Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2064 (15.5.1964)
- Date
- 1964-05-15
- Page
- [Seite 6] (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Im Kreuzverlag in Stuttgart ist ein Buch erschienen, das der neuen Begegnung von Juden und christlicher Gemeinde gewidmet ist. Dieses Buch enthält im wese nt. liehen Reden und Podiumsgespräche der Arbeitsgruppe „Juden und Christen“, die auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag im Som. mer 1961 in Berlin vor über 12.C00 Zuhörern gehalten wurden und die bisher grösste Kundgebung dieser Art darstellten. Juden und Christen sprachen zueinander und legten voreinander Zeugnis ab von der Wirklichkeit ihres Glaubens. Die Heraus, geber dieser Sammlung fanden dafür keinen treffenderen Titel als „Der ungekündigte Bund“. Dieser Titel al. lein ist ein Programm und ein Bekenntnis, ja, mehr als dies, eine Wendung um neunzig Grad. / Jahrhundertelang ging die Kirche von einer Irrlehre aus, nämlich von eine. Ablösung der Bünde Gottes. Sie spricht ja bekanntlich von einem Alten und einem Neuen Bund. Das ist der eigentliche Sinn des .Wortes „Testament“, mit welchem die la. teinische Bibel, die Vulgata, unser hebräisches Wort „Berit“, Bund, wiedergibt. Christliche Theologie gefiel sich in der Konzeption des Neuen Bundes von Golgata, der den Alten Bund vom Sinai abge. löst habe. Aber davon kann gar keine Rede sein, weder exegetisch, d. h. in Auslegung der Bibel, auch des Neuen Testaments, noch in der Wirk, lichkeit der erfahrenen Geschichte. Ja, wäre es so. dass das Judentum nach dem Aufkom. men des Christentums von der Biidfläche verschwunden wäre, dann wäre diese Konzeption vielleicht möglich. Aber das Judentum bestand und besteht ja weiter, neben dem Christentum, denn der Gott Israels hat seine Verheissungen gegenüber seinem alten Bundesvolke nie zu. rückgenommen: „Sicherlich, die Berge werden weichen und die Hügel wanken, aoer meine hiebe wird nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens wird nicht von SCHALOM BEN CHORiN wanken, so spricht, der sich dein erbarmt, Er, der ist." (Jes. 54. 10). Der Bund ist uugekiinüigt. Das begann nunmehr auch die christliche Kirche zu verstehen. ohne dass sie desh. ib ihren eigenen Anspruch auf. geben müsste, selbst ihrerseits sich als Bundeskont.ahent Gottes zu fühlen. Nicht nach der Bibel, wohl aber nach der aus ihr abgeleiteten rabbinischen Tradition, ist das Schawuot-Fest das Fest der Offenbarung am Sinai und damit das Fest des Ungekündigten Bundes. Der Eund, der bereits mit den Vätern geschlossen wurde, wird am Sinai t .gentlich nur erneuert, aber erst hier erhält er die kollektive Form, die das ganze Volk einbe. zieht. Was ist der Inhalt dieses Bundesschlusses? Nicht dieses oder jenes Gesetz nicht einmal allein die Zehn Gebote. Vielmehr ist es der Gedanke der Erwählung Isra. els, das durch diesen Bundesschluss ein „Am Segula“ wird, das auserwählte Volk, wie man gewöhnlich sagt: besser: das Eigentumsvolk. Gottes. Dieser Begriff ist überaus kontrovers. Nicht nur die Antisemiten haben ihn den Juden als Beweis nationaler Ueberhebliehkeit vorgeworfen. Die Juden selbst haben sich immer mehr und mehr von diesem Begriff entfernt und wollen von ihm loskommen. Oft haben mir ausländische Touristen, vor allem christliche Theologen, er. zählt, dass ihnen Juden in Israel ganz schlicht sagten: „Ach, wir legen gar keinen Wert darauf, ein auserwähltes Volk zu sein, wir wollen ein normales Volk sein, nichts weiter.“ Ja, das kann man den Sprechern wohl glauben. Sie wollen nicht auserwählt sein. Aber wir werden nicht gefragt. Hier geht es um ein objektives Geschichteschicksal. Der amerikanisch-jüdische Theologe ■Professor Mordecai M Kap. Jan, Führer der „Reconstructicnists“, die zwischen der „OLAME TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES SOLD: Geschichte der Juden I., in Grcesoktavfoimat — 180 Textseiten 239 Illustrationen 42 Bildertafeln Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien I., Hauptredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelber ERMAESS1GTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „0LAMENU“ TEL AVIV, P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutscner Sprache Die Preise sind in U$A-Dollar angegeben. jüdischen Reformbewegung und den Konservativen in den USA stehen, hat aus der , Liturgie einfach alle Stellen von der Auserwählung gestrichen, und der Professor der Philosophie an der Hebräischen Universität in Jerusa. lern, Dr. Rottenstreich, hat öffentlich erklärt: „Man kann die Erwänlung doch nicht wählen, wenn man nicht mehr daran glaubt.“ Aber mit dem zweiten Psalm möchte man sprechen: „Der im Himmel sitzt, lacht ihrer.“ Die Erwählung Israels bleibt ein heilsgeschichtliches Faktum. Das hat kein Prophet bestritten, selbst nicht Amos, obwohl er sagte: „Seid ihr mir nicht gleich wie die Mohren, ihr Kinder Israel? spricht der Herr. Habe ich nicht die Israeliten aus Aegyptenland geführt und die Philister aus Kaphtot und die Arämäer aus Kir?“ (Amcs 9,7). Derselbe Prophet hat ja statuiert, dass die Erwählung Israels eine sittliche Mehrbelastung darstellt: „Euch allein habe ich erkannt von allen Geschlechtern der Erde, dass ich an euch heimsuche alle eure Sünden“ (Amos 3,2). Da steht es nun: wir sind das mündigste der Völker. Uns wird nichts nachgelassen. Verantwortlicher als die jungen Völker stehen wir vor dem Herrn der Geschichte. Aber wir sind doch das auserwählte Volk, Gottes Eigentum? Ein deutscher Student fragte mich einmal in Jeru. salem, wie es denn nun um dieses „jüdische Dogma“ stehe! Ich spürte seine ganze bange Sorge hinter dieser Frage. Kann das nicht zu neuen Hassausbrüchen der anderen Völker führen? Ist das nicht die uralte hebräische Vorform des überheblichen Spruches: „Am deut. sehen Wesen soll die Welt genesen.“ Was bedeutet denn eigentlich ein erwähltes Volk? Wir wollen zunächst das Zeugnis der Schrift befragen, um ganz klar zu hören was es nicht heisst, ein erwähltes Volk zu sein: „Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, darum dass euer mehr wäre als alle Völker; denn du bist das geringste unter den Völkern, sondern darum, dass er euch geliebt hat und dass er seinen Eid hielte, den er euren Vätern geschworen hat...“ (Deutronomium 7,77—8). So, da steht es klar und wahr in Gottes Wort, in unserer Thora. Wir sind Gottes erwähltes Volk, aber nicht, weil wir auch nur um ein Jota besser wären als die anderen Völker, sondern weil Er ein Gott der Gnade ist, der frei waltenden, „denn Ich begnade, wen ich begnade“, wie der ewig Unbekannte im verhüllenden Akt der Selbstoffenbarung seinem Knechte Mose kundtut. „Ein heilig noch Mysterium“ nannte ein Feind des Judentums, Martin Luther, die Erwählung Israels. Sie ist über uns beschlossen, ob wir wollen oder nicht. Meist wollen wir nicht, denn es ist schwer, im Schatten der Erwählung als ein ganz einfacher, sündiger und irrender Mensch zu ste hen. Und denoch sie ist mit uns geboren und über uns verhängt. Da gibt es kein Eintrinnen. Die jüdische Geschichte zeigt, dass der Jude aus der Umklammerung des Bundes nicht entfliehen kann. Nicht durch Assimilation und nicht durch Taufe, aber auch nicht durch die nationale Normalisierung im eigenen Lande. Er bleibt Gottes Knecht. Er kann nur wählen, ob er in aller Einfalt ein treuer Knecht sein will, oder in aller Raffiniertheit ein ungetreuer. Aber der Herr hat uns aus der Botmässigkeit nicht entlassen. Der Bund ist nicht gekündigt. Das ist die Erwählung Israels. Sie hat nichts, aber auch gar nichts, mit nationaler oder gar rassischer Superio. rität zu tun. Wer sich das einbildet, ist nur ein Tölpel, der Gottes Geheimnis mit plumper Hand antastet. Wenn das jüdische Volk gerade in seinem eigenen Lande und Staate versuchen würde, die Botschaft der Liebe und Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung, nicht in Worten an die' Welt, sondern in Taten vor aller Welt: Taten des Friedens und der Liebe, der Ge. rechtigkeit und des guten Willens, dann wird es den Sinn der Berit, des Bundesbeschlusses, sichtbar machen. Der jüdische Der Monat Sivan ist in der Bibel einfach als der „dritte Monat“ bekannt (der erste ist natürlich Nissan, der Monat, an dem der Auszug aus Aegypten stattfand). Er wird zuerst als der Monat erwähnt, an dem die Kinder Israel in der Wüste Sinai ankamen, um die Thora zu empfangen, 3 Monate, nachdem sie Aegypten verlassen haben. (Ex. XIX, 1). von ARYEH NEWMAN FEST DER GESETZGEBUNG ist ausgedrückt in zwei Namen, die dem ost gegeben werden — das Schawuotfest _ „Wochenfest“ und Atzeret“ — Abschluss, der grosse Abschluss von dem Exodus, ein Symbol dafür, dass das Ziel der Erlösung war, „Gott auf diesem Berg zu dienen“, das Volk des Buches zu werden. Jeder Tag,, der dieses historische Ereignis näher bringt, wurde gezählt. Am 6. des Monats erlebte das jüdische Volk die grösste religiöse Erfahrung seiner Geschichte und der Geschichte der Welt: die Offenbarung am Sinai, an die seither stets am Feste der Gesetzgebung, an Schawuot, gedacht wird, sieben Wochen nach Pessach. Ungleich jedem anderen jüdischen Fest ist sein Datum niclri unabhängig bestimmt, sondern es wird als eine Fortsetzung oder Vollendung von Pessach angesehen. Die Thora erwähnt nicht den Tag des Monats, auf welchen es fällt, sondern die Anzahl der Tage, die gezählt werden müssen: „Und ihr sollt zählen vom anderen Tage nach der Feier an, von dem Tage, da ihr gebracht das Omer der Schwingung, dass es sieben volle Wochen seien. Bis zum anderen Tage nach der siebenten Woche sollt ihr fünfzig Tage zählen und darbringen ein Speiseopfer von neuem dem Ewigen“. Dieses Phänomen DER DEKALOG Wir lesen demgemäss in der Synagoge an Schawuot die zehn Gebote und die Geschichte der Offenbarung am Sinai sowie die esoterische Beschreibung des Propheten Ezekiel über seine persönliche Vision der göttlichen Offenbarung in der Form eines Wagens, jenes mystischen Symbols der „Räder auf Rädern“, durch welche das Weltall regiert wird. Die Geschichte des öffent. liehen Verlesens des Dekalogs ist interessant. Ursprünglich bildete es einen Teil des täglichen Gottesdienstes im Tempel, und er wird noch am Schluss des Morgengottesdienstes im Gebetbuch gefunden. Sein öffentliches Lesen wurde abgeschafft, Um den Einfluss jüdischer Sektierer zu bekämpfen, der Vonäufer des Christentums, welche das Judentum auf die zehn Gebote beschränkten und alle anderen Vorschriften entwer- Sinai and das h Am Schawuot- oder Wochenfest feiert das jüdische Volk die Offenbarung des „Zehnworts“, der Sinaigebote, und vielleicht sind wir Juden das erste Volk, das begriff, dass nicht „Königsgeburt-tag“ oder die Erinnerung an einen glorreichen militärischen Sieg im Ablauf der Geschichte der „Nationalfeiertag“ sein sollte, sondern derjenige Tag, an welchem ein Volk seine Grundrechte erhält. In Nordamerika z.B. folgte man dem jüdischen Vorbild, indem man nach der Verkündung der Unabhängigkeit den 4. Juli, den Tag, da Jefferson zu Philadelphia die Menschenrechte proklamiert hatte, für alle Zukunft zum Nationalfeiertag erhob. Und dann Waren es die Franzosen, die den 14. Juli des Jahres 1789, den Beginn der Volkserhebung gegen die jahrhundertealte Herrschaft des Adels und des Feudalismus, zum höchsten Feiertag der Nation ausgestalteten; in Wahrheit hatte erst mit diesem Ereignis die sogenannte „Neuzeit“ in der Menschheitsgeschichte begonnen. Letztlich war es die Sinaibotschaft von der Gleichheit aller Menschen, ihrer Gleichstellung ohne Unterschied von Abstammung, Hautfarbe, Schicksal und Glaube, die nun in das Bewusstsein der Völker trat, die sich ihre „Freiheit erkämpft hatten. So wurden die „Zehn Gebote“, der „Dekalog“, nicht nur zum Gewissen Israels, sondern zum Gewissen der gesamten Menschheit, In seinem Buche „Dieses Volk — jüdische Existenz“ knüpfte Leo Baeck an die jüdische Ueberlieferung an, nach welcher die Thora einst allen Völkern der Erde angeboten worden war, um dann die folgenden Worte hinzuzufügen: „Die Völker sine vor Gott hingestellt; ein jedes hat seine Sphäre und seine Tage, seinen Willen und seinen Geist. Sie können den Weg teten. Aber es ist als Mittelpunkt des Gottesdienstes Schawuot geblieben, in vielen Gemeinden verwoben zu einem Kranz, in dem die Geschichte in poetischer Sprache erzählt wird, oder in der Form eines pseudo-legalen Dokuments von „Des Allmächtigen Bundes mit Isra. el für die Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit, Güte und Gnade... am 6. Sivan im Jahre 2480, Erschaffung der Welt; er nimmt sie zur Gattin, gibt ihr die Heiratsurkunde (ketubah), nämlich die Thora und deren 613 Vorschriften, mit zwei Zeugen, Himmel und Erde — und Moses, der Sohn von Am. ram. Besondere Gedichte, genannt „Azharot“ wurden verfasst, welche die zehn Gebote mit den anderen traditio, nellen 613 Vorschriften des Judentums verbinden. Die Frommen verbringen die Schawuot-Nacht damit, Thora zu lernen und beenden ihre Nachtwache erst mit der aufgehenden Sonne zum Mor. gengebet. DAS BUCH RUTH Schawuot ist der Geburts. tag der Uebernahme der geistigen Aufgabe durch eine ganze Nation, und in Anerkennung dieser Tatsache lesen wir auch das Buch Ruth, der Proselytin, der Vorfahrin des Königs David, welche in den klassischen Worten „Dein Volk sei mein Volk“ ihr Seh. (ZUM SCHAWUOTFf des Bundes gehen, diesen Weg von Gesetz und ErfiiL lung, doch oft gehen sie von ihm fort und trachten nach irgendeinem Nutzen und Gewinn, nach irgendeiner Wichtigkeit und Macht und meinen, damit Geschichte zu bereiten. Sie vergessen, dass sie allesamt einem Gesetz untertan sind: Werkzeuge eines Jenseitigen wirken in ihnen, Instrumente eines ewigen Baumeisters der Geschichte,“ sen »■ Todest Tage» n£! lieh ree«, wei wn Hitler sagt im Grunüe ei oegen die Zehn ®.... „nllt*. d eben wollte, d Erfindung', *e Die Feinde des jüdischen Volkes nannten das Gewissen eine „jüdische Erfindung“, weil ihnen das Verantwortungsbewusstsein, die sittliche Reife und das moralische Empfinden für Recht und Unrecht fehlten. Das „Du sollst“ und „Du sollst nicht“ der Thora, die sich wie ein kategorischer Imperativ durch das gesamte jüdische Schrifttum ziehen, nahmen vom Sinai ihren Ausgang, und überall dort, wo ihre eindringliche Mahnung überhört wurde, gab es keine moralischen Hemmungen, keine sittlichen und ethischen Hin. dernisse, mit denen man nicht ohne weiteres fertig geworden wäre. Deshalb hat der Dichter Joseph Roth, des. «t los sein r , 3e ttnüischen siführen. Ur sein Kampf P sientum, das Zelmwort vor lerne einverlei iS ist feinem unsere Weisen fest als das „S Pessach" bezei sie der Auffass verleihen wollt an diesem Ti . Freiheit verwir var in dem Sir .Sprüche der drücken": freien Mann „ ach mit der I tgi“. Das alte, b: der Weizenem tringung der heute in Israel cen erweckt ui Freude gefeier aen ursprüngli ier mit der Ei Volkes ’vom „E nen ausdrückte, unter den Schutz der göttlichen Macht zu kommen. Viele Lehren haben wir aus dem Buch Ruth gelernt. Tugenden wie Toleranz und Güte, soziale pflichten den Armen und Wirken gegenüber, die Hauptpflicht, in Erez Israel zu leben und daraus, dass die beiden Söhne von Elimelech, Mahlon und Kilyon, Führer ihrer Generation, unter göttlicher Vergeltung zu leiden hatten, weil sie das Heilige Land wegen Hungersnot verlassen hatten> während es ihre Pflicht’ war zu bleiben. Das richtige Verfahren, Proselyten aufzunehmen, wurde von dem Verhalten von Ruth und Noemi hergeleitet. Letztere hört erst auf, ihr von dem Wunsch abzureden, Jüdin zu werden, als sie sah, dass Ruth mit gan: em Herzen den Wunsch hatte, alle Verantwortungen ihres neuen Glaubens zu übernehmen. „Da sie sah, dass sie fest ent. schlossen war, mit ihr zu gehen, so liess sie ab, zu ihr zu reden.“ Ruth gehörte zu den Vorfahren König Davids und passend genug fällt auf Schawuot auch sein Geburtstag und sein Todestag. sre Pi solem. oiif uni sehen, sch: lera i mi führt Korb te de DAS FEST DER ERSTLINGSFRUECHTE Aber gleich den anderen jüdischen Pilgerfahrten be. zeichnet Schawuot auch ein Datum für das Land. Es ist das Erntefest, wenn die letzten Weizenkörper reifen und die ersten Früchte zum Einsammeln bereit sind. Es wird in der Bibel „das Eiest der Erstlingsfrüchte“ und „das Fest der Weizenernte“ genannt. Der Rahmen der Geschichte von Ruth wurde auch in die Tage der Weizen, ernte gelegt. Zwei Laib Brot aus dem neuen Weizen wurden feierlich im Tempel von der neuen Ernte geopfert. Der jüdische Bauer brachte seine Erstlingsfrüchte in den Tempel und freute sich, dass ein weiteres Rennen in sei. nem Kampf um das tägliche Brot sicher gewonnen war. Um Schawuot herum pflegte er aufs Feld zu geben, und wenn er zum ersten Male eine reife Feige oder ein Büschel Trauben oder einen reifen Granatapfel sah, band er sie mit Schilfrohr zusammen und erklärte sie feierlich als Erstlingsfrüchte. Dann schlossen sich die Vertreter der verschiedenen Dör- Sch