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Jüdische Wochenschau · 1964-07-17 · 2073 (17.7.1964) · p. [Seite 3]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2073 (17.7.1964)
Date
1964-07-17
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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iîT« Viernes, 17 de Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2073 Im Museum der Maertyrer und Helden Man würde sieh wünschen, dass die zwei deutschen Seeleute, die kürzlich wegen an. tisemitischer Aeusserungen in Haifa zu je 1.500.— IL Geldstrafe verurteilt wurden, dieses Museum zwangsbesichtigt hätten. Es waren ja junge Menschen, noch unverhärtet, keine „Eis- und Marmorblök, ke“ (wie ein Eichmann von Propst Grüber charakterisiert wurde). Wer unverhärtet ist, wer überhaupt noch irgendein menschliches Gefühl hat, wird aus dem Museum, jenem katafaik.artigen Haus im West.Galil, nicht ohne tiefste Erschütterung wieder hervorgehen. Gemeint ist das „Haus Katznelson“ auf den Namen des Märtyrer-Dichters eines Märtyrer-Volkes aus dem Ghetto Warschau. Es steht schon seit einigen Jahren, grau in grau, ein fensterloser Bau. von düsteren Dimensionen, im Kibbuz der Ghetto-Kämpfer „Lochmej Ha. gettaoth“. Wie ein mahnendes Grabmal erhebt es sich im Grün der Gegend, in dem saftigen Gras ,das manche so gern über die Vergan. genheit wachsen lassen wollen. Auch in Israel, trotz vielen gegenteiligen Lippenbekenntnissen. So hat in diesem Jahr die grosse Kundgebung zum Märtyrergedenktag in Lochmej Hagettaoth nicht stattfinden können — „man. gels Mitteln“. Vielleicht wird sie im nächsten Jahre wieder abgebplten, sobald diese einzigartige Siedlung ehemaliger Ghettokämpfer das neu geplante Amphitheater fertig hat. Unterdessen aber werden die Gelder, die sonst zur Deckung des 20.000.— IL De. fizits nötig gewesen wären, vielleicht lichkeit das Memento für das | schreckliche Einst, der Mahn, ruf und Erinnerungsgedauke; nicht verstumme. j Ein Bild spricht mehr als! tausend Worte, und so haben sich die Museumsverwalj ter vor allem auf Bilder konzentriert. Aber Bild kombi. | niert mit Wort wirkt doppelt stark — ganz besonders, j wenn es sich um Schreckens- ' Szenen aus dem Ghetto und | dazu die zynischen Kommenvor er im Ghetto mit der Niekunstvoll detaillierten Reliefderschrift jener historischen j Modells vom Ghetto War. Chronik begann, die dann u. schau. Die elektronische Ana. dem Schriftsteller John i läge, die später ein erklären- Hersey als Unterlage für den , des Tonband synchron mit Roman „Die Mauer“ diente.! einer Beleuchtungsanlage be- Lange bevor Ringelblum im! tätigen soll, war bei unserem März 1944 im Alter von 44 Besuch noch nicht vollstän. Jahren ermordet wurde (und . dig im Gang. So hatten wir zwar auf der „arischen Sei- , das Privileg, einen der Mute“ Warschaus) konnte er j seumsverwalter, Zwi Schner, noch mit seinen Helfern die persönlich zu hören. Der Kib- Ohronik teils in Kartons, buz besitzt bereits ein Mo- LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190, I? izq-T. E. 83-2613 - 17. Juli 1964 8. Aw 5724 teils in Milchkannen vergra. tare der Schergen handelt, j ben. Nun kann man die vergilbten Blätter teils im Original, teils im Fotostat hinter Glas und Rahmen sehen. Dazu kommen Fotos und Do. kumente aus dem früheren Leben des Historikers; ein krasser Kontrast zwischen dem früheren freundlichen Alltag und dem späteren Schrecken wird so mit Bedacht und wirkungsvoll geschaffen. Mit zu den erschütterndsten Dokumenten gehören die letztwilligen handschriftlichen Verfügungen von zwei Neunzehnjährigen,, die beim Vergraben der Chronik halfen. Draussen, so schreiben sie, gehen die Selektionen unaufhörlich wei. Schritt für Schritt verfolgen. \ ter, wird pausenlos gelitten (Originalsohriften: „Jüdische Banditen — frisch aus den Bunkern geholt“. — „Banditen entziehen sich dem Schicksal durch Absprung“ etc.). Zu diesen teilweise schon viel veröffentlichten Bildserien sind jetzt jedoch viele neue Objekte gekommen. Vor I allem hat das Prager Staats- , museum eine ungemein ein. I drucksvoll zusammengestellte . Serie über das Ende der Ju- I den in Böhmen und Mähren i übermittelt. An Hand des 1 vorbildlich montierten Bildj materials und einschlägiger; Dokumente kann man den j Leidensweg gewissermassen < Immer wieder gibt es da „Aufrufe“, Kundmachungen und Verordnungen, die das Fortschreiten der Eßtrech. j tung und Vernichtung einer ganzen blühenden Gemeinde mindestens ebenso deutlich 1 illustrieren wie die Originalj fotos der Menschen auf dem : Wege in denJTod. Eine andere Serie, in ei. , nem anderen Saal, umfasst j Originalzeichnungen und Ge- , mälde von Kindern wie von j Künstlern, die das Unsagbare miterlebten. Einzigartig ist auch die Serie von Dokusogar noch Segen-; menten über den Historiker bringender verwendet. Das Archiv wird ausgebaut, neue X>ruc/cscJiri/Icn sind in Vorbereitung, Ausstellungen wechseln ständig. Die Leute von „Lochmej Hagettaoth“ sorgen dafür, dass nach Mögdes Ghetto Warschau, Erna, nuel R-ingelblum. Ringelblum war Deiirer und Publizist, be- und gestorben. Sie wissen, dass ihr Ende naht. Ihr letzter Gedanke gilt ihrem Volk, der Nachwelt, „Eretz Israel“. Ergreifend auch ein Sendbrief an die Juden in Palästina, der auf .Tunterirdi. sehen Wegen“ an seinen Bestimmungsort gelangte. Einige der Unterzeichner und Aufstands-Führer leben noch: Zvia Lubetkin, die im Eich. mann-Prozess aussagte wie Jizchak Cukierman („Antek“), der uns durch die strengen, hallenden Muse, umsräume führt. Es ist, als würde man vom Geiste der Geschichte selbst begleitet. Noch stärker wird dann diese Impression angresiclits des MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschä# te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO H47 T. E. 35 - 1033 Globke in der Schweiz? CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. 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CafeCfowi dB Ernst Koppel Maipu 982 TeL 31-7845 Der „Schweizerische Beobachter“, der seinerzeit dagegen protestiert hat, dass ein Mann wie Dr. Hans Globke, Kommentator der unmenschlichen Nürnberger Rassengesetze und Mitverfasser des Nazigesetzes „zum Schutz j von Blut und Ehre“, zum schweizerischen Dauergast werde, nimmt Kenntnis von der bundesrätlichen Antwort auf die Kleine Anfrage von Nationalrat Werner Schmid, wonach der Erlass einer Einreisesperre gegen Dr. Globke nicht ins Auge gefasst werde, da dieser gar nicht beabsichtige, sich in der Schweiz dauernd niederzuiassen oder sein Grundstück in Chardon. ne auch nur für kürzere Ferienaufenthalte zu benützen* für letzteres bedürfe es auf Grund der geltenden fremdenpolizeilichen Vorschriften auch gar keiner besonderen Bewilligung. Damit werde jedoch, findet der „Beobachter“, der Oeff fentlichkeit Sand in die Au. gen gestreut, da dies für alle jene Ausländer, die von den Bundesbehörden als „unerwünscht“ bezeichnet worden sind, nicht gelte. Nur allzu schnell habe sich im übrigen herausgestellt, dass die von Globke dem Bundesrat abgegebenen beruhigenden Erklärungen falsch seien. Das Blatt zitiert dann den Hamburger „Spiegel“, demzufolge Glob. ke, entgegen den vom Bundesrat vor aller Oeffentlichkeit gemachten Zusicherungen, nun doch den Versuch unternehmen will, in der Schweiz Fuss zu fassen. Damit werde die an den Bundesrat gerichtete Anfra. ge erneut aktuell. „Die Bundesbehörden werden diesmal nicht wieder ausweiehen kön- : nen... Der Beobachter kann I und will es nicht glauben, dass der Bundesrat weiterhin! einem Mann vom Schlage des Dr. Hans Globke ungehinf dert die Einreise in die i Schweiz zugestehen will.“ Teppichhaus - M. 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Die gro- Arabische Misserfolge Jerusalem. — Die Anstren. gungen der Araber, die lateinamerikanischen Länder für ihren Standpunkt in der Jordan-Frage zu gewinnen, sind gescheitert. Dies geht klar aus einem Bericht hervor, den der Generaldirektor des israelischen Aussenmini. steriums, Dr. Jaim Jalil, nach einer langen Reise durch die lateinamerikanischen Länder gab. Demnach haben sowohl die Behörden der lateinamerikanischen Länder als auch deren öffentliche Meinung der Bearbeitung der arabischen Propaganda Widerstand geboten und ihre freundschaftlichen Gefühle Israel gegenüber nicht geändert, wenngleich auch die Araber ihre intensive, israelfeindliche Wühlarbeit fortsetzten. In Kürze wird Israel in Costa Rica, Panama und in der Dominikanischen Republik neue Botschaften errichten. (ITA) sse Mauerumfassung erlischt, kleine Inseln bleiben. Nun lebten nur mehr 50.000, sagt di£ monotone Stimme des Erkläre«. 300.000 waren den letzten schrecklichen Selek. tionen zum Opfer gefallen, den „Kessel-Aktionen“, — 150.000 „waren so gestorben“. Und dann — der Aufstand. Die Elektronenanlage tickt, weisse Striche und Pfeile leuchten auf: so zogen die Deutschen am Schicksalstag den 19. Aprü ins Ghetto ein... Am 16 Mai meldete SS-General Jürgen Strop den Fall des Ghetto; als Symbol des „Sieges“ zündete er die Syn. agoge an. Aber Nester des Widerstandes hielten sich noch. Zuletzt leuchtet rot eine Ruine auf: Mila 18, der Bunker, wo Anilewitz und seine Freunde fielen. Und dann wieder rote Lichter, Striche durch die Gassen: der unterirdische Rückzug der letzten Kämpfer durch die Kanäle. Und dann- Schweigen. Schweigen herrscht auch nebenan im Saale, wo in einer Glasvitrine das berühmte Paar Kinderschuhe mit ei. nem Kindersehürzchen als Reliquie der eine Million ermordeten Kinder ruht. Schweigen auch in der Bibliothek, die bereits 13.000 Bände in allen Sprachen umfasst. Hier findet man ebenso den erschütternden Band von Zeugnissen „Wir haben es gesehen“, wie die infame Lügensammlung eines französischen Nazi („Die Lüge des Odysseus“), der die Gaskammern. überhaupt leugnet. Hier im Kibbuz .Museum im we-stlictbciA Galil gibt es massives Geg«umaterial. Aber dennoch mag es Leute in Europa geben, die lieber dem Neonazi glaubten. Denn Wissen — ist unbequem. Wenn sogar ein gutmeinendes Blatt wie die „Weltwoche“ Hoch, huths „Stellvertreter“ „ein schlechtes, übles und verwerfliches Stück“ .nennen konnte, ist die Verdrängungsmanie noch akut. Israels Märtyrermuseum noch ein „Muss“ der seelischen Hygiene. feit oj« rara«* Crí’PJ I 1 «-) inui CAJA POPULAR DE BELGRAN0 i § O'Optrath't* ftv Crrdtto ¡.¡Ja. i ¡n ¡ SEIT 1932, U * VERTRAUENSWÜRDIGS fondo de Accionistas Descuentos Créditos Valora al Cobro AMENABAR 296S/72 Tel. 7Q-975ÍJ/5D25 Agencia N* 1 CABILDO 3102 esq Ibera Tel. 7019907 BUENOS AIRES ESCUELA HEBREA DE EDUCACION INTEGRAL DAVID W0LFS0HN AMENABAR 2972 Buenos Aires ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich * Rückerstattung ★ 0STUNDEH: und FREITAG von 16—18 Uhr BUER DIENSTAG, MITTWOCH T. E.: 83-2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwalt™ gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - (930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS

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