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Jüdische Wochenschau · 1964-07-03 · 2071 (3.7.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2071 (3.7.1964)
Date
1964-07-03
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO © IQ 25- Concesión 968 fc? 2 o ¡¿-g O " £ <0 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 AH« XXV. BUENOS AIRES, VIERNES 2 OE JULIO DE 1964 Nr. 3071 “10r.a *»> EL EJEiOPLA en toda ta República PUEYRREDON 219« 1« f*<j. T. E. S3 2613 Buenos Aires Der kleine Auschwitz-Prozess Eshkol in Paris von JAKOB KATZ-ROGASEN Neben dem Prozess gegen die Menschenschinder und! anfü i er Entscheidungen aus , sächlich durch Massentranstiefste weren der Grtuim i fnständigen Motiven getrofporte durchgeführt worden rleiste wegen der Grausam- | fen hatte und das Beste für keiten beeindruckt, die in j Volk erstrebte, steht diesem Vernichtungslager be-; fest_ auch dann wenn man gangen worden sind, gibt es j anderer Auffassung, als es noch einen zweiten, söge, nannten kleinen Auschwitz- Prozess in Frankfurt, der gegen die Gehilfen Eichmanns, die früheren SS-Fiihrer Hun. sehe und Krurney abläuft. Das sind die Menschen, die unter der Anleitung Eichmanns die ungarischen Juden zur Schlachtbank und in die Gaskammern von Ausch. witz geführt haben. Sie wussten alle genau, welches Schicksal die Unglücklichen erwartete, die durch ihre Vermittlung den letzten Weg anzutreten hatten. In diesem Prozess wurde erneut Joel Brand vernom. men, der eine wichtige Rolle in der traurigsten Phase der Geschichte der Juden in Ungarn spielte und von Eichmann zum Vermittler beim schmutzigen Nazi - Geschäft „Blut gegen Ware“ ausge. sucht worden war. Brand wurde seinerzeit von Eichmaim und Konsorten nach; Konstantinopel zu Verhand- Brand damals gew'esen ist, heute sein würde. Es ist selbstverständlich, dass ein Mann der zeitweise an einer so tragisch.exponierten Stelle stand, des öfteren verhört und als Zeuge gerufen wird. Nachdem er schon im Eichmann-Prozess vernommen worden war, sagte er in Frankfurt vor einigen Tagen gegen Hunsche und Krumey aus, die er schwer belastete U. a. erklärte Joel Brand, Krumey hätte ihm ganz offen gesagt, wenn sei. ne Mission in Istambul misslänge, dann würden die un sind. Ueber das entsetzliche Schicksal dieser ungarischen Juden, die von Eichmann und seinen Helfern nach Auschwitz in den Tod geschickt worden sind, hat man inzwischen viele Einzelheiten im anderen Auschwitz-Prozess erfahren. Fast alle wurden ins Gas geschickt... Levai beschuldigte übrigens auch den Angeklagten Kru. mey, grosse materielle Forderungen an die orthodoxe Jüdische Gemeinde in Budapest gestellt zu haben. So ha. be Krumey Gegenstände „von Damenwäsche bis zur Militärausrüstung“ verlangt und ausserdem ein Gemälde u« unvon Watteau, das einem jügansehen Juden vernichtet dischen Bür g6hörte, ¿a. werden. An der Richtigkeit ben wolien dieser Zeugenaussage besteht kein Zweifel. Im übrigen haben auch andere Zeugen die Angeklagten schwer belastet. Der ungarische Schriftsteller und Historiker Eugen Levai, der vor dem Krieg Herausgeber mehrerer Tageszeitungen in Ungern war und zu den führen lungen mit den Alliierten ge- | den Persönlichkeiten der Juschickt, die ihn jedoch nicht anhörten, und in ein Gefängnis in Aegypten brachten, wo er erst spät entlassen worden ist. Um Joel Brand wurden lebhafte Diskussionen geführt, ob er richtig oder falsch gehandelt habe, mit Eichmann in nähere Beziehungen zu treten, um des. sen — oder Himmlers — Vorschlag .Blut gegen Lastwaj gen* weiterzuleiten. Heute j lebt Brand in Tel Aviv. Dass! dischen Gemeinde in Buda pest gehörte, sprach von einer „ungarischen Wannsee. Konferenz“, die am 24. März 1944 stattgefunden haben soll. An dieser Konferenz haben — nach Levai — Eichmann, Krumey und der frühere ungarische Staatssekretär Endre teilgenommen. Bei Sekt und Tokajer habe man die Vernichtung aller ungarischen Juden beschlossen, die dann auch später tat- Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Der griechische Ministerpräsident George Papandreou lehnte den Vermittlungsvorschlag des nordamerikanischen Präsidenten Johnson ab. Eine gleiche Haltung nahm auch der türkische Ministerpräsident ein. — Nikita Krutschew setzte seinen erfolgreichen Besuch in skandinavischen Ländern fort, wo er mit Zurückhaltung und doch spürbarer Sympathie aufgenommen worden ist. — Russlands Vizepremier Mikoyan besuchte Indonesien, wo er mitteilte, dass die Sowjetunion diesem Lande Waf. fen liefern werde. — Die rassistischen Auseinandersetzungen in Nordamerika nehmen immer schärfere Formen an. Ueberfälle, blutige Zusammenstösse, Mordtaten sind an der Tagesordnung Eier frühere amerikanische Botschafter Spruille Bradden wird in den nächsten Tagen Buenos Aires besuchen. Er war einer der entschiedensten Gegner Peröns. — Zu neuen Spannungen in der östlichen Welt kann die Absicht der rumänischen Regierung führen, den westlichen Abrüstungsplan zu unterstützen. — Jugoslawiens Präsident, Marschall Tito, besuchte Po. len, um unterbrochene Gespräche fortzusetzen. — Expräsident Moise Tshombe ist nach dem Kongo zurückgekehrt, weil angeblich alle Welt die Anwesenheit Tshombes im Kongo reklamieren würde... — In Italien kam es durch Rücktritt der Regierung Aldo Moro zai einer neuen Regierungskrise, um deren Lösung sich sofort Präsident Antonio Segni bemüht hat. — Der bundesdeutsche Ministerpräsident Erhard erklärte auf einer Pressekonferenz, Krutschew würde in Deutschland willkommen geheissen, falls er sich zu einem solchen Besuch entschliessen sollte. — Papst Paul VI. sprach im Rahmen einer vor Kardinalen gehaltenen Rede über den Weltfrieden und Geburtenkontrolle. — Russland und Ostdeutschland drohen mit neuen Repressalien gegen Berlin, wenn nicht gewisse Bedingungen für den interzonalen Verkehr erfüllt werden würden. — Die Kämpfe im Bürgerkrieg in Süd-Vietnam halten an. Eine Lösung der Probleme dürfte in weiter Sicht sein. — Der Gerichtsvorsitzende fragte, was mit dem Bild geworden sei; hierauf entgegnete der Zeuge Levai, es sei vielleicht nach Kor. bach gekommen. (In Korbach in Hessen lebte Krumey bis zu seiner Verhaftung.) — Wer Gelegenheit hat, die. sen Kriegsverbrecher-Prozessen beizuwohnen, wird immer ein Bild des Schreckens vor seinen Augen erstehen sehen. Die Berichte, die regelmässig von deutschen Zeitungen über diese Prozesse nun schon seit Jahren veröffentlicht werden, bringen die furchtbarsten Grausamkeiten, die damals von den Deutschen mithilfe ihrer let. tischen, litauischen und ukrainischen Helfershelfern meist an wehrlosen Menschen begangen worden sind; auch der Anteil ungarischer Faschisten an diesen Verbrechen ist durchaus nicht gering. Gerade im grossen Auschwitz.Prozess werden die Aussagen nichtjüdischer Zeugen gehört, von Polen vorwiegend, die selbst in Auschwitz gewesen sind und nun berichten, welche Schand. taten die SS-Leute begangen haben. Ein deutscher Journalist, selbst ehemaliger KZler, schrieb, dass er den Verhandlungen zuhörte und im Angesicht der Schrecken und Greuel das Empfinden Abbas Hilmi Jerusalem. — Der provisorische Verteidigungsminister Pinchas Sapir kündigte im Kabinett einen Bericht über Abbas Hilmi für die nächste Sitzung an. Hilmi ist jener ägyptische Pilot, der im Januar in einem Flugzeug tschechoslowakischer Provenienz in Israel landete. Er soll dann, wie aus israelischen Quellen verlautete, von ägyptischen Agenten entführt worden sein. Die Umstände, unter denen er nach Kairo zurückkehrte, sind noch nicht aufgeklärt. Man hatte Hilmi gestattet, Israel zu verlassen und die israelische Regierung hatte ihm eine Flugkarte nach Argentinien bezahlt. Einige israelische Minister forderten eine Untersuchung, um festzustellen, ob in der Behandlung der Angelegenheit keine Nachlässigkeit vorlag. (ITA) hatte, als würden die Mau. ern des Gerichtsgebäudes zurücktreten und sich das „Tribunal in ein Weltgericht“ verwandeln. Das alles war Wirklichkeit! Ausserordentlich -erstaunlich und bedauernswert ist die von manchen Anwälten eingenommene Haltung. Ehe häufigen Zusammenstösse zwischen den Gerichtsvorsit. zenden und den Verteidigern zeigen nicht nur forensische Auseinandersetzungen, die ein geringes Interesse haben würden, sondern offenbaren tiefe Gegensätze, die bei aller Vorsicht der Urteilsbildung doch Rückschlüsse auf die Gesinnung zulassen, unerfreuliche Rückschlüsse über Einstellungen nach all dem, was geschah, und was nie. mand so gut weiss, wie diese Verteidiger selbst... Auch die Haltung der überwiegenden Anzahl aller Angeklagten ist abstossend. Heu. te haben sie alle nicht den Mut, ihre Schandtaten zuzugeben. Nach der Strafprozessordnung ist zwar kein Angeklagter verpflichtet, Erklärungen zu machen, durch welche er sich belastet. Niemand ist zu einem Geständnis gehalten. Aber das sind doch keine kleinen Leute, die Gelder unterschlagen oder heimlich bei Nacht auf Raub¬ und Mordzüge gegangen sind. Das waren doch die „Herren der Welt“, die SS, die von sich selbst sagten, sie seien die Elite! Welch' traurige Bande ist das. Zu feige zu ihren Taten zu stehen, verlegen sie sich hartnäckig aufs Leugnen, Bisher hat die unsichtbare Regie geklappt. Aber die Stunde wird kommen, wo doch einer die Erbärmlichkeit seines Verhaltens erkennen und zugeben wird, was er getan hat. Der Auschwitz-Prozess wird sich noch lange hinziehen Ob er sich wie bisher zwischen Beschuldigung und Bestreiten abspielen wird, kann man schwer Vorhersagen. „Judentum ohne Maske“ Paris. — Die Ukrainische Akademie für Wissenschaften, die ursprünglich das ungeschminkt antisemitische Machwerk „Juden ohne Mas. ke" gefördert hatte, gab jetzt eine Erklärung heraus, wonach die für seine Publikation Verantwortlichen bestraft worden seien, und man die nötigen Massnahmen er. griffen habe, um ähnliche „literarische“ Erzeugnisse zu unterdrücken. Die Akademie von Kiew sandte einen Brief in diesem Sinne an eine Organisation in Paris, die gegen den Antisemitismus und den Rassenhass und für den Frieden ins Leben gerufen wurde. Die linksradikale jiddische Zeitung „Naie Presse" veröffentlichte das Schreiben, in dem versichert wird, dass T. Kichko, der Autor des Buches, niemals Mitglied der Akademie gewesen sei und nur als Schreiber von Broschüren, die für die Verbreitung politischer Ideen sorg. Paris. — Nach seiner Ankunft in Paris wurde der is. raelische Premier Levi Eshkol vom Präsidenten Charles de Gaulle empfangen; dann fanden Konferenzen mit dem Premier Georges Pompidou, dem Aussenminister Maurice Couve de Murville, dem französischen Verteidigungsminister Pierre Messmer und anderen hohen Regierungsbeamten statt. Eshkol war in Begleitung des stellvertretenden Verteidigungsministers Shimon Peres und des israelischen Bot. sohafters in Paris, Walter Rytan, gekommen. Die erste politische Aussprache, die mit Couve de Murville stattfand, wurde von Eshkol anschliessend als sehr freundschaftlich und kordial bezeichnet. Es sei „volle Einigkeit der Ansichten vorhanden gewesen. Man nimmt an, das die beiden Staatsmänner die internationale Situation und die französisch-israelischen Beziehungen zum Thema ihrer Aussprache hatten. Anschliessend veranstaltete der Premier Georges Pompidou einen Lunch zu Ehren Eshkols, an dem hohe Würdenträger und Staatsbeamte mit ihren Gattinnen teiinahmen Dann zogen sich Eshkol und Pompidou zu einer Konferenz zurück, die als die bedeutendste der Tagesordnung bezeichnet wird, wenn auch die Aussprache mit de Gaulle zu den glanzvollsten Ereignissen des Besuches zählte. Mit Pompidou erörterte Eshkol konkrete Fragen, die sich auf die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf verschiedenen Gebieten beziehen. Wenn der Besuch Eshkols offiziell auch als „privat“ bezeichnet wird, meinten französische Beobachter, dass dies der am wenigsten „private“ Besuch war, den ein Politiker in den letzten Jahren in Frankreich machte. Bei der Aussprache zwischen Eshkol und de Gaulle wa. ren fünf Personen anwesend, die beiden Unterhandelnden und ihre Dolmetscher. Der offizielle französische Dolmetscher war René Sirat, ein junger Rabbiner algerischer Abstammung. der gegenwärtig als Lehrer an der Hochschule für Orientalische Sprachen arbeitet. Frankreich - ein Freund Israels Paris. — Während seines zwölftägigen Aufenthalts in Frankreich erhielt Levi Eshkol von Präsident de Gaulle Beweise ausserordentlicher Freundschaft und Sympathie. In einer Aussprache, die über eine Stunde dauerte, äusserte de Gaulle sich über Israel als über „unseren Freund und Verbündeten“. Das Thema der Unterredung bildete die allgemeine politische Lage, die Lage im Mittleren Orient, in Deutschland, im kommunistischen China und die Beziehungen Israels zum Gemeinsamen Markt. Es wurde auch über ozeanographische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gesprochen. Wie aus verlässlichen Quellen verlautet, waren sich die beiden Staatsmänner in allen Fragen einig. Den gleichen Quellen zufolge soll die Haltung Frank, reichs „auf allen Gebieten unverändert bleiben“ und es bestehen nach wie vor die gleichen, engen Freundschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Sowohl de Gaulle als auch Pompidou zeigten grosses Interesse für das französisch-israelische wissenschaftliche Abkommen. De Gaulle gab Eshkol gegenüber seiner Bewunderung für die israelischen Leistungen in Afrika Ausdruck. Während des Essens, das Pompidou für Eshkol gab, erklärte er: „Wir wissen, dass keine Regierung so sehr den Frieden wünscht, wie die Regierung Israels. Deshalb un. terstützen wir die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Mittleren Orient.“ Nach Ansicht mehrerer Beobachter erzielten Eshkol und Shimon Peres einen durchschlagenden Erfolg. Neuerdings wurde die Freundschaft Frankreichs zu Israel durch die Erklärungen der französischen führenden Männer bestätigt. Eshkol stattete auch dem Sitz der UNESCO einen Be. such ab, wo er vom Generaldirektor René Maheu empfangen wurde. Zu seinem Empfang wurde auf dem Gebäude die israelische Flagge gehisst. (ITA) Syrischer Angriff Tel Aviv. — Zum vier, ten Mal in fünf Tagen er. öffneten syrische Truppen das Feuer gegen Israelis, die im Süden des Tiberias- Sees auf den Feldern von Tel Katzir arbeiten. ES waren keine Opfer zu beklagen. (ITA) ten, verwendet worden sei. Die Akademie selbst habe mit dem fraglichen Buch nicht das Geringste zu schaffen. (Ungeachtet der Tatsche, dass dieses unter der Aegide der Akademie erschien, wie es auf dem Titelblatt zu lesen war.) (ITA) Nazis in Australien Melbourne. — Die Polizei von Sidney verhaftete im Laufe einer Razzia im Sitz der neonazistischen Partei fünf Nazis. Man fand Waffen, Explosivstoffe und Nazi- Embleme Unter den Verhaf. teten befand sich Arthur Smith, der Führer der Bewegung. Diese Razzia ist die erste Aktion der Polizei, die durch eine Fernsehsendung ei ner Debatte im Sitz der Na. zipartei in Ashfield (Vorstadt von Sidney) auf diese aufmerksam wurde. Die Verhafteten trugen Nazi-Unifor. men und begrüssten die Polizei mit „Sieg-Heil!“JRufen. fmpreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 n_.i.L._ J. I.

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