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Jüdische Wochenschau · 1964-05-08 · 2063 (8.5.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2063 (8.5.1964)
Date
1964-05-08
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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VICTIM'S, 8 de Maye de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2063 — 3 Deutsche Minister schwiegen Für Italien war es eine grosse politische Sensation als Ausseuminister sarragat Anfang April Aegypten be suchte und dabei Zwischenfälle zu verzeichnen waren Es hiess, dass Nasser zweima: seine Besprechung mit Sar. ragat verschoben hat Hierin erblickte die italienische Diplomatie eine gewollte Zurücksetzung und Beleidigung Sarragats. Der Grund war dass Sarragat in Kairo den Mitarbeitern Nassers erklärte, der Staat Israel plane keine Aggressionen gegen Ae. gypten. Vielmehr sei die Staatsgründung Israels eine Folge der Nazi-Ausrottungen und von der Welt als Kompensation zu werten. Es müsse heute jedem klar sein, dass der Staat Israel eine be. stehende Tatsache ist; man macht sich nur lächerlich, wenn man sich dieser Tatsa che entziehen will. Sarragat hat diese Erklä rungen nicht nur in Privatgesprächen mit ägyptischer. Staatsmännern, sondern auch vor versammelten Joumah. sten abgegeben. Wie „La Stampa“ sei eibt.; soll Sarragat u. a. gesagt ha j ben: „Ich war im vorigen j Jahr in Israel und habe dort j ein Licht zu Ehren des An j dertkens der sechs Mülionen j Opfer angezündet. Ich weirs, j dass die Araber nicht ge zwungen werden können, zu sühnen, was andere verbro. chen haben, aber sie dürfen auch keinen Versuch machen, um die notwendige Kompensation für das jüdische Volk zu erschweren oder unmöglich zu machen.“ Der Stellvertreter Nassers brachte daraufhin die Frage der arabischen Flüchtlinge zur Sprache, worauf Sarragat antwortete, dass diese Frage im Rahmen der UN gelöst werden könne und müsse. Das Gespräch mit Nasser kam schliesslich zu stände; man einigte sich auf von M. KILAI (*. ZI. Berlin) MOEBELHAUS WATERMANN Da« Hans der 3 Geschäf te mit der grösste» Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 1*33 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triuavirat# Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungec Zuvorkommend« fachmännische Bedienung. eine gemeinsame Erklärung, dass alle strittigen Fragen des Nahen Ostens im Rehmen der UN gelöst und geschlichtet werden müssen. Obzwar die italienischen Zeitungen diese Zwischenfäi le in grosser Aufmachung brachten, haben sie in deut sehen Zeitungen fast keine Erwähnung gefunden. Dagegen sind die offenen Worte des italienischen Aussenministers in Israel willkommen geheissen und auf das leb haftest* kommentiert wor den, wenn man auch in Israel weit entfernt davon isr anzunehmen, dass die Friedenszusicherungen Nassers er habe keine kriegerischen Absichten, Israel beruhigen könnten. Für Israel war jedoch die Tatsache, dass ein anerkannter Politiker der Welt Nasser mit solcher Klar heit und Offenheit entgegengetreten ist, eine grosse Ermunterung und ein Zeichen wahrer Freundschaft. Es gab sehen in Kairo nätten grosse Wirkung sowohl auf Juden, j wie auf die ganze demokratische Welt gehaot. Hierdurch \ hätte man bewiesen, dass em neues Deutschland existiert, j das auch mutig genug isc I für den Frieden in der Welr j und besonders ~ii r den Frfe i! den des jüdischen Volkes et; was zu tun. j j Es ist doch ein offenes Ge- | heimnis, dass der grösste I Teil der Juden, die vor zehn ]; Jahren sich dazu entsch'os-; sen haben, mit der Ve* tre. j! tung eines Neuen Deutsc.v- | lands ins Gespräch zu kom , I men, es am cllerwenigsten darum tun wollten, die ma- I terielle Wiedergutmachung | zu erreichen. Vielmehr hoff, ten sie, dass durch die mate rielle Gutmaohung, — (wo bei das Wort „Wiedergutma chung“ eine Verfälschung von Tatsachen ist, denn es , ist damit nichts wiedergut j gemacht, sondern nur eil. I Teil des geraubten jüdischen I ANZIEHEND ANGEZOGEN mit CARLTON*KI«id«ag in Fertigkleidung die Gesamtlinie Stabilolorm m. r. in Massarbeit das Beste an Stoffen und Verarbeitung. Anfertigung aus mit* gebrachten Stoffen. Auch Tunioren kaufen gern bei CARLTON. Ernst Koppe! Mcripii 982 Tel. 31-7845 Arabische Neo-Nazis New York. — Leitende Persönlichkeiten des American Jewish Committees gaben ihrer Besorgnis über die intensive, neo-nazistische Tätigkeit der Arabischen Liga in Europa und Amerika Ausdruck. Anlässlich der 50. jährlichen Zusammenkunft dieser Organisation berichtete der aus Paris gekommene Za. charias Schuster, Leiter des Jewish Committees für Europa und Nordafrika, dass die arabischen Neo-Nazis anlässlich des Oekumenischen Konzils ein 700 Seiten star, kes, antisemitisches Pamphlet mit dem Titel; „Komplott gegen die Kirche“ während der ersten Sitzung des Konzüs verteilten. Das Buch, von einem anonymen Verlag in Spanien gedruckt, wurde aus dem Italienischen auch ins Deutsche übersetzt und an deutsche und österreichische Bischöfe gesandt. Ein zweites Buch, „Die Ju. den im Licht der katholischen Tradition“ von einem gewissen , .Bernardus“, basiert auf den angeblichen, theologischen Gründen gegen das Judentum. Ralph Friedman, Mitglied des Exekutivcomités der genannten Organisation, berichtete anschliessend von der Kampagne der Arabischen Liga in Südamerika Er stellte fest, das dieser Kampagne unerschöpflich scheinende Ponds zur Verfügung stehen und dass eine Propaganda in grösstem Ausmass betrieben wird, die sich nicht nur gegen Israel, sondern gegen die Juden überhaupt richtet. Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der antisemitischen Schmähschriften merklich zu und neue Publikationen dieser Art erschienen in Spanien und in Deutschland. (ITA) tet haben, heute masslos über die Haltung Deutschlands dem Staat Israel gegenüber enttäuscht sind. Heute fahren deutsche Pil._ tiker nach Aegypten und den i arabischen Ländern. Aber bis jetzt hat man in Kairo , noch von keinem deutsenea Politiker ähnliche Worte ge- : hört A-ie von Sarragat. Mau ■ könnte fast annehmen und : sagen: im Gegenteil. Denn! wir erlebten schon Fälle, : dass deutsche Politiker und j sogar linksstehende, nach *n- ( rem Besuch in Aegypten in Deutschland oder in Europa! sich gezwungen sahen, ihre; in Kairo geführten Ge. I spräche inbezug auf Israel , anders zu kommentieren, | weil sie in den ägyptischen ' Zeitungen sehr israel un- J freundlich geklungen hatten. In diesem Zusammenhang j ist ein aussenpolitischer Artikel in der grössten Tages- ' zeitung Israels, Haaretz, von! informativer Bedeutung. Pet : Artikel oeginnt mit der Erkläj rung Sarragats in Kairo; er 1 wirft die Frage der diploma- . tischen Beziehungen Deutsch.; lands mit Russland und viei len anderen Staaten auf, nie! die DDR nicht nur anerkennen und diplomatische Beziehungen zu ihr unterhalten, sondern auch ihr Verteidigei und Befürworter sind. Nur Israel gegenüber operiert Bonn mit der Ausrede, dass, wenn Deutschland mit Israel diplomatische Beziehungen , auf nähme, die Araberstaaten die DDR anerkennen würden! Die deutsche Starrköpfig. 1 keit, mit der diese Begrün- düng immer wiederholt wird,! wirkt störender, als das Fehi len der diplomatischen Bezie- - hungen. Der Artikel behandelt dann j weiter die Mitarbeit von 40*) deutschen Wissenschaftlern in Aegypten, die, wie jeder, mann weiss, furchtbare Waf. fen fabrizieren. Die Vergan genheit hat gezeigt, dass Deutschland keinen ernstgemeinten Versuch machen wird, um wenigstens einen moralischen Druck auf die deutschen Wissenschaftler auszuüben, ihre Tätigkeit in LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Sa A ITM — PUEYRRXDO* 219«, 1* ta«. - T K M-291 8. Mai 1964 26. Iyar 5724 Aegypten einzustellen. Un. willkürüch muss man, sagt der Verfasser des Artikels, annehmen, dass nan in Aegypten etwas vorbereitet, was mit dem Bürgerkrieg in Spanien Aehnlichkeit hat, wo man vor dem Hitler-Welt, krieg die deutsche Luftwaffe in einer Geneialprobe einsetzte. Der Artikel führt an, dass Israel bisher mi; Deutschland sehr zart verfahren ist und dass in deut sehen politischen Kreisen deswegen die Meinung vorherrscht, man könne Israe mit wirtschaftlichen Trosipflästerchen versöhnen. Es klingt unwahrscheinlich, ist aber wahr, dass bei det Behandlung der Frage der deutschen Wissenschaftler in Aegypten der deutsche Au. ssenminister Schroeder in seiner Antwort erklärte, die Bundesregierung wolle alles tun, damit Israels Erzeugnisse im Rahmen der EWG- Länder abgesetzt werden. Der Artikel scluiesst mit der Feststellung, dass es in Deutschland wohl Kreis j gibt, die in der Frage der diplomatischen Beziehungen zu Israel und der verbrecherL sehen Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler in Ae gypten gewillt sind, politische Aktionen zu unternehmen. Gerade die gutwilligen und israel - freundlichen Kreise sind über Israels lasche Hai. tung Deutschland gegenüber enttäuscht. Deshalb fordern weite Kreise eine grossangelegte Kampagne Israels in den USA, UdSSR, Lateinamerika, England, Europa, und Afrika, um die Welt auf. zurütteln. Hierdurch soll die Gefahr der Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten klar gezeigt wer. den. Man müsse die Tatsache, dass die deutsche Bundesrepublik keine diplomatischen Beziehungen mit Isra el aufnehmen will, so auffas sen, dass die Bundesrepublik Neues israelisches Schiff New York. — Kürzlich wurde der neue israelische Luxusdampfer „Shalom“ von 25.000 Tonnen mit der traditionellen Begrüssungsfeier im Hafen von New York emp. fangen. Das Schiff hatte seine Htägige Einweihungsreise von Haifa gemacht. Die Sirenen der Schiffe und Schlepper im Hafen gaben ein Salut und die Feuerlöschboote feierten das Ereignis mit Wasserfontänen. (ITA) nicht in der Lage sein könn te, das verbrecherische Hand werk der Deutschen in Ae gypten zu legen Darin aber liegt nicht nur für den Staat Israel, sondern auch iür den Weltfrieden eine ernste Gefahr. Es gibt in Deutschland weite Kreise von Menschen, de nen das Problem Deutschland-Israel nicht nur eine Herzenssache ist. Sie betrachten vielmehr die Schaffung normaler Beziehungen zwischen Israel und Deutschland als eine grosse, moralische Verpflichtung des Heutigen Deutschlands Die Fra gestellung wird dadurch ver schärft, dass Deutschland He diplomatischen Beziehungen mit Israel nur deshalb nicht aufnimmt, weil es sich dem Diktat und den Drohungen der Araber unterwirft Da die Araber hiermit Erfolg bei der Bundesregierung haben, ist das für sie ein Anreiz, diese Taktik auch auf ar.de re Länder auszudehnen, die diplomatische Beziehungen mit Israel unterhalten. Bequemt sich die deutsche Regierung nicht zu einer klaren und positiven Stellung zu Israel, werden diejenigen Recht behalten, die behaupten, dass die deutschfreundliche Position weiter israelischer Kreise ein Irrtum war. natürlich schon solche Pa rallelen, wie zur Zeit des Si. nai-Krieges, als die Aegypter in die Welt hinausposaunten dass Israel der Angreifer sei. Viele Menschen in der Wel waren bereit, diese Version zu akzeptieren. Da griffen die Holländer zu einer Vo,ksaktion, die fast eine Staatsaktion war; in ganz Holland sah man Plakate, die der Sorge und der Meinung des ganzen holländischen Volkes entsprachen: „Lasst Israel le ben!“ Bi ist interessant, dass ge rade durch die Worte des ita lienischen Aussenmmisters Sarragat in Kairo eine Diskussion. in Israel ausgelöst wurde, warum kein deutscher Staatsmann dies so offen in Kairo erklärt hat, wo docr. ein deutscher Staatsmann viel eher die moralische Ver. pflichtung Herzu gehabt hätte. Die Worte eines Deut Vermögens zurückgegeben worden) — einerseits diplomatische Beziehungen mit Deutschland geschaffen wer den und andererseits, dass Deutschland alles tun wird, um eine moralische Wiedergutmachung gegenüber den Juden und dem jüdischen Staat durchzulühren. Diese moralische Wiedergutma. chung kann und konnte nicht anders verstanden werden, als dass Deutschland es als seine Mission angesehen hätte, seinen Einfluss gel tend zu machen, um die Existenz des jüdischen Staates zu sichern. Dies, meinen die Israelis, die mit Deutschland in Kontakt sind und sein woilen, bedeutet allein eine Aktivität des Neuen Deutschlands für einen Frieden der Araber mit Israel. Es ist klar, dass Menschen, die vom Neuen Deutschland diese guten Absichten erwar- Teppichhaus - M. 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