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Jüdische Wochenschau · 1964-07-17 · 2073 (17.7.1964) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2073 (17.7.1964)
Date
1964-07-17
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Viernes, 17 de Julio de 1964 An« XXV. LA SEMANA ISRAELITA — No. 2073 — 9 ■fv Sigo, del Estero 454, IX, of. 35 IMer&i e§md der Wmtihmt® Das Problem der Heiligen Stätten in Palästina und der Beziehungen zwischen dem Vatikan und der Zionistischen Bewegung beschäftigte Herzl seit Beginn seiner zionistischen Tätigkeit. Zum ersten Mal werden die Heiligen Stätten bereits im „Judenstaat“ erwähnt, Herzl schlug dort für sie eine Art von völkerrechtlich garantiertem, exterritorialem Status vor. Im Mai 1896 kam Herzl mit dem Apostolischen Nuntius in Wien, Agliardi, zusammen und im folgenden Jahr bemühte er sich erfolglos um eine Audienz beim neuen Gesandten des Vatikans in der österrei. chisehen Hauptstadt, Monsignor Taliani; erst im Jahre 1899 kam dieses Treffen zustande. Bei Gelegenheit seiner Italienreise, die er unternahm, um den König von Italien zu sprechen, bemühte er sich um die Herstellung eines direkten Kontaktes mit dem Vatikan. Geplant wurde die Reise zuerst beim 6. Zionistenkongress im August 1903; unternommen wurde sie dann im Januar 1904. In der zwischen Herzl und Dr. Police Ravenna, dem Vorsitzenden der Zionistischen Ländesorganisation von Italien, ge. führten Korrespondenz, spielt die Audienz beim Papst eine grosse Rolle, „ich muss den Papst so bald wie möglich sehen“, schreibt Herzl an Ravenna am 5. September 1903 und ln einem weiteren Schreiben vom 10. September definiert er den Zweck der päpstlichen Audienz folgendermassen; „Wir wollen nur das profane Land in Palästina. Es fällt uns nicht int entferntesten ein, an den Heili. gen Stätten zu rühren. Diese müssen ein für alle Male internationalisiert werden. Ich möchte, dass dieser Vorschlag vom Papst angenommen und von ihm unterstützt wird; er ist ja das geistliche Oberhaupt, das auch andere christliche Kirchen anerken. nen und respektieren.“ Dr. Ravenna tat alles, was in seiner Macht stand, um für Herzl eine Audienz beim Papst zu erlangen* aber alle seine Anstrengungen bleiben erfolglos. Er bemüht sich besonders um die Vermittlung von Dr. S. U. 3NAHON eines jüdischen Abgeordneten, der später Unterstaats. Sekretär beim Innenministerium wurde, Signor Leone Romanin Jaen, der sehr gute Beziehungen zum Papst Pius X. unterhielt, aber sich weigerte zu intervenieren. Die Audienz beim Papst kam aber schliesslich doch ¡flurch eine zufällige Begegnung in Venedig zwischen Herzl und dem Grafen Lip. pay, Hofmaler beim Vatikan, zustande, den Herzl im Januar in der Bierhalle des Hotel Bauer in Vendig getroffen hatte. Lippay brachte Herzl ohne jede vorhergehende Ankündigung zum päpstlichen Staatssekretär Merry del Val. Am 22. Januar schreibt Herzl hierzu in seinen Tagebüchern: „Das Warten — eine Stunde .— war mir dennoch nicht langweilig. Das Kommen und Gehen der Wachen, Kämmerer, Prälaten und der Lakaien in rot damaszierten Seiden livreen amüsierte. Alle Farben grossartig gestimmt. Da haben die grössten Maler der Erde mitgewirkt... Es kamen Damen in Schwarz und Herfen im Frack und mit Orden aus dem zweiten Vorsaal, dessen roten Teppich ich sah, hervor. Sie kamen vom Papst. Das Ganze hatte sicher etwas hofmässiges. Der Ge kreuzigte, kümmerlich, leidend, ein Bild des menschli. eilen Elends, sah aus seiner Bronze auf die Marmorwände, auf das höfische Treiben herab, das in seinem Namen sich hier entwickelte, nun schon seit vielen hundert Jahren sich entwickelt. „Wenn er das alles hätte vorausahnen können, als er am Kreuze „Eli Eli!“ ausrief, hätte es ihm das Sterben leichter oder schwerer gemacht?“ Der Staatssekretär sagte Herzl, er könne nicht einsehen, wie der Vatikan in dieser Sache eine Initiative er. greifen könne. „Solange die Juden die Gottheit Christi leugnen, können wir uns doch nicht für sie einsetzen... Wie sollen wir nun, ohne unsere eigenen höchsten Prinzipien preiszugeben, uns damit einverstanden erklären, dass sie wieder in den Besitz des Heiligen Landes gesetzt werden? Die Geschichte Is. raels ist unser Eigen, es ist unsere Grundlage. Aber um uns'für das jüdische Volk zu erklären, wie Sie es wünschen, müsste es sich bekehrt haben.“ Schliesslich versprach der Kardinal, wie Herzl in seinen Tagebüchern vermerkt, die „prise en considération meines Ersuchens“. Am 25. Januar 1904 wurde Herzl wiederum durch die Vermittlung des Grafen Lip. pay von Papst Pius X. in Audienz empfangen. Der Papst war freundlich weder die Juden bleiben bei ihrem Glauben und erwarten noch den Messias, der für uns schon gekommen ist, dann leugnen sie die Gottheit Je. su, und wir können ihnen nicht helfen — oder sie gehen ohne jede Religion hin, dann können wir erst recht nicht für sie sein.“ Der Papst drückte zwar sein Wohlwollen gegenüber den Juden als Individuen aus, mehr aber nicht. Herzls Audienz beim Papst war seine letzte Begegnung mit einem Staatsoberhaupt und eine seiner letzten mit einem Staatsmann. Bevor Herzl am 26. Januar 1904 Rom verliess, wurde er vom italienischen Aussenminister, Tomaso Tittoni, empfangen BERATUNG für Eltern, die ihre Kinder nach Israel in die Schule geben wollen. Desgleichen für Jugendliche, die in Israel ihre Ausbildung vervollstaend:gen wollen oder Interesse haben, das Land kennenzulernen. Um telef. Anmeldung im Sekretariat wird gebeten. in der Form, aber ausweichend im Inhalt seiner Antworten, aus welchen aber doch klar hervorging, dass der Vatikan der Zionisti. sehen Bewegung nicht günstiggegenüber stand: „Die Juden haben nicht unseren Herrn anerkannt __ deshalb können wir nicht das jüdische Volk anerkennen... Ent- ANSPRACHE Soll man die Einsicht eines Irrtums verurteilen? Ich glaube nicht, ganz im Gegenteil. Mein erster Gedanke ist immer, dem Ein sehenden in der Entwicklung seiner Ueberlegungen weiterzuhelfen. Vielleicht denken Sie jetzt an das kommunistische Russ’ land oder China, wo Bekenntnisse dieser Art an der Tagesordnung sein sollen? Weit gefehlt, denn hier handelt es sich ganz zwanglos um die logische Anpassung an die Umstände und es scheint so, dass wir uns alle in einem Irrtum befunden haben. Ich bin sicher, dass Sie jetzt schon verstehen, was gemeint ist, da wir an dieser Stelle immer versuchen, Ihnen unseren Standpunkt zu übermitteln. Und der Irrtum? Der Irrtum ist unsere fiktive Sicherheit. Die ständige Warnung der Zionistischen Organisation ist keine Schwarzmalerei. Lesen Sie die Woite Theodor Herzls auch heute noch, sie haben ihren Wert nicht verloren. Stellen Sie einen Teil Ihrer kostbaren Zeit für die Mitarbeit in der Theodor Herzl Gesellschaft zur Verfügung. Wir erwarten Sie! Zum Schluss noch ein Hinweis. Die Auswahl der Worte genügt nicht, um den Slogan zu ändern. Unser Aufruf ist immer derselbe, aber die Umstände sind auch dieselben. Darum können wir Ihnen nichts Neues sagen. Unsere Feinde haben nur ihre Maske geän. dert. Solidarität und Einheit ist der Sinn meiner heutigen ANSPRACHE Seine diplomatische Mission führte er am 30. April 1904 aus, einige Tage bevor er Wien verliess — um nie wieder in diese Stadt zurückzukommen: an diesem Tage, zwei Monate vor seinem Tode, wurde ihm vom österrei. chisehen Aussenminister Baron Gluchowsky eine Audienz gewährt. Nachrichten aus Israel MAABAROT Nach Beendigung der aus dem laufenden Budget finanzierten Bautätigkeit, werden in den Maabarot (Transitlager für Einwanderer) noch 1500 Familien und 900 Einzelpersonen, insgesamt etwa 8.000 Seelen, wohnen bleiben. Infolge der in den letzten beiden Jahren verzeichneten Steigerung der Einwanderung und der mit ihr verbundenen Kosten, war es bis jetzt nicht möglich, die für eine völlige Auflösung der Maabarot ^forderlichen Mittel aufzubringen. NEUE FRACHTER Die Schiffahrtslinie „El Jam“ hat zwei Frachtschiffe, je 40.000 to gross, bej einfer japanischen Werft bestellt, die im Laufe von zwei Jahren geliefert werden sollen. ARBEITSBESCHAFFUNG Nach einem neuen Arbeitsbeschaffungsprogramm soll im Laufe der nächsten drei Jahre Arbeit für 2.000 Familien neuer Einwanderer in Aschkelon sichergestellt werden. Man plant die Erweiterung von 40 Industriebetrieben in der Stadt, was die Beschäftigung von zusätzlichen 1.400 Arbeitern ermöglichen wird. Ferner sollen in Aschkelon unter der Beteiligung ausländischer Gesellschaften neu« Betriebe errichtet werden und zwar Fabriken für Stahlmöbel und Kunstleder und eine Bauschlcsserei; auch der Bau von zwei weiteren Unternehmen zur Erzeugung von Türen aus plastischen Stoffen und von Desinfektionsmitteln ist vorgesehen. KEINE ELENDSVIERTEL Der Wohnbauminister gab bekannt, dass die Regierung in diesem Jahr mehr als 20 Millionen IL für die Beseitigung der Elendsviertel ausgeben will. AUS USA UND ENGLAND Die Zahl der Neueinwanderer aus den Vereinigten Staaten stieg im vergangenen Jahr von 600 auf 1.900, aus Grossbritannien von 578 auf 790. ENTWICKLUNGS.PLAENE Die Regierung beschloss unlängst, im laufenden Finanzjahr mehr als 9 Millionen IL für die Entwicklung arabischer und drusischer Dörfer auszugeben. EINWANDERUNG Im Jahre 1963 kamen etwa 10.000 Einwanderer aus westlichen Ländern ins Land gegenüber 2.400 im vorherge. henden Jahr. Hiervon allein 5.500 aus Südamerika, während es im Jahre 1962 nur 1.252 waren. General - V er Sammlung MONTAG, DEN 10. AUGUST, 20 Uhr in der Gramer 2070 I. E. 38-5815 SEKRETARIAT SANTIAGO DEL ESTER0 454 - 9. St. - 01. 36 TELEFON 38.5816 \SPRECHSTUNDE. * nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung, jeden MITTWOCH von 18 bis 20 Uhr. USA und Jordanproblem Washington. — Die Regierung der Vereinigten Staaten nahm dieser Tage in klarer Form zur Frage der Jordan, entwässerung Stellung. Dies geschah in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Senators Kenneth B. Keating, der die Stellung, nähme der USA-Regierung in dieser Angelegenheit kennenlernen wollte. „Ich möchte wissen“, schrieb Keating, „ob die Regierung der Vereinigten Staaten das Entwässerungsprogramm Israels mit dem Unifikationsplan des Jordantales vom Jahre 1955 in Einklang bringen kann und ob sie Israels Bestrebun. gen unterstützt. Wenn ja: wird die Regierung der Vereinigten Staaten etwas unternehmen, wenn andere Länder des Mittleren Orients versuchen sollten, die Pläne Israels mit Waffengewalt oder mit Gegen . Entwässerungs- Projekten zu stören?“ Frederick Dutton, assistierender Staatssekretär, beantwortete diese Anfrage im Na. men der Regierung wie folgt: ,,Wir haben die Versicherung der israelischen Regierung, dass die Benützung des Jordanwassers in keiner Hinsicht die Bestimmungen des Jonnstonplans von 1955 verletzt. Wir sehen keinen Grund anzunehmen, dass diese Versicherung nicht auf Richtigkeit beruht. Deshalb unterstützen wir die diesbezüglichen Bestrebungen Israels. Was nun die Frage betrifft, ob wir im Falle einer Aggression eingreifen würden, können wir nur antwor. ten, dass unsere Politik seit langer Zeit schon auf die Vermeidung jeder Aggression im Mittleren Orient hinzielt. Dies wurde schon vom verstorbenen Präsidenten Kennedy am 8. Mai 1963 in ein. deutiger Form klargelegt und Präsident Johnson wiederholte es anlässlich des Besuchs von Premierminister Levi Esihkol. Sollten andere Länder des Mittleren Orients versuchen, den israelischen Plan durch Gegenprojekte zu stören, würden die USA eingreifen, insbesondere dann, wenn die am Jordan gelegenen arabischen Staaten dem Fluss mehr Wasser entnehmen wollten, als dies im Johnston •- Plan vorgesehen war. Die Form unserer Opposition würde sich naturge. mäss nach den Umständen richten, unter denen sich diese eventuellen Ueberschreitungen abspielen.“ (ITA) Generalversammlung Die statutenmässig erforderliche Generalversammlung der T.H.G. findet am Montag, den 10. August, in den Räumen von Bet Israel, Cramer 2070, statt. Den Mitgliedern wird der Bericht und die Bilanz in wenigen Tagen zugehen. Andere als in der Tagesordnung angeführte Punkte dürfen nicht behandelt werden. Schliesslich machen wir darauf aufmerksam, dass nur diejenigen Mitglieder sprechen und mitstimmen dürfen, die ihre Beitragszahlungen bis einschliesslich Juli geleistet haben. Wir bitten um regen Besuch der Generalversammlung. Wir machen noch darauf aufmerksam, dass der offizielle Beginn auf 20 Uhr angesetzt ist. Sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als die Hälfte aller Mitglieder erschienen, so tritt eine Pause von einer Stunde ein, und die Generalversammlung fin. det um 21 Uhr statt, unabhängig davon, wieviele Mitglieder an ihr teilnehmen. Gottesdienste der THG an den Hohen Feiertagen Die vorbereitende Kommission gibt folgendes bekannt: Anstelle des verhinderten Herrn Jungmann haben wir als 1. Kantor Herrn IDILIO GOR.DON gewonnen, der von einem verstärkten Chor begleitet werden wird. Wir sind sicher, dass Ing. Gordon mit seiner geschulten, sympathischen Stimme zur Verschönerung der Gottesdienste in hohem Masse betragen wird. — Als zweiter Kantor wird auch in diesem Jahr Herr Ignacio Moskowisz in unserem Gottesdienst mitwirken. Erew Rosch Haschanah fällt diesmal auf den 6. Sep--. tember, also 22 Tage früher, als im Vorjahre. Aus die « sem Grunde, und weil die Uhrzeit in Argentinien um eine Stunde zurückgestellt ist, werden in diesem Jahre Beginn und Ende der Gottesdienste entsprechend vor verlegt werden müssen. Die Abendandachten werden etwa um 18 Uhr 20 beginnen. Jom Kipur Ausgang 18 Uhr 23. Die genauen Zeiten werden wir noch bekanntgeben. Auch die Daten für die Ausgabe der Einlasskarten müssen aus vorgenannten Gründen vorverlegt werden Für die Erneuerung der Plätze des Vorjahres sind fol. gende Tage vorgesehen: Sonntag, 25. Juli, Mittwoch, 29 Juli, und Sonntag, den 2. August. Weitere Einzelheiten werden allen Gottesdienst- Teilnehmern rechtzeitig durch ein Rundschreiben be. kanntgegeben. /

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