Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2073 (17.7.1964)
- Date
- 1964-07-17
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 17 de Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2073 Reaktion und Restauration (Schluss von Seite 1) i i Debatte entfesselt haben. Wir laben uns noch selten die j themen aussuchen dürfen,! Iber welche wir mit Gegnern I tu sprechen beabsichtigten.! Die mit oder gegen uns ge- I führten Diskussionen wur-! len uns — bisher jedenfalls — I stets aufgedrängt. Nur wer j sich blind stellt, wird verkennen, dass von der Behauptung, nicht Hitler, sondern andere haben den letzten Weltkrieg entfesselt, bis zur These, Hitlers Judenverfolgungen seien weder so tragisch gewesen, wie dies erklärt wird, noch seien sie von ihm gewollt oder begonnen, kein weiter Weg von den Reaktionären zurückzulegen ist. Ausserdem begnügen sich die Hitler-Verteidi. ger im Augenblick noch damit, die Engländer und Lord Halifax mit der Kriegsschuld zu belasten. Morgen wird die primitive Gcebbelssche The. se wieder auf tauchen: „Die Juden sind unser Unglück“... Gewissenhafte deutsche Hi. ßtoriker haben bereits zu den I Publikationen über die Ent- ' lastung Hitlers von der I Kriegsschuld Stellung ge- | nommen. Die Bundeszentraj ie für politische Bildung in I Bonn hat in der Beilage zur j Wochenzeitung „Das Parlament“, die regelmässig uni ter dem Titel „Aus Politik I und Zeitgeschichte“ erj scheint, den Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte j in München. Herrn Hermann Graml, zu dieser Frage Stellung nehmenlassen. Mit deut. I scher Gründlichkeit nimmt Graml zu den beiden Schrif- J ten des Engländers Taylor 1 und des Amerikaners Hogj gan Stellung, zeigt die Unterschiede zwischen diesen! beiden Autoren auf und be. j leuchtet kritisch deren Fehj ler und Fälschungen. Er gelangt zu der Feststellung, «lass „beide Btt eher nicht le- FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1’ izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 diglich methodisch anfecht, bar'* seien, „sondern nicht einmal den primitivsten handwerklichen Regeln wissenschaftlicher Methodik entsprechen: In beiden Büchern werden mindestens vier Fünftel der heute zur Verfügung stehenden Quellen und mindestens neun Zehntel der heute vorliegenden Literatur einfach nicht zur Kenntnis genommen..." Schon diese Feststellungen genügen, um zu beweisen, dass von den beiden angelsächsischen Helfern einer internationalen Reaktion nicht Geschichte geschrieben werden sollte. Sie beabsichtigten, gewissen politischen Zie. len Vorschub zu leisten und ,Material' zu liefern, um die öffentliche Meinung zu er schüttern. Sie wollten wahr scheinlich auch nicht allein den heutigen offenen oder versteckten Nazis zu einer Restauration verhelfen, sondern darüber hinaus alle Bestrebungen fördern, die ausschliesslich die Schwächung eines demokratischen Den kens und Lebens bewirken wollen. Graml kommt zu dem Schluss: „Dem deutschen Revisionismus hatten London und Paris eine Chance gegeben, doch der „Führer“ hat dieser Chance den Kampf um die Chimäre „Lebensraum" vorgezogen, und als Hitler dabei scheiterte, ist zugleich auch der deutsche Revisionismus gescheitert. Eine revisionistische Politik Deutschlands hatte damals Chancen. Eine revisionistische Geschichtsschreibung hat heute keine Chance. Und gerade auch deut. sehe Historiker dürfen Entlastungen der einstigen deutschen Machthaber nur dann akzeptieren, wenn sie es vor ihrem Gewissen verantwor ten können“. — Man darf damit rechnen, dass dies die Stellungnahme des heutigen offiziellen Deutschlands ist. Das darf aber nicht dazu verleiten, die reaktionären Versuche für bedeutungslos zu halten. Sie entsprechen gewissen politischen Konstellationen. Dass Hitler seinerzeit den Angriff auf Polen befohlen und gewagt hat, geschah erst nach dem überraschenden und ge. wüssenlosen Bündnis mit dem kommunistischen Russland Stalins. Es zeigte erstmalig einer staunenden .freien Welt', mit welcher Hemmungslosigkeit sich die destrukiven Kräfte verbünden. Stehen wir heute nicht einer ähnlichen Situation gegenüber? Bedenkenlos suchen die kommun:.- tischen Grossmächte — die Sowjetunion ebenso wie China — die Bündnisschaft antidemokratischer Staaten wie z. B. Aegypten. Die Reaktion ist — was Hitler und Stalin bereits bewiesen haben — nicht I an bestimmte Ideologien oder Staatsformen gebunden. Es I stört Krutschew nicht, dass I seine Gesinnungsgenossen in Aegypten eingesperrt werden, wie es seinen Bundesgenos-! sen nichts anzugehen scheint, an der Seite Kubas zu marj schieren. ' Aus diesen Erwägungen | wäre es falsch, die Bekun. düngen einer neuen, weltwei- | ten Reaktion nur als Kampf gegen die Juden oder als das j Bestreben um die Wiederherstellung eines nazistischen Regimes ansehen zu wollen.! Wieder einmal soll der Krieg j gegen alle Länder vorberei- : tet werden, die für Recht und Menschlichkeit eintre. ten, für jene bürgerlichen Ideale, die unsere westliche Welt auszeichnen sollten. Vielleicht wird es zu keinem offenen Krieg kommen, da die Zeit, die Möglichkeiten und die Technik sich geändert haben. Der Freiheit aber ist ein anderer Krieg angesagt worden, der vielleicht gefährlicher als der mit Waffen ist. Die Reaktion reckt wieder ihre Hände nach der Weltherrschaft aus, wie sie Hitler und Stalin vorgeschwebt hat. Mehr Juden in der I Bundesrepublik Berlin. — Nach dem Bericht des Zentralrates der Ju-! den in Deutschland haben die 70 Gemeinden West-! deutschlands und von Berlin jetzt 23.027 Mitglieder. Im Januar des letzten Jahres wa. ren es 22.412. Das Durchschnittsalter beträgt 46,4 Jahre. In der Deutschen Demokratischen Republik gibt es noch 1.710 Juden; 1945 wa. ren es 3.480. Die Verminderung geht zur Hauptsache auf die Abwanderung zui rück. Auch seit August 1961, I da die Mauer entstand, wa-! ren unter den Flüchtlin-! gen einige Dutzend Juden.! Zu den Juden, die den Weg | in den Westen antraten, ge- ’ hörten Dr. Leo Zuckermann,! Staatssekretär in der Berli- - ner Staatskanzlei, Dr. Hans | Freund, der Präsident des! Kammergerichts, und Ge- I meindepräsident Julius Mey. ' er. In der Ostzone gibt es! heute neun Synagogenge- : meinden.! Juden in Russland | Brüssel. — Eine vom Oberrabbiner angeführte Delega- I tion der belgischen Juden ' wurde vom Premier Lefevre | in Audienz empfangen. Der; Zweck des Besuchs war, ihm j die Resolution des belgischen I jüdischen Kongresses vorzu- I legen und ihn zu bitten, die! belgische Regierung zu einer I Intervention im Interesse der! russischen Juden zu bewegen. » Juden unerwünscht 44 New York. — Gegen die Diskriminierung jüdischer Gäste in gewissen nordamerikanischen Hotels wird gegenwärtig eine energische Kampagne durchgeführt. Noch vor einigen Jahren bildete der Umstand, dass viele Sommerfrischen und Kurorte für Juden nicht in Frage kamen, weil die Hotelbesitzer sich in mehr oder minder drastischer Form weigerten, sie aufzunehmen, den Gegenstand öffentlicher Debatten und Stellungnahmen in der Presse. In wirksamer Form wurde in vielen Zeitungsberichten die einer Demokratie unwürdige Diskriminierung angeprangert, die verschiedene Hotels und „Motels , zum Teil auf „diskrete“ Art („Nur selektioniertes Publikum“) zum Teil auf noch plumpere Weise gegen jüdische Gäste anwandten. Noch vor sieben Jahren veröffentlichte die „Liga gegen Diffamierung“ eine Statistik, wonach 23 Prozent aller Sommerfrischen-Hotels jüdischen Gästen die Aufnahme verweigerten. Heute sind es nur noch 10 Prozent, deren Hälfte sich in den Staaten Arizona und Florida befindet. In Staaten, die Gesetze gegen rassische Diskriminierung haben, können kaum Emwände gegen jüdische Gäste erhoben werden. In New York oder Massachussetts zum Beispiel gibt es kein Hotel mehr, das sich weigern würde, Juden Zimmer zu vermieten. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. Orengtein rehabilitiert Zugleich mit dem Mapamführer Oren sass Shimon Vandalismus Limburg.' — In Limburg findet ein Prozess gegen Na Dreyfus-Schmidt Paris. — Pierre Dreyfus- Schmidt, Bürgermeister von Beifort und angesehener liberaler Politiker Frankreichs, verstarb im Alter von 62 Jahren. Dreyfus.Schmidt, der auch Deputierter gewesen war, galt» als einer der bedeutendsten Führer des französischen Judentums. Er war Präsident des französischen Weltkongresses und Qrenstein im Gefängnis von ziärzte statt> die der Eutha- ■ „ Prag. Er wurde in der Zeit j nasie angeklagt sind. Dr. Max ^r ^enSenr^h-! des Slansky-Prozesses verhafi Bräyner, Ex-Direktor des Lü. tet und der Spionage be j neburger Spitals und geweseschuldigt. Nach einigen Jahnes Mitglied der Nazipartei, ' ren wurde er begnadigt, und j sagte aus, dass die Aerzte des er konnte sich wieder nach i Spitals von Berlin autorisiert Haifa begeben, wo er seinen j worden seien, die kranken Wohnsitz hat. Die Regierung Kinder mit Drogen und Inin Prag hat nunmehr seine volle Rehabilitation ausgesprochen. Oren ist schon vorher vom tschechoslowakischen Botschafter in Israel verständigt worden, dass das gegen ihn ergangene Urteil aufgehoben worden sei. jektionen zu töten. „Behandlung“ winde fähr 200 internierten dern zuteil. „Geschichtlicher Schwindel“ Melbourne. — Ein angesehener Führer der katholischen Oeffentliohkeit Australiens, der Herausgeber der grössten katholischen Zei-1 tung, B. A. Santamaria, erklärte während einer Studenj tenversammlung in der Uni. versität von Melbourne, dass j die ProkJamierunsj der jüdii sehen Schuld am Tode Chri- | sti „ein moralisches Verbre-; chen und ein geschichtlicher | Schwindel“ sei. „Ich hätte i gewünscht, dass der verstor. j bene Papst Pius XII. öffentj lieh die Ermordung der Juj den durch die Nazis verurj teilt hätte“, sagte Santama. | ria. I „Was das Oekumenische! Konzil jetzt anstrebt, hätte! die katholische Kirche schon! längst tun müssen. Ich halte j es für gänzlich überflüssig, dass die Juden sich bei uns; jetzt bedanken, denn was war | verspätet unternehmen, ist; nur unsere Pflicht und Schuldigkeit.“ (ITA) Die Krankenschwester Dora Volbrecht berichtete als Zeugin von den moralischen Pressionen, denen das Kran, kenhauspersonal ausgesetzt war. Diese Frau, gegen die gegenwärtig auch eine Unte. In Beifort, Eisass, geboren, wurde Dreyfus-Schmidt schon als Dreissigjähriger Stadtrat und Präsident des lokalen Gerichtshofs. Seine heldenhafte Haltung während der Widerstandskämpfe trug ihm das Band der Eh- - renlegion ein. Stets war er Kinein Vorkämpfer der jüdi-! sehen Sache gewesen und unterstützte alle Bestrebungen des Zionismus. (.ITA) Diese unge. ( Und man drohte ihr mit Verhaftung, wenn sie den weite. i ren Dienst verweigere Die | Pflegerin schilderte vor Getersuchung läuft, sagte aus, , rieht den moralischen Zwie„ dass ihre Vorgesetzten sie vor | spalt, den sie angesichts des allem verpflichtet hätten,1 „sanften Todes“ der Kinder strengstes Sitllschweigen über | empfand, der manchmal zwei alles zu wahren, was sie sah. . Tage lang dauerte. (ITA) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO uardiologia — Hospital Fernandei Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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