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Jüdische Wochenschau · 1964-07-24 · 2074 (24.7.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2074 (24.7.1964)
Date
1964-07-24
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Yieraes, 24 4« Julio io 1M4 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N* 2974 — i 3fot hin ich weggetaufen Bilder des Schreckens wer. den an jedem Verhandlung®, tag des in Frankfurt ablaufenden Auschwitz - Prozesses zur Sprache gebracht. Das haben gebildete Menschen anderen zugefügt? Und die. se gebildeten Menschen waren Deutsche, die aus dem „Volk der Dichter und Denker“ hervorgegangen sind. Die Grausamkeiten, die von angesehenen Zeugen, unter ihnen Aerzte, Universitäts. Professoren, Offiziere bekundet werden, sind „eigentlich“ unvorstellbar. Wie war es nur möglich, dass man diesen SS- Männern und dem übrigen Aufsichtspersonal eine so un. beschränkte Macht übertragen hat, über das Leben oder den Tod der sogenannten Häftlinge zu entscheiden? Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht schwer? all das lag im Zuge der Endlö. sung. deren Opfer in erster Linie die Juden gewesen sind. Aber nach den gleichen Methoden wurden auch Polen, Russen, Zigeuner wie alle anderen Gefangenen in Ausch. witz hingemordet, ob sie nun Franzosen, Skandinavier oder Holländer gewesen sind, die aus irgendwelchen, meist fadenscheinigen Gründen in die Hölle von Auschwitz verschleppt worden waren. Ueber das, was dort in Auschwitz vor sich ging, be_ steht heute nicht der geringste Zweifel mehr. Auch die Grausamkeiten und die Massenmorde, die Vergasungen und Abspritzungen, die Miss, handlungen und Entwürdigungen werden garnicht abgestritten. Nur wollen es ge. rade diejenigen nicht gewesen sein, die heute im Auschwitz-Prozess auf der Ankla. ge bank sitzen. Ihnen das nachzuweisen, ist mitunter nicht einfach. ES sind inzwischen viele Jahre vergangen, t Die meisten Zeugen der Verbrechen leben nicht mehr. Viele Spuren sind verwischt. Die Verdächtigen hatten mehr als ein Jahrzehnt Zeit, allen Eventualitäten vorzu. von JAKOB KATZ-ROGASEM beugen. Im sogenannten kiel, nen Auschwitz-Prozess, deu man auch Ungarn-Prozess nennt, ist ein Angeklagter bis zu seiner Verhaftung in der Bundesrepublik als Rechtsan. walt niedergelassen gewesen. .. Die bequemste Art der Verteidigung ist das Leugnen. Nur wenn es gelingt, den Beweis für die den Angeklagten zur Last gelegten Verbrechen zu erbringen, nur dann kann schwer belastet wurde. Er hat nicht nur bei den Selektio. nen mitgewirkt, sondern solche Aussonderungen selbst und ohne Auftrag vorgenom. men. Selektionen gehörten zu den gefürchtetsten Ereignissen im Lager. Denn die Se. lektion war das Urteil über Leben und Tod, darüber, wer ins Gas geschickt wurde oder eines anderen Todes sterben musste, und wer noch einige Zeit leben durfte. Wie lan- Die Konferenz in Kairo Jerusalem. — Die Möglichkeit, dass die arabischen Staaten die gegenwärtig in Kairo tagende Afrikanische Gipfelkonferenz als politische Waffe gegen Israel missbrauchen könnten, wurde von Bediako Poku, dem ghanesischen Botschafter in Israel, in Abrede gestellt. Dieser veröffentlichte eine Erklärung in der „Jerusalem Post“, in der er auf das „sehr beträchtliche Gewicht guten Willens“ hinweist, der in weiten Teilen Afrikas Israel entgegengebracht wird. Die Mehrzahl der arabischen Führer, so schreibt der Botschafter, wollen den Frieden. Die Informationen, die von einer antiisraelischen Aktion berichten, so stellt Poku fest, „erwecken den irrigen Eindruck, dass die afrikanischen Staatsmänner nicht stark und weise genug sein könnten, um unabhängige Entscheidungen zu treffen.“ (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäf te mit der grössten Answahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. eine Verurteilung stattfinden. Die schlaue Verteidigung — aber ist das wirklich Schlau, heit? — hat sämtlichen Angeklagten diesen Leitfaden ihres Verhaltens aufgegeben: nichts zuzugeben, nichts einzugestehen, alles abzustreiten. In einem rechtstaatlichen Gerichtsverfahren darf kein Angeklagter gezwungen wer. den, die Wahrheit zu sagen oder zur Wahrheitssuche bei. zutragen. Die Angeklagten des Auschwitz - Prozesses, selbst Exponenten, Nutzniesser und Handlanger des schrecklich, sten Unrechts. un<j Gewaltstaates, den es jemals gab, bauen auf die Rechtstaatlichkeit der neuen deutschen Bundesrepublik. Sie sind fei. ge, wie sie es in Auschwitz waren, als sie in der schimpflichsten und niederträchtigsten Form ihre Macht missbrauchten. Sie sind erbarm, lieh geblieben und haben nicht den Mut, zu ihren Verbrechen zu stehen. Von Reue kann keine Rede sein. Von Scham kann nicht gesprochen werden. Nur selten rückt einmal einer von jenen, in Auschwitz praktizierten Mordmethoden ab, mit denen er selbst natürlich nicht das Geringste zu tun gehabt habe. .. Da ist ein Mann namens Klehr, der von vielen Zeugen ge?, das war die bange Frage, die vor jedem Häftling zu jeder Stunde stand. Klehr hatte eine Spezialität: er „spritzte ab“, das heisst, er gab den Unglück, liehen eine Phenol-Spritze ins Herz. Obwohl eine ganze Reihe von Zeugen bestätigten, dass sie selbst gesehen haben, wie Klehr „abspritzte“ oder die Selektion vor. nahm, leugnet dieser Angeklagte hartnäckig, auf diese Weise gemordet zu haben. Aber dass derartige Todesinjektionen vorgenommen worden sind, bestätigt er selbst. Nur will er es nicht gewesen sein... Eine merkwürdige Rolle hat auch der angeklagte La. ger-Apotheker gespielt. Nach den Zeugenerklärungen hat er auch übergrosses Interesse an den Wertsachen gehabt,, die man den unglückli. chen Menschen abnahm, sobald sie in Auschwitz angekommen waren. Mehrere Zeugen bestätigen auch, dass auf dem Dachboden der Apotheke viele Koffer mit Zäh. nen und Zahnprothesen gefüllt gewesen seien. Hierzu äusserte sich ein heute 67jähriger (nichtjüdischer) Zeuge, der von dem Apotheker bedroht worden ist, da. mit er nichts verrate. Der Zeuge sagte hierzu folgendes: „Das ist der widerlichste ANZIEHEND ANGEZOGEN mit CARLTON-Kleidung In Fertigkleidung die Gei samtlinie Slabiloform tn. j r. in Massarbeit das Be* ste an Stoffen und Verarbeitung. Anfertigung aus mit gebrachten Stoffen. Auch Junioren kaufen gern bei CARLTON. Ernst Koppel Maipu 982 TeL 31-7845 ISRAEL - BRIEFMARKEN M WIÄOHTRVERKAEUFER — ALLE NEUAV9GA- •EH ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIA MONTE SM, I/B — Bwmm« Aires, IUf Ai|*b1ím Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. 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Er zog eine Prothese heraus und schätzte ab, wieviel sie wert sei — und ich, ich bin davongelau. fen. Das ging über meine Kräfte. Ich habe damals gedacht, dass ich keinen Menschen mehr vor mir sehe. Ich fühlte mich beleidigt als Soldat und als Mensch entwürdigt.“ Beleidigt und entwürdigt fühlte sich der Zeuge. Aber auch das war eine beabsich. tigte Wirkung des KZ: die Menschen in ihrer Ehre zu treffen und sie zu entwürdigen. Der solches tat, war ein Apotheker mit akademischem Grad. Und das geschah im 20. Jahrhundert. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Be. Aires — PUEYREDON 219«, 1» laq. — T. E. 83-2613 24. Juli 1964 1«. Av 5724 Eshkol in der Knesset Jerusalem. — In seinem Bericht vor der Knesset über die Ergebnisse det Frankreih-Reise stellte Eshkol nochmals nachdrücklich fest, dass Israel nicht allein dastehe. Die Freundschaft zwischen Frankreich und Israel könne durch nichts beeinträchtigt werden, auch nicht durch die Beziehungen Frankreichs zu anderen Ländern, die arabisohen mit einbetriffen. Er habe, so berichtete Eshkol, De Gaulle darauf aufmerksam gemacht, dass die angriffslustigen Na* tionen grosse moralische Hilfe durch jene Grossmächte erhalten, die ihre Stärke in der Waagschale des Friedens auf die falsche Seite legen. (Gemeint war die von Nasser erhoffte Unterstützung durch Sowjetrussland).! In der darauffolgenden Debatte übte Menaohem Begiun.! Kritik an Eshkol, der in den USA erklärt hatte, Krutschew! habe anlässlich seines Besuches in Kairo seine Erklärun. i gen abgeschwächt. Ausserdem warf er Bshkol auch seine | Weigerung vor, mit den nordamerikanischen Behörden die Frage der deutschen Wissenschaftler im Dienste Aegyptens! zu erörtern. Izhar Harari von der lioeralen Partei vertei- ' digte Eshkols Erklärungen über Krutschew als korrekt und! fügte hinzu, dass das Ausland nicht der geeignete Platz sei, 1 die Sowjetunion anzugreifen. David Hacohen von der Mapai-Partei gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass in dem Communiqué des Weissen Hauses über die Konteren, zen Eshkol-Johnson kein spezifischer Punkt über die Bewahrung der territorialen Integrität Israels zu finden war. Auch ein Hinweis auf Stärkung der israelischen Abwehrkräfte habe in dem Communiqué gefehlt, was besonders bei. dauerlich sei in Anbetracht der Tatsache, dass das Gleichgewicht der Kräfte im Mittleren Orient längst nicht mehr bestehe. Er hoffe zumindest, erklärte HaÆOhen schliesslich, i dass der Besuch Eshkols in den USA dazu beigetragen ha- . be. die Meinung jener Leute zu ändern, die Nasser für eine ' Stabilisierungs-Garantie der Zone halten. (ITA) „ JUNC AL“ L.d, 1E.F.) 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