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Jüdische Wochenschau · 1964-06-26 · 2070 (26.6.1964) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2070 (26.6.1964)
Date
1964-06-26
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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IR und KUNST i und Jabotinsky JOSEF FRAENKEL l. dass der des tilrki. jüdisches aen wärde. m war fät on, aber er 1 mit der tische Solkämpfen. 1 war, im ment als iuv zu Sit. schreckli. den Zionlsn zwei jü- >e eine undie andere >a, sich als i bekämpft aal Pasha, ischen Ko. lierte die rnung und r Jiidisch- . darunter den deporkam nach sslich mel- Jüdischen tinsk.v ge. oft Bigienste um ervorgeho. Schwäche Balfourleichaiti? idelte er che Stelnderer. on anereistungen Downing r sich mit igt hatte, ssen Kri- Man sollireten gerast nehim Jahre ’aper von ■am mit trieben. 15 Jahre nistischen eie White ■on Royal anti-zionien in diesen rion konnn und war > einst Jafit man i Aufsä® ie er je® e. mit dey man neu, dass ■itung *»• n die Red entworder Eäh- »n Cppaab iann. Als Weizma®1 , und Ie'' ide *8reD einst Freunde. Gute Freunde. Weizmann gehörte zu den gezahlten zionistischen Führern, die für die Bildung einer Jüdischen Legion waren. Aber dann gingen ihre Wege auseinander und er bekämpfte Weizmanns Politik. Im Juli 1920 wurde er Mitglied der Zionistischen Exekutive und da er mit der zionistischen Politik nicht einverstanden war, resignierte er im Januar 1923. Ben Gurion stellte sich zum ersten Male der zionistischen Öffentlichkeit bei der Zionistischen Weltkonferenz in London im Juli 1920 vor _ mit einer Rede gegen Weizmann. Er nannte Weizmanns politischen Eericht ein „Feuilleton“, beklagte sich, dass die zionistische Organisation die Jüdische Legion unfreundlich behandelt hätte und meinte, dass die Zustände in Palästina unter den Türken besser wären. Weizmann antwortete ihm: „Unter den Türken hat man nichts verlangt als am Leben zu bleiben. Den Engländern ist man mit einem Wechsel gekommen, und man hat alles Mögliche verlangt.“ Ben Gurion blieb, fast immer, oppositionell gegen Weizmann, beinahe bis 1948. Er war 15 Jahre in der Zionisti. sehen Exekutive, kündete seine Resignation an, resignierte, aber er blieb. Weil er schliesslich nicht resigniert hatte, wurde er im Jahre 1948 der erste Ministerpräsident des Staates Israel. Was wäre aus Jabotinsky geworden, wenn er im Jahre 1923 nicht resigniert hätte? Jabotinsky allein, ad perso. nam, bildete die Mehrheit in seiner Bewegung, er war 51 Prozent, wenn nicht mehr. Als es zur Spaltung kam, waren auf dem XVIII. Zionistenkongress (19331 45 Delegierte von der „Union der Zionisten - Revisionisten“ und 7 von der Judenstaatspartei. Ein Jahr später, durch die Vermittlung von Pinchas Rutenberg, kamen Ben Gurion und Jabotinsky zusammen, um einen Weg der Zusam. menarbeit zu finden. Sie einigten sich und Ben Gurion unterschrieb zwei Verträge, einen im Namen der Zionistischen Organisation und einen im Namen der Histadrut. Die Verträge u. a. bestimmten, dass alle Parteien, auch die Revisionisten in der Zionistischen Exekutive vertre. ten sein sollten und dass in Palästina nur eine Histadrut bestehen sollte. Die Revisionisten ratifizierten die Vernisse. ® Zuhörer i langiesfite e‘*a jt solcher [ine 1*“" Sprachen sterten P las die Spmiene»' d* miete0* BdeW* vor & eher . sinn » aus tiefstem, innerem Drang mit ganzer Seele vertretene Ueberzeugung, dass er den wahren Interessen seines gefährdeten Volkes rückhalts. los diente. Sein Verhältnis zu seinen Anhängern beruhte auf aufrichtiger Freundschaft und Rücksichtnahme, sein Verhältnis gegenüber seinen Mitarbeitern und Kameraden auf Achtung ihrer Person und ihrer Meinungen und seine Einstellung gegenüber seinen Gegnern auf Korrektheit und vornehmer Zurückhaltung gegenüber oft böswilligen und widersinnigen Entstellungen und Verfolgungen. Er war ein Mann von edlem Charakter, wurde oft als „der letzte Ritter“ bezeichnet und legte Gewicht auf tadellose Formen als äusseren Ausdruck einer inneren Anständigkeit. träge, aber eine zwei.drittel Majorität der Histadrut missbilligte die Unterschrift Ben Gurions. So wurden die Verträge begraben und mit ihnen jedwede Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Jabotinsky. Ein Jahr später trat er aus der Zionistischen Organisation aus und gründete die Neue Z. O. Das war sein grösster Fehler. Er hatte es bald eingesehen, denn er sagte Robert Stricker von der Judenstaatspartei, dass er die Absicht hätte, zurückzukehren. Aber unterdessen kam der Krieg und er starb im Jahre 1940. Fünf Jahre später kehrte seine Bewegung zur Z. O. zurück. Heute ist der jüdische Staat Israel eine Selbstverständlichkeit. Aber mit etwa 35—40 Jahren zurück war die Sache anders. Damals war das Wort „Judenstaat“ Tabu. Man sprach nicht darüber, und wenn, so flüsterte man, dass der Nachbar nicht hören soll. te. Jabotinsky erinnerte die Zionisten, dass Herzl die Z.O. geschaffen hatte, um einen Judenstaat zu errichten. Schliesslich kam es auf dem XVII. Zionistenkongress im Jahre 1931 zur denkwürdigen Debatte über das Endziel des Zionismus und die Resolution der Revisionisten verlangte die Umwandlung Palästinas „in einen Judenstaat, das heisst in ein Staatswesen (Commonwealth) mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit“. Aber die Mehrheit des Kongresses ging über diese Resolution zur Tagesordnung über. Interessant ist auch, dass in dieser Resolution der englische Aus. druck „Commonwealth" aufgenommen wurde. Der Sturm gegen Jabotinsky erreichte seinen Höhepunkt im Jahre 1936. Er war damals in Warschau und sprach über freiwillige „EVa cuation“. Auch führte er Verl handlungen mit der polnischen Regierung. Er hoffte, dass sie in London intervenieren würde, damit die To. re Palästinas geöffnet wer! den. Legal oder illegal sollten Juden nach Palästina gehen, verlangte er. Mit Hilfe der Losung „Evacuation" wollte er Juden vor der herannahhenden Gefahr retten, aber auch eine baldige Mehrheit der Juden in Palästina erzielen. Ben Gurion kritisierte den Plan „Evacuation“. Polen, meinte Ben Gurion, hat we. der die „Schlüssel zu Palästina“ noch „die Kraft, England zu zwingen“. Später dachte er anders. Evacuation, Exodus, Liquidation — wie auch immer die Losung heissen mag, Ben Gurion ver. langte sie. Und so könnte man weitere Beweise bringen, dass die feindlichen Ben Gurion und Jabotinsky ideologisch doch verwandt waren. Jabotinsky ist nicht tot, er ist ein Symbol, und Symbole sterben nicht. Spende für Lehrstuhl Die Universität New York kündigte die Spende von 300.000 Dollar für einen Lehrstuhl für hebräische Studien und für damit zusammen, hängende Stipendien durch Richter Abraham Lieberman an. Richter Lieberman graduierte an dieser Universität vor 40 Jahren, ist Mitbegründer des Einstein-College für Medizin an der Jeschiwa. Universität und aktiv im Joint und beim UJA in New Jersey tätig. ff Aktion Sühnezeichen “ in Jerusalem von SCHALOM BEN CHORIN Am 9. März dieses Jahres wurde in Jerusalem der zweiteilige Neubau der Schule und Berufsschule des Blindenheims seiner Bestimmung übergeben. Auf dem Neubau prangt ein Schild „Tormei- Or“; das ist der hebräische Name einer Organisation in Süd-Amerika, die sich als Freunde des Blindenheims in Jerusalem dessen Förderung zur Aufgabe gemacht hat. Unter der tatkräftigen Leitung ihrer Präsidentin Frau Kleinmann in Buenos Aires hatten die Tormei-Or bis November 1962 zwei Neubauten im Betongerüst wetterfest fertiggestellt. Hier sollte Raum für 100 Schüler geschaffen werden, während die erwachsenen Blinden inzwischen in der benachbarten ehemaligen Fension Salinger untergebracht wurden. Rüstig war das Werk der Tormei-Or fortgeschritten, als zwei Faktoren sich hinderi d einstellten: die Inflation in Südamerika und die Abwertung des Israel-Pfundes. Dadurch wurden die Mittel der Freunde des Blindenheims in Südamerika unzureichend. Ein günstiges Geschick wollte es, dass um diese Zeit, im November 1962, eine Gruppe führender Persönlichkeiten der Evangelischen Kirche Deutschlands unter Leitung von Propst Grüber, Präses Scharf und Präses Mit dem im Alter von 78 Jahren verschiedenen Professor Taamrat Emanuel ist eine einzigartige Figur für immer aus der jüdischen Welt verschwunden. Taamrat Eimanuel war, abgesehen von seinem Neffen, der heute Minister in Aethiopien ist, der einzige Falascha, der eine intellektuelle Rolle spiel, te. Der hochbegabte, dunkelhäutige Knabe war von Jacques Faitlovitseh lange vor dem ersten Weltkrieg in einer abessinischen Missions schule entdeckt worden und erhielt dann dank der Gross, zügigkeit des Barons Rothschild eine gediegene Allgemeinbildung in Paris, der gründliche Studien an dem theologischen Seminar unter Professor Z. P. Chajes in Florenz folgten. Faitlovitseh, der Wiederentdecker der Falaschas, sah in Taamrat Emanuel den geborenen Führer dieses abessinischen Stammes jüdischer Religion Der junge Mann ging nach Addis Abeba und widmete sich dem Aufhau einer Schule mit geradezu re. ligiöser Hingabe. Seine Lebensführung war fast mönchisch, was bei einer Umgebung, in der damals Trunk, sucht und Promiskuität an der Tagesordnung waren, gar nicht hoch genug gewertet werden kann. Diese Welt friedlicher Kultur, in der eine Generation junger, zsukunftsgläubiger Menschen herangebildet wurde, durchdrungen von der Aufgabe, ihren unter primitiven Bedingungen lebenden Stamm in die Neuzeit zu füh. ren, wurde aufs grausamste zerstört, als das faschistische Italien das alte Kaiserreich eroberte. Mit dem „Löwen Judas“ musste auch Taamrat Emanuel fliehen. Er führte das elende Leben eines Flüchtlings, und seine Ideale, sein Glaube an eine bessere Welt zerbrachen. Als Haile Selassie 1940 mit den englischen Armeen in sei. ne Hauptstadt zurückkehrte, folgte auch Taamrat, aber er fühlte nicht mehr die Berufung und die Kraft, die Schule wieder aufzubauen. Als einer der wenigen abessinischen Intellektuellen, die dem Massaker der Italiener entgangen waren, harrten seiner andere Aufgabe^. Er übernahm es als erster, eine moderne Geschichte Atoessi. Wilm Jerusalem einen Besuch abstatteten und dabei auch dem Blindenheim und seinen besonderen Problemen begegneten. Zu dieser Gruppe gehörten auch der Berliner Pastor Dr Franz von Hammerstein, von den Initiatoren der Aktion Sühnezeichen. Die Aktion Sühnezeichen begann auf Anregung von Präses Lothar Kreyssig, der heute in Ostdeutschland praktisch ausgeschaltet ist, ihre Tätigkeit. Der Grundgedanke der Aktion Sühnezeichen, die sich nicht nur auf den evangelischen Raum beschränkt, war und ist, gerade dort Werke der Liebe zu errichten, wo sich das deutsche Volk in den Unheilsjahren des Dritten Reiches besonders tief verschuldet hat. Als die Vertreter der Aktion Sühnezeichen davon hörten, dass das Jerusalemer Blindenheim mit seinem Neubau in Schwierigkeiten und Stagnation geraten war, boten sie ihre Hilfe an, die angenommen wurde. Damit übernahm die Aktion Sühnezeichen ihren ersten Bau in Jerusalem. Vorher betätigte sie sich nur durch Mitarbeit in den Kibbuzim Bachan, Urim, Nir-Elijahu und durch Hilfe für das Kinderheim Ahava in Kiriat Bialik, das niens zu schreiben, die bis dahin nur von europäischen Gelehrten und natürlich unter deren Gesichtspunkten bearbeitet worden war. Vorher hatte er eine kurze Geschichte des Zionismus in amharisch veröffentlicht. Mehrere Jahre lang war Taamrat im diplomatischen Dienst Aethiopiens tätig Als Botschaftsrat in Paris hatte er ein Erlebnis, das er mit grosser Anschaulichkeit erzählte. Ende 1948 erschien eine Delegation orthodoxer Juden aus Jerusalem auf der Botschaft und bat um die Bedingungen für die Aufnahme einer grösseren Gruppe ihrer Anhänger in Abessinien. Soweit das mit Geld zu erledigen war, sähen sie keine Schwierigkeiten. Taamrat, der äusserlich von keinem Abessinier zu unterscheiden war, fragte sie nach den Gründen für ihre Bitte. Sie behaupteten, von den Zionisten in dem neuen Staat Israel verfolgt zu sein. Zu ihrer höchsten Ueberraschung erklärte ihnen der empörte Taamrat in perfektem Hebräisch mit vielen Talmudzitaten, welch grosse Mizwa das Leben in Erez Israel sei, unter welchen Bedingungen auch immer. Taamrat war ein stolzer Jude. Vor allem wies er gern auf die kriegerische Tradition der Falaschas hin, von deren ursprünglich nichtjüdischer Herkunft _er überzeugt war. Er hatte schon in der Früh, zeit der Hagana Beziehungen zu ihren Führern, und die letzten Jahre seines Lebens hat er in Jerusalem verbracht. In diesem Zusammenhang sei noch ein anderes Ereignis erwähnt. Im Mai 1948, als der Staat Israel proklamiert wurde, war ich in Addis Abe ba und veranstaltete dort unter den wenigen Juden eine Sammlung für die Opfer unseres Krieges. Ich wandte mich auch an Prof. Taamrat mit der Bitte, seine Falascha. Freunde zur Beteiligung aufzufordern. Er tat es umgehend, und das war wohl das erste Mal, dass Falaschas für die anderen Juden Geld gesammelt haben. Prof. Taamrat hinterlässt viele Freunde in Israel und Aethiopien, die um ihn trau, ern. E. Kwilecki mit 100.000 DM im Rechenschaftsbericht der Aktion Sühnezeichen vom Dezember 1963 fungiert. Nun aber ging man mit einem Budget von 265.000 DM an den Bau des Blindenheims heran. Dies wäre freilich viel zu wenig gewesen, wenn nicht am 28. April 1963 eine Gruppe von 21 freiwilligen Helfern der Aktion Sühnezeichen, sechs Mädchen und 15 junge Man. nern, angerückt wäre, um unter Leitung von Diakon Otto Schenk, Berlin, praktisch an die Arbeit zu gehen; das heisst als unbezahlte Arbeitskräfte den Bau fertigzustellen. Das Durchschnittsalter der Gruppe beträgt 20 Jahre. Die Mehrheit der freiwilligen Helfer stammt aus Ber. lin. Weiterhin kamen die iungen Leute aus Hannover. Heidelberg, Münster, Mainz, Frankfurt und Sulzbach .Rnsenheim. Innerhalb der Gruppe gab es Fachleute: Maurer, Schlosser, Maler, Tischler, Feinmechaniker, auch einen Schiffsbauer, der sich hier a’s Zimmermann bewährte. Aber auch Angehörigevon Berufen, die mit dem Bauhandwerk gar nichts zu tun haben, ein Buchhalter, eine Krankenschwester, eine Lehrerin, eine Kindergärtnerin und fünf Studenten, waren in der Gruppe vertreten; und gerade sie erwiesen sich als besonders gelehrig und wurden bald hervorragende Fliessenleger oder Handlanger beim Bau. Alle Hauptarbeiten konnte die Gruppe allein durchführen, nur für Spezialarbeiten, wie Kanalisa. tion, Installation, Verkleiden der Fassaden mit Marmorp’atten mussten Kontrakte mit israelischen Firmen abgeschlossen werden, was bei einem praktisch verfügbaren Budget von nur 250.000 DM nicht leicht war. Diakon Schenk berichtet dankbar, dass ihm ein erfahrener Jerusalemer Bankier bei diesen Verhandlungen mit den entsprechenden Spezialfirmen beigestanden habe. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist nun, dass die Schulneubauten des Blindenheims ausgeführt und bezugsfertig sind. Dazwischen hat es die Gruppe noch geschafft, zwei Monate bei der Zitrusernte in Bachan, einem Kibbuz von Einwanderern aus Südamerika, der nahe Natania gelegen ist, zu helfen. Diakon Schenk betont, dass vom Architekten Dr. Alexander Friedmann bis zu vielen Bauführern und Vorarbeitern sich immer und immer, wieder Fachleute aller Art in tätiger Hilfsbereitschaft der Gruppe zur Verfügung stellten, um ihr die nötigen Anleitungen zu geben. Darüber hinaus wurden viele menschliche Kontakte geschlossen. Mitglieder der Gruppe waren bei Putzern und Elektrikern eingeladen, die kein Wort deutsch sprachen und mit denen sie sich daher in ihrem neuerworbenen Ivrith unterhalten mussten. Freunde, die man so gewonnen hatte, statteten der Gruppe ihrerseits Gegenbesuche in deren Unterkunft in der Pension Pax ab. Da sich die Gruppe zu den Weihnaclitsfelertagen 1963 in Bethlehem und in der Jerusalemer Altstadt befand, richteten ihre jüdischen Freunde aus dem jerusalemer Stadtteil Rechavia schon am 22. Dezember .ds Ueberraschung eine Weihnachtsfeier aus, indem sie ihr mit köstlich gefüllten Proviantkörben einen Besuch abstatteten, um den jungen Helfern aus Deutschland ihr Fest wirklich festlich zu gestalten. Das ungewohnte Klima und die ungewohnte Arbeit brachten es mit sich, dass die Gruppe auch einige Krankheitsfälle zu verzeichnen hatte, doch musste niemand deshalb das Land vorher verlassen. In ihrer Freizeit haben die Helfer viel vom Lande Israel gesehen Als Abschiedsgeschenk hat ihnen Direktor Federbusch vom Blindenheim einen dreitägigen Ausflug nach Flat zugedacht. Zu den Höhepunkten des Aufenthaltes in Israel für die Gruppe gehörte der Empfang bei Een Gürion in Sde Böker. Ben Gurion sagte ihnen damals: „Nicht die diploma. tischen Beziehungen sind das wesentliche sondern — wenn ihr wollt — könnt ihr Botschafter Israels in eurem Lande sein. Erzählt, was ihr gesehen habt! Widersprecht, wenn Drohungen oder Verleumdungen gegen Israel ausgestossen werden! So tut ihr uns einen Ebenst und erfüllt die Pflicht, die euch als Deut, sehen auferlegt ist!“ Das werden die jungen deutschen Helfer nun tun. Diakon Schenk meint: Unsere Leute sollen erkennen, wie die Juden eigentlich sind. Das ist weder durch Lektüre noch durch einen kurzen Touristenaufenthalt möglich, denn man lernt ein Volk in seiner Eigenart nur wirklich kennen, wenn man in der tagtäglichen Arbeit mit den Menschen in Berührung kommt. Die Gruppe verliess sich allerdings nicht nur auf diese praktischen Erfahrungen, sondern hörte an den freien Schabbathoth (am Sonntag wurde gearbeitet) und an den Abenden Vorträge über die Probleme des Landes von der Araberfrage bis zu den spezifischen Aufgaben der Entwicklungsgebiete. Rabbiner Dr. Philipp gab der Gruppe eine systematische Einführung in die Feste des jüdischen Jahres und Pfarrer Duvernoy leitete eine Bibel, arbeit, die zugleich in Vergangenheit und Geschichte des Landes einführte. Die Aktion Sühnezeichen will auch weiterhin Gruppen nach Israel zur Mitarbeit in Kibbuzim entsenden. Sie tut ihre Arbeit gründlich, hingebungsvoll, heiter, unpathetisch. Sie macht nicht viele Worte, sondern will durch ihre Taten sprechen. Ganz in diesem Sinne hat Aktion Sühnezeichen auch darauf verzichtet dass an dem Blindenheim in Jerusalem, wo zahllose Tafeln und Aufschriften der verschiedenen Spender gedenken, ein Schild mit dem Namen „Aktion Sühnezeichen“ angebracht wurde. Der schöne und lichte Neubau ist die Visitenkarte der Aktion Sühnezeichen in Jerusalem. Neuerscheinungen ENRIQUE SVERDLIK: LAS TREMENDAS DECISIONES ALBERT MEMMI: RETRATO DE LN JLDIO Editorial Candelabro, Bs. Aires Ein Falascha-Prof essor

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