Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2073 (17.7.1964)
- Date
- 1964-07-17
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON 2190 — 1? tad. /a Jèmxina J^Xcieliia I E. 83 2613 A«o XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 17 DE JULIO DE 1964 No. 2073 WIE ICH ES SEHE Reaktion und Restauration von JEHUDA GOTTHEMER Je grösser der zeitliche Ab. stand vom Zusammenbruch des Dritten Reiches wird, desto häufiger mehren sich die Versuche, die Bewertung der Vergangenheit zu ändern. In den ersten Jahren, die dem nationalsozialisti- ,sehen Schreckenssystem folg, ten, gab es nur die einheitliche Auffassung über die ungeheure Verantwortung, die Hitler und seine Paladine auf sich geladen haben, durch deren mutwilliges Verhalten die ganz» Menschheit ins Unglück gestürzt worden ist. Die gelegentlichen Bemiihun. gen einer kleinen Reihe unentwegter Fanatiker, die selbst eine grosse Schuld auf sich geladen hatten, versandeten, weil niemand sie in Betracht zog, und weil ihre Meinungsäusserungen auch jeder Grundlage entbehrten. Kein ernster Beobachter zweifelte daran, dass der Krieg von den Nazis systematisch und durch viele Jahre vorbereitet und von ih_ nen mit einer bis dahin unbekannten Grausamkeit geführt worden ist. Keineswegs wirkten nur die unvorstellbaren Verbrechen, die an un. schudigen Menschen, unter ihnen vor allem an den Juden, begangen worden sind, abschreckend und füiirterx rxu einer allgemeinen Ablehnung Jeglicher nazistischer Massnahmen. Selten in der Vergangenheit dürfte die planmässige Kriegstreiberei mit einer solchen Kaltblütigkeit vorgenommen worden sein. Die bewusste Irrefüh. rung aller und in erster Linie der gutwilligen Politiker wirkte provozierend. Mit bitterem Hohn wurden diejenigen von den Nazis überschüt. tet, die ihren Friedensbeteuerungen blindlings geglaubt haben, weil sie nicht an. nehmen wollten, dass die politischen Repräsentanten Deutschlands ein solches Spiel der Verlogenheit zu treiben wagen würden oder hierzu tatsächlich imstande wären. Schliesslich hatten doch alle miterlebt, mit welcher Rücksichtslosigkeit bestehende und soeben erst unter, zeichnete Abmachungen ausser Kraft gesetzt wurden, wie unbeschwert Ueberfälle auf andere Länder unter fadenscheinigen Begründungen inszeniert worden sind, Bündnisse eingegangen und ge. brochen wurden, Versprechungen zurückgenommen und der oft betonte deutsche Friedenswille hohnlächelnd auch dann noch behauptet wurde, als die Hälfte Europas unter dem deutschen Soldatenstiefel seufzte. Wenn man nur Hitlers Buch „Mein Kampf“ zur Grundlage der Beurteilung der jüngsten Vergangenheit machen wollte, müsste jeder objektive Betrachter zu der Feststellung gelangen, dass der Zweite Weltkrieg mit Vorbedacht in dem Augenblick begonnen wurde, wo Hitler zu der Ueberzeugung gelangte, es sei die Stunde zum .Losschlagen“ herange. Nachum Goldmann wurde siebzig In diesen Tagen begeht Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Zionistische ^Weltorganisation und des Jüdischen Weltkongresses sowie der Präsident der Versammlung aller zentralen jüdischen Weltvereinigungen (CO. JO), seinen 70. Geburtstag. Oie Persönlichkeit Goldmanns und seine Rolle in der heutigen jiiciisehen Welt ist eine einzig-, artige, die in der nächsten Ausgabe der J. W. besonders gewürdigt werden wird. kommen. Warum sollte man diesen Stellen in Hitlers Programmbuch keinen Glauben schenken, wenn er andere Teile seiner Zielsetzungen, z. B. die Judenausrottung, mit der gleichen Konsequenz in die Tat umgesetzt hat, obwohl diese Massaker viel unwahrscheinlicher erscheinen mussten als ein Revanche, krieg gegen das „Affenvolk“ der Franzosen... Psychologisch wäre es durchaus zu verstehen, dass sich Deutsche gegen den Gedanken und gegen die These von der deutschen Alleinschuld am Krieg durch eine korrigierende Bewertung der historischen Fakten zur Wehr setzen würden. Denn diese Alleinschuld am Krieg ist eine Beschwerung für Ge. Jabotinsky ruht in Israel Tel Aviv. — Mehr als 250.000 Menschen defilierten vor dem Sarg Jabotinskys auf dem Samuel.Platz in Tel Aviv vorbei, bevor er nach Jerusalem gebracht wurde. Tausende folgten auch dem Sarg auf der Beerdigungsprozession, darunter Repräsentanten zahlreicher Organisationen, hunderte von Betar.Leuten in ihren Uniformen, Veteranen der Jüdischen Legion, Freiheitskämpfer aus dem Ghetto, Juden, die wegen Partisanentätigkeit während des Mandats zum Tode verurteilt und begnadigt wurden, Mitglieder der Stern.Gruppe, des Irgun Zwai Leumi, der revisionistischen Partei mit ihrem Führer Menachem Beguin^der Stadtrat von Tel Aviv mit dem Bürgermeister Mordechai Namir und eine Abteilung des Macabi. Man sah unter den Beteiligten auch eine Gruppe von Kriegsinvaliden, Veteranen der revisionistischen Bewegung' und Mitglieder des Jabotinsky3nei Brith. Die Prozession hielt vor der grossen Synagoge von Tel Aviv an, wo ein Chasan einen Psalm rezitierte und die Trauernden Kadisch sagten. Dann winde der Weg nach Jerusalem fortgesetzt, wo Präsident Salman Shazar den Sarg Jabotinskys empfing. Eine Ehrengarde, geführt von Jizchak Olschan, Richter des Obersten Gerichtshofes und ehemaliger Sergeant der Jüdischen Le. gion, schloss sich dem Trauerzug auf dem Wege zum Zionsberg an (ITA) genwart und Zukunft eines Volkes, das natürlicherweise das Bestrebei in sich fühlt, sein Gewissen zu erleichtern. Da die furchtbaren Massenmorde an Juden und an Söhnen anderer Nationen nicht bestritten werden konnten, als die Meldungen über die Wahrheit der Geschehnisse in den Konzentrations- und sonstigen Schreckenslagern bekannt wurden, versuchte die neudeutsche Führung mit Männern wie Adenauer und Heuss an der Spitze das Volksgew'issen zu entlasten, indem sie eine Gesamtschuld bestritten, aber von einer Ge. samtscham gesprochen haben. Mit dieser Formulierung hat man sich allgemein abgefunden. Die warnenden Stimmen, die .mit dieser Flucht in die Sentimentalität angesichts der tatsächli. chen Beteiligung und der unbedingten Gefolgschaft weitester Kreiäe des deutschen Volkes nicht einverstanden waren, wurden überhört oder als Exponenten eines unerbittlichen Hasses abgelehnt, obwohl die sachliche Wer. tung weder mit Zuneigung noch Hass in Verbindung zu setzen ist. Indem man das deutsche Volk, dessen guter Willen zur Ueberwindung der sclireckliclien Vergangenheit anerkannt werden sollte, aus der Gesamtschuld entliess, bewies man eine Grossziigigkeit, die vielleicht im Verhältnis des einen zum anderen Menschen angebracht sein kann, im Völkerleben aber mit dem Risiko ver. knüpft ist, der Reaktion eine Chance zu bieten, um zu einer Restauration zu gelangen. Es wäre interssant zu untersuchen, ob zwischen der erneuten Aufdeckung und Feststellung nazistischer Ver. brechen in den Lagern an Juden wie an Nichtjuden und den Bemühungen um eine andere als die bisherige Einschätzung der nazistischen Politik ein direkter Zu. sammenhang besteht, weil jede Aktion — in diesem Fall die Kriegsverbrecherprozesse — eine Reaktion — andere Bewertung der Vergangenheit — im allgemeinen auszulösen imstande ist. Ein Blick über viele Länder und Ereignisse zeigt ein Auf. leben reaktionärer, nazistischer, chauvinistischer und antisemitischer Tendenzen, die in verschiedenen Ersehet, nungsformen auftreten, ähn lieh jener beschämenden Schmieraktion vor einigen Jahren, die in einer merk, würdigen Weise zugleich eine Sympathie mit Exponenten des grausamen Nazismus zum Ausdruck bringen sollte. Wir befinden uns im Augenblick in einer ähnlichen Situation vehementer Reaktionen subversiver Kräfte. Solche Bewegungen werden in Krisen und durch Krisen begünstigt, deren Lösung schwierig erscheint und ge. wisse Anforderungen an die betroffenen Länder stellt. Auch das ist aus menschlicher Schwäche erklärbar, dass in solchen Augenblikken nach dem oder den Schuldigen Ausschau gehalten wird. Selten bemüht sich ein Mensch darum, den Grund seines Versagens in seiner eigenen Unzulänglich. Rückkehr Eshkols Tel Aviv. — Nach Abschluss seines i3tägigen Aufenthaltes in Frank, reich kehrte der Premier Levi Eshkol nach Israel zurück, wo er sich begeistert über die Gastfreundschaft und über die unveränderte Haltung Frankreichs gegenüber Israel äusserte. „In den zwei letzten Monaten habe ich zwei grosse Nationen (die Vereinigten Staaten und Frankreich) besucht“, sagte Eshkol. „Diese beiden Staaten sind die Grundpfeiler unserer Politik. Die Konklusion, die ich aus beiden Besuchen zog, ist, dass Israel— bei Beachtung seiner eigenen Sicherheitskräfte und seiner Verteidigungspolitik — nicht allein und isoliert darsteht.“ (ITA) keit zu erkennen. Er findet sich leichter damit ab, für sein Unglück andere Aussenstehende oder die Umstände verantwortlich zu machen. Selbsterkenntnis setzt eine menschliche Reife voraus^ die bei der Mehrheit meist nicht vorhanden ist. Was für den einzelnen Menschen gilt, hat auf Gemeinschaften übertragen, ebenfalls seine Berechtigung. Allzu gern folgt die Masse skrupellosen Agitatoren oder geschickten Politikern, die mit Leichtigkeit ihre eigene Verantwortlichkeit dadurch verschlei. ern, dass sie dem Volk einen Sündenbock präsentieren und diesen als den Grund und als Ursache der allgemeinen Schwierigkeiten brandmarken. Hierfür bietet die Geschichte unzählige Beispiele. Minderheiten schweben immer in solcher Gefahr. Einer der bekanntesten Prügelkna. ben der Weltgeschichte ist der „ewige Jude“, dessen Wanderweg unter den Völkern zugleich sein Leidensweg ist. Schonungslos w-ird der eine Jude für alle Juden verurteilt, wie alle Juden für einen verantwortlich gemacht werden. Hier wird oh. ne Bedenken jene Gesamtschuld zur Anwendung gebracht, die von der Zweiten ZWEIMAL MUELLER von HORST WINOKLER Im Prozess um die Ermordung von 7.000 polnischen Juden hat der angeklagte ehemalige SS-Soldat Anton Mül» ler zugegeben, fünf Juden erschossen zu haben. Müller ist einer von fünf ehe naiigen Angehörigen der Sicherheita. polizei und der Gendarmei ie, die sich vor dem Schwurg«. rieht Hannover xvegen der Erschiessungen im Verniet*» lungsiager Sobibor verantworten mussten. Müller sagte bei der Vernehmung, zwei der Erschos» senen seien sowjetische Soldaten gewesen. Der Hauptang«. klagte Kriminalcbersekretär Nitschke habe ihm den Schiesau befehl erteilt. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob er siel* keine Gedanken über die Tötung der Menschen gemacht habe, antwortete er: „Ich hatte einen Befehl.“ Müller gab ausserdem zu, bei efer Tötung eines Rabbi» ners mitgewirkt und einen anderen Befehl Nitschkes, zwei Juden zu erschiessen, vo.l.streckt zu haben. In keinem Falle habe er gewusst, weshalb die Menschen erschossen wur. den. An verschiedenen Grossaktionen, bei denen Tausende von Juden aus Wlodawa in das Vernichtungslager Sobibor gebracht wurden, will er nur „passiv“ mitgewirkt haben. Ein anderer Herr Müller, der jetzt 55 Jahre alte, enemalige SS-Soldat Franz Müller, gab die Erschiessung von etwa 20 Menschen in Wlodawa zu. Auch dieser Müller konnte nicht sagen, warum diese Menschen erschossen wurden. Er verwies auf die Befehle seines Vorgesetzten Nitschke. Müller bestritt die Aussagen des ursprünglichen Mitangeklagten Schönborn. Dieser hatte über besonders grausame Taten Müllers berichtet. Schönborn, der vor einigen Wochen Selbstmord beging, hatte erklärt, Müller habe vor einer Exekution zu russischen Kriegsgefangenen gesagt, er wolle diesmal aus grösserer Entfernung schie. ssen. Bei der letzten Exekution sei ihm das Blut über die Hände geflossen. Als Müller die Erschiessung von zwei jüdischen Mädchen schilderte, die monatelang auf der SD-Dienstelle in Wlodawa beschäftigt waren, begann er haltlos zu weinen. „Das Mädchen, das ich auf Befehl von Nitschke töten musste, hat vorher nur gesagt, .Machen Sie schnell, Herr Müller’,“ berichtete er schluchzend. Er bat die Angehöri. gen der Menschen, denen so viel Leid zugefügt worden sei, um Verzeihung. „Es gibt mehr oder weniger keine Entschuldigung für das, was ich getan habe“, fügte er hinzu. Wenigstens haben die beiden Müllers ihre Schandtaten und Verbrechen zugegeben und nicht sinnlos geleugnet, wie dies die Angeklagten im Auschwitz-Prozess mit Beharr lichkeit tun. deutschen Republik fürs deutsche Volk geleugnet wird. Ungehindert aber werden auch jetzt noch die Juden zum Spielball internationaler Leidenschaften gemacht. Einem Juden dagegen wird mitunter selbst von Juden übelgenommen, wenn er sich nicht ohne weiteres der allgemeinen Ansicht über die Beurteil ving des heutigen Deutschlands ausschliesst. Der frühere Generalstaatsan_ walt Israels, Gideon Hauss. ner, der Ankläger im Eichmann-Prozess, hat in einem Interview gewagt, an der deutschen Haltung Kritik zu üben und festzustellen, es habe sich nichts Grundlegendes geändert. Er hat wahrscheinlich daran gedacht, dass die Bonner Regierung nicht bereit ist, diplomatische Beziehungen mit Israel anzuknüpfen, und selbst nicht gegen die deutschen Wissenschaftler in Aegypten vorgeht, die durch Raketen, bau an der Vorbereitung des Krieges beteiligt sind, von Intervention der UN neuer ZWISCHENFALL Jerusalem. — Die Span, nung an der syrischen Grenze lässt nicht nach. Neuerdings gab es syrische Artillerieangriffe, vor allem in der Gegend von Hule wo eine israelische Patrouille angegriffen wurde. Anschliessend nahm das Feuergefecht an Intensität zu und aus den syrischen Stellungen Ya labina und Darbashie wurde mit schweren Geschützen auf die Israelis geschossen, die den Angriff erwiderten. Ein israeli. scher Soldat wurde verletzt. Beobachter der UN stellten schliesslich einen Waffenstillstand her. — GESPANNTE LAGE Jerusalem. — Golda Meir hatte mit dem USA- Botschafter Walwort Bar. bour eine Konferenz, deren Hauptthema die stän. digen syrischen Ueberfälle auf Israel und die gespannte Lage an der Grenze bildeten. Zur selben Zeit begab ’ich auch Oberst Marsh, provisorischer Leiter des UN . Ueberwachungsdienstes für den Waffenstillstand, nach Damaskus, um dort mit den syrischen Behörden zu ver. handeln. Man wartet in Israel auf seine Rückkehr, um zu erfahren, was. das Resultat seiner Bemühungen war. SYRISCHE VERSPRECHUNGEN Jerusalem. — Der pro. visorische Leiter des UN- . Ueberwachungs - Dienstes für den Waffenstillstand, der nach Damaskus gefahren war, um wegen der Zwischenfälle an der syrischen Grenze mit den kompetenten Behörden zu verhandeln, berichtete nach seiner Rückkehr Au. ssenminister Golda Meir über die Ergebnisse seiner Bemühungen.. Syrien, so erklärte er, habe geleugnet, das Feuer eröffnet zu haben. Doch habe es sich verpflichtet, in Zukunft für die Vermeidung bewaffneter Angriffe zu sorgen. (ITA) dem der ägyptische Staatschef ganz offen und unbehindert redet. Dass Haussner diese Auffassung geäussert hat, löste einige antisemitische Leser, briefe aus, die ihm eigentlich nur Recht geben. Auch der Verteidiger einiger Auschwitz-Verbrecher, Dr. Latem. ser, befand sich in dieser Gesellschaft. Andere Deutsche, wie Pastor Dr. Martin Niemöller, gj :en zwar H»“1 ner mit seiner Anklage '5TÄ? Recht, bringen aber kritische Meinungen zum Ausdruck. So schreibt Niemöller, der Militarismus sei in Deutschland keine überwundene, sondern eine äusserst gef ähr. liehe Krankheit. Dr. Thomas Dehler meint, Haussners Pauschal - Verurteilung des deutschen Volkes sei nicht zutreffend, auch wenn einige von ihm erwähnte Symptome richtig angeführt seien. Jüdische Stimmen erhoben sich mit der Behauptung, Haussner hätte den Bemühungen um einen deutsch.israelischen Frieden keinen guten Dienst erwiesen. Dieser Hinweis ist nicht angebracht. Denn eine offene Meinung kann einem ernsten Streben nach Ausgleich niemals Abbruch tun. Aber Sturmzeichen zu übersehen und darauf zu verzichten, Bedenken auszusprechen, be. deutet ein nicht zu rechtfertigendes Versäumnis. Soll man wieder einmal schweigen, nur weil Sprechen unbequem ist? — Die aufgewor. fenen Fragen, die Haussner erwähnte, bedürfen einer eindeutigen Klärung. Auf diese Probleme nicht einzugehen, ändert durchaus nichts an ihrer ISxistenz. Hier wird über Themen debattiert, die in erster Linie die deutsche Vergangenheit und Gegenwart betreffen. Hierbei müssen sich schon deswegen jüdische Stimmen melden, weil das jüdische Schicksal mit diesem Pro. blemkreis eng verknüpft war und auch jetzt noch ohne Zweifel verbunden ist. Denn die Debatte über die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg kann nicht von der „Endlösung‘‘ der Judenfrage getrennt werden Schon deswegen wird sie mitdisku. tiert, weil dies in den Absich, ten derjenigen liegt, die jene (Schluss auf Seite 2)