Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2068 (12.6.1964)
- Date
- 1964-06-12
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 12 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2068 — 3 Probleme der Einwanderung Aus Genf zurückgekehrt, wo sich die internationale Konferenz für Welthandel und Entwicklung mit einer Unmenge von Problemen be. fasste, gab Finanz-, Handels¬ und Industrie-Minister Pinchas Sapir eine Erklärung ab, in der er die „Verschwen. dungssucht“ der Bevölkerung in Israel dafür verantwortlich macht, dass die Regierung nicht imstande sei, die Stabilität der Lebenshaltungskosten zu gewährleL sten. Uebertriebene Lohn- und Gehalts - Forderungen drohen den Zahlungsmittel- Umlaui derart zu erhöhen, dass die gesteigerte Nachfrage nach Luxusgütern und Dienstleistungen die Preise in die Höhe treiben und die Produkte derart verteuern, dass sie auf dem Weltmarkt ihre Konkurrenzfähigkeit einbüssen, was einen Rückschlag in der Aussenhandels.Bilanz befürchten lasse. Aerzte, Krankenschwestern, Lehrer, Ingenieure, kurz alle qualifizierten Berufe verlangen Gehaltsauibesserun. gen zur Hebung ihres Lebenshaltungs-Niveaus, und das ist für die Wirtschaft eines noch in seiner Entwicklung befind, liehen Landes untragbar, so meinte der Finanzminister. Daher würde sich, seiner Auffassung nach, die Regierung im Falle von Gehaltserhöhungen dazu veranlasst sehen, die grösseren Einkommen höher zu besteuern und auch die Kapitalsgewinne mit neuen oder erhöhten Steuern zu belasten. Für die Exportfähigkeit der Industrie ist aber in den meisten Fällen ein aufnahmsfähiger Inlandsmarkt Vorbedingung. Eine Fabrik kann ihre Produktion meist nur dann entwickeln, verbessern und steigern, wenn sie sich erst einmal auf entsprechenden Umsatz im eigenen Lande stützen kann, und dazu wird ein zahlungsfähiges und kauffreudiges Konsumentenpublikum im Lande gebraucht. Sapir, der ja nicht nur Finanzsondern auch Handels- und Industrie-Minister ist, sollte eigentlich diesen nationalökonomischen MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäi te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirat« Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. von MEIR FAERBER Grundsatz nicht vergessen. Auch kann ein Fabrikant leichter konkurrenzfähig bülige Exportpreise anbieten, wenn er die Betriebsspesen durch höhere Inlandspreise bei ausreichendem Absatz kompensieren kann. Nur für den Export zu arbeiten, das gelingt Industriellen nur in einzelnen Fällen. Ueberdies lässt Sapir unberücksichtigt, dass die Hebung nehmen soll, ist schleierhaft, selbst wenn er über Fach, kenntnisse verfügt, die eine Betriebsgründung in Israel aussichtsreich erscheinen '.assen. An den hohen Kosten der Wohnungen ist aber nicht zuletzt die Regierung schuld, die die Baumaterialien und die Baukosten mit hohen Auflagen belastet. Es gibt heute bereits nicht wenige Juden in den USA, wo Meerwasser-Projekt - konkret Washington. — Wie aus israelischen diplomatischen Kreisen verlautet, gelangten die Vereinigten Staaten und Israel zu einem Abkommen über atomare Zusammenarbeit, um das Projekt zur Entsalzung des Meerwassers durchzuführen. Die Verhandlungen über dieses Abkommen stehen in keinem Zusammenhang mit Eshkols offi. ziellem Besuch in Washington. Die Vereinigten Staaten sollen einen stärkeren Atom-Reaktor liefern, als der gegenwärtig zu Forschungszwecken in Nahal Sorek befindliche es ist. Tel Aviv. — Das Abkommen fand in Washington zwischen dem stellvertretenden israelischen Verteidigungsminister Shimon Peres und den Delegierten der Atomenergiekommission der USA, sowie dem Unterstaatssekretär für Angelegenheiten des Mittleren Orients, Philipp Talbot statt. Der Atomreaktor in Nahal Sorek, der mit nordamerikanischer Unterstützung gebaut wurde, soll zu Experimentierzwecken benutzt werden, bis der neue, grosser Reaktor fertiggestellt wird, der jähr. lieh die Entsalzung von 25 Millionen Kubikmetern Wassers ermöglichen soll Die Baukosten sollen 80 Millionen Dollar betragen und der Bau wird gemeinsam von den USA und Israel durchgeführt. (ITA) * ANZIEHEND ANGEZOGEN mit CARLTON-Kleidung in Fertigkleidung die Ge-! samtlinie Stabiloform m. r. in Massarbeit das Beste an Stoffen und Verarbeitung. * Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen. * Auch Junioren kaufen gern bei CARLTON. €£&£&** Ernst Koppel Maipu 982 Tel. 31-7845 und Besserung des Lebenshaltungs-Niveaus des Mittelstandes eine Vorbedingung dafür bildet, Israel für potentielle Einwanderer attraktiv zu gestalten. Israel soll und darf nicht nur das Ziel für gescheiterte Existenzen sein, so dass man weiterhin auf Wellen der sogenannten Ka. tastrophen-Alija warten muss. Zwar gibt es auch jetzt noch oder wiederum Länder, in denen die jüdische Gemeinschaft keine Zukunft vor sich sieht und ihre Blicke nach Israel wendet, um sich hierher zu retten, — falls die Wirtschaftsverhältnisse des Landes dies ermöglichen. Aber der jetzige Touristenzustrom bringt auch aus Ländern des Wohlstandes täglich Juden nach Israel, die nicht nur her kommen, um ihren Urlaub hier zu verbringen, sondern vornehmlich, um die Verhältnisse zu studieren und die Aussichten für ihre Einwanderung zu sondieren. Neben der Frage der wirtschaftlichen Einordnung, die für jeden einzelnen Fall individuell ist, sehen die Interessenten vor allem ein schwieriges Problem in den hohen Häuserpreisen. Wenn ein Inhaber einer mittelgrossen Fabrik oder eines mittelgrossen Geschäftes seinen Betrieb in seinem jetzigen Wohnland liquidiert, so kommt er, wenp er die Ueberführung des Ei-, löses regeln kann, mit einem Betrag hierher, der gerade noch genügen kann, für sich und seine Familie eine Wohnung mit Elinrichtung zu erwerben und die erste Zeit der Einordnung zu finanzieren. Woher er dann die zur Errichtung einer neuen Existenz erforderlichen Mittel keineswegs alle ihr „grosses Glück gemacht“ haben, die bereit wären, nach Israel auszuwandern, wenn sie Aussicht auf Einordnung hätten. Von den etwa 10.000 nordamerikanischen Juden, die eingewandert sind, haben sich ca. 1.500 in Kollektiv. Siedlungen niedergelassen, da sie sich ideologisch von ihnen anezogen fühlten. Von den 6.000 Einwanderern aus Lateinamerika, die im Jahre 1963 kamen, sind ebenfalls 1.500 in Kibbuzim eingetreten, wie der Vorsitzende des Verbandes der Einwanderer aus Lateinamerika auf einer Pressekonferenz mitgeteilt hat. Der Verband vetritt 20.000 Einwanderer aus diesen Ländern, und diese Olim fühlen sich als Pioniere der Juden ihrer Herkunftsstaaten und hoffen, dass ihnen weitere folgen werden. Die Jugend in den 120 jüdischen Gemeinden Argentiniens zeigt immer grösser werdende Bereitschaft, ernstlich an die Auswanderung nach Israel zu denken, und wird darin in vielen Fäl. len von den Eltern ermuntert. Wie der Kultusgemeinde-Präsident von Buenos Aires erwähnte, sind die 50.000 jüdischen Familien der argentinischen Hauptstadt über die antisemitische Hetze beunruhigt, an der sich besonders die dortigen Funktionäre der Arabischen Liga aktiv beteiligen. Die Nachricht von dem Versprechen der argentinischen Behörden, die Aufenthaltbewilligung des dortigen Hauptvertreters der Liga, Hussein Triki, nicht mehr zu erneuern, hat eine gewisse Befriedigung ausgelöst. Er steht mit dem antisemitischen Terrorverband Tacuara in enger Verbindung, und einer der Führer dieses Verbandes, Joe Baxter, hatte, wie sich jetzt herausgestellt hat, Aegypten besucht, Kurz bevor eine Gruppe seiner Anhänger wegen eines Bankrau. bes verhaftet wurde. Das Versprechen der argentinischen Regierung, „jede Aktivität zu unterbinden, die in Argentinien Konflikte zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung schürt“, wird begrüsst, doch hat die Vergangenheit gelehrt, dass Ver. sprechungen der Regierung die Probleme noch nicht lösen, denen sich die Judenheit gegen übersieht. Zu -en antisemitischen Umtrieben einer zahlenmässig unbedeutenden aber sehr aktiven Gruppe gesellt sich in den südamerikanischen Ländern die soziale Unsicherheit, in deren Hintergrund die sozialistischen Tendenzen stehen, welche „Fidelismo“ oder „Castrismo“ genannt werden, und die als grosses Fragezeichen den Mittelstand überschatten, dem die Juden meist angehören. Die Situation der Juden Südafrikas wird in einem scharfen Warnungsartikel, der unlängst in der „New York Herald Tribüne“ erschien, krass beleuchtet. Die Apartheit - Bewegung zeigt letzthin immer mehr antisemitische Tendenzen. Dies kam auch in dem gegen ei. nen jüdischen Abgeordneten im Parlament gemachten Zwischenruf eines südafrikanischen Nationalisten „Geht nach Israel!“ klar zum Ausdruck, der lebhaft an das seinerzeitige deutsche „Juden nach Palästina! “ erinnert, das ein Vorspiel zur Eint, i rechtung der Judenheit ge- I worden ist. j Regierungskreise beeilten sich zwar, beruhigende Erklärungen zu veröffentlichen, aber der Zuruf „Geht nach Israel!“ aus dem Munde eines Antisemiten hat anscheinend doch stärker gewirkt als die zionistische Propaganda wohlmeinender Kreise. Er hat in vielen jüdischen Familien ernste Gedanken darüber ausgelöst, ob die Judenheit in Südafrika eine Zu. LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYREDON 2190, 1? Iaq. — T. E. 83-2613 12 Juni 1964 2. Tamus 5724 . kunft hat. Das grösste Pro- I blem dort liegt in der Un-; möglichkeit, das Vermögen ' zu liquidieren und zu überführen, und natürlicherweise | fällt die Entscheidung schwer, : den wohlerworbenen Besitz zu I verlassen und sich in Israel Entbehrungen auszusetzen, j So wiederholt sich auch dort I die Alternative zwischen den! „Fleischtöpfen“ und der phy. I sichen Sicherheit, die eines Tages in Frage stehen könnj te. Da die meisten weissen Apartheid-Gegner Juden sind, wird sich kaum vermeiden ' lassen, dass die Bewegung | der Rassen.Trennung eine ' antisemitische Atmosphäre j schafft. i Ministerpräsident Hendryk Verwoerd ist von der israeli- I sehen Stellungnahme in Abstimmungen zur Frage der I Apartheid auf einem internationalen Forum ohnedies j derart verärgert, dass jetzt von seiner Seite her kaum I mehr entschiedene Massnah. 1 men gegen den Antisemitismus erwartet werden können.! Die Hälfte der 110.000 Juden Südafrikas ist vom Handels-! Zentrum Johannesburg abhängig und fühlt sehr wohl, , dass sie dort unerwünscht ge. worden sind. Man wirft den Juden auch vor, dass sie die Bewegung gegen die Apartheid mit finanzieren. Israel ist seinem Charakter nach der Staat des jüdischen Volkes und nicht nur der im Lande ansässigen Be. völkerung und betrachtet es daher als Pflicht, einer jüdischen Gemeinschaft, wie der südafrikanischen, die unter Israels Aussenpolitik unmittelbar leidet, die Einwanderung unter Aufbietung aller Kräfte zu erleichtern. Auf der gleichen Linie lag Israels Pflicht, der Judenheit der arabischen Länder, die nach der Errichtung des Staates Israel gezwungen war, aus. zuwandern, die Eiinordnung zu ebnen. Es wird von der Fähigkeit der Regierung ahängen, hier ein wirkliches Alija. und Einordnungsregime zu schaffen, und von der Bereitschaft der Judenheit der Diaspora, vornehmlich der USA, die er. forderlichen Mittel in viel grösserem Masse als bisher zur Verfügung zu stellen, ob der Staat Israel seine historische Aufgabe der brüderlichen Einordnung der zu er. wartenden grösseren Einwan. derungswelle auch tatsäch. lieh erfüllen können wird. «CäSCHECKS : ODER l^Pf SS UEBERWEISUNGEN , IM D-MARK ODER DOLLAR WIR ZAHLER DIE BESTEN PREISE Man spricht Deutsch Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen MASCHINEN TEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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