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Jüdische Wochenschau · 1964-07-24 · 2074 (24.7.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2074 (24.7.1964)
Date
1964-07-24
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viera*«, 84 de Juki) de 1964 « LA SEMANA ISRAELITA AAo XXV. — No. mi Bedenkliche Tendenzen (Sehlaae von Seite »! riehte einen Beitrag liefern. Zugleich sollen diese Berichte dazu beitragen, dass sich «3er kritische Beobachter der Nachkriegsentwicklung ein ei. genes Urteil über die Glaubwürdigkeit des Bekenntnisses des deutschen Volkes zur freiheitlichen Demokratie und auch darüber bilden kann, was von den Diffamie.1 rungen aus dem kommunisti. sehen Lager zu halten ist. „Wer die nüchternen Feststellungen und Zahlenan. gaben des Berichts liest, wird bemerken, dass sich das huntscheckige Bild des im Bundesgebiet organisierten Reehtsradikalismus in den letzten Jahren nicht verän. dert hat. Nach wie vor geht ein zunehmender Mitgliederschwund bei den rechtsradikalen Bünden und sektiereri. sehen Konventikeln einher mit starker Zersplitterung und innerer Uneinigkeit. ES gelingt diesen Gruppen nicht, aus dem ihnen durch die öf. Entliehe Missbilligung oder Nichtbeachtung gezogenen Kreis in die Breite des politisch-gesellschaftlichen Rau. mes auszubrechen. Ihre poli. tische Argumentation ist zu sehr durchschaubar und abgestanden, als dass sie grössere Teile der Bevölkerung ansprechen oder gar gewinnen könnten. In den wenigen Fällen, in denen sich solche Gruppen an Wahlen beteiligt haben, war ihr Misserfolg offensicht, lieh. Nach wie vor versuchen allerdings ausländische faschistische Gruppen durch Versand von Publikationen oder durch persönliche Kon. takte den deutschen Rechtsradikalismus zu beleben. Auch die Zahl der antisemitischen oder nazistischen Ausschreitungen (Schmierereien, Beleidigungen, Fried, hofsschändungen u. ä.) hat weiter abgenommen. Im Jah- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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[ sse versucht eine Reihe nicht j organisationsgebundener, ex.! trem nationalistischer Zeit- | Schriften und Verlage durch j geschickte Behandlung allge- , mein interessierender Themen j auch solche Bevölkerungs.1 kreise anzusprechen, die . rechtsdalikalem Gedanken-; gut nicht oder nicht mehr ■ aufgeschlossen sind und die; seit Jahren den demokrati- . sehen Kräften unseres Volkes! ihr Vertrauen und ihre Stirnj men gegeben haben. So wird! in unverantwortlicher Weise! die durchaus notwendige und j berechtigte Diskussion der | Historiker über die Ursachen; der beiden Weltkriege miss. | braucht, um ein Regime zu : entschudigen, an dessen historischer Schuld kein Ver-! nünftiger zweifeln kann. j ..Offensichtlich soll damit | propagandistisch das Feld . für eine allgemeine Rechtfertigung des Nationalsozialis. I mus und seiner Gewalttaten I vorbereitet werden — häufig 1 durch Leute, die in der ,.Bewegung“ führende Stellungen bekleidet haben. „Niemand bestreitet der Wissenschaft das Recht, historische Erkenntnisse immer wieder neu zu überprüfen. Wir wehren uns aber ganz entschieden dagegen, dass die Feinde der Demokratie sich durchaus fragwürdiger historischer Thesen bedienen, um damit unsere freiheitli. che Grundordnung zu unter, graben und für eine vergangene Gewaltherrschaft zu werben. „Noch ist nicht verges. sen, dass auch Hitler einst mit der agitatorischen Aus. Schlachtung der Kriegsschuldfrage der Sprung aus den Hinterzimmern der Gasthäuser in die gefüllten Ver. sammlungs . Hallen gelang. Auch andere Themen werden auf ähnliche Weise zu durchsichtigen politischen Zwecken ausgebeutet. So be_ steht die Gefahr, dass mittels literarischer und journalistischer Falschmünzerei rechtsradikales Gedankengut gleichsam durch die Hinter, tür auch in Kreise getragen wird, die sich zur demokratischen Grundordnung bekennen. „Um dieser Gefahr zu weh. ren, bedarf es nicht nur der Aufmerksamkeit der staatlichen Organe und der Wachsamkeit der Träger politischer Bildung und der Pres, se. Hier sind die demokratischen Parteien wie alle an der politischen Willensbildung beteiligten Gruppen aufgerufen, jedem Eindringen solcher Ideen in das Be. wusstsein der Wählerschaft und vor allem der Jugend entgegenzuwirken. „DieWortführer des Rechts, radikalismus pflegen sich auch häufig als die einzigen und letzten Hüter der Vaterlandsliebe und des nationalen Bewusstseins der Deut, sehen zu bezeichnen. Dabei kam ihnen zugute, dass nach 1945 weite Kreise des Volkes, insbesondere der Jugend, glaubten, dass mit dem Zusammenbruch der deutschen Nation auch das Zeitalter der j Nationalstaaten zu Ende! ging, und dass so missbrauch-; te Begriffe wie Vaterlandslie-! ber und Nationalbewusstsein! ihren Sinn verloren hätten, j Heute, fast 20 Jahre nach i dem Zusammenbruch, be. sinnt sich das deutsche Volk wieder auf seine nationalen Werte und ist sich der ehrwürdigen freiheitlichen Traditonen, an denen auch unsere Geschichte reich ist, bewusst. „Ehe Liebe zum Vaterland ist auch für die Jugend weit, hin kein inhaltloser Begriff mehr. Um so notwendiger ist es deshalb, den Verkündern überholter nationalistischer Ideologien klarzumachen, dass in unserem Staate nur der das Recht hat, sich Patriot zu nennen, der sich zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennt, die sich der freie Teil des deutschen Volkes gegeben hat, und an ihrer Verwirkli. chung tätig mitwirkt. Und nur der liebt wirklich sein Vaterland, der diese Grundordnung gegenüber allen inneren und äusseren Feinden zu verteidigen bereit ist. „Historiker haben die Zeit zwischen den Weltkriegen die Epoche des Faschismus genannt. Ich bin davon überzeugt, dass für das deutsche Volk diese Epoche ein für allemal zu Ende ist.“ — IV. Erkenntnis und Tat Hier soll in keine Polemik eingetreten werden, zumal diese Erkenntnisse und Fest Stellungen in ihren Konsequenzen keineswegs nur für das deutsche Volk eine innere Berechtigung besitzen. Der Satz, dass nur derjenige ein Patriot ist, der sich zu einer freihentlichen, demo. kratischen Grundordnung be. kennt, muss für alle Völker Gültigkeit haben. Dass Erkenntnisse allein nicht genügen, braucht auch JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - TaJJiebeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Handuod Masehioenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 GERECHTE STRAFE New York. — Sechs Mitglieder der Neonazi - Par tei „Nationale Wiedergeburt“ wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie versucht hatten, auf einer Kundgebung für die Zivil, rechte in Bronx einen Tumult zu entfesseln. Die Anführer der Grup. pen, der 36jährige James Madole und der 26 Jahre alte Daniel Burros wurden zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Richter Irwing Davidson stellte Anklage wegen Rekrutierung von Jugendli. chen „zu verbrecherischen Zwecken“. Drei weitere Angeklagte wurden dazu verurteilt, ein Jahr in einer Beserungsanstalt zu verbringen. (ITA) M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 nicht mehr debattiert zu werden. Entscheidend wird gerade in unserer aufgewühlten Zeit nur das sein und wer. den, was getan wird. Welche Möglichkeiten und welche Kräfte haben diejenigen, die an dem Aufbau einer neuen Welt mitwirken wollen, um dieses Ziel zu verwirklichen? Was ist geschehen, um den Gefahren zu begegnen, die nach des Ministers Auffassung der jungen Republik drohen? Aus diesem Bericht kann man entnehmen, dass die deutsche Regierung die Probleme genau kennt, dass ihr die Strömungen nicht verborgen blieben, die auf eine Wiederherstellung alter, über, wunden geglaubter Systeme hinzielen, und von aussen wie von innen auf verschiedenen Wegen ihr Gift wieder in das Volk — und nicht nur in der Bundesrepublik — einzuträufeln bemüht sind. Dabei können wir zwar dem Minister nicht in dem Punkt folgen, dass der Rückgang der Ausschreitungen von 205 auf 177 Fälle beruhigend wirken würde. Wir wollen auch nicht darauf eingehen, dass spielende Kinder, Betrunke. ne oder Geisteskranke an etwa 50 Prozent dieser Zwischenfälle beteiligt gewesen seien, also sozusagen nicht mitzählen. Wir könnten fragen, warum diese Kinder, Be. trunkene und Geisteskranke sich ausgerechnet jüdische Friedhöfe für Ihren .groben Unfug1 ausgesucht haben. Aber das ist noch nicht einmal das Entscheidende für die Analyse, die vorgenommen werden muss. Was aber ist geschehen, um den Geschichtsfälschern das Handwerk zu legen? — Selbstverständlich muss die Freiheit der Wissenschaft und der Meinungen, die Freiheit des Wortes und der Schrift respektiert werden. Aber auch diese Freiheit firn, det ihre Grenze dort, wo sie zur Verbreitung rechtsradika. ler, staatsfeindlicher, die; ganze Menschheit bedrohen- | der Zwecke missbraucht wird. | Der Hinweis auf die verfehl-; te Langmütigkeit der Weima. I rer Republik ist kein abgegriffener Vergleich, sondern I ein warnendes Exempel. Aus dem Bericht des Ministers ergibt sich ferner, dass I die Regierung über die vom! Ausland kommenden Versuj che einer Renazifizierung ' und des Wiederauflebens des : Antisemitismus genau unter. 1 richtet ist. in welcher Weise ist man solchen Bestrebun- I gen wirkungsvoll entgegenge-; treten? Hat man jene aus- I ländischen Studenten, die in; Wirklichkeit Agenten ihrer | Regierung sind, von den deut. | sehen Hochschulen ausgeschlossen, was wohl die einj zige, Erfolg versprechende Gegenmassnahme ist. Die Feststellung der ohnehin bekannten Tatsachen kann al. lein zu keiner Ausschaltung dieser Einflüsse auf die heranwachsende Jugend und die übrige Bevölkerung führen, zumal ohne jeden Zweifel das deutsche Volk schon deswegen für eine Radikalisierung geignet ist, weil diese Tendenzen verbrämt mit einem fadenscheinigen Patriotismus gepaart werden, worauf im übrigen ebenfalls zutreffend in dem Bericht hingewiesen wird. Nicht erwähnt, aber in den gleichen Zusammenhang ge. hört die Tätigkeit der deut, sehen Wissenschaftler und Techniker in Aegypten; sie ■wirken doch an einem, immer wieder verkündeten Zerstörungsweg mit und dienen einer Aufgabe, über deren Ziele auch die Regierung in Bonn keine Zweifel hegen kann Im übrigen wäre doch wohl die einzige wirkungsvolle Stellungnahme in der Verweigerung der von Bonn so reich- Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN ■. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirtvut Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-798« Privat 52 7734 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 78-028« 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mobel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2U37 4» B. 46-1716 und 48-2124 Dr. B. Sdiwarcr ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Abführung saemtlicher MALERARBEITEN HEL6UERA 1915 T. E. 59-4052 LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono Preise; Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. lieh gegebenen Subsidien in Form von Krediten und anderen Hilfsmassnahmen zu erblicken. Aber bisher geschah nichts. Auch darüber schweigt der Bericht, dass es sich bei der Intervention der „ausländischen faschistischen Gruppen* um ein nicht allein auf die Bundesrepublik gerichtetes Unternehmen, sondern um eine Aktion im Weltmassstab handelt. Die Araberliga ist doch nicht nur in der Bundesrepublik tätig. In dieser Hinsicht würde die Bundesre. publik sogar in einer durchaus wirksamen Weise ande. ren Demokratien nützlich sein und der allgemeinen demokratischen Sache einen wert, vollen Dienst erweisen können, wenn sie ihre warnende Stimme erhebt und darauf aufmerksam macht, dass es ,.so auch einmal“ in Deutschland angefangen hat. Warum wird hier nicht durch konkrete Taten den anderen, auf diesem Gebiet wenig erfahrenen Völker der Weg zur Ueberwindung der überall von der gleichen Seite dro. henden Gefahren gezeigt? — Hier wäre heute von Deutschen vieles wiederguteumar* chen, was von anderen Deut, sehen den Völkern als ein furchtbares Vermächtnis übergeben worden ist. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocard ¡«gramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 : i Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr! Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach tele!. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, TX. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. 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