Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2070 (26.6.1964)
- Date
- 1964-06-26
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 26 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No 2070 — 9 Theodor Sfgo. del Estero 454, IX, of. 36 Israels Hilfe für Entwicklungs-Laender j Sekretariat 4t . L 3S-5IÍ6 I In Kreisen des israelischen Aussenministeriums in Jerusalem war man peinlich be. rührt, als durch eine Indiskretion die hebräische Morgenzeitung' „Ha’arez“ einen für internen Gebrauch bestimmten Bericht über Israels technische Hilfe in den Entwicklungsländern plötzlich zur Veröffentlichung brachte. Dieser Report, 43 Seiten dick, war von der Abteilung für Internationale Beziehungen zusammengestellt worden und sollte ledig, lit-h in anderen Ministerien zirkulieren. Das Ueberrasehende an der Publikation war nicht etwa das Zahlenmaterial über das Ausmass der israelischen Hilfe, sondern die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten, Grossbritannien und Frankreich, jeder aus eigenen Gründen und auf seine eigene Weise, von Israels Tä. tigkeit in den Entwicklungsländern — gelinde gesagt — nicht begeistert sind. Zwar heisst es da, dass prinzipiell die Vereinigten Staaten das Auftreten Israels in den jungen Staaten „als einen positiven Faktor für die demokratische Welt“ änsehen; das hindert sie aber nicht, von Fall zu Fall ande. rer Meinung zu sein: so sehen sie nicht gern Israels Hilfe in Lateinamerika; fühlen sich von israelischen Exper. ten in Persiens Landreform auf die Seite gedrängt; und sind voji Israels Aufbau der Jugend-Organisationen Guianas nicht erfreut. Während sich die amerikä. nische Reaktion noch in freundschaftlichem Rahmen bewegt, sind die Briten in ihrer Opposition weit deutlicher. Ihre Animosität gegen die israelischen Fachleute in Afrika geht nicht von dem britischen Personal an Ort und Stelle aus, sondern von London „In Kenia kam es von britischer Seite zu vorvon HERBERT FREEDEN (Jerusalem) sätzlichen Versuchen in drei ¡ Fällen die israelische Hilfe zu sabotieren“, heisst es un.! i verblümt im Bericht. „Ein ] solcher Fall stellte ein Aus-1! bildungskurs für Flieger dar“, j Zu einer ähnlichen briti- | sehen Einmischung kam es in Tanganjika und über- , haupt, enthüllt der Report, | ■ „kann man sich des Ein. 1 selten dem von Britannien vorziehen, bildete ein Ge. sprächsthema zwischen dem britischen Aussenminister Butler und seiner israelischen Kollegin Golda Meir, als sie vor kurzem London besuchte. Trotz der vielen freundschaftlichen Bindungen zwischen Frankreich und Israel; «sas mam mmsm Am 20. Tammus dieses Jahres gedenkt das ganze jüdische Volk der 60. Jahrzeit Theodor Herzls. drucks nicht erwehren, dass England das Tempo der israelischen Hilfe in Ostafrika zu verlangsamen sucht“. Die Tatsache, dass die neuen Regimes in Ostafrika israelischen Rat und Beistand nicht ANSPRACHE Sind Sie nicht auch der Meinung, dass ein Spaziergang in vielerlei Beziehung gut sein kann? Als Optimist könnten Sie antworten, dass dies durchaus der Fall sei und als Pessimist würden Sie mir sagen, dass es auf die Umstände ankäme. Also ich möchte gern ein Realist sein, um meinen Wirklichkeitssinn zu formen und unternahm deshalb im vergangenen Monat einen Spaziergang durch unsere Gemeinden und Vereinigungen. Die Folge davon war, dass ich, ganz bescheiden ausgesprochen, sehr nachdenklich wurde, denn ich entdeckte grosse Gegensätze. Ich weiss nicht, wie ich es Ihnen sagen soll, aber es war tatsächlich wie beim Tauziehen. Denken Sie nicht auch so, dass man heute als Jude, mehr oder weniger, in der gleichen Richtung ziehen soll? Um Sie nicht länger auf die Folter zu spännen, berichte ich Ihnen nun, was ich, mit nur wenigen Tagen Unterschied, erlebte: Während bei einer Jubiläumsfeier einer Gemeinde der Präsident das alte Wiegenlied der Assimilation sang, blies der Generalsekretär der DAIA in einer anderen Gemeinde so kräftig ins Horn, dass er mir den Schlaf raubte. Der Erste will also seinen Gemeindemitgliedern einen guten Schlaf verschaffen und der Zweite sie ständig wach halten, denn es könnte sein, dass die Eingeschlafenen eines Tages etwas unangenehm aufwachen. Glauben Sie nicht auch, abgesehen von der Kompetenz, denn die DAIA muss ja einiges mehr wissen, dass sich unsere Generation noch nicht schlafen legen kann? Ist es nicht ein wenig schandhaft, dass ge. rade in unserem Sektor, im Sektor der Ueberlebenden einer Katastrophe, der Versuch unternommen wird, den Kopf in den Sand zu stecken? Bis zum nächsten Mal und vielleicht habe ich Sie heute angesprochen, mit meiner ANSPRACHE :*?<■ «MMIiLÜ’UgMJ scheint sich die französische Haltung in der Entwicklungs. hilfe nicht sehr von der britischen zu unterscheiden. „Die Empfindlichkeit der französischen Beamten in den jungen Staaten macht den Kontakt zwischen ihnen und den israelischen Exper- | ten oft recht schwierig“, liest j man. Als in den unter französischem Einfluss stenenden ' afrikanischen Staaten ein LandJionierkorps geschaffen j werden sollte, in der Art, wie es sich in Israel bewährt hat, war man in französischen ' Kreisen durchaus für ein sol- I ches Korps nach israelischem! Muster — nur sollten es nicht Israelis, sondern Franzosen organisieren. Auch in Kamerun kam es zu ähnlichen Meinungsverschiedenheiten, und in Sene. gal machten es die Franzosen den Israelis schwer, beim Aufbau der Universität zu helfen. Die israelische Hilfe in den Entwicklungsländern stellt nämlich eine eigene Gattung dar — sie lockt nicht mit Geld, nicht mit politischen Vorteilen, nicht mit militärischen Versprechungen — sie vermittelt etwas, das keine der Grossmächte bieten kann: Erfahrung Israel ist ja selbst ein Entwicklungs. land, das ähnliche Probleme zu meistern hat wie die meisten der neuen Staaten in Afrika und Asien, und deshalb fürchten die Westmächte hier und da einen Verlust ihrer Einfluss.Sphären. Von 1957 bis 1963 wurden aus jenen Ländern 5.732 Menschen zum Studium und zur Schulung nach Israel geschickt — 3.300 aus Afrika, 1.131 aus Asien, 854 aus Mittelmeer .Ländern und 467 aus Lateinamerika. (Jeder dieser Kandidaten kostet den israelischen Steuerzahler über 400 Dollar pro Monat). In der gleichen Periode waren fast 1.000 israelische Experten in Afrika tätig, 180 in Asien, 100 im Mittelmeergebiet und 58 in Lateinamerika, alles in allem in 55 Ländern. Von den 28 unabhängigen Staaten, die es auf. dem „Schwarzen Kontinent“ gibt, haben 25 die technische Hilfe Israels in Anspruch genom. men. SANTIAGO DEL ESTERQ 454 - S. St. ■ 0v. 36 TELEFON 38-5816 Sprechstunde: Mittwoch 18—20 Uhr Telefonische Anfragen: MONTAG, MITTWOCH, FREITAG 12—14 Uhr Mitteilungen der T! Nachrichten aus Israel FABRIK IN ASCHKALON Von amerikanischen Investoren wird ohne jede Regierungßhilfe in Aschkalon mit einem Kostenaufwand von 1,25 Million e».r IL eine Produktions-Werkstätte für die Herstellung von elektrisch heizbaren Decken und Sport. ausrüßtungsgegenständen gebaut. NEUEINWANDERER IN LANDSTAEDTEN Das Koordinatione-Comite der Regierung und der Zionistischen Exekutive, in dem beide Körperschaften paritätisch vertreten eiod, beschloss, im laufenden und im kommenden Jahr eine grössere Zahl von Einwanderern in die Landstädte, insbesondere die Zentren der Zitruskultur und anderer Iandwirtßchaftlicher Zweige zu senden. Diese Aktion soll Hand in Hand mit der Besiedlung der Entwicklungestädte im Negew und in Galiläa vor sich gehen. ULPAN FUER PIONIER-JUGEND 83 Chaluzim. die vor kurzem ins Land kamen, nehmen jetzt an dem ersten monatlichen Lehrgang in einem besonderen Ulpan für intensiven HebräischuUnterricht teil, der von der Abteilung für Jugend und Hechaluz der Jewish Agency für Pioniergruppen, die in Kibbuzim leben wollen, veranstaltet wird. Von diesen jungen Einwanderern kamen 33 aus englisch sprechenden und 24 aus französisch sprechenden Ländern, 20 auß Südamerika und 9 aus anderen Ländern. Die Abteilung plant, in diesem Winter zwei weitere solche Lehrgänge für insgeeamt 200 Chaluzim a'bzuhalten. RUECKKEHR VON ARABERN 7 Prozent der Araber, die Israel im Jahre 1948 verlassen haben, nämlich 41.000 Personen, kehrten mit Genehmigung der Regierung unter dem Familien.Vereinigungsplan ins Land zurück. STEIGENDE AKTIEN Von Ende Januar 1963 bis Ende Januar 1964 stiegen die Aktien an der telaviver Bör. se um durchschnittlich 31,6 Prozent. JUGENDBEWEGUNGEN Die elf verschiedenen Jugendbewegungen im Lande erfassen 190.000 Jugendliche, das sind ca. 40 Prozent der Altersgruppe 10—18 Jahre. HerzI-Feier Wie an anderer Stelle dieser Ausgabe der J. W angekündigt und bereits vorher mitgeteilt, veranstalten wir gemeinsam mit Bet Israel, dem Barkojba, dem KKL- Comité und den sämtlichen Gruppen der zentraleuropäischen WIZO sowie unter Mitwirkung des Zentraleuropäi. sehen Comités der Vereinigten Kampagne unsere diesjährige herzl-feier in den Räumen des Gemeindehauses Bet Israel, Cramer j 2070, am Mittwoch, den 1. | Juli, um 21 Uhr pünktlich. , Unser Chawer Meyer-Keyt! wird aus den Werken Bialiks I rezitieren. Der AMIA-Chor! wird singen. | In diesem Jahr begeht das ’ jüdische Volk die 30. Jahrzeit Bialiks und die 60. von Theodor Herzl. Nachdem Chawer Curt Wilk einleiten, de Worte gesprochen haben wird, spricht Herr Rabbiner Dr Meir Rosenberg über den ‘ Dichter Chaim Nachman j Bialik. Anschliessend wird . der Präsident der THG die j Persönlichkeit des Schöpfers I der Zionistischen Organisation und des Zionistenkongresses würdigen. Der Vorstand der THG lädt auch auf diesem Wege alle Zionisten ein, sich an dieser Feierstunde zu beteilige11- Generalversammlung Die Generalversammlung der THG wird am 30. Juli stattfinden. Neben dem Bericht des Vorstandes, der satzungsgemäss rechtzeitig zur Veröffentlichung gelangen wird, finden in diesem Jahr Neuwahlen statt. Der Vorstand bringt seine Erwartung zum Ausdruck, dass es gelingen wird, neue und jüngere Kräfte innerhalb des Vorstandes zum Einsatz zu bringen. Im Zuge., der Vorbereitung zur Generalversammlung wurden bereits einize technische Massnahmen, wie die Verlegung des Sckieta. riats ergriffen. Neue Mitglied? Zionismus ist heute wieder im Mittelpunkt einer, \senn auch nicht erfreulichen Diskussion. Wieder einmal kommt es entscheidend darauf an, die zionistische Front zu stärken und zu erweitern. Wie immer, Wenn Gefah' en drohen, steht die Zionistische Bewegung an der vor. dersten Front, wo es gilt, die Interessen des jüdischen Volkes und sein Lebensrecht zu verteidigen. Schliesst unse e Reihen! Werdet Mitglieder der THG! Keren Hajessod Unter vielen Gesichtepim’-- ten ist es wesentlich, gerade in diesem Jahr einen würdigen Beitrag zur Vereinigten Kampagne — Keren Hajes, sod zu leisten. Wir bitten aus diesem Grunde unsere Mitglieder, sofort ihrer Verpflichtung gegenüber dem KH nachzukommen. Auch diejenigen, die bereits gezahlt haben, werden gebeten, ihren Beitrag noch einmal zu überprüfen und zu erwägen, eine ergänzende Zahlung vofzti. nehmen. Folgt der diesjährigen Parole, die unser Zentrales Kampagne-Comite herausgegeben hat: Zahl mit Herz und Verstand. Gottesdienste der THG an den Hohen Feiertagen Die vorbereitende Kommission gibt folgendes bekann:t Die Festgottesdienste finden wieder im Salon der Industriales Panaderos, Sarmiento 2523, statt. Als erster Kantor wird der in unserem Kreise bekannte Herr Enrique Jungmann (mit Chor) fungieren. Auch für das Amt des zweiten Kantors haben wir wieder Herrn Ignacio Moskowics verpflichtet. Erew Rosch Haschanah fällt diesmal auf den 6. September, also 22 Tage früher, als im Vorjahre. Aus die sem Grunde, und weil die Uhrzeit in Argentinien um eine Stunde zurückgestellt ist, werden in diesem Jahre Beginn und Ende der Gottesdienste entsprechend vor verlegt werden müssen. Die Abendandachten werden etwa um 18 Uhr 20 beginnen. Jom Kipur Ausgang 18 Uhv 23. Die genauen Zeiten werden wir noch bekanntgeben Auch die Daten für die Ausgabe der Einlasskarten müssen aus vorgenannten Gründen vorverlegt werden Für die Erneuerung der Plätze des Vorjahres sind fol. gende Tage vorgesehen: Sonntag, 25. Juli, Mittwoch. 29 Juli, und Sonntag, den 2. August. Weitere Einzelheiten werden allen Gottesdienst- Teilnehmern rechtzeitig durch ein Rundschreiben be kanntgegeben.