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Jüdische Wochenschau · 1964-07-17 · 2073 (17.7.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2073 (17.7.1964)
Date
1964-07-17
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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/ 8 — Viernes. 17 We Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2072 Besuch im Haifaer Technikum 'Kr!egsverlrecher:Pr°zase. Wie Erholungsheime in einem Gebirgs.Kurort, so liegen die Gebäude der Kirjath Hatechnion, der „Technikums-Stadt“, im erfrischenden Grün eines bewaldeten Berges im Karmel.Gebirge. Nervenberuhigend wirkt auch das schöne Panorama, das einen prächtigen Ausblick über das moderne Haifa, über Hafen und Meer, über die Bucht bis Akko und Naharya bietet. Aber diese Idylle täuscht, denn hier im Technion wird von Professo. ren und Studenten ernste, schwere Arbeit geleistet und es herrscht eine strenge Disziplin und eine scharfe Selektion, die nur die Besten zulässt. Das Haifaer Technion wur. de eigentlich bereits 1912 gegründet, aber als Bildungsinstitut begann es den Unterricht mit 25 Studenten erst im Jahre 1924. InzwL «chen haben sich hier in den neuen Gebäuden 14 Zweige von Ingenieur-Wissenschaf, ten entwickelt, eigentlich alle, die im Lande gebraucht werden bis auf Textil und Schiffsbau. Die Zahl der Studenten, die in den ersten vier Jahren für den ersten Titel studieren — nur in Architek. tur sind es fünf Jahre — beläuft sich jetzt auf 2.500. Zum zweiten Titel. Magister oder Doktor, studieren momentan 800. Der Ingenieur- Titel ist heute nicht mehr so zugkräftig und die meisten Studenten wollen Magister Oder Doktor werden. Zehn von den vierzehn Ab. teilungen sind hier in der Kirjath Hatechnion auf dem Karmel konzentriert. Einige befinden sich noch unten am Hadar Hakarmel im „historischen Gebäude“, das vielleicht in ein technologisches Museum umgewandelt werden wird. Die israelischen. Studenten stammen aus fünfzis l-5n. dem. Die Unterrichtssprache ist hebräisch. Anfangs war deutsch die zweite Sprache* dann wurde sie von englisch verdrängt. Die Studenten müssen eine zweite Sprache beherrschen, denn es gibt Professoren, die in englischer Sprache vortragen. Für das Studium zum zweiten Titel braucht man noch eine dritte Sprache, französisch, russich oder deutsch. Unter den Studenten gibt es auch 200 Mädchen, die meisten lernen Architektur, aber manche auch Chemie oder Aeronautik. Die 550 im Internat unter gebrachten von MEIR FAERBER Studenten haben 18 IL mo. natlich zu zahlen. Die fremden Studenten sind in zwei Kategorien geteilt. Neunzig aus 14 Ländern Afrikas und Asiens lernen anfangs in englischer Sprache Agrikultur und technische Wissenschaften. Um das halbe Jahr des Hebräisehler. nens zu ersparen, werden sie von Anfang an englisch unterrichtet. Im zweiten Jahre können sie bereits genügend hebräisch, um den Vorträgen in dieser Sprache zu folgen. Sie wohnen im Internat, je ein Ausländer mit einem Is. raeli zusammen, damit sich die Gäste nicht isoliert fühlen. Siebzig sind in einem Sonderkurs und die anderen zwanzig erlernen bereits hebräisch. Einer. Jonathan Beda Amu. li aus Tanganjika, der Architektur studiert, hält sogar schon hebräische Vorträge über die Beziehungen zwischen Tanganjika und Israel. Alle Ausländer, die Landwirtschaft studieren, haben Stipendien vom Aussenministerium erhalten. Auch eine Studentin aus Thailand lernt Agrikultur. Die andere Kategorie um. fasst etwa hundert Studenten aus Südamerika Sie absolvieren vor allem einen Hehräisch-Intensivkurs und einen neun Monate dauernden Vorbereitungskurs, da die meisten in der Mittelschule weniger gelernt haben, als die israelischen Maturanten. Dann machen sie eine Aufnahmeprüfung. Nach Absolvierung ihrer Studien bleiben die meisten im Lande und ihre Familien kommen ihnen dann nach. Einige dieser StU- 1 den ten kamen aus Persien. ES gibt Terner einen Vor. taereitungskurs füs israelische Niaturtt.nt«n, dl« au« orientalischen Gemeinschaften «fco-m.. men und aus den EntwlCKtungsdlstrikten kommen, wo das Lernniveau niedriger ist als in den grossen Städten. Diese kommen bereits wäh. rend ihrer Militärzeit her und werden für die Vorbereitungsprüfungen vom Zabal beurlaubt. Unter 36 haben?4 ihre Aufnahmeprüfungen bestanden. Das Studiengeld beträgt 600 IL im Jahre. Das ist re. lativ wenig, denn die Ausbildung eines Ingenieurs kostet zehnmal so viel. Für Stipendien ist die Vorbedingung, dass der Kandidat gute Zeugj nisnoten habe und dass seine! Eltern minderbemittelt sind. I Die Stipendien betragen 50Ó; bis 2.000 IL im Jahre. Es gibt I Industrie . Unternehmungen, : die bereit sind, die Ausbil-! dupg eines Studenten unter : der Bedingung zu finanziej ren, dass er sich verpflichj tet, nach Ablegur.g seiner Prüfungen bei ihnen zu ar. beiten, pro Stipendienjahr | ein Arbeitsjahr. Solche belaufen sich auf 3.000 IL im I Jahre. Mit diesem System I hat seinerzeit die Militär-Ini dustrie begonnen, jetzt nimmt; auch die Solei Boneh Bauge. j Seilschaft daran teil, i Im Zentrum der Forschungs . Arbeiten steht die praktische Forschung, zum Unterschied von der theore. I tischen, der das Weizmann- I Institut in Rechowoth dient. ' Die Forschung teilt sich in eii gene Forschung aus eigenen ' Mitteln und eigener Initiative j und in Forschung und Unter, suchungen für externe Aufträge, die von äusseren Fak- I toren, wie Regierung, Industrie, Ausland, finanziert I sind. Das „Institut für For. j schung und Entwicklung“ j hat in diesem Jahr ein Bud- I get von 3 Millionen IL. Unter ¡ den Auftraggebern figuriert i auch die USA-Flotte Der! Prozentsatz des Geldes aus dem Ausland ist viel grösser als von der israelischen Industrie, doch hofft man, das Interesse der Fabrikanten für das technologische Insti. tut demnächst zu beleben. Das Budget des Technions beläuft sich auf 17 Millionen IL und davon werden 50 ¡ Prozent vom Staat gedeckt, * 1 7—8 Prozent aus den Stu- I diengeldern, 15 Prozent aus Einnahmen für Forschungsarbeiten, 1 Million IL laufen aus Spenden von Förderern ein. Das Budget-Defizit war voriges Jahr 5 Prozent und der Vorsitzende des Tech, nions, Rav-Aluf Jaakob Dori (er war der erste Generalstabschef im Zahal) verlangt jetzt, die staatliche Unterstützung von 50 auf 75 Pro. zent des Budgets zu erhöhen. An Spenden von Freunden des Technions kommen mehr aus dem Ausland, als in Israel aufgebracht werden können. Aufhebung von Beschraenkungen Heute leben etwa 4.000 JU- I den in Spanien. Seit 1492,! dem Jahre der Ausweisung I der jüdischen Bevölkerung aus Spanien, unterliegen die | Juden einer Anzahl von Beschränkungen. (Für die protestantische Minorität von et-! wa 30.000 Familien bestehen | ebenfalls Ausnahmegesetze. I So kann z. B. kein jüdi. | scher Soldat einen höheren j Rang als den eines Unterof- I fiziers erreichen; Juden werj den nicht als Beamte ange- | stellt; keine Synagoge darf 1 das Davi dssclxild tragen- T-tof - - »» l«if AuSSAtUnilll . Ster castlellA erlclUrle, dass die Verfassung von 1945 eine allgemeine Toleranzvorschrift enthalte, aber darüber hinaus sind nie besondere Ausführungsverordnungen erlassen worden. Dem spanischen Parlament liegt ein Gesetzes, entwurf vor, der bereits in einer privaten Sitzung der zwölf Ekzbischöfe genehmigt worden ist. Danach sollen auch die Rechte der nichtkatholischen Minoritäten garantiert und geschützt werden. Der Entwurf stammt aus dem Jahre 1961 und wur de von Aussenminister Ca- -ÏI IRDISCHES LEHRHAUS THG - BET ISRAEL - WIZO BIBELKURS (VIERZEHNTAEGIG) Leitung: Rabb. Dr. MEIR ROSENBERG 7. ABEND: MONTAG, DEN 27. JULI, UM 20.30 UHR HEBRAEISCHE KURSE ANMELDUNGEN UND INFORMATIONEN: CRAMER 2070 Tel.: 73-8922 (Bürozeit: Montag. Dienstag, Donnerstag von 15—19 Uhr) i stiella mit Papst Johannes , XXIII. besprochen. Trotz der; Zustimmung des Papstes erhob sich in den Reihen der Erzbischöfe eine Opposition, die nun nach mehrjährigen Verhandlungen überwunden werden konnte. Nach dem Konkordat zwischen Spanien und dem Va. tiian vom Jahre 1953 ist Spanien verpflichtet, Gesetze über Nichtkatholiken dem Papst vorzulegen. Nachdem der Vatikan die Zustimmung erteilt hat, darf angenommen werden, dass in nicht ajign ferner Zeit euch. irwpenUOö* «jeijüdisciien Eevöikerung, die eine gänz kleine Minorität bildet, eine bessere Gesetzgebung erfolgt. Der Leiter der Israeliti. sehen Touristengesellschaft, Meir de Shalit, war kürzlich in Madrid zu Besprechungen mit dem Minister für Fremdenverkehr über eine Zusammenarbeit. Auch zwei Vertreter der El Al_Fluglinie weilten zu Besprechungen in der spanischen Hauptstadt. Im letzten Jahre waren über 10.000 Israelis in Spanien, womit das Interesse an einer gegenseitigen Luftverbindung genügend nachgewiesen ist. Israelische Fachleute sind der Meinung, dass Spanien israelische Waren für 20 bis 30 Millionen Dollar aufnehmen könnte. Man spricht in Madrid öfters von der Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Spanien, was nicht ausgeschlossen ist, da ja auch mit Russland schon seit langer Zeit Verhandlungen stattfinden. Dass die arabischen Staaten hiervon Wind bekommen haben und versuchen, zwischen Israel und Spanien einen Keil zü treiben, ist weiter nicht verwunderlich. Die spanische Regierung jedoch ist der Meinung, dass die israelische Agrarwirtschaft ein gutes Vorbild für die Reform der spanischen geben könnte. In Spanien geht alles langsam; aber die Hauptsache ist, dass das Klima gewechselt hat und eine Normalisierung in Aussicht steht. Arabische Konferenz Kairo. — Die Repräsentanten von dreizehn arabischen Staaten versammelten sich in Kairo, um die Tagesordnung der zweiten Spitzenkonferenz der arabischen Welt vorzubereiten, die am 5. September in Alexandrien stattfinden ■oll. (ITA) In einem Prozes gegen zwei ehemalige Wehrmachtsoffiziere, der vw dem Düsseldorfer Schwurgericht durohgefiihrt wird, bestritt der 48jährige Angeklagte Fritz Fischer, dass er 1942 befohlen habe, die jüdische Bevölkerung des russischen Ortes Peregrusr.ij zu erschiessen. Dagegen be. hauptete der 57jährige Mitangeklagte Fritz Puls, der damals Zugführer in Fischers Kompanie war und nach dem Krieg bis zu seiner Suspendierung 1962 als Verkehrsrichter in Hamburg wirkte, Fischer habe ihm den Befehl gegeben, ein Erschiessungskommando zu leiten. Das habe er auch getan. Beide Angeklagten gaben an, sie wüssten nicht, ob die Erschossenen Juden gewesen seien und ob Frauen und Kinder darunter waren. Fischer, der damals Kompagniechef in einem Panzer. armee-Nachrkäitenregiment war, sagte aus, er habe lediglich einem Zugführer, an dessen Namen er sich nicht mehr erinnere, befohlen, „die nicht ortsansässige Bevölkerung“ etwa zehn Kilomter weit in die Steppe zu fahren und dort „auszusetzen“. Diese 30 bis 40 Menschen hätten unter dem Verdacht gestanden, nachts den sowjetischen Truppen oder Partisanen Nachrichten zu übermitteln. „Von Juden war überhaupt nicht die Rede. Ich habe in ganz Russland ausser in Smolensk keine Juden gese. hen“, sagte Fischer. Puls bestritt dagegen nicht, das Erschiessungskommando geleitet und auch selbst geschossen zu haben. Er habe später auch den Vollzug seinem Kompaniechef Fischer gemeldet. Vorher habe Fischer auf seine Bitte, ihn vom Erschiessungskommando zu entbinden, den Befehl mit den Worten wiederholt; „Sind Sie sich im klaren, was Befehls. Verweigerung im Kriege bedeutet?“ Gegen die Behauptung Fischers, er habe niemals eine Exekution befohlen, sprach die Aussage seines damaligen Putzers. „Im Hauptquartier habe ich gehört, dass Juden zusammengetrieben und erschossen werden sollten“, berichtete der Zeuge. Unter den Erschossenen seien auch Frauen und Kinder gewesen. Ein ehemaliger Schreibstuben-Unteroffizier aus FL Sehers Kompanie, ein heutiger Regierungsoberinspektor, sagte aus, dass ihm der Kompaniechef in leutseligem Ton von der bevorstehenden Erschiessung erzählt und ihn aufgefordert habe, sich daran zu beteiligen. Liersch lehnte Fischers Ansinnen jedoch ab, und der Kompanieführer gab sich damit zufrieden. E5n anderer Unteroffizier aus Fischers Einheit sehfl. derte die Umstände der Exekution mit diesen Worten: „Ala ich mich damals am Nachmittag beim Kompaniechef meldete, sagte er mir: ,Ich habe heute in diesem Nest die Juden zusammen trommeln lassen und morgen früh sollen sie erschossen werden. Das übernehmen Sie, Pehle!“ Der Unteroffizier lehnte seine Beteiligung ebenfalls kategorisch ab und wurde von Irischer lediglich als Feigling tituliert. — * — Der 63 Jahre alte ehemalige SS.Oberscharf ¿ihrer und t *>i+**r des Ghettos von Tiroow, Hermann BJache, wurde vom Bochumer Schwurgericht zu lebenslänglichem Zuchfr- MWU m lnindestens 4.000 Fällen sctTOTTTTg: ES setzte als für die Mordfälle 22 Mal lebenslänglich Zuchthaus und für die Beihilfe sechs Jahre Zuchthaus ein. Die Zeugen hätten glaubwürdig nachgewiesen, dass Blache aus eigenem Antrieb und niedrigen Beweggründen in den 22 Fällen mindestens 41 Juden umgebracht habe, betonte der Vorsitzende des Schwurgerichts in der Urteils, begründung. Blache, der zunächst als gutmütiger Lagerleiter angesehen worden sei, habe sich genau an die Instruktionen der damaligen Machthaber gehalten: Zunächst Ausnutzung der Arbeitskraft, dann Sammlung des jüdischen Vermögens und schliesslich Vernichtung. American Jewish Committee New York. — Das American Jewish Committee publizierte einen ausführlichen, 72 Seiten starken Bericht über seine Wirksamkeit in 50 Jahren. Von der jüdischen Kolonisation in Palästina vor 1948 und nachher zeigt der Bericht die verdienstvolle Tä. tigkeit der Organisation auf und weist darauf hin, dass der Expräsident des AJC, Jacob Blaustem, gemeinsam mit dem israelischen Ex-Premier Ben Gurion 1950 und 1961 Erklärungen abgab, in denen die Beziehungen zwischen Israel und den Juden von USA, sowie den übrigen Juden in der Welt klarge. stellt wurden. Diese Politik wurde 1963 vom gegenwärtigen Premier Eshkol gutgeheissen. Der Bericht zitiert auch eine Erklärung Abba Ebans aus dem Jahre 1959: „Niemand wird vergessen, dass Ihre Organisation an der Wiege unserer Heimat wachte und dass sie uns bei Gründung unseres internationalen Status behilflich war; auch nicht, dass sie uns über die Schwierigkeiten unserer Freundschaft mit Volk und Regierung der USA hinwegb rächte. Indem sie ihren amerikanischen Prinzipien treu blieb und dennoch die brüderlichen Gefühle dem Judentum gegenüber bewahrte, leistete Ihre Organisation unersetzliche Dienste. — (ITA) Zionistischer Weltkongress Jerusalem. — Auf der Pie. narsitzung des Exekutivcomites der Jewish Agency wurde beschlossen, eine Konferenz der Leiter aller jüdi.' sehen Gemeinden und Organisationen der ganzen Welt einzuberufen, die vor dem nächsten Zionistischen Weltkongress vor Abschluss des Jahres 1964 stattfinden soll. Auf der Plenarsitzung wurde die Tagesordnung für den nächsten Weltkongress ausgearbeitet und ein Bericht von Rose Halperin über die gegenwärtige zionistische Situation in den Vereinigten Staaten gehört. (ITA) Fleisch-Import Washington. — Die USA Unterzeichneten ein Handelsabkommen mit Israel, wonach dieses Land im Rahmen des Programms „Lebensmittel für den Frieden“ 3.000 Tonnen Rindfleisch zum Preis von 2.100.000 Dollar einführen soll. Dadurch wird Israel in der Lage sein,, die Fleischpreise im lande niedrig zu halten. Durch dieses Abkommen werden die Handelsbeziehungen zu den ständigen Heisch, lieferanten Israels, nämlich den lateinamerikanischen Ländern, weiter nicht betroffen. (ITA)

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