Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2070 (26.6.1964)
- Date
- 1964-06-26
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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8 — Viernes. 26 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2C7Q Nachrichten aus aller Welt ISRAEL IN GENF Genf. — Israel reichte seine Kandidatur als afroasiatischer Repräsentant der permanenten Beratungen der Handelskonferenz ein und ersuchte dann gemeinsam mit Jamaika die geographischen Gruppen der UN. eine Konferenz abzuhalten. Diese Konferenz fand dann auch in privater Form statt, während in der gleichzeitigen Plenarsitzung der Versammlung der Wortführer der sozialistischen Gruppe, der Delegierte Bulgariens, eine Ansprache hielt iITA) Oekuntenisches Konzil Rom. — Der Entwurf für die Deklaration des Oekume. nischen Konzils gegen den Antisemitismus wird abgeändert und auch auf andere nichtchristliche Religionen ausgedehnt werden. Das Sekretariat für ein geeintes Christentum, das im vergangenen Jahr den Entwurf für das Dokument ver. fasste, erklärte, dass alle eventuellen Aenderungen des Textes nur dem Zweck dienten, diesen mit anderen Dekreten des Konzils in Einklang zu bringen. In einem offiziellen Communiqué gab das Sekretariat bekannt, dass der endgültige Text der Erklärung noch überprüft werde und daher noch nicht den Bischöfen übergeben worden sei. Gegen Ende dieses Monats soll die Kommission des Konzils den endgültigen Text auf seine Brauchbarkeit prüfen. Die Erklärung, die sich auf die Juden bezog, lautete in ihrer Originalform so, dass man diese Rasse nicht als die einzig verantwortliche an der Kreuzigung Christus’ bezeichnen dürfe,, da die Schuld daran die ganze Menschheit trägt. Die Rolle, die die Juden vor vielen hunderten Jahren gespielt hätten, dürfe heute nicht zum Vorwand genommen werden, den Antisemitismus zu verbreiten. Das Sekretariat fühlte sich veranlasst, dieses berichtigende Communiqué herauszugeben, da verschiedene Berichte publiziert wurden, die wissen wollten, dass man die Erklärung „in drastischer Form abgeschwächt“ habe. Wieder Schachmeister Tel Aviv. — Der 54 Jahre alte Joseph Porat hat unlängst zum 6. Mal den Titel eines israelischen Schach.- meisters errungen. An zweiter Stelle folgte Yair Kraidman, an dritter der erstlGjährige Jaacov Bleiman. — 1 Eshkol in der Knesset j Jerusalem _ Dieser Tage gab Levi Eshkol in der Knesset einen offiziellen Bericht über die Ergebnisse seiner j USA-Reise. Eierklärte, von der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen Gefühlen des Präsidenten Johnson sehr : beeindruckt zu sein und bezeichnete seine Unterredungen | mit diesem als „ernst und bedeutungsvoll“. Zuversichtlich äusserte er sich über die Entschlossenheit Johnsons, den Flieden im Mittleren Orient aufrechtzuerhalten und Israels 1 territoriale Unabhängigkeit zu schützen. Er habe, erklärte Eshkol, den nordamerikanisohen Präsidenten ersucht, jede eventuelle militärische Gleichge. : Wichtsstörung, die durch die Belieferung Aegyptens mit Sowjetwaffen entstehen könnte, auszugleichen. Auch wies er darauf hin, dass Krutschews kürzlich erfolgter Besuch in Aegvpien auch ungeachtet des relativ milden Tones, den er angewandt hatte, Nasser zu neuen Drohungen gegen die Juden vei anlasste und dass auch der Pöbel in Aegypten den Besuch des Sowjetchefs als ermunterndes Symptom auffasste. Alle diese Faktoren, sagte Eshkol, könnten eine ernste Verschlimmerung der Lage in der Zone herbeiführen. 1 Auch über seine Fühlungnahme mit der jüdischen Kollektivität der USA berichtete Eshkol. Er habe in der Zu-! sammenkunft mit den nordamerikanischen Juden die tiefe Leberzeugung gewonnen, dass man die Glaubensgemein. . Schaft mit ihnen noch mehr festigen könne und müsse. Uaber seinen bevorstehenden Besuch in Frankreich sprach Eshkol ebenfals. Er erklärte, sich auf eine Zusami menkunft mit De Gaulle, den er als einen „grossen Mann“ bezeichnete, zu freuen. Israel, so sagte er, habe die Unter- . Stützung Frankreichs in den „Tagen der grossen Erprobnis“ . nicht vergessen. „Unsere Freundschaft mit Frankreich ist! der wichtigste Pfeiler unserer Aussenpolitik.“ (ITA) i f ÄÄ ' 1 Die neuen ISRAEL-MARKEN zur Olympiade in Tokio „Provokativ“ London. — Im Moskauer Rundfunk wurde Israel in Zusammenhang mit der Ableitung des Jordanwassers eines „provokativen Vorgehens“ beschuldigt. Die Sendung erfolgte in arabischer Sprache. „Statt friedliche Lösungen mit allen am Jordan interessierten Ländern zu suchen“, hiess es darin, „verfolgen die israelischen Regierungsstellen eine Mewarnte anschliessend die Washingtoner Regierung vor den Konsequenzen, die das 1 Vorgehen ihrer „Alliierten in 1 Tel Aviv“ haben könnte. . | In einer anderen, ebenfalls!; in arabischer Sprache ge- : brachten Sendung wurde in : : Radio Moskau behauptet, j; dass das nordamerikanischisraelische Abkommen über j ■ den Atomreaktor für die Ent. j salzung von Meerwasser weit! über das Bewässerungsproi jekt hinausgehen würde und daher den Arabern Grund zu ' ernstlicher Besorgnis gäbe. I Premier Eshkol selbst habe I die „Insinuation“ vorgej bracht, dass die atomare Zu.! sammenarbeit sich nicht nur; auf die Bewässerungsanlagen j beschränken sollte. „Solche \ Atomwaffen zu erwerben, ist verboten“, schloss die Seni tund, „deshalb fand man solj cherart einen geeigneten Vorwand, um die atomare j Zusammenarbeit mit den USA zu bemänteln..(.ITA) Deutsche Hilfe fiir Syrien Bonn — Hier haben unlängst Verhandlungen über Einzelheiten der Finanzierung des Euphrat Dammes in Syrien begonnen. Die Bundesrepublik hat mit Syrien vor ca. einem Jahr in einem Vertrag festgelegt, dass sie die Finanzierung des Fremdwährungsanteils an den Gesamtkosten der ersten Ausbaustufe des geplanten Eu. phrat- Dammes bis zu einem Betrag von 350 Millionen sicherstellen wird. Die deutschen Darlehen sind nur für Lieferungen und Leistungen deutscher Firmen bestimmt. Der Euphrat- Damm wird schätzungsweise eine Milliarde Mark kosten. Syrien selbst will 650 Millionen Mark stellen. Die Bun. desrepublik hat eine endgültige deutsche Kreditgewährung von einer Reihe von Voruntersuchungen abhängig gemacht. (AWZ) Dr. Leib Jaffe-Preis Das moderne und idyllisch gelegene Holyland Hotel (Jerusalem) Rabbiner-Seminar i Mexiko. — Die Vereinigung der Rabbiner Lateinamerikas und Mexikos trägt sich mit der Absicht, in Israel ein Se. minar für die Heranbüdung von Rabbinern Lehrern und rituellen Schächtern für die lateinamerikanischen Länder zu gründen. Der Präsident der lateinamerikanischen Organisation, Rabbiner A. M. Herschberg, erklärte, dass der Rabbiner Jacob Fink, früher Argentinien, der Dekan des neuen Seminars sein werde. (ITA) 1 Niemeyer in Israel i Rio de Janeiro. — Der be- ' rühmte Architekt Oscar Niemeyer, der die Projekte für! die Stadt Brasilia entworfen hatte, arbeitet gegenwärtig als Architekt in Haifa, wo ' er sich endgültig niederzu. lassen gedenkt. Niemeyer, der , Nichtjude ist, befand sich zur Zeit der brasilianischen; Revolution im Ausland; er j. kehrte nicht mehr in seine Heimat zurück, sondern zog es vor, nach Israel zu gehen. (ITA) thcde, die nur als provokativ bezeichnet werden kann. Tel Aviv forderte die Araber herj aus, und kümmert sich nicht j um deren vitale Interessen.“ j Ferner hiess es in der Sen-; düng, dass die „Expansionsi Politik“ Israels nur eine weitere Komplikation im Mitt-le. \ reu Osten zur Folge haben 1 werde. „Diese gefährlichen . Bestrebungen begannen mit! Eslikols Besuch in Washing-! ton“, stelte der Moskauer Rundfunksprecher fest und | K ultgegensiaende aus Israel werden m viele Laender exportiert Musfermesse Tel Aviv Tel Aviv. — Dieser Tage wurde der argentinische Pavillon der Levantiner Mustermesse eingeweiht. An der offiziellen Eröffnung nahmen Her argentinisclie Botschafter, Intendent Namir, Mitglieder der argentinischen Botschaft und die in Repräsentation der argentinisch - israelischen Handelskammer eingetroffene Delegation teil. Der Botschafter gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Mustermesse dazu beitra. gen werde, die kommerziellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu vertiefen. Die argentinische Delegation wurde anschliessend vom Präsidenten Zalman Shazar empfangen, der Grüsse an Dr, Arturo lllia übermittelte. (ITA) Der vor acht Jahren vom Keren Hajessod.Direktorium zur Erinnerung an Leib Jaffe gestiftete Preis nimmt heute im kulturellen Leben Israels einen beachtlichen Platz ein. Bekanntlich wird er für eine literarische oder wissenschaftliche Arbeit ver. liehen, welche das Volk Israel oder das Land Israel vom geschichtlichen, soziologischen, wirtschaftlichen oder kulturellen Gesichtspunkt zum Gegenstand hat. Die Preisträger waren in den vergangenen Jahren; Professor Gcrschom Sc hole m für das Werk: „Schab, batei Zvi und die Sabbatinische Bewegung zu seinen Lebzeiten“; — Dr. N. M. Gelber für seine Geschichte der Zionistischen Bewegung in Ga. lizien; — Prof. J. J Rivlin für die Sammlung „Lieder der Juden in Kurdistan”; — Prof. J. Katz für das Werk: „Tradition und Krise, die jüdische Gesellschaft am Ausgang des Mittelalters”; — Dr. S. Rabinowitz fiir das Werk „Der Chassidismus in Litauen, vom Beginn bis zu unseren Tagen“; — Dr. Alex Bein für seine Biographie von Theodor Herzl; — Prof. J. Praver für seine „Geschichte der Kreuzritter in Erez Israel“. In diesen Tagen wurde der Preis an Dr. Schlomo Morag von der Hebräischen Univer. sität für sein Buch „Die hebräische Sprache im Munde der jemenitischen Juden“ verliehen. Das Preisrichterkollegium, bestellend aus dem Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes, Dr. Simon Agranat und den Professoren Chaim Hillel, Ben Sasson und Oha im Rabin, begründete die Erteilung des Preises folgendermassen: „Diese Forschungsarbeit stellt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der hebräischen Sprache und Erkenntnis ihres Wesens dar, enndam ic(. AllCh eine schöne Geste unserer Wissenschaft gegenüber der Gemeinschaft der jemenitischen Juden, die in der jüdischen Geistesgeschichte und bei der Erneurung unseres Volkes in seinem Lande eine so hervorragende Rolle gespielt hat. Dieses Werk ent. spricht einer wichtigen Zielsetzung unserer Generation; „Misug Galujot“ — Verschmelzung der verschiedenen jüdischen Gemeinschaften, unter Wahrung ihrer historischen Werte.“ Zu Beginn seiner Ansprache betonte Dr. Morag die wichtige Rolle des Keren Hajessod bei dem historischen Prozess von „Mizug Galujot“. Dann hob er hervor, dass die jemenitischen Juden, die von der Mehrheit des jüdischen Volkes geographisch, wenn auch nicht geistig, isoliert lebten, im Laufe vieler Generationen wichtige Wer. te der jüdischen Kultur, darunter Schätze der Literatur und der hebräischen Sprache, getreu bewahrten. Die enge Verbindung, welche zur Zeit der Gaonim zwischen den Juden des Jemen und denen Babyloniens bestand, und die durch historische Zeugnisse aus der „Genisah“ belegt wird, hat deutlich Spuren in der Sprache der jemenitL sehen Juden hinterlassen. Dr. Morags Werk schildert in eingehender Weise ihre sprachliche Tradition und prüft ihr Verhältnis zu der der aschkenasischen und sefardischen Juden. Diese Tradition, welche nicht schriftlich niedergelegt wurde, son. dern eine „mündliche Lehre“ ist, verschwindet in unseren Tagen, infolge des Verschmelzungsprozesses. Daher ist es von grösster Wichtigkeit, praktische Schritte zu unternehmen, damit jetzt das ' traditionelle Erbe der verschiedenen jüdischen Stämme auf dem Gebiete der Sprache und in anderen Bereichen festgehalten und aaf. bewahrt wird. ( i 7.7 •.>>>. «MM» J’ïrT .•