Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2063 (8.5.1964)
- Date
- 1964-05-08
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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S — Vitrait? 8 de Mayo de 1884 JL A SEMANA ISRAELITA Afio XXV. — N. ’063 Zeit der Widersprüche Nasser: ^eue ^r^aerunGen MT Earls. — In einem Interview, das er dem Korresponder! nur noch mehr die Gesinj nungslosigkeit dieser Verirre Ziehern, — deren Zentrale oí i fensichtlich noch unbekannt (•Schluss von Seite 1) neue Einfluss-Sphären in un te ren (wickelten' Landern. Dabei geben die Deutschen selbst einen einprägsamen Anschauungsunterricht, was hinter dem Kausch- und Rauch-Schleier des Dritten! ist, — gelenkt wird. Reiches geschehen ist. In ei.! In diesem Prozess nem soeben beendeten Proaess gegen NS-Kriegsverbre eher in Braunschweig, der darin gipfelte, dass einer de’, wegen Beihilfe an 5.200 Mor. den Verurteilter mit Hilfe die ebenso irrtümlich wie bösartig sein kann, ein df.mocher, die offensichtlich einer kratisches Land könne gegen allgemeinen Richtlinie bei die freie Meinungsäusserung ihrer Verteidigung folgen, j nicht einschreiten, tragen die die von irgendwelchen Draht , Demokratien selbst wieder früherer Kameraden entfliehen konnte, wurden Einzelheiten bekannt, die wichtig sind, einmal festgehalten zu werden. Vor ihrem Richter gegen die SS-Reiter kam auch der jüdische Widerstand zur Sprache, der selbst von de. nen geübt wurde, die völlig waffenlos den bis an die Zähne ausgerüsteten hohen Herren zu Ross ausgeliefert wa_ ren. Ein Jude, der als Zeuge auftrat, berichtete, wie es ihm gelungen ist, zweimal von der Todesgrube zu entstanden einige Angehörige: fliehen, wo er erschossen der SS, über deren Struktur; werden sollte. „Wir mussten eine Reihe von genauen Dar- ] Rock und Wertsachen ablestellungen von deutschen Hi. | gen, dann in einer langen storikern aus der Zeit vor i Kolonne marschieren. Einige liegen, in dem die Deutschen wenigstens noch Reue oder Scham empfunden haoen. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, dass die jungen Leute, die in diese Organisation eintraten, systematisch zur Abtötung ihrer eigenen Gefühle gedrillt und auf ren aktiven Massenmord vorbereitet worden sind. Anders wäre es auch nicht zu erklä. ren, dass mehr oder weniger gebildete, angeblich christ, lieh erzogene Männer — und Frauen — zu solchen Grausamkeiten fähig gewesen wären, über die bei diesen Kriegsverbrechen beinahe täglich berichtet wird, vind die sich nicht etwa nur auf die wenigen Angeklagten beziehen, die heute vor Gericht stehen. Der Braunschweiger Prozess wurde gegen fünf ahemalige SS-Reiter geführt, die sich an den Massakern im Ghetto von Pinsk beteiligt haben. Dass es heute keiner der Angeklagten gewesen sein will, der Menschen erschoss, zu Tode quälte, Kinder le. bendig ins Feuer warf und jede andere Art von Scheusslichkeit beging, unterstreicht Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 21.90 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 ältere Männer, die nicht mehr weiter konnten, wurden erschossen. Ich habe schon an der Todesgrube gestanden, da bin ich weggelaufen. Ein SSJReiter verfolgte mich und schoss... Ich wurde getroffen. Er liess mich aber liegen, da er meinte, ich sei tot.“ Bei einer zweiten Aktion sind etwa 50 Juden geflohen. Er selbst sei dann bei der Vernichtung des Ghetto Pinsk wieder eingefangen worden; abermals gelang es ihm, gemeinsam mit seiner Frau zu entfliehen. Wieder stand er an der Todesgrube. Seine Frau tröstete ihn; ,Es dauert nur ein paar Minuten, dann ist alles vorbei, und wir sind in einer anderen Welt.“ Er aber wollte auf dieser Welt bleiben und den Völkern nach der Vernich, tung des Dritten Reiches, an die er glaubte, berichten, was dort geschehen ist. Und er überlebte. Es gibt eine Reihe von Zeugen — in allen Ländern, auch in Südamerika, — die schon an der Grube gestanden haben oder die Zeugen dieser Massenmorde gewesen sind, und zwar zwei Klassen von Augenzeugen: einige, die Opfer dieser Verfolgungen waren und einige, die mordeten... Und die Gesellschaft duldet sie. Chile lehnte die Auslieferung eines solchen höheren SS-Offiziers ab, der noch nicht einmal den Mut hatte, sich seinen Richtern zu stellen, obwohl er seine Un. schuld beteuerte. Aber die Gesellschaft befindet sich bereits in einem weiteren Stadium der Dekadenz, und man spricht von der „Gesellschaft“, als ei nem Sammelbegriff, ohne im einzelnen zu sagen, wer ei. gentlich damit gemeint ist. Heute nimmt „man" schoi. ruhig, weil man demotcra tisch denkt, die neuen antisemitischen Wellen hin, die sich über verschiedene Kontinente ergiessen. Man lässt einen Rockwell auftreten, ei. nen Collins sich austoben, einen und viele kleinere und grössere Hetzer aktuie-en. Und mit der Begründung, PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und »verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TaJJisbeutel - Käppchen Maz zot-Taschen Hand- und Maschinenstickerei von Bett:’und Tischwäsche Dr. P. L RTVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 7^1049 dazu bei, dass die GiftpPanzen gezüchtet werden, bis es einmal mehr zu spät sein wird und die Sturmflut des Hasses sich nicht nur über die Juden, sondern über alle wirklichen Demokratien er. giessen wird... ID. Friedenspreise Zu den höchsten Auszeichnungen. die von Menschen und Völkern vergeben werden, gehört der Friedens preis, der bekanntlich von Nobel gestiftet worden ist Nur besonders bedeutende und verdienstvolle Person, lichkeiten haben diesen Preis entgegennehmen können, wobei gewiss manche Debatten entstanden sind, ob nicht der oder jener Staatsmann oder hervorragende Politiker Dichter, Schriftsteller oder Friedensstifter den Vorzug verdient haben würde. Wir wollen auch nicht ausschlie ssen, das vielleicht ein Preisträger diese Auszeichnung .eigentlich“ nicht hätte erhalten sollen, weil sin anderer Kandidat würdiger gewesen wäre. Solange Menschen ur teilen, wird eine Kritik - der eine abweichende Meinung nicht ausgeschlossen wer. den. Jetzt soll der Vorschlag gemacht worden sein, den nächsten Nobelpreis für den Frie. den an den Generalissimus Franco zu verleihen Der Vorschlag allein wirkt als Pro. vokation auch dann, wenn man kein Werturteil über das Regime Franco ablegen woll. te, unter dem auch heute und noch immer Andersdenkende grausam verfolgt werden. Ueberhaupt daran zu denken und die Kühnheit zu haben, Franco vorzuschla. gen, enthüllt eine Gesinnung, die sicherlich absurd, gleichzeitig aber auch gefähr.ich ist. Der Faschismus. „ alter Prägung erhebt wieder sein Haupt. Noch bedroht er nicht erneut das internationale Le ben, aber er zeigt sich am Horizont. Die Völker sind gewarnt. — Die kommunistische Welt hat sich ihren eigenen .No beipreis für den Frieden“ geschaffen, da sie mit diesen „bürgerlichen“ Einrichtungen nichts zu tun haben will: den Leninpreis für den Frieden. Krutschew hat soeben die feierliche Verleihung dieser grossen Auszeichnung vorgenommen: der algerische Präsident Ben Bella w*ar der Ge. winner. Wenn man will, ist dies eine Provokation. Aber noch wesentliener dürfte es sein, dass hierin eine Verhöh. nung des Friedensgedankens zu erblicken ist. Denn Ben Bella ist der Mann, der vo>' kurzem m einer wüsten Hetz Paris. — In einem Interview, das er dem Korresponden ten der links-orientierten Woehenzeitung „France Observateur“. Gilles N. Martinet, gewährte, gab Nasser folgende Erklärungen ab: Selbst für den Fall, dass Israel alle ägyptischer Flüchtlinge aufnehmen wollte, könnte Aegypten nicht die Gegenwart eines nurjüdischen Staates im Mittleren Orient dulden. Die Situation würde sich, für den Fall, dass Israel die arabischen Flüchtlinge (fast 1 Million an der Zahl) zurückkehrer. liesse, einigermassen ändern. Trotzdem w’äre es auch weiterhin unzulässig, einen Staat, der nur auf das Judentum gegründet ist, im Mittleren Orient zu dulden. Die-, sei nicht nur deshalb unannehmbar, weil ein solcher Staat naturgegeben einen Fremdkörper zwischen den arabischen Völkern bilde, sondern vor allem auch deshalb weil es, ständig bestrebt, sich weiter zu entwickeln, ein Werkzeug aller fremder Einflüsse werden müsste. Indem er seine Ansichten über die Lösung des „Palästina.Problems“ weiter entwickelte, erklärte Nasser, dass üe Zahl der Juden und der Araber heute in Palästina praktisch gleich sei. Es wäre daher logisch, anzunehmen dass die Verantwortung auf einer Grundlage von 50 zu 50 zwischen Arabern und Juden geteilt werden musste. In diesem Falle aber läge es klar auf der Hand, dass Israel aufhörer. müsste, ein jüdischer Staat zu sein... We“ter liess Nasser verlauten, dass der Krieg „keine Lösung wäre“, oder zumindest nicht die leichteste Lösung Es ” äre leicht, einen Krieg zu entfesseln, doch wer könn. te Voraussagen, wozu er f:hren und wo er aufhören würde’ Was die Beziehungen Aegyptens zur westeuropäischen, sozialistischen Bewegung betrifft, äusserte Nasser, dass die Fühlungnahme mit ihr, — die britische Labour-Partei und die ski ndinavischen Sozialisten mit inbegriffen, — nur zu Desillusionen geführt habe, was den Konflikt mit Israel anbelangt. — Zum Abschluss versicherte Nasser noch Frankreich ur.d den Präsidenten de Gaulle seiner besonderen Bewunderung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die wirt. schaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Aegypten Fortschritte machen würden. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece * los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Leda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq, T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: 9 100.— pro Quartal Ausl. * 600.— jährl. MOHEL N. FLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 rede zum Krieg aufforderte. Selbst wenn man ein politischer -Parteigänger Ben Bel. las wäre, könnte man ihn schwer als einen Friedensapostel bezeichnen. Aber Krutschew’ gibt ihm den Friedenspreis. Eine Menschheit, die — von links oder rechts —, Franco und Ben Bella als ihre Vertreter des Friedens apostrophiert, muss sich in einem Fieberwahn befinden. Diese widersprüchlichen .Welten“, der Osten und der Westen, die ihre Lebensauffassungen und ihre Ziele nicht miteinander harmonisieren oder auf einen Generalnenner bringen können, und die schon die Koexistenz, also ein Nebeneinander als politisches Axiom ansehen, treffen sich irgendwo in der Ferne ihrer Vorstellungen an einem Punkt, wo Demokratie und Kommunismus aufhören und in eitlen Faschismus ein- münden. Denn die Welten, I die Franco und Ben Bella re; präsentieren, sind garnicht | so weit voneinander ge- 1 trennt. Diese Perspektive, die sich damit einer vom Taumel des Fortschritts und des Erfolges verblendeten Welt i genen Ideale erblicken. Rabbiner-Kongress New York. — Mehr als 100 sefardische Rabbiner und Laienpriester aus allen Teilen Nordamerikas und Kanada« nahmen an der er. sten Konferenz eefardischer Synagogen .eil, die unter den Auspizien der Jeschi wa - Universität stattfand. Präsident der Konferenz war Dr. Salomon Gaon, Rabbiner der britischen eefardischen Gemeinde, der gegenwärtig der Leiter für sefardische Studien auf die. ser Universität ist. (ITA) öffnet, sollte als eine »ehr ernste Mahnung allen denen gelten, die weder in dem einen noch in dem anderen Kandidaten für den Frie denspreis den Träger ihrer ei- GRILL „JAI“ iE?2 TUCUMAN 2701 esq. PUEYRREDON — T. E. 87-6897 Einziges KOSCHERES GRILL unter der Leitung von JOSEF WROCHERINSKY und Sohn Pizza. Empanadas, Kuchen. 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