Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2066 (29.5.1964)
- Date
- 1964-05-29
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 29 de M»y«* de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2066 — 3 Bemerkungen zur Papstreise Seitdem der Papst am Schluss der zweiten Session des Vatikanischen Konzils die Erklärung abgab, er werde zu einer Pilgerfahrt nach dem Heiligen Land reisen, sucht man mehr als bei seinen Vor. gängern die Persönlichkeit des Oberhauptes der katholischen Kirche zu erforschen. Es wäre falsch zu glauben, dass wir es bei Paul VI. mit einem Papst zu tun haben, der die Kirche reformieren will. Eher ist er ein Papst, der mit neuen Methoden und in Erkenntnis vernachlässigter Tatsachen das Prestige der katholischen Kirche fördern und jene Kreise, welche sich von der Kirche entfernt haben, wieder zuriiekgewin. neu will- Die Reise nach dem Heiligen Land hatte einen rein christlichen Charakter. Mit dem Wort „Schalom“ in Meggido, anlässlich der Begrüssung durch den Staatspräsidenten von Israel und seine Ansprache am Jordan, wollte der Papst eine neue Aera zur Förderung des Friedens eröffnen, Frieden unter den einzelnen Menschen, un. ter den Konfessionen, den Völkern und Rassen. Um die Haltung Paul VI. zu verstehen, möchten wir aus seiner Vergangenheit erwähnen: Papst Pius XII. ernannte im Jahre 1954 den jetzigen Papst Paul VI., der den Namen Montini trug, zum Erzbischof von Mailand. Mai. land ist eine traditionell rote Stadt, eine Hochburg des Sozialismus und des Kommunismus. Am Nachmittag des 1. Mai pflegen sich die Linkskreise zu versammeln. Am 1. Mai 1956 gab es jedoch zwei Demonstrationen; eine am Vormittag, die auf Initiative des damaligen Erzbischofs arrangiert wurde. Um 9 Uhr 15 waren auf dem grossen Platz vor dem Dom mehr als 150.000 Menschen versam. rnelt. Beim Glockenschlag um halb Zehn erschien seine Eminenz, Erzbischof Mon- MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gescltäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T, E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. von A. BLUM (Basel) toni auf den Stufen der Ka. thedrale und zelebierte die Heilige Messe. Als sich die Menge von den Knien erhob, näherte sich ein Helikopter, der an einer silbernen Leine einen lebensgrosse Figur von Jesus führte, mit Hammer und Sichel in den ausgestreckten Armen. „Wir feiern diesen Tag als das heilige Fest Jesus, des Arbeiters“, erklärte der Erzbischof. „Von nun an wird diese Feier jeweils am 1. Mai die katholischen Arbeiter in der ganzen Welt vereinigen“. Als am Nachmittag gegen hunderttausend Kommunisten zu ihrer Feier ankamen, war die Stadt halbleer und die Journalisten längst fort. Erzbischof Montini hatte zu dem damaligen Israel- Konsul in Mailand, Pinchas E. Lapide, die allerbesten Beziehungen. Im November 1956 begegneten sie sich am Mailänder Hauptbahnhof. Der Erzbischof als Präsident eines öffentlichen Hilfscomites für die ungarischen Flüchtlinge, Konsul Lapide, um eine Gruppe jüdischer Flüchtlinge aus Alexandrien zu emp. fangen, die von den Aegyptern als Resultat der Sinai- Kampagne vertrieben worden waren. Als Erzbischof Montini im Wartesaal den israeli. sehen Konsul traf, sagte er zu ihm: „Wir beide sind heute in prophetischer Mission hier“, und er fuhr fort, Isaiah (Kapitel 43,6) zitierend: „Ich spreche zum Norden (hier wies sein Arm in der Richtung nach Ungarn): Gib frei! Und zum Süden (jetzt wies er in die Richtung von Aegypten: Halte nicht zurück; sammle meine Söhne aus der Perne, und meine Töchter von den Enden der Welt.“ Vor seiner Ernennung zum Erzbischof von Mailand war Papst Paul VI. Unterstaats. Sekretär beim Heiligen Stuhl. Papst Plus XII., der selbst Staatssekretär vor seiner Ernennung zum Papst gewesen war, hatte es abgelehnt, einen neuen Staatssekretär zu bestimmen. Er wollte selbst mit seinen Untersekretären das Staatssekretariat führen. Unsere Leser werden sich wohl noch an das Buch erinnern: „Random Toughts“ von Emil Dreyfus. (Betrach. * ANZIEHEND ANGEZOGEN mit CARLTON.Kleidung in Fertigkleidung die Gesamtlinie Stabiloform m. r. in Massarbeit das Beste an Stoffen und Verarbeitung. Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen. ® Auch Junioren kaufen gern bei CARLTON. Ernst Koppel Maipu 982 Tel. 31-7845 7- Beziehungen zu Bonn Tel Aviv. — Die Bundesregierung schlug Israel vor kurzem die Aufnahme „inoffizieller Beziehungen“ mit der Gründung einer kommerziellen Delegation aus Bonn vor. Die israelische Mission für Wiedergutmachung in Köln könnte ihrer, seits zu einer kommerziellen israelischen Delegation ernannt werden, so lautete der Vorschlag, der abgelehnt wurde. Die israelische Regierung erklärte dem „nichtoffiziellen“ Entsandten der Bundes, regierung, dass Israel nur „komplette diplomatische Beziehungen akzeptiere oder gar nichts.“ (ITA) tungen über die Weltlage), in dem Dr. Emil Dreyfus (Basel-New York) die Weltlage betrachtet. Nach Auffassung des Autors kann der Friede in der Welt nur gesichert werden, wenn die irdischen Güter un. ter allen Menschen der Erde verteilt werden, wenn eine gerechte Zuteilung aller Rohmaterialien und Lebensmitteln erfolgt, so das jeder Mensch und jede Nation so leben können, dass das Leben lebenswert wird. Schon im Jahre 1935 hat sich Herr Dr. h. c. Emil Drey. fus mit dem Studium dieser Probleme befasst und führende Staatsmänner über seine Gedankengänge orientiert. Herr Dr. h. c. E'mil Dreyfus unterbreitet Vorschläge, die grosse Aehnlichkeiten haben mit dem, was später unter „Marshallplan“ in die Wege geleitet wurde. In seinem Zusatz vom 21. April 1948 „Betrachtungen über die Welt, läge“ fordert Emil Dreyius die Abschaffung des Vetorechtes in den UN und die Bildung einer internationalen Polizeimacht. Auf Seite 81/82 der deutschen Fassung schreibt der Autor von „Random Thoughts“ wörtlich: „Wenn in den Mitgliedstaaten der UN kein neuer Geist erwacht, wird sich die alte Machtpolitik, die Krieg und Chaos zur Folge hatte, durchsetzen, und im atomaren Zeitalter wird diese Politik nur zur vollständigen Zerstörung der Zivilisation führen. Das Fehlen einer bewaffneten Macht der UN bedeutet eine grosse Schwäche. Die „Grossen Fünf“ haben kein Vertrauen in die UN. Sie bedienen sich ihrer nur für ihre eigenen Zwecke, und solange die UN über keine bewaffnete Macht verfügen, die es ihnen erlaubt, eigene Polizeibefugnisse auszuüben, werden alle ihre Beschlüsse ohne Gewicht sein.“ Das zitierte Buch „Random Thoughts“ wurde ebenfalls dem Heiligen Stuhl zugestellt. Durch eine Zuschrift am 26. Januar 1949 hat das Staatssekretariat des Heiligen Stuhls Herrn Dr. h. c. Emil Dreyfus für die Zusen. düng von „Random Thougts“ gedankt und ihm den Apostolischen Segen erteilt. Dieses Dokument wurde zugestellt in einem Augenblick, als der Weltausstellungs- Skandal New York. — Der Rabbiner Joachim Prinz, Präsident des American Jewish Congress und weitere elf Personen, darunter die Gattin des Rabbiners und mehrere Funktionäre des Comités wurden kürzlich in der new. yorker Weltausstellung verhaftet, weil sie gegen die anti-israelische Wandpropagan. da des transjordanischen Pavillos protestiert hatten. Man brachte sie vor den Richter, der sie dann gegen Garantie freiliss. (ITA) Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKTUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen* Fabrikation — Unverbindlich* Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samctag und Sonntag von 9—19 Ubr im Ausstellungsbaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader von Station Urquiza Tel.: 52-2993 i jetzige Papst als Sekretär I von Papst Pius XII. amtieri **• j- Vergleicht man die Thesen, die in dem von Emil Dreyfus verfassten Buche „Random Thoughts“ enthalten sind und gewisse Handlungen des jetzigen Papstes, so könnte man geneigt sein anzunehmen, dass das Buch „Random Thoughts“ nicht ohne Einfluss geblieben ist auf diejenigen, die das Buch lesen konnte, i und sehr wahrsci.einlic.; u, h den jetzigen Papst sta beeinflusst hat. In diesem Zusammenhang möchten wir nicht unerwähnt lassen, wie hoch die Arbeit von Emil Dreyfus ge. schätzt wurde. Kein Geringerer als Senator Marcel Plaisant, Präsident der französischen Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, hatte im Jahre 1951 Herrn Emil Dreyius für den Frie, desnobelpreis vorgeschlagen. Hon. Senator Alexander Wiley fühlte sich veranlasst, in der Senatssitzung der Vereinigten Staaten vom 21. September 1951 ein Exposé über den Weltfrieden zu halten. Herr Wiley, Senator von Visconsin, sagte: „Herr Präsident, ich reich, te eine kurze Zusammenfassung ein, die ich in Bezug auf gewisse Erklärungen über das Problem der Steuern und des Weltfriedens vorbereitet habe, die von einem in Basel (Schweiz) wohnhaften, verdienstvollen Geschäftsmann und Weltbürger, Herrn Emil Dreyfus, Kommandeur der französischen Ehrenlegion und für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, gemacht worden sind. Ich beantrage die einstimmige Genehmigung. dass der Text meiner Ausführungen und das dazugehörige Material im Zusatzprotokoll aufgenommen werden. Da keine Einwendungen dagegen erhoben worden sind, wurde der Inhalt meines Exposés und Anhang zum Druck im Kongressprotokoll wie folgt genehmigt...“ Die näheren Ausführungen des Herrn Senator Wiley finden wir in „Random LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARÍO INDER BND UB« TS •e. Airee - PUEYRRBDON 21M, 1* «q. - I E. M-tti 18. Siwan 5724 29. Mai 1964 Eshkols Besuch in USA j Jerusalem. — Vor seiner Reise nach den Vereinigten; Staaten, deren Zweck ein offizieller Besuch beim Präsidenten Johnson ist, informierte der israelische Premier Levi j ILshkol das Kabinett über alle Details. I Ausser den Verhandlungen mit Johnson sind noch Unterredungen mit Staatsskeretär Dean Rusk und dem Ver-; teidigungssekretär Robert MacNamara vorgesehen, ebenso I Zusammenkünfte mit anderen bedeutenden nordamerikanischen Politikern, darunter dem Gouverneur von New York, Nelson A. Rockefeiler, und anderen Mitgliedern der Republikanischen Partei. Walworth Barbour, nordamerikanischer Botschafter in Israel, begab sich schon einige Tage früher nach Washington, um an den offiziellen Empfangsvorbereitungen teilzunehmen. Während der Kabinettssitzung gab auch Golda Meir einen Bericht über Krutschews Besuch in Aegypten und übergab den Ministern Abschriften der Reden des Sowjetchefs. Die Regierung gab bekannt, dass während der Abwesenheit Eshkols die Regierungsgeschäfte dem Vize-Premier Abba Eban anvertraut würden und da Eshkol auch Verteidigungsminister ist, dieses Amt in der Zwischenzeit vom F’inanzniinister Pinchas Sapir verwaltet wird. I DIE ARABER SIND „BESORGT“ I Washington. — Die Botschafter aller arabischen Län-! der besuchten in geschlossener Gruppe den Staatssekretär Dean Rusk. Anlass dazu war der Besuch Eshkols. Rusk be.; antwortete den Protest der Araber mit der Erklärung dass i die Vereinigten Staaten den arabischen Standpunkt bereits i kannten und sich ihn vor Augen halten würden. Auch hätte die Regierung der I'SA das gemeinsame Communiqué i Krutschews und Nassers zur Kenntnis genommen und ha-; be dazu im Augenblick kein Kommentar, j Die arabischen Diplomaten wiesen darauf hin, dass; Eshkols Besuch den Zweck verfolge, die arabisch-amerika. I rischen Beziehungen zu trüben. Der ägyptische Botschafter, Mustafa Kamel, gab der Besorgnis aer Araber darüber Ausdruck, dass „die Zionisten in Israel eine Situation senaffen wollen, die den Interessen der guten Beziehungen zwischen den Arabern und den Vereinigten Staaten widerspricht“. „Die Zionisten gefährden den Weltfrieden“, stellte Kamel fest und orakelte dann: „Eshkol wird noch mehr Waffen, noch mehr Geld und dazu noch eine Sicherheits-Garantie verlangen. Wir s.nd der Ansicht, dass Israel mehr Waffen hat, als es braucht, mehr Geld, als irgend ein anderes Land und wir sind auch der Ansicht dass das UN-Abkommen genügend Sicherheits-Garantien bietet.“ (ITA) Thoughts'“ auf Seite 10 oder Seite 12 der deutschen Uebersetzung). Betrachtet man rückschauend die Weltlage und ihre Entwicklung, muss man es sehr bedauern, dass die Empfehlungen des Herrn Dr. h.c. , Emil Dreyfus nicht besser berücksichtigt wurden und man muss sich fragen, warum wurde ihm der wohlverdiente Friedensnobelpreis, d : von verschiedener Seite warm empfohlen wurde, nicht erteilt? ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ♦♦♦♦♦♦♦ Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung - ★ BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. L: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltur gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. 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