Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2066 (29.5.1964)
- Date
- 1964-05-29
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 29 de Mayo de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2066 Im Lande der Paradoxe Skandal in Wien (Schluss von Seite 1) sein wird. Aber vorerst sind ■wir noch nicht so weit... III. J Nunmehr hat der russische Staatschef und Führer des einen Teiles des gespaltenen Ostblocks, Nikita Krutschew, Aegypten besucht. ES musste ' zunächst auffallen, wie lauge Zeit der viel beschäftigte Sowjetfürst den Aegyptern widmet. Gewiss benutzte er sogleich diese Gelegenheit,; auch mit anderen Repräsen-! tanten der arabischen Welt, mit seinem neuesten Freun. j de Ben Bella, dem künftigen Konkurrenten Nassers, und mit Irakern zusammenzutreffen. Zweifellos deutet die Länge des Aufenthaltes, den Krutschew' in Aegypten nahm, auf die überragende Bedeutung hin, die er selbst seinem dortigen Staasbesuch beimisst. Krutschew hat eine Reise durch das ganze Land gemacht. Er suchte nicht nur den Kontakt mit dessen Führern, sondern auch jede Ge. legenheit, mit der Bevölkerung in Verbindung zu treten. Dabei bediente er sich seiner bereits bekannten Mit-; tel, indem er selbst „mit Hand anlegte“, um seine Po. Polarität zu steigern. — In einem einzigen Punkt hat Nasser bisher eine kon-; sequente Linie verfolgt: in seinem Hass gegen Israel. Dass er hierfür reale Gründe — etwa der eigenen Staatssicherheit — haben würde, kann wohl niemand ernsthaft behaupten. Aegypten hat mit der Frage .Palästina' oder mit dem Problem der arabischen Flüchtlinge nichts zu tun. Nasser greift diese un. gelösten Schwierigkeiten auf, um mithilfe seiner antiisraelischen Kampagne ege ne politische Zwecke zu verfolgen, vor allem seine Aspiration auf den „unbestrittenen Führer“ des Panarabismus zu un. termauern. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass! diese blinde Feindschaft ge- 1 gen Israel eines Tages der Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN Dr. FREY 80-6930 Anlass oder der Grund für seinen Sturz sein wird, wobei man auf grössere Beispiele ' hinweisen kann. 1 Dass Nassers weltpolitische Position durch eine Verstänöigung mit Israel gefestigt werden würde, daran dürfte er wohl selbst kaum Zweifel haben. Er müsste aller, dings seine Illusionen der arabischen Einheit aufgeben und sich für eine Realpolitik entschliessen. ES war keine sonderliche Ueberraschung, dass Nasser bei seinen ersten Besprechungen mit Krutschew des- , sen Aufmerksamkeit auf Israel lenkte. Krutschew woll. I te bei seinem Besuch in Aegypten erst einmal richtig „warm“ werden und fiel in die Nassersche Melodie unumwunden ein. Jedenfalls erweckte er den Eindruck ei. '• ner bedingungslosen Freund- ■ schaft gegen Israel. Die Araber jubelten: die Sowjetunion stehe auf ihrer Seite. Im 1 Grunde genommen aber dürfte sich diese Stellungnahme . Krutschews nicht wesentlich von seiner bisherigen Position gegenüber Israel unterschei. den. | Ohne Zweifel wäre es in : teressant, wenn Krutschew einmal auch Israel besuchen Hürde. Eis bliebe abzuwarten, was er dann zu sagen hätte. Zu den vielen Merkwürdig-; keiten unserer Zeit dürfte auch die völlig unberechtig- 1 te, wenn nicht unlogische russische Israel.Politik gehören. Dass machtpolitische; Faktoren hier eine grosse Rolle spielen, ist eine Binsen-; Weisheit. Vielleich schalten j sich aber auch hier die Chinesen ein, die sich im Augenblick darüTh bemühen, durch jede offene Tür — und sogar durch jedes verschlossene j Tor — in neue Länder einzu. | dringen, um ihren Einfluss | zu erweitern und neue antij russische Stellungen zu schaffen. IV. Dass Nassers grosse Projekte der Bewässerung gewalti. ger Flächen bis heute trotz | der bewundernden Worte Krutschews eine leere Hoff-1 nung geblieben sind, muss j man den Berichten objektij ver Beobachter entnehmen. Die Deutschen zeigen seit langem an Aegypten ein echtes Interesse, abgesehen da. von, dass deutsche Wissenschaftler im Dienste Nassers bei der Waffenproduktion gegen Israel stehen, und Kairo ein Paradies für alle ehemaligen und jetzigen Nazis bil. det. Das mit ungeheuren ausländischen, vor allem amerikanischen und russischen Mitteln subventionierte Bewässertmgsprojekt des „Neu. en Tales" und der Staudamm von Assuan sind die konkreten Beispiele für diese Situation. Man lese, was ein deutscher Berichterstatter hier, über in den Frankfurter Blättern (Heft 4, 1964) schreibt. Sämtliche Pläne und Voranschläge sind bisher nicht erfüllt worden. PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKQLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaJJiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschicienstickerei von Bett- und Tiscnw'äsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 Hier seien nur die folgenden Ausführungen zitiert: „Nicht dass die Planziele an sich unrealistisch oder die Mittel unzulänglich wären, es liegt in erster Linie an der Struktur des Landes und der Mentalität seiner Bevölkerung. die man nicht einfach durch Gesetz ändern kann. Dafür liefert der Stoss-Seuf. zer eines deutschen Ingenieurs ein bemerkenswertes Indiz. „Sie lernen so langsam, stöhnte er, sie machen immer wieder alles falsch. Ich kann nichts mehr erklä. ren. Ich bh. einfach fertig.“— Und dann heisst es weiter: „Hierin liegt die Hauptschwierigkeit für alle Ent. wicklungsversuche des Landes: in Oberägypten, Nubien, in den Oasen... ist nicht... Mittelalter, dort ist Pharaonenzeit. Das Land wird — wie vor fünftausend Jahren — von der Sakija, dem von einem Ochsen im Kreis bewegten Schöpfrad, bewässert... Dort ist die Entwicklung vor 3.000 Jahren stehen geblieben. Die unvorstellbar armen Fellachen, die früher ihre ganze Baumwollernte und einen Teil des übrigen Ertrages an die reichen Landbesitzer abtreten mussten, und von denen fast drei Viertel weder lesen noch schrei, ben können, die nie eine Stadt gesellen oder in eine Zeitung geblickt haben, für die ein Traktor ein Wunder ist, diese Fellachen haben einfach keinen Nerv für Fortschritt“. — So geht es über Seiten. Es wird von einem Bürgermeister in diesem Gebiet berichtet, dem von 65.000 Dattel, bäumen im Dorf 60.000 gehören. Er lässt sich von keiner Behörde hereinreden. Und dann fragt der Artikelschreiber: „Man sagt, Nasser sei ein Diktator und Aegypten ein Polizeistaat. Was aber ist mit einer Diktatur los, deren Macht in einer der abgelegensten Landgegenden an der Person eines einfachen Bür. germeistersscheitert?“ Wenn man diesen Bericht liest und andere Informationen berücksichtigt, erhält man die Gewissheit, dass diese Landerschliessungen und alle Fünfjahrespläne nur Illusionen sind. Man versteht auch, dass Nasser auf aussen. politische Erfolge angewiesen ist, da er innenpolitisch nur Versager uufweisen kann. V. Diese Fakten sind dem Russen Krutschew sicherlich vor seiner Reise bekannt gewesen; er dürfte sie bei sei. nem Aufenthalt aus eigener Anschauung bestätigt gefunden haben. Er hat seine Enttäuschungen nicht verschwiegen. Bei uns arbeitet man besser, sagte er zu ägyptischen Arbeitern. Diese harte Kritik hat man verstanden und nicht gern gehört. Dass Krutschew’ trotzdem weitere, gewaltige Kredite zur Verfügung stellen wird, gehört in das Gebiet der durch die Konkurrenz mit dem Westen Ein unerhörter Zwischenfall ereignete sich bei der Aufführung von Lessings „Nathan der Weise“ im Wiener Burg, theater. Während der glanzvollen Vorstellung des Werkes mit Ernst Deutsch in der Titelrolle, wurden die bekannten Worte des Patriarchen „Tut nichts — der Jude wird verbrannt“ von einem Teil des Publikums mit Beifallsklatschen quittiert während andere Zuschauer versuchten, die offensichtlich organisierte Demonstration niederzuzischen. Es dürfte wohl noch nie vorgekommen sein, dass diese Stelle, die sich offensichtlich gegen die Engstirnigkeit eines fanatischen Antisemitismus wendet, zu einer antijüdischen Demonstration missbraucht worden ist. Diese Demonstration muss den Initiatoren nicht wenig Geld wert gewesen sein, da es mehrere grosse „Blöcke“ von Zuschauern gab, die, so bald das Stichwort gefallen war, mit Händeklatschen und Jubelrufen an der Kundgebung teilnahmen. i Der Zwischenfall wurde vom Unterrichtsminister Dr. i Piffl.Pertschevich scharf verurteilt. Bei einem Empfang des Burgtheater-Direktors Professor Häussermans unterstrich der Minister seine grundsätzliche und eindeutige Stellungnahme bezüglich der prinzipiellen Ablehnung jeder derartigen Demonstration. Im besonderen bedauerte er, dass hierdurch die hohe Würde des Burgtheaters verletzt w'ur. de. Jede antisemitische Demonstration sei an sich ein Verbrechen. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. und den Rotchinesen charakterisierten Tagespolitik. Krutschew fand aber durch eine andere Rede noch weiteren Widerstand, als er die arabischen Arbeiter auffor. derte, den Idealen des Sozialismus zu folgen anstatt einem nichtssagenden Panarabismus zu frönen. Hiergegen protestierten vor allem aus. ländische Stimmen, wie eine Zeitung im Libanon, die treu die Nassersche Linie verteidigte. Man darf aber annehmen, dass die Arbeiter in den Industriegebieten Aegyptens diese Worte Krutschews gut begriffen haben. Viel, leicht ist er auf diese Problematik überhaupt nur eingegängen, weil ihm derartige Gedanken auszusprechen aus diesen Kreisen nahegelegt wurde, denen heute in der ägyptischen Diktatur der Mund verschlossen ist. Mit diesen kritischen Aus. führungen hat aber Krut. schew seine eigene Politik angegriffen, durch welche bewusst ein arabischer Nationalismus geschürt wird, dessen destruktive Kraft er ge. schildert hat. In seiner saftigen Sprache blieb er nicht abstrakt. Er griff einen der wichtigsten Verbündeten Nassers an, den Petroieum-Mag. na ten und Herrscher von Kuweit, der kurz zuvor den Aegyptern einen Kredit von na. hezu 100 Millionen Dollar gewährt hatte. Krutschew rief aus: „Ehr seid verbündet mit diesem Mann, weil Ihr Araber und Muselmanen seid. Aber ich sage Euch, es ist viel leichter drei Säcke groben Salzes zu verschlucken als die Einheit mit solch ei. nem Individuum zu erreichen“ ... Das ist die wahre Meinung Krutschews. Trotzdem schürt der Kommunist Krutschew den arabischen Nationalchauvinismus und damit auch den Hass gegen Israel. Ein weiteres Paradox im Lande der Paradoxe... MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2.312 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., »litt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 JACOB LAP1DUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 »Gruss an Israel“ New York. — in der newyorker Weltausstellung fand im Pavillon der nordameri. kanischen Juden eine Zeremonie unter dem Motto: „Gruss an Israel“ statt, an der 700 junge Menschen aus Gross-New York teilnahmen. Es sprachen der Senator Ken. neth Keating und Abraham D. Beame; beide protestier, ten gegen die israelfeindliehe Wand-Propaganda im transjordanischen Pavillon. (ITA) Arabische Konferenz in Kairo Brüssel. — In der Konferenz, die die arabischen Staats Chefe in Kairo abhielten, wurde die Arabi. sehe Liga beschworen, die europäischen Länder auf die ., Gefahr“ aufmerksam zu machen, die die Versuche Israels, sich dem Gemeinsamen Markt anzuschlie. ssen, bedeuten w'ürden. — tITA) Brandt und die Juden New York. — Der sozialdemokratische Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, empfing in New York eine Delegation nordamerikanischer Juden, um ihre Meinung über die deutschen Kriegsverbrecher-Prozesse zu hören. Die Delegation bestand aus dem Präsidenten und dem Sekretär des Exekutiveomites der Jüdischen Arbeiterkommission, Adolf Held und Benjamin Tabachmiky. Beide gaben ihrer Bestür. zung und ihrer Besorgnis darüber Ausdruck, dass Menschen, die persönlich für den Massenmord an Millionen Juden verantwortlich waren, so leichte Strafen erhielten. Brandt erklärte, ihre Ansicht zu teüen und mit ihnen zu „sympathisieren“. Er versprach, alles au tun, um der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Die jüdische Delegation richtete drei Gesuche an ihn: 1. seinen Einfluss gegen allzu milde Urteile einzusetzen; 2. durchzusetzen, dass die Verjährungsklausel nach 20 Jahren im Falle der Kriegs. Verbrecher ungültig erklärt werde; 3. ein Gesetz zu befürworten, wonach alle Juden. die Opfer der Nazis; wurden, einschliesslich der j Ostjuden entschädigt wer- 1 den sollen. (ITA) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogram me CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERREIST VOM 10. JUNI BIS 7. JULI Vertreter: Dr. SANGUINETTI 76-2406 Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 - 701-3223 VÄRICES-ULCERÄS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGEXSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUXG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 KLEIN Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag vor. 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542