Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2068 (12.6.1964)
- Date
- 1964-06-12
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614484--3364-9614486- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, 12 de Junio de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXV. — No. 2068 Die historische Wahrheit (Schluss von Seite 1) 1 i sondern z. B. Roosevelt die : .Verantwortung und die 1 Schuld, ist ohne weiteres er- [ kennbar. Wenn schon Ame. 1 rikaner oder Engländer das sagen, so argumentieren die i interessierten Kreise, dann muss doch die Behauptung j der anderen, die Nazis seien; die Verbrecher gewesen, nicht j (zutreffend sei. Hier liegt ein; wichtiger und beachtenswerj ter Ausgangspunkt fiir eine ■ Fälschung und Verdrehung | der Tatbestände; hier muss I man den Beginn einer neuen j Dolchstossiegende suchen, die j schon einmal zu einer völlig . verfehlten Bewertung histoj rischer Vorgänge geführt hat, und durch die wesentliche Voraussetzungen für die Fanatisierung eines 80 Mil. lionen-Volkes geschaffen worden sind. Diese Tendenzen und Bestrebungen finden in dem ßensationalismus weit ver. breiteter Zeitschriften in Deutschland eine wesentliche, wenn auch nicht immer gewollte Unterstützung. Dort werden aus meist geschäftlichen Gründen zur Hebung und Wahrung eines grossen Absatzes pseudohistorische Berichte in der Form von Fortsetzungsromanen verbreitet, die das breite Publikum erreichen. Dabei werden angeblich die privaten — und „menschlichen“ — Seiten verbrecherischer Leben und Taten verniedlicht, die gerade durch die intime Form der Information sowohl pikant wie irreführend wirken, in jedem Fall aber den wahren Tatbestand verschleiern, entstellen und verzerren. Das meist schlecht vorbereitete Leserpublikum formt sich häufig aus solchen Quellen seine Meinung, da die überwiegende Mehrheit aller Menschen diese Art einer Lektüre wissenschaftlichen Darstellungen vorziehen. Dies ist eine völlig allgemeine und keineswegs für die Deutschen typische Erscheinung, die aber hier von jenen nutzbar Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: -6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 gemacht wird, die ganz konj krete politische Ziele verfol-! gen: nämlich den künftigen i Generationen — und vor al- 1 lern der heutigen Jugend — ' eine verfälschte, korrigierte | und idealisierte Schilderung 1 der nazistischen Aera zu ver. I mittein. Eines der Beispiele für die- | se Art vermeintlich ernster Geschichtsdarstellung ist das : Buch des englischen Histo- \ rikers A. J. P. Taylor über die Ursprünge des Zweiten Welt- I krieges, das bereits 1961 er.; schienen und wiederholt besprochen worden ist. Taylor verweist alle Pläne und Proklamationen Hitlers sowie sei. ne Expansionspolitik in das Gebiet der Phantasie eines Mannes, der in Wirklichkeit nicht der Lenker der von I ihm verfolgten Politik gewe- ' sen sei, sondern der Getriej bene. Ueberall dort, wo Hit. | ler hiervon sprach, handele es sich nach Taylor nicht um j politische Ansichten Hitlers,! sondern „zum grossen Teil I um einen Wachtraum ohne! Beziehung zur Wirklichkeit“! Mit dieser Zauberformel setzt | sich der .Historiker* Taylor j über alle Tatsachen hinweg, die mit dieser von ihm er-! fundenen These in Wider-! spruch stehen. | Ene Widerlegung Taylors | unternahm der ehemalige I Senatspräsident Danzigs und j Exnazi Hermann Rauschning, I dessen Bücher bereits zur Hitlerzeit eine wichtige Do. | kumentation gewesener und! zu erwartender politischer j Schritte darstellten. Rausch- ■t ning, der einmal zum engsten I Führerkreis der Nazis gehört I hatte, schreibt, dass „nicht ■ die taktischen Möglichkeiten | den Inhalt der Hitlerschen Politik bestimmten; sie waren lediglich Züge der Verwirklichung seines grossen Konzeptes. Dieses Konzept als nichtexistent anzusehen, heisst een Wald vor Bäumen nicht zu sehen“. Und an anderer Stelle führt Rauschning aus, „dass die Partei einzig und allein zu dem Zweck gegründet und geför. dert worden war, um die innerpolitischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wie. deraufnahme des Krieges 1914/18 vorzubereiten und die Massen zu disziplinieren“... Alle anderen Theorien der Nazis seien später entwik. kelt worden. Wenn es überhaupt einer sachlichen Widerlegung der Auffassungen Taylors bedurft hätte, finden wir sie in einer Abhandlung von Prof. Dr. Walther Tofer, der darauf hinw'eist, dass sich im Gegensatz zu Taylors Behauptungen aus den vorhandenen Dokumenten einwandfrei ergibt, dass „Hitler nicht in der Frage schwankte, ob er Krieg führen solle, sondern gegen wen er zuerst Krieg führen werde“. — Taylor hat bereits einen Nachfolger gefunden. Der Amerikaner David L. Hoggan brachte ein Buch heraus, das den Titel „Der erzwungene Noch immer: Jordan Brüssel. — Die Zeitung „Le habe, die man zur Ableitung PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Krieg. Die Ursachen und Urheber des Zweiten Weltkrie. ges“ trägt. Der Kern des Buches ist die Behauptung, der Krieg sei auf ein Intrigenspiel zurückzuführen, in dessen Mittelpunkt der damalige britische Aussenminister Lord Halifax stünde. Hierzu sagt Rauschning, das Buch Hoggans „ist seiner Methode nach trotz wissenschaftlichen Apparates nichts anderes als ein politisches Pamphlet“ Prof. Hofer schreibt über „Geschichtsrevision durch Geschichtsfälschung“. Auffallend ist, dass Hoggans Buch nur in deutscher Sprache und dazu in einem Verlag erschien, der als eine üble Quelle rechtsradikaler und antisemitischer Tendenzen bekannt ist. Dies wmrde in einem Bericht des Bundesinnenministeriums ausdrücklich festgestellt. Hoggan be. nutzt vorwiegend solche Schriften, die im Dritten Reich erschienen sind oder er beruft sich auf neonazistische Schriften der Nachkriegszeit. Rauschning bemerkt, Hoggans Thesen würden den Endruck erwecken, dass .seine Arbeit nicht als die unabhängige Leistung eines amerikanischen Histori. kers gewertet werden dürfe, sondern dass er von nationalsozialistischen Kreisen der Bundesrepublik dirigiert und mit ihren Zwecken entsprechendem Material beliefert worden sei.“ — Nicht verwunderlich ist, dass die Nazis sich darum bemühen, ihre schändlichen Verbrechen an den Juden zu verschleiern. Dieser Versuch wird schon seit Jahren ge. macht, wobei vor allem der jetzt in Aegypten lebende und zum Islam übergetretene von Leers in seinen Publikationen in der Zeitschrift „Der Weg“, die in Buenos Aires erschien, federführend gewesen ist. Man behauptete einfach, die angegebenen Ziffern über die Anzahl der ermordeten Juden seien unzutreffend. In diesem Zusammenhang wurde gesagt, es seien „nur“ zwei Millionen gewesen... Eine andere, in letzter Zeit aufgetretene Version, die auch ein amtierender deutscher Professor vertreten hat, ist dies, es habe sich um ei. nen Krieg gegen die Juden gehandelt. Als ob es im Krieg gestattet sei, Millionen Zivilisten, unter ihnen Frauen, Kinder und Greise zu vergasen oder auf sonstige, grausamste Weise einfach zu er. morden. Was muss in den Gehirnen solcher Menschen Vorgehen, die derartige „Entschuldigungsgründe“ anzuführen wagen. Schämen sie sich nicht vor sich selbst? Und weiter: Warum w'ird ein solcher Hochschullehrer in der Bundesrepublik nicht aus seinem Amt entfernt? Ist das ein geeigneter Lehrer der Jugend? Auf dieser oder einer ähnlichen Ebene schreibt auch Hoggan über die Judenpolitik des Dritten Reiches. Hier Soir“ in Brüssel publizierte eine Erklärung Golda Meirs über das Bewässerungsproblem. „Die Perspektiven, die uns die Abmachung mit den USA über die Entsalzung des Meer. Wassers öffnet, liegen noch in weiter Ferne und können daher nicht das Projekt zur Ableitung des Jordanwassers beeinträchtigen“, sagte Golda Meir. Sie deutete an, dass im letzten Drittel dieses Jahres das Projekt zur Durchführung gelangen werde. Auf die Frage, ob dies nicht zu einem bewaffneten Konflikt mit den Arabern führen würde, sagte Frau Meir, dass sie das nicht glaube; wohl aber könne es zu Sabotageakten kommen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass man in Kairo von einer sensationellen Massnahme gesprochen des Jordanwassers anwenden wolle, um Israel solcherart seiner Wasserquelle zu berauben, doch fügte sie hin. zu: „Diese Drohung lässt uns kalt, denn wir wissen, dass sie niemals verwirklicht wird. Bis es zur Durchführung einer solchen Massnahme käme, hätten die arabischen Staaten sich längst wieder untereinander entzweit. Wir sehen keine akute Kriegsgefahr mit den arabi. sehen Lärndern. I3s wird auch keine solche geben, bis wir uns stark genug zeigen, jeden Angriff abzuwehren und je länger es uns gelingt, diese Kriegsgefahr abzuwenden, desto grösser werden unsere Chancen für einen wirklichen Frieden sein, den wir unsererseits immer wünschen und für den wir uns einzusetzen stets bereit sind.“ (ITA) treten die Argumente der Neonazisten ganz offen in Erscheinung. Eine wissen, schaftliche Auseinandersetzung mit politischen Fehlspekulationen ist aber kaum im Bereich der Möglichkeiten. Die Verfälschung erwiesener Tatsachen hat mit Geschichtsschreibung oder Wissenschaft, liehen Erkenntnissen nichts zu tun. In diesem Zusammenhang sind die Ermittlungen der deutschen Fahndungsstellen und der Staatsanwaltschaften von einem grossen Wert, nicht allein deswegen, weil sie von Deutschen gegen Deutsche und deren Spiessgesellen angestellt werden, sondern weil sie auch mit einem Hilfsapparat durchgeführt werden können, dem erheb, liehe Mittel zur Wahrheitsfindung zur Verfügung stehen. Die Staatsanw'älte der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft zum Beispiel, von denen die Voruntersuchungen im jetzt anhängigen Auschwitz-Prozess betrieben ■wurden, waren in der Lage, eine wissenschaftliche Arbeit über das Lager Auschwitz zu liefern, wie sie bisher nicht vorlag. Sie waren an Ort und Stelle, sie sahen das Lager, sie konnten alle Einzelheiten seiner Einrichtungen feststellen, wie sie bisher selbst denen nicht zugänglich waren, die einst als Häftlinge einge. sperrt waren und wahrscheinlich auch denen nicht zur Verfügung standen, die dort stationiert gewesen sind. Mag der Hauptzweck der Prozesse die Aburteilung der Täter und die Wiederherstellung des Rechtes sein, der historische Wert, der diesen Ermittlungs. und Gerichtsverfahren beizumessen ist, sollte gerade in Anbetracht der Fälschungsversuche gewisser Kreise nicht verkannt werden. — JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKE REIEN Schabbosdecken - Tailiebeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschioenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categorie SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Llda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise; Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 76-0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Sdiwarn ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN Eshkol in Los Angeles Los Angeles. — In dieser Stadt wurde EShkol von der jüdischen Kolonie begeistert empfangen. Auf einem zu seinen Ehren veranstalteten Lunch sprach er zu den Juden von Los Angeles von der Wichtigkeit der Alija und der Erlernung der hebräischen Sprache. Er äusserte seine Freude darüber, dass die Kinder ihn in hebräischer Sprache begrüsst hatten und forderte auch die Väter auf, Iwrit zu lernen. Dies sei nötig, damit die Juden das Bewusstsein erhielten, zu einer Nation zu gehören. In einer Versammlung des Comités für internationale Angelegenheiten sprach Esh. kol vor 1.000 führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von Los Angeles, wo er unter anderem erklärte, dass Israel kein araberfeindlicher Staat sei. Israel suche den Frieden, der nicht in so Wiedergutmachung London. — Der Präsident der „Anglo Jewish Organisation“, Maurice Edelman, erklärte au. einer Sitzung dieser Vereinigung, dass die jüdischen Organisationen alles unternehmen müssten, um die ostdeutsche Regierung von der Notwendigkeit einer Gesetzgebung zugunsten der jüdischen Naziopfer zu über, zeugen. Dies sei im Sinne der über, lebenden Juden Ostdeutschlands, die bisher keine Wiedergutmachung erhielten, doch ebenso auch im Interesse Israels und aller jüdischen Gemeinden, die die Naziopfer unterstützen. —■ (ITA) weiter Ferne läge, wie man allgemein annimmt. — Nachdem er auch den Filmstudios der Universal einen Besuch abgestattet hatte, wo er an einige prominente Stars die Einladung richtete, nach Is. rael zu kommne und dort zu filmen, setzte er seine Reise nach Chikago fort, wo er den Titel eines Doktors .honoris causa“ erhielt und flog dann nach New York weiter, um dort die Jeschi wa-Universität aufzusuehen. Vor seiner Rückkehr nach Israel will Eshkol sich einige Tage in der Schweiz erholen, I (ITA) HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 10. IUNI BIS 7. JULI Vertreter: Dr. BRONSTEIN — 83.6167 Dr. HERSZKOWICZ — 70.4484 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK ‘Sprechstunden nach telef. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Unlersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumeld n. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542