Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2071 (3.7.1964)
- Date
- 1964-07-03
- Page
- [Seite 7] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 3 de Julio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2071 — 7 Gemeinden ¡$ev Judenb Ct*ff Sië Fíoss und Vereine (Fortsetzung der Vereinsnachrichten von Seite 10? „Roy Granate“ spielen zum Tanz. Bar — Buffet und wie immer sind besondere Ueberraschungen in Vorbereitung Reservieren Sie sich den 8. August für den Bar Kochba. Der Jahresball des Bar Kochba ist das Ereignis des Jah. res. FESTSAAL: Unser Festsaal wird für Familienfeiern vermietet. Auskünfte werden unter 86-0241 erteilt. KEREN HAYESSOD Wir erinnern alle unsere Mitglieder an die Zahlungen lür die Einheitskampagne. £s ÇÿAjC I SA ARAOZ 2854 Tel. 71-9059 — 72.2725 BRIDGE-TEE DER BRUDERSCHAFT Wie in jedem Jahr, so hat auch diesmal unser Appell zur Hilfsbereitschaft ein wei. tes Echo gefunden und viele unserer Freunde haben sich bereits zum Bridgetee angemeldet und einen Tisch belegt. Wer es etwa noch nicht getan haben sollte, wird gut daran tun, nicht mehr zu warten. Wir bitten sehr darum, dass alle, die noch Ein. trittskarten haben, diese alsbald abzurechnen. GESELLIGES BEISAM¬ MENSEIN AM 8. JULI: Am Vorabend des Nationalfeiertages kommen wir, wie auch bereits üblich, gemütlich im Heim zusammen bei Musik und freundlicher Ge. selligkeit, unterstützt von der ausgezeichneten Küche unserer Restauration. SPORTFEST DER JUGEND Am Nachmittag, den 11. Juli ist die grosse Sportschau unserer Jugend in der Pesta. lozzi-Schule, Freire 1848. Im Vorjahr begannen wir mit dieser Aktivität, die einen Ausschnitt unserer Jugendarbeit zeigt, und da sehr viel Publikum erschienen war, das sich sehr begeistert über die Darbietungen äusserte, haben wir auch in diesem Im Oberpfälzer Walde nahe der tschechischen Grenze, an der Bahnstrecke Neustadt an der Waldnaab — Vollen, strauss, liegt ein Marktflekj ken von nur etwa zweitausend Einwohnern: Floss, mit I einem Schloss, das jetzt Rat-! haus ist, und mit spärlicher | Industrie, darunter zwei Por. zellanfabriken, die in jüdischem Besitz waren. In diesem entlegenen Ort haben Juden gewohnt, 250 Jahre lang; sie hatten eine Syni agoge, eine Schule, zeitwei. se sogar einen Rabbiner, und , dies noch nicht einmal in j dem Marktflecken selber, sondern etwa einen Kilometer j entfernt auf einem Berge, der danach natürlich der Ju- , denberg genannt wurde Sie j waren also räumlich völlig! getrennt von der Ortschaft j I und bildeten ein reines, aber j freiwilliges Ghetto. Es ist dies wohl das einzige reine . Ghetto in Bayern, und aus der Tatsache, dass hier nur , Juden siedelten, ergab sich j das Kuriosum einer politisch . autonomen jüdischen; I Gemeinde. Ebenso eigenartig i | war es, dass die politische j Gemeinde Floss sich für das j Weiterbestehen dieser polivon Rabbiner Dr. NEUFELD Jahr wieder ein ähnliches Fest veranstalten wollen und hoffen, dass auch diesmal sehr viele Eltern und Freunde unserer Jugend daran teilnehmen werden. AM 22. JULI findet der nächste Kulturabend statt, über den wir noch genauere Angaben machen werden. GROSSER JUGENDBALL am 25. Juli um 21 Uhr im Heim, mit Mario Cardy, einer grossen Tombola und vielen netten Ueberraschungen. UNSER BARMIZWAKURS ist angelaufen und nimmt noch weitere Anmeldungen entgegen. WIR BITTEN DARAUM dass unsere Mitglieder ihre Einheitskampagne . Beiträge so schnell wie möglich zeichnen und bezahlen. FOLGENDE NUMMERN BITTEN WIR SIE sich aufuzschreiben: In Sterbefälien 42-4395; 33.0465, 89- 7350. — In schweren Krankheitsfällen: 70-8750; 76.0176. WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE IM JAHRE 5T24 Erew Tis cha beAw Fasten Tiseha beAw Erew Rosch Hascbana 5725 Sonnabend, den 18. Juli Sonntag,, den 19. Juli Sonntag, den 6. September tisch-autonomen jüdischen Gemeinde einsetzte, während die Juden für die Auflösung Ihrer Gemeinde kämpften. Schon 1672 versuchten die aus Wien vertriebenen Juden, wie in so vielen anderen Gegenden (in der Mark Brandenburg, in Westfalen aber auch in dem Dorf Baisingen im wiirttembergischen Kreis Horb, usw.) ( sich in Floss niederzulassen. Aber dies misslang, und erst 1684 konnten einige wenige Juden sich hier ansiedeln, zunächst unter einschränkenden und entehrenden—Bedingungen Der Berg, auf dem sie sich nie. derliessen, der sogenannte „Karresche Acker“, gehörte dem Kloster Waldsassen, und daher hatten die Juden noch bis in die jüngste Zeit dem Kloster jährliche Abgaben zu zahlen. Als die bayrische Regierung zufällig von dieser autonomen Gemeinde hörte, verfügte sie 1819 ihre Auflösung und Eingemeindung in den Marktflecken Floss. Hiermit waren die Juden sehr zu. frieden, aber die Ortsverwaltung erhob Einspruch mit der Begründung, der Judenberg sei ein eigenes Dorf, das nur von den Juden bewohnt sei. Durch höchste Verfügung aus München vom 9. Mai 1824 wurde daher die Auflösung der Judengemein, de annulliert und diese wieder zu einer eigenen politischen Gemeinde proklamiert, in der fortan ein jüdischer Bürgermeister und jüdische Deputierte gewählt werden mussten. Die Juden sahen darin eine Zurücksetzung und kämpften weiter um ihre Gleichberechtigung, aber lange ohne Erfolg. Das Ghet. to. verwaltungstechnisch geduldet, bestand bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Flosser jüdische Ge. meinde besass auch eine eigene Gerichtsbarkeit. Sie hatte seit 1810 eine jüdische Elementarschule, in der ein Orts, lehrer und ein Pfarrer unterrichteten. Nür für den jüdischen Religionsunterricht wurde ein jüdischer Lehrer angestellt, der wohl auch die üblichen Funktionen eines Kultusbeamten verrichtete 1878 erreichten die Juden die Einrichtung einer eigenen jüdischen Schule mit jüdischen Lehrern. Eine kleine Synagoge bestand schon seit 1721, und als sie bei dem Wachstum der Gemeinde nicht ausreichte, wurde eine neue, der Zeit ent-; sprechend im Barockstil, erbaut und 1817 durch einen Rabbiner eingeweiht, der an-; geblich den Namen Weidels. hofer trug. Zum Rabbinats- | bezirk Floss gehörten die Nachbarortschaften Neustadt an der Waldnaab, Weiden an! der Naab, zeitweilig auch Waldsassen und Tirschenreuth. Als Rabbiner wirkte i hier etwa ein halbes Jahrhundert I. Wittelshoefer. Aus dem Jahrbuch des deutsch, israelitischen Gemeindebuches ergibt sich, dass er noch; 1900 im Amt war. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, i dass der 1817 genannte Rab- 1 biner auch Wittelshoefer; hiess und wohl sein Vorfall. 1 re war. Die Schreibart Wei- : delshofer ist daraus zu veri stellen, dass man damals jü- I disch .deutsch schrieb und einige Buchstaben falsch gele- | sen wurden. Es gab einige bekannte Leute, die aus Floss hervorgin- ' gen, unter ihnen der Geo. graph Josef oder, wie er sich in Anlehnung an Psalm 81, Vers 6, nannte, Jehossef i Schwarz, der in Floss am 22. I Oktober 1804 geboren und am 5 Februar 1865 in Jerusalem gestorben ist. Er hatte schon während seines Stu- I diums in Würzburg eine he- | bräische Karte von Palästina : 1829 herausgegeben, die j dann in Wien und Triest ' 1832 in neuen Auflagen er. schien. 1853 wanderte er nach Palästina, durchwanderte das Land 12 Jahre kreuz und quer | und gab als Frucht seiner I Forschungszüge durch Palä- : stina 1845 ein Werk heraus; j Tevuoth Haarez. Sein (T^ffe, ■ der Kölner Rabbiner Dr. Is-; rael Schwarz, der vorher j Rabbiner im nahen Bayreuth war und auch aus dieser Ge. i gend stammte, hat es ins ■ Deutsche übersetzt unter dem I Titel: „Das Heilige Land nach seiner ehemaligen und jetzigen Beschaffenheit“ (1852). Ins Englische war es schon vorher von Rabbiner Dr. Israel Leeser übersetzt worden (Philadelphia 1850). Norbert Waelder in Zürich hat mir kurz vor seinem Tode mitge. teilt, dass seine Mutter aus Floss stammte und dass er bei einem Besuch dort noch den Judenberg und die kleine Gemeinde gesehen habe. Die Gemeinde wurde im Laufe der Zeit immer kleiner, weil auch von hier vie. le Juden in die grösseren Städte zogen. 1910 wohnten | noch 43 Seelen hier, hatten 1 einen eigenen Lehrer und gehörten zum Rabbinatsbezirk Bayreuth in Oberfranken, ob- : wohl Floss zum Regierungsbezirk Oberpfalz gehörte. 1! 1932 wohnten nur noch 23 Seelen hier; sie gehörten j nunmehr zum Rabbinatsbe- | ' zirk Regensburg und wurden von Rabbiner Dr. Harry Levy, später von Rabbiner Weinberg betreut.! Es ist bezeichnend, dass man noch in der Hitlerzeit, , im Jahre 1934, den Mut auf- | I brachte, das 250jährige Jubiläum der Gemeinde zu feiern | und es dabei an recht deutj i liehen Anspielungen nicht fehlen zu lassen, j Von Floss führte leider der Weg zum nahen Flossenberg , wo im Krematorium des Kon. I! zentrationslagers Tausende und Abertausende jüdische! Opfer verbrannt wurden. Der i I Verfasser des neuen schönen , Werkes über die Juden in i | Bayern, dem ich einen Teil I dieser Angaben verdanke, Ing. Stefan Schwarz, jetzt in;! Straubing, ist den Leidensweg von Floss nach Flossen- ■ j berg im letzten Augenblick, I i im Frühjahr 1945, entlang , getrieben worden und nur , | durch wunderbare Fügung gerettet worden. Neger Nazis New York. — Ein Leiter des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, Shad Polier, erklärte iu einer Zusammenkunft des Exekutiv, comités seiner Organisation, dass der zunehmende Antisemitismus der Neger von einer Majorität der schwarzen Bevölkerung atgelehnt werde. Er warnte die nordameri. kanischen Juden davor den Negern erbittert und feindselig gegenüberzustehen und den „Antinegroismus“ zu verkünden, der dem Antisemitismus an Verwerflichkeit in nichts nachstehe. „Der Neger greift, wenn er den Ju. den bekämpft, die Welt der Weissen an, von der er sich stets bedroht und ausgebeutet fühlt“,, erklärte Polier. Dieses Phänomen ergab sich ungeachtet der Tatsache, dass die Juden die Neger in ihren gerechten Forderungen stets unterstützen. Wir dürfen den Antisemitismus der Neger nicht unterschätzen. Doch dürfen wir auch nicht in den Fehler verfallen, sie zu bekämpfen und damit den Kampf um die Menschenrech-, te und die rassische Gleichberechtigung aufzugeben. Damit würden wir uns selbst schaden und Oel auf das Feuer giessen, das in den USA die Unruhe verstärkt und damit auch dem .Antisemitismus neue Nahrung gibt.“ (ITA) Mittelmeer - Konferenz JUEDISCHES LEHRHAUS THG - BET ISRAEL - WIZO BIBELKURS (VIERZEHNTAEGIG) Leitung: Rabb. Dr. MEIR ROSENBERG 6. ABEND: MONTAG, DEN 13. JULI, UM 20.30 UHR HERRARISCHE KURSE ANMELDUNGEN UND INFORMATIONEN: CRAMER 2070 Tel.: 73-8922 (Bürozeit: Montag, Dienstag, Donnerstag von 15—19 Uhr) Handelsaustausch mit Spanien Jerusalem. — Auf Einla. dung der Handelskammer von Madrid begibt sich eine Delegation der israelisch-spanischen Handels, kammer auf eine zehntägige Besuchsreise nach Spanien, um dort die Möglichkeiten zur Vertie. fung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten zu studieren. (ITA) Florenz. — Der Organisator der Mittelmeer. Konferenz, Intendent La Pira von Florenz, erhielt in der vierten Sitzung die Aufforderung, an Papst Paul VI. eine Botschaft zu übermitteln, in dem Sinne, dass „man intensiv hoffe, dass das Konzil den Ent. wurf der Erklärung über die jüdisch-katholischen Beziehungen gutheissen werde“. Diese Aufforderung richtete Daniel Mayer, Vorstand der Liga für Menschenrechte in Paris, an den Intendenten La Pira. — Der Deputierte der britischen Labour.Party, Fenner Bockway erklärte, dass er in seiner 50 Jahre langen, politischen Laufbahn nichts so sehr gewünscht hätte, wie eine Verständigung zwischen Juden und Arabern. Er wisse, dass es auf beiden Seiten Freunde gäbe und dass über den Differenzen viele gemeinsame Interessen stehen, die den Mittleren Orient „in einen Garten verwandeln könnten.“ Auch der Vize .Intendent von Nazareth, Zubi Abdul Aziz, gab der Hoffnung Ausdruck, dass in Anbetracht der ernsten Lage bald eine Aussprache zwischen Juden und Arabern stattfinden werde. Er streifte die Frage der arabischen Flüchtlinge und meinte, dass dieses Problem gelöst werden müsse, ohne neue Tragödien für diese oder andere Menschen her. aufzubeschwören. Man müss. te nicht nur in Florenz, sondern auch an anderen Orten und auf hoher Eibene Konferenzen abhalten. Elimelech Rimalr, Mitglied | der israelischen liberalen Partei, stellte fest, dass die Be- I deutung der Zusammenkunft ■ in Florenz in dem guten Wil. , len liege, der die Teilnehmer | in der Hoffnung auf eine; friedliche Lösung zusammen- | geführt habe. ' WEITERE PLAENE | Florenz. — Der Organisa- . tor der 4. Mittelmeerkonferenz, Bürgermeister La Pira, schloss diese mit der Ankündigung, dass bereits an den Plänen für eine 5. Konferenz gearbeitet würde, die ausschliesslich dem arabisch-israelischen Problem gewidmet sein soll. „Wir schicken an die arabischen Länder, an Is. rael und an andere, an dieser Frage interessierte Nationen die Aufforderung, an dieser Konferenz teilzunehmen“, erklärte der Intendent in der Schluss-Sitzung. „In diesem Saal“ ,so fügte er hinzu, „öffneten wir 1958 den Weg. der zum algerischen Frieden führte. Wir wollen den Frieden von Jerusalem, den Frieden von Abraham und durch ihn den Frieden für die ganze Welt hersteilen.“ Auch die vierte Konferenz war schon, so erklärte er, ein Ekfolg und , berechtigt zu Hoffnungen auf j eine Lösung des arabisch-israelischen Konflikts (ITA) Dr. GREGORIO T0P0LEVSKY (früherer argentinischer Botschafter in Israel) GEORG FLESCH (Delegierter des Keren Hajessod, Jerusalem) sprechen am MONTAG, DEN 6. JULI, UM 21 UHR IN VIDAL 2049 in einer Veranstaltung des Culto Israelita de Belgrano unter Mitwirkung des ZENTRALEUROPAEISCHEN COMITES DER EINHEITSKAMPAGNE, über „Die Lage im Mittleren Orient“ 2 NEUE ISRAEL-FILME EINE STADT: EILATH und DAS IST ISRAEL... gelangen zur AuRührung.