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Jüdische Wochenschau · 1964-05-02 · 2062 (2.5.1964) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2062 (2.5.1964)
Date
1964-05-02
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Silntdo,! de Mayo de 1964 LA SEMANA ISRAELITA AS» XXV. — No. 206'4 Grundrechte der Menschen (Schluss von Seite 1) i ist zentripetal, weil sie ge . wattige Massen zusammen- : schloss. Diese Doppelwirkung j ist im Grunde genommen bei I jeder Idee, bei jedem Glauben und bei jedem Wollen zu beobachten. Das Streben der Völker wie der einzelnen Menschen kann nicht darin bestehen, diese Doppelwir. kling zu eliminieren, sondern begreifen zu lernen, dass nicht in der Uniformierung der Meinungen, nicht in der „Bekehrung" der Andersdenkenden oder Andersfiihlenden die Lösung der Menschheitsprobleme liegt, sondern in deren Harmonisierung, in dem mutigen Versuch, zu ei. nem Zusammenklang menschlischen Wollens und Strebens zu gelangen. In diesem Bemühen kann man. wenn man will, die Ver wirklichung der alten Idee der Toleranz erblicken, obwohl wir in der sogenannten Moderne den Begriff der Toleranz als der Duldung des Andersdenkenden nicht mehr aufrecht erhalten sollten Das jüdische Volk hat noch vor wenigen Jahrzehnten, vor al_ lern während des letzten schrecklichen Krieges, sich mit allen seinen Mitteln und Möglichkeiten dafür eingesetzt. dass die anderen, die wohlwollenden Völker ihm gegenüber tolerant seien. Aber man war sich wohl immer darüber im klaren, dass Toleranz nur gegenüber einer Minderheit geübt werden kann und soll, und dass die- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—IS IJhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 ser Begriff von der Rechtlo-; sigkeit oder den begrenzten 1 Rechten derjenigen ausgeht, | die von der Toleranz der j Mehrheit begünstigt werden! sollen. Das berühmte Tole ranzedikt des Österreich* j sehen Kaisers Joseph II. vom Jahre 1782. das wahrschein j lieh von einem fortschrittlichen Herrscher gut gemeint; war. führte denn auch zu unhaltbaren Konsequenzen für die tolerierten Juden. Tole riert sein, geduldet sein bedeutet ganz einfach, vom gu ten Willen Dritter abzuhän gen. Demgegenüber steht aber das Lebensrecht Jedes Men- < sehen und jeden Volkes, das 1 in der Staatsidee als ein un_; veräusserliches Gut verankert sein muss und seinen Niederschlag in der Verfas sung finden muss. Im jüdischen Gesetz ist das Postulat der Gleichberechtigung je - des Bürgers, des Juden wie des Fremden. verändert Auch hier ist das alte jüdische Gesetz die Basis für den Aufbau der menschlichen Ge Seilschaft, die keine Differenzierung in verschiedene Klassen oder Kasten aner. kennt und von der Grundtatsuche der Unteilbarkeit des; Rechtes ausgeht, das für alle 1 gilt, die Menschenantlitz tra. j gen. j Von diesen Gedanken dörf [ te auch der Papst Johannes ’ XXIII. bewegt worden sein, j den kirchlichen Standpunkt , bei den vehementen Ausein- | andersetzungen im geistigen; Kampf unserer Zeit neu zu ' formulieren und ihm Anse, hen und Gehör zu verschaffen. Aus solcher Grundhaltung heraus erwuchs das Be mühen, die verschiedenen Denk- und Glaubensformen einander näher zu bringen, um auf solchem Fundament neue Voraussetzungen für ei. nen dauerhaften Frieden zu schaffen. Die tiefe Wirkung des Vorgehens dieses Papstes liegt gerade darin, dass er nicht nur von Toleranz sprach und dass er nicht allein einen an sich selbstverständlichen Respekt vor den Gedanken und Gefühlen der anderen verlangte, sondern auf der Ebene des gleichen Rechtes aller Menschen sein Wort an die Welt gerichtet hat. Dieses erste Recht des Men sehen zu leben und sein Leben nach seinen Vorstellun. gen aufzubauen, muss der Ausgangspunkt der — wenn man will — modernen Exi. stenz des Individuums wie jeglicher Gemeinschaft sein. Der Gedanke des Rechtes setzt eine Wechselwirkung voraus. Denn es gibt kein „reines Recht“, das vom Menschen und der Gesellschaft vom Staat und dem interna tionalen Leben unabhängig | sein könnte. Absolutes Recht i muss Unrecht schaffen. Denn I jedes Recht findet am Recht | des Nächsten seine natürliche Begrenzung. Das illu striert jene alte jüdische Legende von der Lchiffsge^ellsehaft auf hoher See, wo ein Reisender sich anschickt die Schiffsplanken aur seinem Platz zu durchsägen. Als _ie anderen ihn nach seinem Tun befragen, erwidert dieser Mann, dass er mit seinem Platz machen könne, was er wolle. Dass er mit seinem Beginnen das ganze Schiff gefährdet, hat er nicht bedacht. So wird eben höchstes Recht zum grössten Unrecht. Diese Betrachtung gilt fiir alle Grundrechte, die wir einem Menschen und jedem Volk zuerkennen. Das Recht der Freiheit und — nach unserer heutigen Diktion — auch das Recht der Unab hängigkeit und Souveränität, eines Landes wird nicht mehr bestritten. Nur die Durchführung dieses Gedankens und dieser Berechtigung stösst infolge der menschli chen Unzulänglichkeit und Schwäche täglich auf Schwierigkeiten. Wir sehen das beim Kampf der schwarzen Bevölkerung in einem so hoch entwickelten Land wie den Vereinigten Staaten von Nord, amerika. Kein Amerikaner wird das Recht des einzelnen auf Freiheit und Gleichheit in Abrede stellen. Sobaiu sich aber die Diskussion auf die amerikanische Negerfrage ausweitet, beginnen die Probleme. Dass durch diese Haltung die Idee der Freiheit illusorisch wird, kann nichi zweifelhaft sein. In der Tagespolitik führt dies zu den merkwürdigsten Konsequenzen. Die Amerikaner nehmen gegen die Politik des Apar theid, der in Südafrika durch geführten Rassentrennung scharf Stellung, aber im eigenen Haus machen sie Un-! terschiede. jedenfalls in dec I Praxis, obwohl nach der Kon ■ stitution das Bürgerrecht von der Hautfarbe unabhängig ist. Wie der Gedanke des Rechtes ein einheitlicher ist, der ein teilbares Recht nicht dul. det, so ist auch die Freiheit unteilbar. Es ist nicht möglich, Privilegien irgendeiner; Art anzuerkennen. In dem i Augenblick, wo man Freiheiten verschiedener Katego ' rien auch nur der Idee nach gestattet, gibt es keine klaren Grenzen mehr. Auch das Recht auf Freiheit ist ein ganzes, ein beschlossenes, ein einheitliches Rechtsgut. Jeder Versuch, das Lebensrecht und die Freiheit eines Vo'kes anzugreifen, zerstört die Rechts- und Gesellschaftsordnung im internationalen Masstab. Deswegen sind auch die Attentate Nassers gegen die Existenz Israels ein . ersuch, die Grundlagen des gesamten Völkerlebens zu vernichten. Zu niesen Grundrechten des Menschen gehört unter anderem auch das Recht auf Trauerfeier für Ben Zwi Tel Aviv. — Am ersten Jahrzeittag wurde eine Tr.-.uerfeier für Jizchak Ben Zwi, den zweiten Präsidenten Israels abgehalten. Die Zeremonie fand im g-nssen Gemeindesaal von Jerusalem statt. Unter den .Anwesenden waren Staatspräsident Salman Shazar, die Witwe Ben Zwis, Ministerpräsident Levi Eshkol, Knes. Set-Präsident Kadfech Luz, Mitglieder des Kabinette, des Parlaments und des diplomatischen Korps, sowie zahlreiche Rabbiner. In seiner Gedenkrede wies Levi Eshkol darauf hin, dass der verstorbene Präsident stets gemahnt und bewiesen habe, dass die einzige Bedingung für die Unabhängigkeit Israels sei, ,,ein Volk zu sein“. Bei dieser Veranstaltung sprach auch Kadtech Luz. Staatspräsident Shazar hielt eine Gedenkrede am Grabe seines Vorgängers. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1» izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. Arbeit, Jeder Mensch hat dieses Recht. Man darf die. es , Recht auf Arbeit nicht mR f den Forderungen der Arfcei-; terschaff verwechseln, deren; Bestrebungen seit dem Beginn des Industriezeitalters j sich auf die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen eri strecken. Dem Recht auf Ar. beit steht die Verpflichtung der Gemeinschaft oder des Staates gegenüber, dieses I Recht zu schützen und die Voraussetzungen dafür j schaffen, dass jeder Bürger des Landes eine ihn ernäh- ’ rende Arbeit findet. Das ist eine der vielen Funktionen, die dem Staat zufällt. PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und mverhindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Die heutigen Lebensbedin- I gungen verlangen eine stärke i re Koordinierung der von 1 den einzelnen Bürgern ausge . übten Beschäftigungen. Das; hat in manchen Staaten da. j zu geführt, die zentrale ■ Macht des Staatsapparates | zu überhöhen, wobei die 1 Staatsform in ihrer Bedeuj tung in den Hintergrund getreten ist. Dies gilt ebenso für den Polizeistaat wie für den Wohlfahrtsstaat. Beide Erscheinungsformen staatlicher Existenz stellen Extreme dar Dass aber selbst in den freiheitlichen Ländern eine Wirtschaftslenkung notwendig wurde, beweist die Notwendigkeit, zur Lebenserhaltung die Arbeit zu regulie ren. Ebenso wird hierdurch die Verpflichtung der Gemeinschaft, dem Recht des einzelnen auf Arbeit Geltung zu verschaffen, mit aller Klarheit unterstrichen. Der vernünftige, zweckmässige und befriedigende Ge-; brauch des Rechtes auf Ar beit ist zum Schlüssel der Lösung vieler gesellschaftlicher Fragen geworden. Nicht allein der innere Frieden jedes Landes wird hiervon be- : stimmt, sondern auch der , Weg der gesamten Mensch- I heit in eine hoffentlich )es ' sere Zukunft. Das Recht auf I Arbeit anzuerkennen, das je.! dem Menschen zusteht, be- | deutet zugleich die Schaffung; solcher Lebensbedingungen 1 des einzelnen Bürgers, die ihm eine sorgenfreie Existenz und die Teilnahme am zivilisatorischen Fortschritt ermöglichen. Hierdurch allein wird man die Spannungen vermeiden können, die heute das staatliche Leben und die Wirtschaft so vieler Länder erschüttern und die Massen zu extremen Gedanken und Bewegungen treiben. Dass Israel gerade auf die sem Gebiet Vorbüdliches lei stet, ist bekannt. Es ist nicht einzusehen, warum die dortigen Bemühungen nicht auch in anderen Ländern zur Anwendung und Verwirklichung gelangen können. Dieses Streben wird dem Weltfrieden nützlichr sein als die Proklamationen internationale1- Konferenzen. Glückwünsche an den Presidenten Rio de Janeiro. — Die Jüdische Föderation Brasiliern beglückwünschte den neuen Präsidenten, Marschall Castelo Bvaneo. Zur gleichen Zeit publizierte die bedeutende Zeitung ..Correi. ro Da Manha“ eine 24 Seiten starke Beilage, in der der Jahrestag der israelischen Staategründung gewürdigt wurd.e JTA) KZ-Mahnmal London. — In der londoner Kirche St. Martin in the Field ist das erste und einzige KZ-Mahnmal in England eingeweiht worden. Der Weihe wohnten Vertreter von Widerstands- und Flüchtlingsorganäsationen bei. — GRILL „JAI“ TITCUMAN 2761 esq. PUEYRREDON — T. E. 87-6897 Einziges KOSCHERES GRILL unter der Leitung von JOSEF WROCHERINSKY und Sohn Pizza. Empanadas, Kuchen. Frühstück. Mittag und Abendbrot. — Verkauf ausser Haus. Anrichtung von Banketten und Hochzeiten. POLLO AL SPIEDO (infrarotes Rösten) Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología -r- Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. L T3-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Ubr Sonnabend: 14—16 Uhr JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdeckec - Taiiùsbeutel Käppchen Maz zot-Taschen - Hand und Maschicienstickerei von Bett- und Tiscmväsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN m. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. 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