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Jüdische Wochenschau · 1964-07-31 · 2075 (31.7.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2075 (31.7.1964)
Date
1964-07-31
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 31 de Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2075 — S Nasser gegen England in Südarabien Zum ersten Mal fand eine Konferenz der Aussenmini. ster des Cento-Paktes, der der Erbe des ehemaligen Paktes von Bagdad ist, in Washington statt. Die Vereinigten Staaten hatten aus taktischen Gründen sich nie als Vollmitglied dieses Vertragssystems bekannt, jedooh hatten sie in der Praxis mit den übrigen Mitglieds-Staaten dieses Paktes stets eng zusammengearbeitet. Während der Vertrag seinerzeit als Bündnis zur Abwehr gegen Russland geschaffen wurde, standen dieses Mal ganz andere Probleme im Vordergrund der Debatten. Der Inhalt der Sitzungen blieb geheim, aber man weiss, dass zwei Staaten des CentO-Paktse, nämlich Grossbritannien und Persien, nicht die vom Ostblock drohende Gefahr, sondern die imperialistischen Pläne des ägyptischen Präsidenten Nasser zur Diskussion stell, ten. König Hussein hatte zwar versucht, zwischen Teheran und Kairo zu vermitteln, aber eine Rede des persischen Ministerpräsidenten im Parlament zeigte, dass die Regierung des Schah den» ägyp. tischen Staatschef weiter mit grösstem Misstrauen gegen,- übersteht. Die Engländer brachten zur Sprache, dass Nasser — mit Deckung durch die Rus- Friedkofsschaendung Mainz. — 22 von 26 Grabstätten auf dem jüdischen Friedhof in Nieder .Olm im Landkreis Mainz wurden vor kurzem von bisher unbekannten Tätern geschändet, die die Grabsteine von ihren Sok. kein stürzten. Die polizeilichen Untersuchungen der Freveltat sind bisher ohne Ergebnisse geblieben. Man vermutet in ihr jedoch keine politische Demonstration, sondern einen „dummen Streich“. (AWZ) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. 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NASSERS TAKTISCHE WENDUNG Der ägyptische Präsident Nasser, der nach einem Jah. re Kampf im Jemen seine Truppen in diesem Lande besucht hat, kam während seiner Reise zur Ueberzeugüng, dass das Ringen mit den Monarchisten nur durch j eine grosse taktische Wenj düng — durch Einbeziehung i des Faktors „Imperialismus“ | — entschieden werden könne. Während seines Besuches im Jemen richtete er seine Angriffe in erster Linie ge. gen Grossbritannien, das j Südarabien unterdrücke und gegen Israel, das nach seiner j Auffassung ein „Produkt der Engländer“ sei. Nasser beschränkte sich nicht allein auf Reden. Er ordnete nämlich eine „Arbeitsteilung“ an. Gemäss dieser sollten die ägyptischen Truppen die Sischerung der Ruhe im Jemen selbst übernehmen, während j Soldaten Salals als „Aufständische“ über die Grenze ins Gebiet der Südarabischen Föderation geschickt wurden, wo sie Föderations- Truppen und Engländer angreifen sollten. Die Absichten Nassers wa. ren klar: Würde es ihm gelingen, den Kampf gegen den Imperialismus in den Vordergrund zu schieben, dann würde er einen taktischen Erfolg gegenüber den Monarchisten erringen. Diesen würde es nicht sehr angenehm sein, den Kampf gegen „die Fremden“ und gegen den „äusseren Feind“ zu stören, und Nasser könnte mit Abschwächung der Aktionen der Imam - Anhänger rechnen. Der ägyptische Präsident hatte in den Tagen seines Besuches im Jemen vorzugsweise mit religiösen Führern Fühlung genommen,' um auch sie für seine Aktionen zu gewinnen und um sich als „Held des Islam“ aufspielen zu können. ENGLAND: ATOMGEFAHR DROHT Sowohl im Jemen als auch nach seiner Rückkehr aus Südarabien (vor allem in der fiede am .1 Mai) griff Nasser die Engländer heftig an. Angriffe der „Aufständischen“ in Südarabien zeigten, dass er seinen Reden sofort die Tat folgen lassen wollte. Die Engländer reagierten zunächst, ähnlich wie Nasser, mit einem taktischen Manöver. Britische Zeitungen i zuerst die „Times“, später „Guardian") behaupteten, dass Nasser sein Land zu einer kleinen Atommacht" machen wolle, und der britische Aussenminister Butler malte diese Gefahr während seines Besuches in Washington in schwärzesten Farben aus. ES" verlangte von den USA Einschreiten gegen die Atomplä. ne -des ägyptischen Diktators und ausserdem forderte er, die USA sollten die Wirtschaftshilfe für Nasser einstellen, um so den wilden Mannam Nil zum R iiekzug aus dem Jemen zu zwingen. Die Meinungen über den Inhalt der Antwort, die der amerikanische Aussenmini, ster Rusk seinem Kollegen gab, sind geteilt. Nach einer Version erklärte Rusk, es gäbe keine Beweise für die Atomrüstung, die Lage in Je. men wäre nicht so gefährlich, und die Einstellung der Wirtschaftshilfe würde nichts nützen; denn sie würde nur Nasser dem Kommunismus in die Arme treiben. Nach einer anderen Version soll Washington die eindringlichen Vorstellungen Butlers nicht gänzlich abgelehnt haben, eine Aenderung der amerikani. sehen Mittelost-Pölitik sei zu erwarten, das amerikanische Aussenministerium wolle nur in vorsichtiger Weise Vorgehen. VOR SOHARMUETZELN ZUM KRIEGE In den letzten Wochen hat sich nun die Auseinanderset. zung um Südarabien zugespitzt, und sie wurde zu einem richtigen Krieg. England schickte den zu schwachen Föderationstruppen mittels einer Luftbrücke britische Truppen zu Hille. Nasser und sämtliche arabischen UN_De_ legierten erklärten daraufhin, das Vorgehen Englands gefährde den Frieden im Bezirk. Der britische Premiermini. ster reagierte mit der Fest. Stellung, England würde nicht zögern, britische Einheiten aus Deutschland nach Südarabien zu werfen, um Aden und die Föderation zu halten. Die Engländer richten sich schon auf einen ISRAEL - BRIEFMARREN Aü WIEDEBVERKAEVFER - alle neuausga- BEK ZUM OFFIZIELLEN PfiEIS Agencia Filatélica oficia) del Estado de Israel, VIAMOHTE 558, I/B — Bu*m, Air*«, Rtf Argentina Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKI'UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—10 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.: 52-2993 4 Quader von Station Urqaka Wüstenkrieg ein, der nach ihrer Auffassung ein Jahr dauern wird. Im Moment ist Nasser in diesem Ringen den Engländern taktisch überlegen. Die Amerikaner unterstützen die Engländer nicht öffentiieht und beeiden sich, die Meldungen über Masakrierung zweier britischer Soldaten im Jemen zu dementieren. In der UN wird Nasser — im Ausschuss gegen den Kolonialismus — gegen England sicher Erfolge erzielen. Nasser wird auch grosse Teile der arabischen Welt um sich sammeln und die Baath- Leute in Syrien noch mehr isolieren. Von einer gemeinsamen ägyptisch. irakischen Aktion gegen die Baath-Führer ist schon die Rede. Be: allem kommt es darauf an, wie lange die britische Regierung die Nerven behält. Wenn sie sich durch alle taktischen Manöver nicht be. einflussen lässt und den Kampf gegen Salals „Aufständische“ weiterführt, dann wird der Tag kommen, an dem sich „das militärische Blatt wenden wird. Dann würde Nasser zum Abenieu. er Jemen noch ein zweites nicht weniger kostspieliges und nicht weniger gefährliches Abenteuer Nr. 2 in der südarabischen Föderation hinzubekommen, und seine Schwierigkeiten würden ganz enorm anwachsen. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190, 1? izq-T. E. 83-2613 22. Av 5724 31- Juli 1964 Kritik an der Bundesrepublik Die schärfste seit langem in Israel gehörte Kritik an der Deutschen Bundesrepublik wurde kürzlich bei einer Veranstaltung der Liberalen Partei durch den Rechtsanwalt Gideon Hausner geäu. ssert, der während des Eichmann.Prozesses Generalstaatsanwalt und Ankläger war. Er sagte; „Das deutsche Volk hat sich nicht geändert. Es genügt, ein Trommler-Korps aufzustellen, eine Fahne zu schwenken und Sieg Heil zu rufen, und es wird erneut zu allem be reit sein.“ Hausner sagte weiter: „Wer behauptet, es gebe heute ein anderes Deutschland, der täuscht entweder sich selbst oder die anderen.“ Es sei richtig, dass es gegenwärtig in Deutschland keine Diktatur, keine Konzentrationslager, keine Gestapo und keine Deportationen gebe. „Han. delt es sich aber um die Frage, ob das deutsche Volk seinen Charakter geändert hat so ist festzustellen, dass die Deutschen sich nicht geändert haben. Die gebildeten Kreise, die Wissenschaftler und die Geistlichen, die den Nationalsozialismus unter, stützt haben, sind inr-mer noch da.“ Bei dieser Gelegenheit zitierte Hausner aus Lehrbüchern der deutschen Schulen, die Hitler als grossen Führer darstellten, ohne seine Untaten zu verurteilen. Er kritisierte auch die West, machte, weil sie Deutschland wieder bewaffnet haben und der Bundesrepublik sogar Kommandostellen in der NAr« TO einräumen. Klub jüdischer Intellektueller Wien. — In Warschau 1st die Gründung eines Klubs jüdischer Intellektueller im Gange. Von den 30.000 Juden Polens gehört etwa ein Drittel keiner jüdischen Gemeinde oder Organisation an. Manche haben polnische Namen angenommen in der Meinung, dass es ihnen bei der Assimilierung helfen wür. de. SI°S„JUNCAL“,^.(E.f., ERSTE COOPERATIVE DES ZENTRALEUROPAEISCHEN SEKTORS WECHSEL-DISKONT, SPARKONTEN, DARLEHEN Fuer Festanlagen besonders guenstiger Zinssatz. FUER SAEMTLICHE FINANZ. 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