder geflüchtet sind.! Die Exekutive erachtet dies als unerlässlich für die Wie.! derherstellung des Rechtsbe- : wusstseins und sieht in der j Aburteilung der Nazideut-! sehen einen wichtigen Beij trag zur „Bewältigung der | Vergangenheit“ und der j Aechtung der teuflischen j Hinterlassenschaft der Nazi- I Boykott gegen Firmen, die j mit Israel in Verbindung ste. , hen, verstärkt sich zusehends. ■ Nun erhielten die Firmen, die I | Jaffa-Zitrusfrüchtc verkau.; fen, die Aufforderung, mit j j diesem Handel aufzuhören.! Keine einzige der in Betracht I kommenden Firmen hat diei se Aufforderung befolgt, so i wenig wie dies in Deutsch- I land und Frankreich der Fall war.! In der vergangenen Saison : haben britische Firmen vier Millionen Kisten israelischer Früchte gekauft, die einen; Wert von 10 Millionen Pfund i dar stellen. I Ideologie, die heute noch in! der Welt fortlebt. Dieser Vor. j satz wird jedoch fehlschla- I gen, wenn eine Anzahl die- I ser Verbrecher, und darunter j die schlimmsten von ihnen, ' sich dank ausländischer Hil- | fe und des deutschen Verjäh. j rungs-Gesetzes der gerichtlichen Verfolgung entziehen konnten. Das gleiche trifft auf eine Reihe westlicher Länder zü, die sich als unfähig erwiesen haben, die Nazis und Faschisten auszuliefern, die in ihren Grenzen Schutz suchten. Daher wendet sich der JWK an alle Regierungen und Behörden mit der Aufforderung, die notwendigen administrativen und gesetzlii chen Handhaben, einschliess.! lieh der Verlängerung der j Verjährungsfrist, zu schaffen,! damit diese beispiellosen Ver. 1 gehen gegen alle menschli- I chen Werte und die schutzlo-! sen Menschen zugefügten un. I beschreiblichen Greuel ge-! sühnt werden. ] j Der Weltkongress wird der j I deutschen Regierung weiter j | bei der Suche nach Zeugen : i und durch die Bereitstellung j I von Beweisen behilflich sein. 1! GEDENKSTAETTEN 'IN POLEN : i Der JWK bringt der Regie-! rung Polens . seine Anerkeni nung für die Unterstützung | zum Ausdruck den diese der | Errichtung von Mahnmalen in Auschwitz, Treblinka und anderen polnischen Orten an. gedeihen lässt, um das Andenken an die ermordeten sechs Millionen europäischen Juden und jene jüdischen Männer und Frauen zu ehren, die im Ghetto von Warschau Opfer der Nazis wur. den. Die Exekutive appelliert an alle Juden und jüdischen Or. ganisationen in der Welt, die polnische Regierung durch grosszügige Spenden bei der Erstellung von Monumenten zu unterstützen, um die Erinnerung an jene jüdischen von HAROLD SCHWARCZ Die Vorgänge in Südostasien halten die ganzen Welt in Atem und beweisen, wie kurz der Schritt vom Frieden zum Krieg sein kann. — Das Vorgehen der Amerikaner in Nordvietnam steht im Mittelpunkt der internationalen Kritik, die sich nicht darüber einig ist, ob Repressalien dieser Art (gegen unschuldige Bevölkerung) der rechte Weg zur Befriedung und zur Bekämpfung des Kommunismus ist. — Aleksander Zawadzki, der Präsident der polnischen Volksrepublik, ist einem schweren Leiden erlegen. Zawadzki war einst ein begeisterter Stalinist, hielt sich auch bis zuletzt bei der Kritik des entthronisierten Diktators zurück und galt nicht als besonderer Freund des jetzigen Minister. Präsidenten Gomulka. — Die Kämpfe auf der Insel Cypern haben wiederum an Heftigkeit zugenommen. Alle Versuche, die streitenden Parteien, Griechen wie Türken, auszusöhnen oder einen Ausgleich der Interessen zu finden, sind bisher gescheitert. — Die Auseinandersetzungen im Kongo haben nichts an ihrer Intensität verloren. Die Aufständischen weichen zu. rück, um am nächsten Tage wieder vorzudringen. Ministerpräsident Tschombe wird von den USA und den Belgiern unterstützt. Im Königreich Marokko wurden sechs Personen von einem Militärgericht zum Tode wegen Gefährdung der Staatssicherheit verurteilt. — Der Vatikan teilt c.en bevorstehenden Abschluss eines Abkommens mit der kommunistischen Regierung Ungarns mit, aufgrund dessen der Kardinal Josef Mindszenty seine Freiheit erlangen wird. — Oberstleutnant der Reserve, Lemuel A. Penn, von Beruf Lehrer, wurde von vier Mitgliedern des Ku Klux Klan erschossen, weil er ein ... Neger war. — An Israels Grenze mit Syrien kam es erneut zu einem schweren Grenzzwischenfall. — Victor Paz Estenssoro, zum dritten Mal in Bolivien für eine Präsidentschaftsperiode wiedergewäh’t, hat sein Amt ar.getreten und erklärte während seiner Rede vor dem Kongress, dass die Guerilla. Krieger, die eine Ortschaft besetzt hielten, verdrängt wurden und nach Brasilien geflüchtet seien. — Die mexikanische Regierung lehnte es ab. Sanktionen, gegen Kuba ergreifen. — Der rumänische Ministerpräsident Maurer ist von sei. nem Besuch bei de Gaulle nach Bukarest zurückgekehrt. —■ In Nordrhodesien wurde der .heilige' Krieg durch die fanatische Sekte der ,Lumpa‘ proklamiert, deren Prophetin Alice Lenshina „tot oder lebendig“ eingefahgen werden soll, wie Ministerpräsident Kennety Kaunda erklärte. — 0ESTERREICHI5CHE GEMEINDEN In den Kultusgemeinden von Wien, Salzburg, Linz, : Graz und Innsbruck sind et- | wa 10.000 Juden eingeschrie-! ben. Viele weitere wohnen 1 j aber in Oesterreich, die sich; scheuen, die Mitgliedsbeiträ- : | ge zu zahlen. Manche sagen, 1 dass sie nur vorübergehend! in Oesterreich seien, in Wirk. ' I___ i | Männer, Frauen und Kinder! zu verewigen, die von der \ , Nazibarbarei vernichtet wor-! i den sind. j! KONVENTION UEBER! VOELKERMORD i JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73.(148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Kindler-T aschenbüdier IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer weetpreussischen Familie Nr. 37: C. WRIGHT MILLS: Politik und Verantwortung (Eine Analyse) Nr. 38: ROBERT WALSER: Jakob von Gunten, Roman Nr. 30/40: ALFRED KANTOROWICZ: Tagebuch, Bandl Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Nr. 42/43: HERMANN WEBER, Konflikte im Weltkommunismus (Eine Dokumentation zur Krise Moskau-Peking) Nr. 44/45: WILHELM v. SCHRAMM, Aufstand der Generale (Der 20. Juli in Paris) Nr. 46: MARQUIS DE SADE: Verbrechen der Liebe (Ausgewählte Erzählungen) Nr. 47: LEONHARD FRANK: Bruder und Schwester (Roman) Nr. 48: Nach dem Tau weiter, Neueste Russische Erzäh. hingen. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München j Die Exekutive des Welt. ■ kongresses stellt mit Bedau- | ern fest, dass eine Reihe von i Staaten noch nicht die Rati- : fizierung der Konvention j über den Völkermord vollzo- I gen haben, die schon von 60 | Regierungen ratifiziert wur. de. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, dass die säumigen Staaten dies in Uebereinstimmung mit ihren eigenen Traditionen nunmehr tun werden, um auf diese Weis: einem internationalen Dokument von historischer Bedeutung die gebührende Unterstützung zu Zöllen. lichkeit aber ständig bleiben» Darunter sind Rückkehrer aus dem Ausland und eine bestimmte Zahl Einwanderer aus Osteuropa und Ungarn, die ihre eigenen Synagogen haben, ohne dem Verband der Gemeinden angeschlossen zu sein. Da bei den behörlichen Anmeldungen die Religion nicht mehr angegeben wird, ist es schwer, genügende Angaben, zu erhalten. Man nimmt an, dass etwa 10.000 bis 20.000 Juden dem Judentum völlig entfremdet und kaum bei einer jüdischen Veranstaltung zu sehen sind. Ferner stimmen die Schätzungen darüber überein, dass es etwa 12.000 Halbjuden gibt, die dank den Nürnberger Ge« setzen zu Juden geworden sind. Der Schock ist inzwischen überwunden, aber aus diesem Kreise stammen viele- Freunde Israels, die zwar kein jüdisches Leben führe», aber auf diese Weise noch mit dem Judentum sympathisieren. Es ist dies für sie fast die einzige Möglichkeit, sich Jüdisch“ zu betätigen, nachdem sie von den religiösen Formen ganz abgekomnven sind. Bei Ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTY DRESEL COS JLICH PASAJES Y TURISMO SRL Avda. COrdcba 379 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOS'I TO: V. de la Plaza 1779