Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1964-05-15 · 2064 (15.5.1964) · p. [Seite 4]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2064 (15.5.1964)
Date
1964-05-15
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9614256-9614440--3322-9614444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Viygnes, 15 de Mayo de 1S64 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2064 m ikäLi I ‘ Dr. Arie L Kubovy , in Argentinien j Eine sehr grosse Zahl von Freunden und Repräsentanten der verschiedenen Institutionen hatten sich ebenso wie der Botschafter Israels in : Argentinien, General Josef ■, Avidar, der mit seiner Gattin 1 und Mitgliedern der Bot- ' Schaft erschienen war, in 1 Ezeiza eingeiunden um Herrn Dr. Arie L. Kubovy und seine Gattin bei ihrer; Ankunft in Argentinien zu fcegriissen. Bekanntlich war Dr. Kubovy vor einigen Jah. ren Botschafter Israels in unserem Lande, wo er esverstand, sehr viele Freunde besonders in den Kreisen der : argentinischen Intellektuellen, für Israel zu gewinnen. Heute bekleidet der frühere Botschafter einen wuchtigen Posten in Israel. Er ist der Präsident des Jad W’- schem. jenes grossen wissenschaftlichen Instituts, das sich mit der Erforschung der jüngsten tragischen Vergangenheit unseres Volkes unter dem hitleristischen Regime beschäftigt. Die Gebäude des , Jad W'schem bilden einen le-1 bendigen Teil unserer Gegenwart. Tausende Dokumente, j Bilder, Berichte und Urkun-! den anderer Art werden dort . zusammengetragen, um aus den Tiefen jüdischen Schick, sals zu einer besseren Gegeni wart und Zukunft hinüber- ' zuleiten. —! Schon die ersten Begegnungen Dr. Kubovys und sei. ner Gattin, die einen wuchtigen Anteil an seinem Lebenswerk nimmt, bewiesen die Beliebtheit und den Respekt, der ihnen beiden entgegenge. bracht wird. Zu den Aufgaben, die Dr. Kubovy diesmalige Mission in Argentinien hat, gehört die Verstärkung der Solidarität der argentinischen Juden mit Israel und die Erhöhung ihres Anteils an den materiellen Lasten, die heute auf'dem jüdischen Volk ruhen. So war es selbst, verständlich, dass seine ersten praktischen Schritte den Beratungen mit dem neuen Kampagne-Comite galten. Der erste Empfang Es musste als eine besonde re Ehre aufgeiasst werden, dass der erste Besuch Dr. Kubovys und seiner Gattin im Hause des Präsidenten des zenti aleuropäischen Co. mites stattfand und zu einer Begegnung mit Repräsentanten unseres Sektors führte. In seiner ungewöhnlich sympathischen und durchgeistigten Art sprach Dr. Kubovy über die Rolle des deutschen Judentums in der Vergangen, heit und in dieser Zeit, jedenfalls jener ehemalig deutschen Juden, die heute in Israel und in anderei Ländern wie z. B. Argentinien an der Zukunft unseres Volkes mitbauen helfen, während wohl das jüdische Leben in Deutschland nicht fortgesetzt werden kann. Natürlich wisse man riicht, ob dieses Erbe auch von der kommenden Generation erhalten werde, die unter neuen Bedingungen aufwächst. Aber an der Verantwortung iüp^' die gesamte Gemein, scnaft könne auch djese Jugend unter allen Umständen teilnehmen. Die neu gebauten Synagogen, Schulen und anderen Stätten des Geistes beweisen diesen Lebenswillen. In seinen weiteren Ausführungen schilderte Dr. Kubovy die grossen Aufgaben, die heute von unserem Volk durch Aufnahme einer grossen Einwanderung in Israel bewältigt werden müssen. Diesen neuen Ein wandere-.a normale Lebensbedingungen zu bieten, für sie bei ihrer Ankunft bereits ein Heim, ei- DEINE SPARKASSE DEIN HOBBY -kV®* ' s' STAMPS CENTER 94 Allenby Rd. TEL AVIV P. O B. 4444 JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 ne Wohnung, bereitzuhalten, I; das war die Idee eines ehe- I maligen deutschen Juden, des leider so früh gestorbenen is.!■ I raelischen Ministers Georg j Josephsthai. Um diese Idee ¡ , zu realisieren, sind gewaltige; | Beträge erforderlich. An der j! Aufbringung dieser Gelder! I müssten alle Juden in der | Welt ihren Anteil nehmen, ¡ auch die Juden in Argentii nien, die in ihren Sentiments ' als gute Juden bekannt seien, in ihrer materiellen Bej reitschaft aber hinter beina. ■ he allen anderen Judenheiten zurückstehen. — Die Ausführungen Dr. Kubovys hinterliessen einen starken Eindruck. — Solidaritaet mit Israel C. W.: Unter diesem Motto konnte am vergangenen Sonntag im Cine Metropolitan eine grosse Kundgebung durchgeführt werden, auf welcher der Ehrengast des argentinischen Jischuw, der frühere israelische Botschaf. : ter in diesem Lande und ge- 1 genwärtig Präsident von , Jad l W'schem", Dr. Arieh L. Ku-! bovy, eine bedeutungsvolle . Rede hielt, die von etwa 3.000 I Personen mit starkem Beifall aufgenommen wurde. i Die organisatorisch galt vorbereitete Veranstaltung : begann mit dem Absingen [ der beiden Nationalhymnen, ¡ worauf als erster der Botschafter Israels, General Jo. sef Avidar, das Wort nahm, I um seinen Amtsvorgänger zu I begrüssen und von dem tie- . fen Gefühl zu sprechen, das ' den argentinischen Jischuw i mit Israel verbinde. Der Redner erwähnte noch kurz die enormen wissenschaftlichen ¡ Fortschritte des jungen Staa- ' tes. der in allernächster Zeit weitere Beweise seiner tech. j nischen Leistungsfähigkeit | liefern würde. Die morali- I sehe Erbschaft der jüdischen I Lehre, an die das kommende Sehawuotfest erinnere, komme in der „Solidarität mit; sich selbst“ zum Ausdruck. 1 Diesen Ausführungen folg. : ten solche des Generalsekre. : tärs der „Campaña Unida“ Dr. Abraham Gorbatt, der die i grandiose Vision des Propheten Jeremia zitierte. Israel; sei heute das Zentrum des I jüdischen Volkes und habe; ein Mandat zu erfüllen, das I ihm die Geschichte auftrug. L Nachdem dann der Präsi. I dent der „Organización Sio- ¡ nista Argentina“, Emilio Gut-; kin, über die einzige zionisti. sehe Grossgemeinde der Dia. | spora, die Kehilla von Buenos Aires, und von der Not. Wendigkeit zionistischer Ak- 1 tivität in engster Verbindung mit Israel gesprochen hatte, ergriff Escrib. Abraham Ma- ' 1er, Präsident der C. U., das : Wort, um die Verantwortung i eines jeden Juden für seine Stammes- und Glaubensgenossen zu unterstreichen. Der Redner rühmte Israels Demokratie und verlangte kate. , gorisch, dass sieh das ganze 1 jüdische Volk um den Staat; Israel vereinige. Verhand- ¡ lungsbereitschaft mit unseren ' Gegnern könne es nur aus ARGENTINIEN 1964: Kein Bild aus dem alten Nazi-Deutschland, sondern Blick in eine Veranstaltung mit Hussein Triki in Buenos Aires, die erlaubt wurde, obwohl ihr hetzerischer Charakter vorher bekannt war... der eigenen dem Gefühl Kraft geben. Die Rede Dr. Kubovys Der sehr gefeierte Gast betonte, dass sich der Wert von Sentiments und Empfindungen nicht abstreiten lasse; doch diese hätten sich in Taten zu verwandeln, um ihre Berechtigung zu erweisen. Dr. Kubovy erinnerte daran, wie er 1953 nach Argentinien aus Osteuropa gekommen sei, w'o der zweitgrösste jüdische Jischuw' damals nur mit stummem Blick und unmissverständlichen Gesten des Staates Israel gedenken; konnte. Doch müsse man Imj mer wieder auf jene Epoche der Hilflosigkeit während des zweiten Teils im letzten; Kriege hinweisen, um gegen-! überzustellen die Lage von heute, da man aufbauen könne. Wir sollten uns das histo. I rische Bewusstsein bewahren. Das ganze Ausmass der jüdischen Tragödie der dreissiger und vierziger Jahre wer. de ihm in der Arbeit für „Jad W’schem“ tagtäglich klarer. Als Chaim Weizmann 1936 davon sprach, dass sechs Millionen europäischer Juden zum Untergang verurteilt . scheinen, habe er selbst nicht I ahnen können, dass sich diese grausige Voraussage erfüllen sollte. Jetzt würden die ersten 500 Biographien jüdischer Partisanen im Russland der Nazibesetzung publiziert werden; hierdurch würde unser Volk ein richtiges Bild von jüdischem Märtyrertum erhalten. Auch dies gehöre zu unserer Mission in Israel. Dr. Kubovy erklärte eindeutig, dass er kein Leugner der Galut sei; es gäbe sehr gute und wichtige Diasporazentren, und-auch nichtjüdische Freunde würden uns heute besser verstehen. Er erinnerte an die klarfen Wor. te des italienischen Aussenministers in Kairo, die in Aegypten so starkes Unbehagen ausgelöst hätten. Zusammenfassend nannte der Redner Israel ein „Seminar für die ganze Welt”, wo die Möglich, keit bestünde, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Mit diesen Worten schloss die Kundgebung, die zweifellos einen würdigen Auftakt für die praktische Arbeit dieses Jahres bildete. : Schekel-Kampagne j Die Zionistische Latidesor. 1 ganisation Argentinien gab in einer Pressekonferenz be- , kannt, dass in diesem Jahr d’e Schekel-Aktion anlässlich der kommenden Wahlen zum 26 Zionistischen Weltkongress in Jerusalem durchgeführt wird. Das lokale Comité wurden von allen zionistischen Parteien zusammengestellt und hat die Vorarbeiten bereits beendet. Die Aktion muss bis 30. Juli durchgeführt werden, damit man die Wahllisten ordnen und die Tische nach den Resultaten zusammenstellen kann. Die Wahlen selbst finden im Oktober statt. Jeder Schekel trägt den Namen seines Käufers und garantiert sein Stimmrecht. Der kommende Zionisti- (Schluss der Ereignisse auf Seite 8) IRIS 0. STERN GERALD REDß'M-LQEWENSTERN grüssen als VERLOBTE. Empfang; Sonntag, den 24. Mai 1964, von 17—20 Uhr in der Synagoge Arcos 2319. Buenos Aires Arcos 2836, p. 5 Ramos Mejia Castelli 507 STATT KARTEN Hermann u. Marianne Laser Edgar u. Liesel Wolff geben hiermit die Vermaehlung ihrer Kinder MARIETA und CARLOS bekannt. Trauung am 24. Mai um 18.30 Uhr in Bet Israel. Cramer 2060/70 Estomba 2580 Wir heiraten am 24. Mai 1964 um 19 Uhr im Tempel Paso SUSANA INES CAHN CARLOS E. K0BRINSKY Larrea 716 II. A. Yatay 746 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 [; íT/ /¿fri %ím$¡ L U A C H (KALENDE F-eitag, den 15. Mai 48. Tag im Omer Sonnabend, den 16. Mai Parsehat BAMIDBAR 4 B. M. I 1 — Haftara Hoschea II 1 — 22 49. Tag im Omer Sonntag, den 17. Mai 1. Tag SCHAWUOT Montag, den 18. Mai 2. Tag SCHAWUOT — YISKOR Dienstag, den 19. Mai Mittwoch, den 20. Mai Donnerstag, den 21. Mai Freitag, den 22. Mai Sonnabend, den 23. Mai Parschat NASO 4. B. M. IV. 21 — VII. Z' Haftara Richter XIII 2—25 Sonntag, den 24. Mai Montag, den 25. Mai Dienstag, den 26. Mai Mittwoch, den 27. Mai Donnerstag, den 28. Mai R) 4. Siwan 5. Siwan IV 20 6. Siwan 7. Siwan 8. Siwan 9. S:wan 10 .Siwan 11. Siwan 12. Siwan 89; 13. / Siwan 14. Siwan 15. Siwan 16. Siwan 17. Siwan ANLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpriisiden. ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akter.materials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberpriifung des Manuskripts: Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden. Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“ ■tfüuiMW*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.