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Jüdische Wochenschau · 1964-06-26 · 2070 (26.6.1964) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2070 (26.6.1964)
Date
1964-06-26
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 26 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. _ No. 2070 — 5 ignisse der Die Kehilla von Buenos Aires Woche Unerhoerte Angriffe Die Kehilla von Buenos Aires legte den Bericht ihres Präsidenten, des Herrn Gre. gorio Fainguersch, vor, der so viele interessante Aspekte aufweist, dass wir hier näher darauf eingehen wollen. Der Bericht vermittelt ein anschauliches Bild der umfangreichen, von dieser Gemeinde geleisteten Arbeit, die heute wahrscheinlich die grösste Jüdische Gemeinde der Galut ist, die einheitlich organisiert ist. Der umfangreiche Bericht enthält nichts, so weit wir das feststellen konnten, über die Höhe der Anzahl der Mitglieder, über Mitglieder.Bewegung und die Möglichkeiten der Erweiterung der Mitgliedschaft. Vielleicht wird diese Statistik bei anderer Gelegenheit veröffentlicht werden. Sie wäre ein Leitfaden, wie viele jüdische Familien in Buenos Aires und Umgebung leben. Der Bericht zerfällt in zahlreiche Abschnitte, in denen jeweils ein Tätigkeitsgebiet zur Darstellung gelangt. Hier können unmöglich alle die vielseitigen Arbeiten, Bestrebungen, Bemühungen und Initiativen wiedergegeben werden, die von der AMIA ausgehen und bewältigt werden Nach allgemeinen Worten darüber, dass die Gemeinde nicht in ihrer Entwicklung stülstehen könne und dürfe, sondern sich entwikkeln müsse, und dass die Kehilla gewisse repräsentative Funktionen in der jüdischen Welt zu erfüllen habe, geht der Gemeindevorsitzende auf die erzieherischen Aufgaben ein, die von der Gemeinde heute zu leisten sind. Erziehungsaufgaben der Gemeinde Mit Recht weist Fainguersch diesen Erziehungsaufgaben den ersten Platz ein. Sicher wird häufig das Wort im Munde geführt, die Jugend ist unsere Zukunft, und reichlich wenige Male wird aber tatsächlich hierfür etwas getan. Die Kehilla macht die grössten Anstrengungen — und dies seit Jahren —, um die Zukunft, besser gesagt: die jüdische Zukunft unserer Jugend zu sichern. Wie dies geschieht, wird hier mit alien Einzelheiten berichtet, damit jeder Jude sich darüber klar w'erde, welche wichtige Funktion und welch zukunftsweisende Mission von der Kehilla aus. geübt wird. Deswegen ist es nicht nur eine ganz „allgemeine Ehrenpflicht“ eines Juden, Mitglied und Mitarbeiter ' der Kehilla zu sein, sondern eine absolute Notwendigkeit. Der Bericht sprient von Erziehungsmethoden, Organisation des jüdischen Schulwesens, den Aufgaben des Zentralen Erziehungsrates, von Kursen und Lehrmaterial, von Sekundarschulen, dem Lehrerseminar und der Mi. drascha. Alle diese Themen werden erläutert — neben solchen, die hier nicht erwähnt worden sind, zu allen Fragen werden interessante Erläuterungen und einige statistische Daten gegeben, die das Bild abrunden. Kulturarbeit Ebenfalls einen breiten Raum nimmt die Kultuarbeit ein, die von der Gemeinde geleistet oder bei anderen jüdischen Institutionen gefördert wird. Die regelmässigen Veranstaltungen der Kehilla, die Feiern jüdischer Festtage, die Vorträge oder Ansprachen ausländischer Besucher, die Tätigkeit der Gäste im Dienste der Gemeinde wird ebenso im einzelnen aufgezählt wie der Chor der AMIA erwähnt, der sich in unseren Kreisen eines wachsenden Interesses erfreut. Kurse und Hilfe für Autoren, Bibliotheken und Förderung jeglicher künstlerischer Tätigkeit wie Theater, Kunst etc. werden erläutert. Schliesslich sei auch auf die , schon .traditionelle' Einrichj tung des Monats des jüdi_ i sehen Buches und auf das . Archiv der Zeitungsabschnit- I te aufmerksam gemacht, das einen interessanten Versuch darstellt. I Diese Aufzählung vermit- , telt dem Leser ein Bild vom j tatsächlichen Umfang der! von der Kehilla allein auf diesem Gebiet geleisteten Arbeit. Soziologische Fragen Der Gemeindevorsitzende behandelt dann Fragen der Jugendarbeit, des Rabbinats, der heute immer wichtiger, bedrohlicher und ernster werdenden Probleme der So. zialarbeit. Hier werden steigende Anforderungen an die Kehilla mit der wachsenden Not breiter jüdischer Massen in Buenos Aires — wie in Argentinien überhaupt — gestellt Dass Juden nicht die Mittel haben, um sich satt zu essen, soll kein Geheimnis bleiben. Der Bericht geht dann auf statistische Daten über die Sterblichkeit der jüdischen Bevölkerung ein, ein Kapitel, das für einen Soziologen zum Ausgangspunkt seiner Unter, suchungen über die Soziologie der Juden in Argentinien In den letzten Tagen wurden schwere Angriffe gegen die jüdische Kollektivität gerichtet, clie schon als ungewöhnlich und alarmierend betrachtet werden müssen. In der vergangenen Woche erhielt der Präsident der DAIA, Dr. Jizchak Goldenberg, einen Brief, in welchem ein General im Ruhestand mit provozierenden Worten eine Attacke gegen die Juden in Argentinien lanziert, die sowohl in ihrer Form wie in ihrem Inhalt ebenso für den Briefschreiber und seine Hintermänner beschämend wie für die von ihm angegriffenen Juden beunruhigend ist Soweit ist man schon, dass hohe Offiziere, wenn sie sich auch im Ruhestand befinden, unter Anwendung der billigsten Propagandatricks und ab. geschmackter Argumente das alte Gift des Judenhasses streuen können? Die „Anschuldigungen" verraten gleichermassen, in welcher Küche dieses Gift hergestellt worden ist. Denn von den bösen Zionisten ist die Rede, die dem Lande schaden würden, wobei die Namen einiger Juden angeführt wurden, denen im Laufe der letzten Jahre Straf, taten zur Last gelegt worden sind. „Du kennst den Schützen, suche keine anderen“, könnte man mit Schiller sagen und mit dem Finger auf die hiesigen Traban. ten der Arabischen Liga zeigen. Die DAIA hat die entsprechenden staatlichen Behörden auf das zitierte Generalsschreiben aufmerksam gemacht. Es bleibt zu erwarten, dass die in solchem Fall notwendigen Schritte ergriffen werden. Ebenso unerfreulich ist der Vorfall in einer hiesi. gen Kirche, in der am Feiertage der Fahne eine extremistische Jugendgruppe in Naziuniform aufmarschierte, bei der ebenfalls ein im Ruhestand befindlicher Militär auftrat, der sich ähnlich den Aeusserungen im zitierten Brief äusserte. Hier sollten die kirchlichen Behörden einschreiten, da das zur Schau getragene Verhalten in einem mit der offiziellen Haltung des Vatikans nicht zu vereinbarenden Widerspruch steht. auch aktiv durch Mitarbeit teilnimmt. Denn die Kehilla ist auch unsere Organisation, - unsere Gemeinde, wie sie die genommen werden könnte. Gemeinde aller in Buenos Ai- Hier eröffnen sich ebenso in-1 res lebenden Juden ist. — teressante wie wichtige As-. pekte der Gegenwartsfragen; Verurteilung der wig für die Planung der Zu 1 5 DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 13 1148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO . REPARATUR - WERKSTATT „BENO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 kunft. Nun muss man aber berücksichtigen, dass die hier veröffentlichten Ziffern nur das Bild eines Jahres zeigen, sodass damit allein noch keine auch nur annähernd sichere Unterlage für die Urteils- und Meinungsbildung oder gar für wissenschaftliche Feststellungen gegeben sind. Hier liegt aber ein wichtiger Hinweis, in welcher Form in Zukunft derartige Erhebungen von der Kehilla und von wissensc’f aftlichen Mitarbeitern der Gemeinde angestellt werden sollten. Die gegebenen Statistiken stellen auch nur einen Rohbau dar. Dennoch bieten sie Anhaltspunkte zu Rückschlüssen. Jedenfalls spiegelt der von Fainguersch erstattete Bericht über die Kehilla_Arbeit einen guten Teil unseres allgemeinen jüdischen Lebens wider, an dem auch unser Sektor nicht nur als nehmender Teil (z. B. Subventionen für die Religionssehulen), sondern in steigendem Mass Rassenhetze Mercedes. — Der Bischof der Diozöse, Monseñor Luis Tomé, verurteilte die Rassenhetze uifd sprach lobende Worte für das jüdische Volk. Den Anlass hierzu gab ein Bankett im Rotary-Club von Mercedes, wo die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr gewürdigt und dem besten Feuerwehrmann eine Verdienst medaüle übergeben wurde. Monseñor Tomé sprach über die Bestrebungen des ökumenischen Konzils zur Einigung der Christenheit und gedachte des Papstes Johannes XXIII., von dem er sagte, dass er vom heiligen Geist inspiriert gewesen sei, als er die gigantische Aufgabe auf sich nahm, die Menschheit wieder zu den Quellen des Glaubens zurückzufiih. ren. Die katholische Kirche habe, so setzte der Bischof fort, einen Dialog begonnen, in dem man spricht und gehört wird und solcherart ei¬ Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 33: WASSILIJ AKSSIONOW: Apfelsinen aus Marokko (Roman) Nr. 34: CHARLES MORGAN: Das leere Zimmer (Roman) Nr. 35: WILIIAM FAULKNER: Schall und Wahn (Roman) Nr. 36: HORST MOENNICH: Chronik einer weetpreussischen Familie Nr. 37: C. 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Der Jüdische Weltkongress gab aus diesem Grunde zu Ehren Don Silva, no Santanders einen Empfang, um dem Botschafter die Sympathien der jüdischen Kollektivität und die Anerkennung für seine vorbildliche Tätigkeit im öffent. liehen Leben auszusprechen. In schönen und geistreichen Worten feierte der Präsident der lateinamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Moisés Goldman, den Gast. Fin hoher Sinn für Gerechtigkeit und ein unbeugsamer Willen zur Freiheit, das seien die besonderen Merkmale Santanders. Von diesen Idealen und von dem ihm hier, durch vorgezeichneten Weg ist er trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren, denen er ausgesetzt war, niemals abgewichen. Als er aus seinem politischen Exil zurückkehren konnte, habe er sich weiterhin unermüdlich dem Kampf gegen den Nazismus in allen seinen Erscheinungsformen zur Verfügung ge. stellt. Der ebenfalls neu ernannte argentinische Botschafter, Dr. Daien, begrüsste den Kollegen und Freund, Don Silvano Santander, dessen unbedingte Freiheitsliebe er besonders unterstrich. Für die hohe demokratische Auffassung der Regierung der Nation zeuge auch die Tatsache, dass sie einen Mann wie Santander zum Botschafter ernannt habe, der in der Welt als ein Feind aller Na. zifaschisten bekannt sei, aber auch ihn, Daien,, zu einer so hohen Funktion berufen habe, einen bewussten Juden, dessen enge Verbindungen mit allen seinen Freunden und Brüdern der DAIA und anderen Vereinigungen wohl bekannt seien. — Zuvor hatte Dr. Gefen für die israelische Botschaft Herrn Santander als alten Freund des jüdischen Volkes und Staates Israel begriisst und die Hoffnung ausgesprochen, dass durch ihn die Beziehungen zwischen beiden Völkern und Staaten noch enger werden. — Unter den weiteren Red. nern sei Dr. Goldenberg (Präsident der DAIA) erwähnt, der ebenfalls die menschlichen Qualitäten des neu ernannten Botschafters rühmte, der schliesslich für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen dankte und den Weg fortzusetzen versprach, den er bisher in seinem Leben beschritten habe. — Zum Tode von A. Schwartz In Montevideo, wo er lebte, verschied Abraham Schwartz, weit über Uruguays Grenzen hinaus als Schriftsteller und verantwortlicher jüdischer Aktivist bekannt. Alle, die ihn kannten, werden den Tod dieses klugen, überlegten und warmherzigen Mannes als eigenen Schmerz empfin. den. Mitglied der Executive des Jüdischen Weltkongresses in Lateinamerika, hervorragender Mitarbeiter des Israelitischen Zentralcomites in Uruguay und vieler anderer lokaler Körperschaften, ehemaliger Generalsekretär der Kehilla von Montevideo, hat Schwartz immer das Gemeinsame unter uns Juden gesucht und war bemüht, mit unbestechlicher Klarheit den zionistischen Weg mit der Arbeit für die Gegenwartsaufgaben des lateinamerikani. sehen Judentums zu verbinden. Ak zahlreichen Kongresses hat Abraham Schwartz teilgenommen; er hat es immer verstanden, auch die Stimme der kleinen Jischuwim erklingen zu lassen, und war ein würdiger Vertreter seines Landes, nicht nur dessen jü. disolier Gemeinschaft. — Sein Andenken wird von allen, die ihn gekannt haben, in hohen Ehren gehalten werden. — Bei Ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTY DRESEL COS JLICH PASAJES Y TURISMO SRL Avda. Córdoba 279 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 ALFRED0 STERN MALERARBEITEN ALLER ART Departamentos — Büros — Haeuser — Fabriken Unverbindliche Kostenvoranschläge für jede Arbeit T.E. 76*7281 y 76-9088 Virrey del Pino 2639 DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 '■y ■■ -V* t-íí**** >v>t** .V;.T-nrjjagtpga»—t

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