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Jüdische Wochenschau · 1964-05-08 · 2063 (8.5.1964) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2063 (8.5.1964)
Date
1964-05-08
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 8 de Mayo de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — N. 2663 Ereignisse der Woche VON DER KEHILLA Auf der letzten Sitzung •wurde beschlossen, das 50'>äh ' rige Bestehen der grössten j jüdischen Tageszeitung Laj teinamerikas, der „Jüdiscnen; Zeitung“ von Buenos Aires gebührend zu feiern. Die Kehilla will zwei Feste veranstalten, davon eines für die Jugend in der Landesspra. che. da die Jugend nicht genügend Jiddisch versteht. Ausserdem soll auf den Namen des Gründers der Zei tung ein Wald in Israel gepflanzt werden. Die Kehilla hat den Keren Kajemet be auftragt, das Erforderliche zu veranlassen. Es soll aucli ein Buch von ungefähr 1000 Seiten über das jüdische Leben in den letzten 50 Jahren herausgegeben werden. Zu alledem wird eine Summe von ca. 4 Millionen P^sos benötigt, die in einer öffentlichen Sammelaktion aufgebracht werden soll. Die Ke hilla hat als erste Institution den Betrag von zweihundert tausend Pesos gezeichnet und hofft, dass die anderen Organisationen ihrem Beispiel folgen werden. Mahnmal Treblinka Die polnische Regier eng liess an die Kehilla eine r'tfi zielle Einladung ergehen, -»ich an der Enthüllung des Mahnmals für die jüdischen Mär. tyrer in Treblinka zu beteiligen. DAIA, die Kehilla und | der Jüdische Weltkongress haben Dr. Moisés Goldman, j den Präsidenten der lat ün- 1 amerikanischen Exekutive des Jüdischen WeltKongres ses, delegiert. Dr. Gold:* an ist bereits abgereist und wird in Polen den argentinisenen Jischuw vertreten. — In Tel Aviv wird im Juni eine Weltausstellung eröffnet werden. Die israelisch.argentinisehe Handelskammer wird einen argentinischen Pavillon errichten, mit einer Aus. Stellung argentinischer Kul tur, die unter dem Prötest» rat des Generaldirektors der nationalen Abteilung für Kultur im Erziehungsmini, sterium, Don José Edmundo Clemente, stehen wird. Die Kehilla will einen Querschnitt durch das jüdische gesellschaftliche Leben Ar gentiniens zeigen. Die Weltausstellung wird in einem Zeitraum von 18 Tagen allen Nationen die Möglichkeit geben, Muster ihres kulturellen Lebens zu zeigen; natürlich wird sich auch Israel wii'dig an der Ausstellung beteiligen. Zur Zeit findet in Argenti. nien ein Bibel-Wettbewerb statt, der als Vorspiel ium Haupt-Wettbewerb in Israel gewertet wird. In Argentinien wird der Wettkampf vom israelisch,argentinischen Kulturinstitut geleitet und der Gewinner erhält eine Reise nach Israel, wo er am W-.-itbewerb in Jerusalem teilnehmen kann. Die Kehilla will auch ihrerseits Bibelwettbewerbe veranstalten und zwar in Zusammenarbeit mit dem lokalen israelischen Kultur institut, aus deren Mitglie- I : dern die Jury bestehen soll. Der Wettbewerb soll über die Television gehen und solcher art die weitesten Kreise erfassen. Schliesslich wird die Chew ra Keduscha 75 Grabsteine für verlassene Gräber aufstellen. Sie sollen noch vor Rosch Haschono abgedeckt werden. Gegenwärtig ist auch der Bau eines Lehrerseminars in der Strasse Ayacueho im Gange, der bald beendet werden soll. — Ehrung Turkows Anlässlich des 60. Geburts tages von Mark Turkow nac. te ein Freundeskreis zu einem Abendessen geladen, das in den Räumen der Loge stattfand, und zu dem u a. auch der israelische Botschafter General Avidar mit seiner Gattin erschienen wa ren. Dr. Kamenszain, der frü. here Vorsitzende der Kehilla, hielt die einzige Ansprache zu Ehren Turkows, den er nicht nur als einen weltbekannten Journalisten and Schriftsteller, nicht nur als einen hervorragenden Reprä. sentanien des Jüdischen Weltkongresses, sondern auch als einen vorzüglichen Menschen und Freund feierte. Mit knappen Worten schilderte Dr. Kamenszain im Namen aller Freunde den Werde, gang Turkows, seine grossen Verdienste um die jüdische Sache, seinen unermüdlichen und aufopfernden Kampf um die Durchsetzung unserer Ziele und seine ständige Bereitschaft, sich für jede Ausdrucksform des jüdischen Lebens einzusetzen, Dr. Kamanszain wies mit Recht darauf hin, mit welchem nie erlöschenden Elan Turkow für die Zukunft dadurch arbeitet, dass er alles versucht, die Jugend an jüdischem Wissen und an jüdischem Leben zu interessieren. In seiner wunderbaren Erwiderung auf die Freundesworte gab Turkow einen Ue. berblick über sein Leben und die Zeit, die wir auch durchlebt haben, über Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Erfolge. Turkow schilderte sein tiefes jüdisches Erlebnis als zehnjähriges Kind, das ihn vielleicht erstmalig in seinem Leben in Kontakt mit der nichtjüdischen Umwelt brachte und das ihn so ngch haltig beeindruckte, dass er alle sich ihm bietenden Chancen als polnischer Diplomat oder Journalist zu arbeiten, ablehnte und sich ganz der jüdischen Sache verschrieben hat. In tiefer Ergriffenheit hörten die vielen Freunde, die gekommen waren, um ihn zu feiern, von Turkow, dass er und seine Frau Beatrice beschlossen haben, ihre wertvolle Sammlung jüdischer Kultgegenstände, darunter ganz seltene Handschriften, Kiddusch-Becher usw. der Kehilla von Buenos Aires für ihr neues Museum zu schenken. Zum Abschluss und zur besonderen Ehrung Turkows rezitierte dann Berta Singermann in vollendet« künstlerischer Form ein wunderbares Gedicht, und der Bot sebafter Avidar fand abschliessende Worte der Freundschaft. — Tagung der Exekutive In der letzten Woche tagte die Lateinamerikanische Exekutive des Jüdischen Welt kongresses in Buenos Aire s Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dr. U Tnant, «rliess einen Aufruf an die Bewohner Cyperns, Vernunft walten zu lassen, um den UN die Möglichkeit zu geben, friedliche Verhältnisse auf der Insel zu sichern. — Die Sowjet-Union übte scharfe Kritik an den wirtschaftlichen Verhältnissen in Rot-Ohina, dessen Bevölkerung täglich ärmer werde. — Die Vereinigten Staaten von Nordamerika erklärten, dass sie auf die Luftkontrolle über Kuba nicht verzichten können — Krutschew erklärte, die amerikanischen Erkundigungsflüge würden eine Friedensbedrohung darstellen, und Russland werde Kuba auch weiterhin nach Kräften unterstützen. — Frankreichs Präsident, Charles de Gaulle, der sich einem chirui gischen Eingriff unterziehen musste, hat seine Regicrungsgeschäfte wieder aufgenommen. — Studenten, die in Lissabon zum 1. Mai demonstrieren wollten und dabei ihren Unwillen gegen die Diktatur Salazar zum Ausdruck brachten, wurden mit Gewalt vertrieben, indtm die Polizei einfach auf die jungen Leute schoss Entgegen allen Meldungen über eine Beruhigung der Lage in Brasilien stehen die Nachrichten über die Absetzung des Gouverneurs und Vizegouverneurs des Staates Rio de Janeiro; offensichtlich geht die Revolution weiter, obwohl der jetzige Präsident General Castelo Branco von Wähler, im Jahre 1965 spricht. — Anlässlich der Mai-Feiern in der Sowjet-Union wurde der Lenin-Preis fiir den Frieden zum Hohn und zur Schande für die ganze Welt dem Kriegshetzer Ben Bella, zur zeit Präsident von Algerien verliehen (!). — Argentinien verlangte bei den UN, an allen Debatten der Kommission gegen den Kolonialismus teilzunehmen so. weit sich diese Debatten auf die Falklandsinseln (islas Malvinas) beziehen. — Der nationalsozialistische Kriegsverbrecher Hans Zeeh- Nenntwich, der nach seiner Verurteilung mit Hilfe Dritter aus dem Gefängnis in die Schweiz entfliehen konnte ist inzwischen auch aus der Schweiz verschwunden — wie nicht anders zu erwarten war. Er soll sich nach Südamerika begeben haben — unter dem Vorsitz ihres Prä. i nen, die einen inhaltsreichen sidenten Dr. Moisés Goldman I Abend erlebten. Eingeleitet kurz vor dessen Abreise nach : wurde dieser durch mehrere Polen, wo er in Treblinka aa ¡ der Enthüllung des Denk-! liturgische und israelische Gesänge des Gesamtchors ORGANIZACION SIONISTA ARGENTINA AN ACTO PUBLICO — DE Solidaridad con Israel Domingo 10 DE MAYO a las 9 horas en el Cine Metropolitan Corrientes 1343 ORADORES: Dr. Abraham Gorbatt Secretario de la Campaña Unida Sr. Emilio Gutkin Presidente de la Organización Sionista Argentina Esc. Abraham Maler Presidente de la Campaña Unida Gral. Yosef Avidar Embajador de Israel en la Argentina Dr. Arieh L. Kubovi Ex Embajador de Israel en la Argentina y Presidente de Yad Vashem II-; mais in Erinnerung an die jüdischen Opfer nationalso I zialistischer Verfolgungen j teilnehmen wird. Zu diese * I Sitzung waren Delegierte aus | Uruguay, Chile und Brasilien j erschienen. Nach Anhörung ausführlicher Berichte über! die Lage in den verschiede- I nen lateinamerikanischen Ländern, — den Bericht über Argentinien gab der Präsi. dent der DAIA, Dr. I. Gcldenberg —, und nach Anhörung eines Berichtes des ständigen Delegierten des JWK in Argentinien, Mark Turkow, wurde in die Generaldebatte eingetreten, 'nach, dem Dr. Hardi Swarsensky einige ergänzende Informationen über die Tagung des Administrativen Comités des JWK in Brüssel gegeben und zu einigen Bemerkungen der Vorredner Steilung genom men hatte. An der Debatte beteiligten sich u. a. Dres. Kauffmann (San Paolo) und Winterstein (Rio), Sinai (Chile) und Prof. Nicolaeff (Porto Alegre) sowie der ständige Joint.Delegierte in Südamerika, Henry Levy. Abschliessend sprach der frühere israelische Botschafter vor den UN, Moisés Toff, dessen Worte tiefen Eindruck, hinterlassen haben. — Besuch Dr. Kubovys Der frühere israelische Bot schafter in Argentinien und jetzige Präsident von Jad W'schem, Dr. Arie Kubovy, wird in Begleitung seiner Gattin für einige Wochen Ar. gentinien besuchen, wo er u. a. bei der für den nächsten Sonntag geplanten Veranstaltung „Solidarität mit Israel“ das Hauptreferat hal. ten wird. Die Ankündigung dieses Besuches hat das grösste Interesse ausgelöst, da sich Dr. Kubovy hierzulande der grössten Wertschätzung und Sympathien, auch in den. nichtjüdischen intellektuellen Kreisen erfreut. — Dr. Kubovy wird sich in erster Linie für die Arbeit der Vereinigten Kampagne interessieren. — Welt-WI2Q-Bibeltag C. W.: — Zur Feier des 1. Weltbibeltages, zu welchem die zentraleuropä ische WIZO in die Räume von „Bet Isra. el“ eingeladen hatte, waren etwa 200 Personen erschieder „AMIA“, dessen Daroietung auf hohem Niveau stand und mit sehr herzlichem Beifall aufgenommen wurde. Danach hielt Frau Lisbet Wind, Regional-Präsidentin der mitteleuropäischen WIZO, die Begrüssungsansprache, in der sie die grosse Bedeutung dieser neuen Initiative hervorhob und auf die künftigen Bibelkurse hinwies. Anschliessend erfolgte die Tonbandwiedergabe einer Rede David Ben Gurions zum „Weife-Bibeltag“, die an diesem Tage in 49 Ländern vei lesen wurde. Die Ueberset. zung verlas Herr Meyer-Keyt dessen ausgezeichneter Vortrag die Gedanken Ben Gu rions zur Bibel in ihrem voL len Wert erkennen Hessen. Festvortrag Dr. Gvarjabus Im Mittelpunkt der festli chen Veranstaltung stand die einstündige Rede von Dr. j Chaim Gvarjahu, Vorsitzender der Israelischen Gesell schaft für Bibelforschung und Direktor der „World Jewish Bible Society“, die einen historischen Ueberblick über die drei biblische Alijot nach Erez Israel gab. Der Redner erwähnte zunächst den Propheten Elijahu, der 'als erster von „Rückkehr nach Zion“ sprach. Mit Abraham, dem erster Stammvater, beginne die Geschichte In sehr klugen Ausführun gen versuchte nun der Refe rent begreiflich zu machen welshalb dieser „Gottesfiirst“ Babylonien, das blühende Land alter Kultur, verlassen habe, um nach Kanaan zu gehen. Dies war die erste Alija in das Land der Verheissung. Ihr felgte, etwa 600 Jahre später, der Auszug von Aoiahams Nachkommenschaft aus Mizrajim und der Weg nach Erez Jisrael. In sehr geistvoller Weise stellte Dr. Gvarja hu dar, welche einmalige Rolle Aegypten in der Bibel spiele, wo dieses Land nicht weniger als 540 Male erwähnt werde, während die ägyptischen Dokumente nichts vom Aufenthalt der Kinder Israels berichten. Mit Mose, dem grössten aller Menschen und Propheten, verbindet sich (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) .......

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