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Jüdische Wochenschau · 1964-07-10 · 2072 (10.7.1964) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2072 (10.7.1964)
Date
1964-07-10
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 10 de Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2072 Ereignisse der Wohlfeiler Antisemitismus Der Mufti war wohl der er. ste Araber, der die .Wohltaten“ eines wohlfeilen Antisemitismus entdeckte. Dass Antisemitismus ein gut gehen, des Geschäft war und ist, stellt keine neue Entdeckung dar. Schon die weltlichen und geistlichen Fiirsten des Mittelalters haben die Juden als eine brauchbare Handelsware erkannt. Entweder hat man sie beraubt oder sie ausgeplündert. Berauben war mit Mord und Brandstiftung gepaart, die Ausplünderung mit Privilegien und Judenschutzpatenten. Das ist die einfache Formel der Wirt, schaftlichen Seite des Antisemitismus. Die Nazis haben die wirtschaftliche Seite mit Politik in einer primitiven Form verknüpft. Auch hierbei waren sie durchaus nicht originell. Schon vor dem 20. Jahrhun. dert hatte man entdeckt, dass die Stimmung der breiten Massen unschwer gegen die Juden gelenkt werden könne. Aber unter dem Naziregime wurden diese Formeln zur Methode gemacht. Wo man einen Schuldigen brauchte, war es nicht notwendig ihn zu suchen; man hatte ihn bereits: den Juden. Mufti und ähnliche Leute folgten diesen Spuren. Der Mufti war sogar im nazistischen Stab. Einer seiner Helfershelfer, der jetzt sein Tätigkeitsfeld nach Lateinamerika gelegt hat, w7ar damals auch dabei. ,Man“'ist vorbe. j reitet. Auch in Argentinien 1 stehen die Dinge nicht zum Besten. Die Dunkelmänner wittern politisch-wirtschaftliche Morgenluft. Sie präsentieren den Schuldigen, um ihre finsteren Geschäfte zu machen. Ab gesetzte Funktio. näre wittern es auch. Der Antisemitismus gewinnt auf diese billigste Weise Anhänger. Die nationalen Instanzen messen diesen trüben Machenschaften keinen besonderen Wert bei. Wir haben andere Erfahrungen. Man weiss nur, wo die Dinge ip Fluss geraten. Man weiss nie, wohin der Fluss die Menschen eines Tages reissen wird. Ausländische Funktionäre schüren Rassen- und Völkerhass. Die zum Schutz der Freiheit und der Sicherheit berufenen Organe sollten eingrei. fen. Niemand braucht sich durch irgendwelche Anonyma beleidigen zu lassen. Jeder Bürger hat ein Recht auf Schutz seiner Ehre, seiner Person, seiner Rechte. Die Staatsbehörden haben auch dann einzugreifen, wenn die Angriffe von angeblich ein. flussreichen Kreisen erfolgen. Rabbiner-Seminar Ueber die Entwicklung des von den United Sinagogues und der CENTRA gemeinsam geschaffenen Rabbiner- Seminars ist an dieser Stelle des öfteren berichtet wor. den. Dass dieses Rabljiner- Seminar heute bereits sein eigenes Gebäude — und zwar ein besonders schönes Gebäude — hat, beweist vielleicht nur indirekt die ExL stenz-Berechtigung des Seminars, gewiss aber die erfolgreiche Arbeit der verantwort, liehen Organisationen, Kommissionen und des Leiters dieses Seminars, des Rabbiners Marshall T. Meyer. Ende des Monats wird die allgemeine und feierliche Eröffnung des Seminars stattfinden, aber jetzt werde es bereits der Presse gezeigt. Schöne, helle, saubere, geschmackvoll und zweckmä. ssig eingerichtete Räume eines typischen Wohnhauses im alten Belgrano-Stil mit einem geräumigen Garten, Schatten spendenden Bäumen und einem Eisengitter zur Strasse: vornehm, wenn auch nicht übertrieben, aber nicht ohne Eleganz wurde ein altes Patrizierhaus. in ein Rabbiner.Seminar umgewandelt. Wohn-, Schlaf-, Ess- und Lehrräume sind in hinrei. ehender Zahl vorhanden. Grössere Säle für Konferenzen und die schon beträchtliche aber ausbaufähige Bibliothek stehen zur Verfii. gung. Ein an der Rückwand des Gartens gelegenes kleines Haus dient zur Wohnung von Gastdozenten, mitten in der Grosstadt, aber doch in einem ruhigen Park. Die äusseren Gegebenhei- DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER *4 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 Woche ten für das Gelingen des Werkes sind damit gegeben. Dass dieses Rabbiner-Semi. nar eine Notwendigkeit war, zeigt auch der bisherige Erfolg und die Entwicklung. Bericht Marshall Meyers Das Haus, das Seminar, die Planung und Organisation trägt die Note eines Mannes: des .jungen“ Rabbiners aus den USA, Marshall T. Meyer, der in seiner dynamischen Art auch das gesamte Programm der Presse-Konferenz bestreitet: die Begriissung, die Erklärung, die Darstellung des Programms, Ziel und Methodik des Seminars, in einem Worte: alles. Gewiss sind auch die Herren der Kommission und des Lehrkörpers zugegen, aber sie haben keine eigene Funktion, sie assistieren bei einem gro. ssen Werk. Dirigiert wird dieses grosse Werk durch einen zwar noch .jungen“, aber bedeutenden Mann. Marshall T. Meyer berichtet, wie man mit 4 Schülernangefangen hat, heute sind es 21, die aus verschiedenen Ländern kommen, vor allem natürlich aus Argentinien. Meyer berichtet, dass es bisher keinen Rabbiner auf die. sem Kontinent gäbe, der hier geboren worden sei. Das werde nun anders werden. Bisher haben wir die erhaltende Kraft des Zionismus gehabt, deren schöpferische Wirkung gewahrt bleiben solle. Durch das Rabbiner-Seminar aber werden Menschen herangezogen, die über diese nationa. len Kräfte hinaus imstande sein werden, die Tradition unseres Schrifttums und Wissensschatzes der Jugend zu vermitteln, aus deren Kreis in Zukunft die wahren Führer einer neuen Generation kommen werden. Rabb. Meyer erläutert das Lehrprogramm und unterstreicht die Tatsache, dass alle Schüler des Seminars verpflichtet sind, gleichzeitig an der Universität zu studieren, um sich ein weltoffenes und weltweites Wissen anzueignen. Denn, so sagt Meyer, der künftige Rabbiner solle nicht allein Talmud und Mischna sowie die sonstigen Schätze unserse Wissens beherrschen, er solle auch vorbereitet sein, um zu den So zialproblemen Stellung zu nehmen und auf alle Fragen eine Antwort zu geben, wie dies von einer modernen Jugend erwartet werde. Dieses Seminar ist durch seinen Geist und durch Menschen mit Israel verknüpft. * pip CHAIM NACHMAN BIALIK, der grosse Dichter der juedischen Renaissance, dessen 30. Todestages vor kurzem gedacht wurde. Moskaus Synagogen Durch das Fenster der Moskauer Synagoge wurde wlih. rend des Gedenkgottesdienstes zum Erinnerungstag an den Warschauer Ghettoaufstand aus dem Hof des Hauses ein Stein geworfen, der in der Nähe der Sitze der Be. amten der israelischen Bot- Schaft ■ niederfiel und nur durch Zufall niemanden traf. In der Synagoge befanden sich 500 Besucher. Der Täter konnte nicht gefasst werden. Die einzige Synagoge von Odessa soll geschlossen werden. In Odessa leben nach Angabe des Bürgermeisters 200.000 Juden. Die Behörden erklärten, dass das ganze Stadtgebiet abgerissen und nach neuen Plänen überbaut werde. Kürzlich erschienen in der Presse Odessas Einsendungen, in denen die Schliessung der Synagoge verlangt wurde, die ,,ein Nest des Schwarzhandels“ sei. Zwei israelische Professoren lehren am Seminar, die Unterrichtssprache ist die Sprache Israels, auch die sympathische Sekretärin des Seminars ist eine Israeli. Mit Enthusiasmus spricht Rabbiner Meyer von seinen Ideen, von der gemeinsamen Aufgabe und von der Zukunft. Mit dem gleichen Enthusiasmus sind die Schüler bei der Sache, zeigen die Studenten die Räume und erläutern mit ihren Worten die Aufgaben, die Bedeutung und die Gegenwart des Seminars. Wir nehmen Gelegenheit, den jungen Studenten Winter, Sohn des in unseren Kreisen geschätzten Rabbiners Dr. Winter (Montevideo) zu begrüssen und zu befragen. Die im Seminar herrschende Atmosphäre, die in solchen Unterhaltungen spürbar wird, ist eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen eines solchen Werkes. Meyers Traeume Zum Schlus dieser Presse, konferenz spricht Rabb. Meyer über Zukunftspläne. Man hat den Eindruck, dass dieser geschulte Redner, der es so eindrucksvoll versteht, Menschen für die von ihm vertretene Sache, aber auch für seine Person zu gewin- I nen, träumt. Er berichtet von! einem Musikdepartment, das j beim Seminar bereits einge.; richtet wurde, von einem j grossen Jüdischen Museum,! das, wie die noch auszubauj ende Bibliothek ein Teil oder Annex zum Seminar werden soll. Und dann meint; Rabbiner Meyer, werde man vielleicht doch auch noch hier zu dem Ziel gelangen und eine Jüdische Universität errichten... Sicher sind wir noch weit von einem solchen Ziel entfernt. Aber dass man den Weg j beschreiten muss, der als! richtig erkannt wurde, auch j wenn die Idee schwer ver- | wirklicht werden kann, das, hat auch dieses Seminar be- ■ wiesen. Jede echte und grosse Idee ist zu verwirklichen. Hierzu gehört allerdings gu. ter Wille, Talent, Ausdauer und Hingegebenheit für die gemeinsame Sache. Um von den Träumen zur Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 33: WASSILIJ AKSSIONOW: Apfelsinen aus Marokko (Roman) Nr. 34: CHARLES MORGAN: Das leere Zimmer (Roman) Nr. 35: WILIIAM FAULKNER: Schall und Wahn (Roman) Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer wetstpreussischen Familie Nr. 37: C. WRIGHT MILLS: Politik und Verantwortung (Eine Analyse) Nr. 36: ROBERT WALSER: Jakob von Gunten, Roman Nr. 30/40: ALFRED KANTOROWIOZ: Tagebuch, Bandl Nr. 41: PAER LAGERKVIST: Gast bei der Wirklichlichkeit (Roman) Es kosten: Einfachbanrl DM 2.50 Doppelband DM 3,80, Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Realität zurückzukehren, sei noch vermerkt, dass bereits heute die Studenten des Seminars rabbinische Funktionen ausüben, und dass verschiedene Gemeinden in verschiedenen Ländern sich immer wieder an das Seminar wenden, um zu Feiertagen und sonstigen Anlässen die Seminaristen zu Predigten, Leitung von Gottesdiensten, Unterrichten und Vorträgen zu gewinnen. Damit ist auch die Frage bejaht, ob das Seminar einem Bedürfnis des jüdischen Lebens entspricht. Wichtig ist die Erkenntnis, dass alle Ausdrucksformen unseres jüdischen Lebens essenzielle Funktionen erfüllen und der Erhaltung der jüdi. sehen Substanz dienen. Wichtige Radio-Sendung Jeden Donnerstag um 15 Uhr 25 präsentiert Herr Jaeobo Kaufmann durch LS 1, Radio Municipal eine Sendung „EI libro de los libros“1 (Das Buch der Bücher), in der biblische Stellen nach orientalischer Art gelesen werden, d. h. in erzählender Fbrm oder durch einen Dialog. Wir machen auf diese Sen. düng aufmerksam, die einen Erfolg des jungen Künstlers darstellt. KEESEN IM IN- UND AUSLAND BESSER BEDIENT SIE IÜTERTUR s.R.L. Tucumán 978 p. 4 — T.E. 35-2567 2779 Bei Ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTY DRESEL COS'"JUCH PASAJES Y TURISMO SRL Avda. Cordoba 379 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 ALFREDO STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779

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