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Jüdische Wochenschau · 1964-06-26 · 2070 (26.6.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2070 (26.6.1964)
Date
1964-06-26
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes. 26 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2070 ir sind ein Volk (Schluss von Seite 1) Wenn derartige Vorkomm, nisse und Ausschreitungen in Frankreich, im Frankreich der Revolution und der ^Menschenrechte möglich waren, j zutjefst quältet Herzl ^oijTe! wie wird sich die jüdische Sisagenj wie die lim die tuation in anderen Ländern , Juden stehenj er wolUe die , entwickeln, in jenen klassi-; Verlogenheit der grossen sehen Ländern des Judenhas. . Weit entlarven wie er den 1 ses und der Verfolgungen, auf 1 Juden die Maske einer die man m der liberalen Welt vorgetäuschten Selbstsicher- : des ausgehenden 19. Jahr- . abreissen wollte, die sie I hunderts mit einiger Verachj jjjjnd f,'jjdie Gefahren mach. te, die ihnen drohten. I leisten. Er wollte auch nicht zeichnen seinen Weg, der ein I allein das Interesse der gro- ( Weg vom Leben zur Unsterbj ssen diplomatischen Welt, zu lichkeit war. 1895 war der Ju- ' der er Zutritt hatte, auf ein . denstaat erschienen. 1904 1 Problem lenken, das auf den 1 trauerte die jüdische Welt um [ Juden lastete und ihn, Herzl, | den Mann, der in acht Jah. fcung herabblickte. So entstand die kleine Schrift, die Herzl ,,Der Judenstaat“ nannte. Er wollte den Weg zeigen, wie man ei. ne Lösung der Judenfrage bewerkstelligen könne. Er dachte nicht daran, irgendwie selbst aktiv in Erscheinung zu treten. In diesem Augenblick genügte ihm als sein Beitrag die Veröffentlichung einer Broschüre, die In diesem Süin war Herzl einer jener grossen Revolutionäre, die dem heben eines Volkes oder der Menschheit eine Wendung gaben. Unerschrocken trat er auf die Tribüne und rief den Juden — wie den anderen Völkern — zu, dass die Lösung der Ju. denfrage zum Segen der ganzen Menschheit gereichen ren wie kein anderer Jude der letzten Jahrhunderte der I Zukunft seines Volkes seinen : Stempel aufgedrückt natte Auf dem ersten Zionistenkongress (1897) .sagte Herzl u. a.: „Wenn wir den Erniedrigten den Pflug in die Hand drücken wollen, ist es noch eine Frage, ob sie die Arbeit dem Elend und der Wehrlosigkeit vor ziehen? Man frage sie: An dem Tage aber, wo wieder der Pflug in der erstarkten Hand des jüdischen Bauern ruht, ist die Judenfrage gelöst.“ — Haben sich diese Worte nicht zum Teil verwirklicht? Hat Herzl mit dieser Parole, mit dieser Weisung, mit dieser Auffor. seine der Vdeen über die Zukunft werde. Herzl, der assimilierderung nicht den Weg gezeigt Ideen uDer die ¿.ukuiiii. _ te, von westlicher Kultur erfüllte Europäer, rief die Ju. den zur Umkehr, forderte sie auf, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und sich ihren Staat, ihr Land, ihre Heimat zu bauen. Da er selbst das Judentum und die Juden wenig kannte, gab er damals noch Alternativen für die Ansiedlung der Juden an, nen jüdischen Staat zu schaf- Juden zusammenfasste. III. Die Broschüre In dieser kleinen Schrift, die zunächst nicht sonderlich beachtet wurde, fasste Herzl seine ganze Persönlichkeit, sein Denken, sein Hoffen und seine Gefühle zusammen Dort finden wir Formulie rungen, die nicht allein die tiefe Wahrheit der'jüdischen Situation zum Ausdruck bringen, sondern durch die Kraft der Sprache ebenso wie durch j lende Schrift geschrieben ihre Wahrheit richtunggej hatte, wollte sich Herzl wiebend geworden sind. : der in die jüdische Anonymi- Mit einem ungeheuren Mut j tat zurückziehen, aus der er — und Mut war eine seiner , nur für kurze Augenblicke Hervorragendsten Eigenschaf- I herausgetreten zu sein glaubten _ sagte Herzl, was kein te. Erst allmählich begriff anderer der Weltöffentlich. er, dass er nicht nur der keit über die Lage und die Mann war, die Idee neu zu und gebahnt, der zur Freiheit des unterdrückten Volkes geführt hat? Und nach dem Kongress schrieb er: „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet.“ 50 Jahre später fasste die Versammlung der Völker mit einer grossen Zweidrittelmehrheit den Beschluss, ei. Zusammenkunft der Beisthafter I Iima. — ln Lima fand eine Konferenz der israelischen! Botschafter in lateinamerikanischen Ländern statt Diese Konferenz verfolgte den Zweck, einen Ueberblick für die israelische Aussenpolitik in Südamerika zu geben, insbesondere, was den Handelsaustausch und die technische Zusammenarbeit betrifft. Unter dem Vorsitz von Chaim Yachil, Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums. 1 rahmen zwölf Botschafter an den Besprechungen teil. Sie; berichteten unter anderem auch über die Stellung der einzelnen lateinamerikanischen Länder zum israelisch arabischen Problem. j Es fand Kiisomiessend ein Presse-Empfang statt, an 1 dem Yachil die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Peru und Israel würdigte und den israelischen Standpunkt | zur Frage der Jordan-Wasser darlegte. Zufällig hatte gerade am Tag zuvor der Abgesandte des Präsidenten Nas. j ser, Hussein Zol Gokar Sabry, die ägyptische Auffassung I dieser Frage in Lima erörtert. Die peruanischen Journalisten wiesen auf die kürzlich j abgegebene Eiklärung des transjordanischen Botschafters ‘ in Lima hin, wonach es 1965 zum Krieg zwischen Israel und Trans jo~danien kommen würde, wenn das Problem der arabischen Flüchtlinge nicht gelöst und andere arabische Forderungen nicht erfüllt würden; sie fragten Yachil, was 1 er dazu zu sagen hätte. Yachil erwiderte, dass die Drohungen Nassers viel gefährlicher seien. „Dennoch“, erklärte : er, „werden wir uns nicht überraschen lassen.“ (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 500.— pro Jahr Ausl. $ 800.— jährl. nicht wissend, sondern nur ahnend, dass Zion in allen Zeiten Ziel und Inhalt jüdischer Hoffnung gewesen ist. Nachdem er diese aufwüh- Verzweifiung der Juden zu sagen wagte. Herzl hatte durchaus nicht nur die Absicht, einen Beitrag zu einer inner jüdischen Diskussion zu formulieren, sondern auch dazu berufen gewesen ist, sie auszuführen. TV. Das Werk Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1’ izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Wie unter einem Zauber, stab erhob sich die jüdische j Welt im Angesicht der klaren Ausführungen Herzls, die! der Zionsliebe konkrete Auf- I gaben und den vielen kleinen j | Zionsvereinen neues Leben! und Inhalt verlieh. Die wunj derbare Sprache, aus der Si.!! cherheit, Stolz, menschliche : ■ Würde und ein unbeugsamer ■ j Willen strahlte, ergriff die 1 Leser und alle, die hiervon j hörten. Kein Geringerer als I der grosse Dichter Richard Beer-Hofmann schrieb: „End- I lieh wieder ein Mensch, der sein Judentum nicht wie eine Last oder ein Unglück resigniert trägt, sondern stolz ist,; mit der legitime Erbe uralter I Kultur zu sein.“ < Herzl weihte von nun an sein Leben seiner Idee. Ent.! täuschungen und Erfolge, Eh- 1 rungen und Verleumdungen, Fortschritt und Niederlagen fen (1947). Und Herzl fügte hinzu: „Wenn ich das heute laut sagte, würde ein universelles Gelächter antworten. Viel, leicht in fünf, jedenfalls in fünfzig Jahren, wird jeder es einsehen...“ V. Ein Volk Im Judenstaat schrieb Herzl: „Wir sind ein Volk, ein Volk!“. Das waren unerhörte Worte in einer Zeit, wo die westlichen Juden alles daran setzten, das Gegenteil zu beweisen. Eine Hasswelle schlug Herzl entgegen. Gera, de diejenigen, die berufen waren, die jüdische Substanz zu erhalten, versuchten das Gemeinsame zu zerstören. Sie bemühten sich darum, das Judentum zu einer Konfession zu machen. Die gewaltige Kraft, die uns Jahrhundert um Jahrhundert alle ' Not und Pein überdauern j liess, wurde durch eine falsch verstandene Assimilation und . Emanzipation zerrüttet. Dass i wir ein Volk sind, wurde von diesen Kreisen geleugnet. Die | Einheitlichkeit der jüdischen Existenz, die Solidarität und , die Gemeinsamkeit im Glau, ben und Hoffen wurde bei stritten. I Und doch sind wir ein Volk,; dessen Stärke in der Vielheit I und Buntheit ebenso wie in seiner Geschlossenheit liegt. I Vergangenheit und Gegen- ■ wart sind unsere Zeugen. Die i Einheit unserer Zukunft wird heute kaum noch bestritten. | VI. | Jüdisches Schicksal j Auch an seiner 60. Jahr, zeit wird uns bewusst, dass | Herzl lebt! Seine Worte, sei- | ne Mahnungen, seine Planun- , gen sind heute und hier so j aktuell, wie stets und über- I all. Wieder steht das jüdi. : sehe Volk in vielen Ländern der Welt im Abwehrkampf. I Wieder sind wir Zielscheibe i von Angriffen der Unbelehrbaren oder derjenigen, die | mit Hilfe ihres primitiven | Antisemitismus politische Ge- | schäfte machen wollen. Wieder werden alle für die Fehl, i taten einzelner haftbar gemacht. Wieder tragen die Ju- , den die Schuld daran, dass j durch das Versagen der wirk- | lieh Verantwortlichen politische oder wirtschaftliche Schwierigkeiten auftreten. Wieder einmal ertönt die alte, abgeleierte Melodie eines billigen Judenhasses in einem Land, das die Freiheit als Ideal in seinem Herzen trägt. Uraltes Judenschicksal wie. derholt sich. Aber das jüdische Volk hat aus seiner Geschichte gelernt. Der Judenstaat ist kein Traum, sondern eine Wirklichkeit. Ein neues Geschlecht ist aufgestanden, wie es Herzl vorhergesehen und vorausgeahnt hat. Wir werden nie wieder kampflos untergehen ' VTT. bauen wollen, um sich zu retten. Die wahre Absicht ist und blieb, einen Keil in die jüdischen Reihen zu treiben. In solchen Augenblicken ist es die überragende Gestalt Theodor Herzls, die vor uns ersteht und uns ermahnt, auf; die gegen uns gerichteten An. j griffe eine und eine einheitliche Antwort zu geben. Anti Worten wir mit der gleichen I Würde, die Herzl Zeit seines Lebens ausgezeichnet hat, die I ihm die Tore der Mächtigen I öffnete und die Herzen des : Volkes erschloss. I In solchen Gefahrstunden sollen wir die Worte beherzigen, dass wir ein Volk sind, und dass niemand Sich seinem jüdischen Schicksal zu entziehen vermag. In sol. chen Momenten sollen wir auch wissen, dass der unbeugsame Willen eines Volkes stärker als Kanonen ist. Denn „wenn ihr wollt, ist es Pius XII. und die Juden New York. — Die Anklage gegen Papst Pius XII., er habe stillschweigend die Ausrottung von 6 Millionen Juden geduldet und nur die Interessen seiner Kirche ge. wahrt, wurde nun neuerdings erhoben: Professor Guenter Levy von der Massachussets- Universität, der drei Jahre lang Untersuchungen in dieser Angelegenheit geführt hat, veröffentlichte ein Buch unter dem Titel: „Die katholische Kirche und NazL deutschland“, das eine ähnliche These vertritt, wie Rolf Hochhuths Drama. Während Dr. Levy lobend von Priestern aus Deutschland und anderen Ländern spricht, die Juden das Leben retteten, kritisiert er energisch die Haltung des Papstes, der es versäumte, Hitler und die übrigen Naziführer zu exkommunizieren. (ITA) kein Märchen“. Dann werden ■wir auch diejenigen überleben, die heute ausziehen, um mit frevler Hand das Friedenswerk zu zerstören, das Juden in allen Ländern der Erde, wo sie leben, aufgebaut haben. Denkt daran: Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 10. IUNI BIS 7. JULI Vertreter: Dr. BRONSTEIN — 83-6167 Dr. HERSZKOWICZ — 70-4484 Einheit In den Stunden neuer Ge. fahren sind ■wir zur Bewährung auf gerufen. Oftmals haben unsere Gegner einem Teil der Juden eine Brücke PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAECSERN VIRREY DEL P1NO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SGHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scha bbosdecken * TaUißbeutel - Käppchen Maz zot-Tasehen - Hand- und Maschinen Stickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 73-1049 76-0286 JACOB LAPIDUS dipl. 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