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Jüdische Wochenschau · 1964-04-24 · 2061 (24.4.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2061 (24.4.1964)
Date
1964-04-24
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Viornes, 24 de Abril de 1964 Año XXV. — No. 2981 ZUM ERSTEN WELTBIBELTAG: MPie Wie in den letzten Wochen I in der jüdischen Presse mitgeteilt worden ist, wur de der kommende Lag B’Omer-Tag (18. Ijar), der, auf den 30. April fällt, auf; Anregung von David Ben i Gurion für die gesamte Diaspora als ,,Bibeltag der indischen Frau“ proklamiert. | nachdem die jüdische Bibel- Weltorganiisation. eine Toch. tergesellschaff der israelischen Gesellschaft für Bij belforschung, unterstützt : von der Kulturabteilung der Jewich Agency, ein Arbeitsubkommen mit der WIZO getroffen hat. Durch sie. die weltumspannende Organisa tion zionistischer Frauen, wird nunmehr die Bibeltätigkeit systematisch in die. Kreise der nationaljüdischeu und zionistischen Frauen mit ihren etwa 200.000 Mitgliedern getragen. von denen, wie zu er warten ist, ein sehr erheblicher Teil die Bibelarbeit aktiv fördern dürfte. Ben Gurion, Protektor des Unternehmens, bezog sich in einer weitverbreiteten Botschaft auf jene drei Alijot, welche die Bibel kennt, nämlich den Aufbruch des Stammvaters Abraham aus Haran und Ur der Chaldäer, über den da« erste Buch Mose berichtet, und seine Einwanderung in Kanaan da*? Land der göttlichen Verheissung, ferner den Auszug aus Mizrajim und «chliesslich die Rückkehr de« Volkes aus Babylonien aufgrund des Edikts des Cy rus, Könige von Persien, welcher im Jahre 536 v. d! g. Z. den Juden gestattete, Staat und Tempel in Erez Ißrael wieder aufzubauen. Dies geschah vor jetzt 2500 Jahren. Und dieses bedeutsame Datum bot den äussevon CUHT WILK Boren Anlaßs zu dem grossen neuen Feiertag, den die jü dischen Frauen vorbereiten. In letzter Zeit, vielfach auch im Zusammenhang mit dem Oekumenischen Konzil und dem neuen Weg der Katholischen Kirche, vom Papst Johannes XXIII. angeregt, sind Mahnungen zur Brüderlichkeit und zum beisseren Verständnis der verschiedenen religiösen Ge meinschaften untereinander erfolgt. Hierbei ist immer wieder auf die Bibel, das „Buch der Bücher“, hingewiesen worden, das. wie kein zweite*? innerhalb der Menschheitsgeschichte, um wälzend gewirkt, und die Entwicklung der gesamten westlichen Welt entscheidend beeinflusst hat. Dennoch galt die Bibel dem gläu bigen Christen bisher hauptsächlich als Heilsgeschichte, als Glaubensunterpfand. Dam die Heilige Schrift zugleich aber auch einen Beil0“ tatsächlichen Gesehe- , Klage,"Erzählung und Histoher« darstellt, in dem die ^e pöesie und Philosophie. shing, Erzbischof von ston, sagte kürzlich: > „Wir bee.tzen zwischen Christen und Juden ein ge- . meinsames Erbe, das wir auf verschiedenen Ebenen | teilen. Wir sind auf dem Wege, urSs gegenseitig neu; zu entdecken und mit Er. staunen festzustellen^ dass ur« nach Jahrhunderten der Trennung ein starkes Band , einigt. Die Päpste Johannes und Paul haben die Hand , der Liebe ausgeßtreckt und 1 unsere Schuld an daß erste; Volk des ersten Bundes mit! Gott, daß auserwählte Volk Israel, anerkant“. WIR JUDEN UND DIE BIBEL | Unsere Bibel oder, wie wir eigentlich korrekter v gen sollten, unser „Ter.ach“, diese 24 Bücher der , Heiligen Schrift, ist nicht ein Buch, «ondern eine gan- > ze Literatur, die Gesetze; und Vorschriften, Tadel und j LA SEMANA ISRAELITA BISEMAN ARIO INDEPENDiKNTE Sa. Aires - PUEYRilEDO« 2198, i’ uiq. - 1 E 33 26, 24. April 1864 12. Iyar 5724 Das Haus der 3 Geschät , tc mit d?r grössten Auswahl. SÄRMIENTO 1147 T. E 35 - 1033 CABILDO 2614 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Ereignisse historisch getreu; und mit geradezu verblüf- 1 fender Genauigkeit wiederi gegeben sind, diese Erkennt. 1 n:ß ist erst durch die biblißehe Archäologie in den! letzten drei Jahrzehnten gewonnen worden. Auf uralten; Inschriften und Baudenkmä lernt begegneten den For ' schem Gestalten aus der Bi- ' 'bei, vorwiegend der unsri- 1 gen, oder, wie man im Chri-! sfcentum sagt, „der Heiligen ' Schrift deß Alten Bundes“. Und dieser Begriff des „Bundes“ ist e*?, der in der neuen Aussprache zwischen uns Juden und der christlichen Welt von fundamentaler Be- 1 deutung wurde. Zwei Erklärungen hoher christlicher Würdenträger sollen hierzu erwähnt werdet.; in einem 1 Schreiben an den Präsiden. ' ten der jüdischen Gemein-! runSinnerhalb eines Zeitde Augsburg entßchuldigt raumes von etwa tausend der Bischof dieser Stadt Dr i Jahren abgefasst, war ein Josef Stimpfle, sein Fern- I Werk von farbenprächtiger bleiben anlässlich der Ein- . Vielgestaltigkeit entstanden, weihung der neuen Synago.' von erhabenstem Niveau ge und fügt hinzu: " | ""J l „Mit Ihnen und Ihrem Volke weißs ich mich eins! i im Glauben an den lebendi- I gen, einen und wahren; Gott: wir ehren gemeinsam , | in Abraham den Stammva- '' | ter aller Gläubigen. Der, | Jahwe - Glaube Weisheit und Prophetie in sich echliesßt. Denker. Dich j ter und Künstler sind zu al'* len Zeiten von ihr inspiriert | worden, und sie, unsere Menschen deß Geistes und j der Feder haben die Pflicht, ' die Bibel, die grösste ] Schöpfung deß jüdischen Volksgenius mit allen ihnen , zur Verfügung stehenden Mitteln uns nahezubringen, , denn ohne den Tenach kann man die Geschichte und Eigenart dieses Volke«, seine Herkunft und seine Bestim. . mung, nicht voll erfassen. Heute dürfte die Bibel viel | leicht auch eines der ßtärk- ■ sten Bindemittel sein, im Ißrael und Diaspora zusammenzuhalten. ihr Auseinan. derleben zu verhindern.! Nach unserer Ueberliefe , die Renaissance, den Humanismus und andere Kultur bewegungen entscheidepd zu beeinflussen. Und deshalb ist sie „Heilige Schrift“, weil ihre Autoren vom Gei ete der Heiligkeit, d. h., der vollkommensten Sittlichkeit, erfüllt waren. Si.g war stets dasjenige Buch, neben dem es im Guunde kein anderes geben sollte, und, wie das Wort der Thora es ausspricht: „Erbgut der Gemeinde Jakobs“, „schriftli che Lehre“, die man immer wieder las, atßchrieb kommentierte und „mündliche Lehre“, die man weiter überlieferte von Generation zu Generation, das „Wort des lebendigen Gottes. In einer seiner Schriften spricht Rabb. Dr. Leo Baeck iS. A. von jener „Wesenseinlieit“, die zu allen Zeiten den Leser der Bibel ergriffen hat: „Las die*ser von Euom oder Esau, so war er gewiss, dass auch von Rom gcßprochen wurde. Und hörte er von Bileam, o dachte er an den falschen Propheten vor den eigenen Toren. Oder man hörte von der Zerstörung des eisten Tempels und wusste, dass damit zugleich und ebenso vom Untergang de*? zweiten Tempels berichtet werde; so hörte man von Nebukadnezar und wusste, da,:s man damit auch von Titus erfuhr. Die Reden der Pro pheten wurden wahrhaft erlebt, weil eie nicht nur von der Gegenwart, sondern in der Gegenwart sprachen, weil sie die Propheten einer jeden Zeit geworden waren.“ Nicht beßser vielleicht kann man dieses Kapitel ¿.bsehiiessen als mit einigen Sätzen, die der Wiener Oberrabbiner Prof. Chajes s. A. einmal ausspraeh: „Die nichtjüdische Welt sagt zuweilen: Eure Aufgabe war es, uns die Bibel zu geben; die*? ist geschehen. Wir aber iiberßetzen sie in alle Sprachen der Völker und somit seid ihr Juden überi flüssig.“ Und Chajes fährt! fort;! „Gewiss, die«? tatet ihr. und, wenn ihr noch weit mehr getan hättet, bleibt ihr die Fremden, und wir sind die Hausgenossen. Und wenn es wahr ißt, dass wir durch die Bibel leben, dann ißt es aber auch ,vahr, dass die Bibel durch uns lebt. Wir Juden sind der lebendige Kommentar der Bibel. Ihr aber, wenn ihr Euch bemüht, die Seele der Bibel zu erfassen, werdet Euch selbst finden, Eure eigene Seele, das Grösste und Stärkßte in Euch allen, das Heilige und das Entscheidende.“ WAS WIR VOM WELT¬ BIBELTAG ERHOFFEN Dem Weltbibeltag, wie ihn die Diaspora am Lag B’Omer begehensoll, geht eine Bibeltagung in Israel voran, zu der sich auß 171 WIZO-Gruppen 40 zu söge nannten „Bibelkreisen“ zu. sammengefunden haben Dass diese Frauen die Bibel im Original lesen, versteht eich von selbst. In monatelangen Vorbereitungen und Kursen wurden Referate über die eingangs skizzierten „drei Alijot“ gehalten, an die sich intereßsante Diskussionen schlossen. Im Lande der Bibel ist der Zugang bezw. die Rückkehr zur Heiligen Schrift leichter zu bewerlasteiligen als bei uns in der Diaspora. Doch man will uns helfen; eine planmäsßige Aktion wurde eingeleitet, um eine Bibel Übertragung in jedes jüdische Haue der Diaspora zu j bringen. Wer die Dinge I kennt, weiss. dass überall,! ir jeder jüdischen Gemein. Schaft, Zehntaußende von; Familien leben, sogar jüj disch zu leben glauben, oh j ne eine Bibel zu besitzen, I weder im Original noch in einer Uebersetzung, und häufig werden moderne Juden erst durch einen biblischen Film oder ein Buch mit einem jüdischen Thema an die Bibel bezw. an sehe bekannte biblische Gestalten erinnert. Kann cß. um ein einziges Beispiel herauszugreifen, etwaß Anregenderes geben, als in den Büchern Esra, Nehemia, in denen der Chronik naehzulesen, was dort über die Rückkehr des Volkes aus dem babylonischen Exil, die po. litische Erneuerung. den Wiederaufbau des Tempels zu finden ist? Eß geschah vor zweieinhalb, Jahrtausenden, doch viele der Probleme von damals glichen im Wesen sehr den unsrigen. Gelänge dieser neuen Aktivität die Gewinnung weitester jüdischer Kreise ¿ir das Lernen aus der Bibel, für die Schaffung eines neuen, besseren, Verständnisses der gesamten jüdischen Na. tionailiteratur, de« Traditiorßgutes, so wäre all die Mühe nicht vergeblich, die der Vorbereitung des ersten Weltbibeltages voranging. Bibel und Bund Gottes gehören unlösbar zusammen. Dies kommt treffend in einem anderen Wort von Leo Baeck zum Außdruck, das für diesen Tag geschrieben sein könnte, für diesen Tag und für unsere Zeit: „Das Volk des Bunde« sollte Israel inmitten der Völker sein, und an ihm soll der Menschheit offenbar werden, was der Bund Gottes mit ihr ist. An Ißrael soll aber auch die Menschheit Gott erfahren. Deshalb hat der Prophet vom „Bund der Völ. ker“ sprechen dürfen; ein Volk deß Bundes zu sein, hierin hat diesee Volk die Bedeutung seines Lebens entdecken wollen, und hierin beitzt es die Bedeutung seiner Goschichte.“ und einer solchen Wahrheitsliebe. dass sogar eine der allergrösßten ■ Figuren der jüdischen Geschichte, der König David, an dessen Nameh sich die höchsten meßsianisehen Zukunf'ßhofL riungen knüpfen, mit seit nen Fehlern und tadelrs- , . die Ehr,, werten Handlungen geschil- I furcht vor der Majestät Got- ¿ert wird; wir sollen alle tes, der im Dekalog ausgei greesen und bitteren Wahr. mit CARLTON-Kleidung in Fertigkleidung die Gesamtlinie Stcrbiloiorm m. •. in Massarbsit das Beste an Stoiien und Verarbeitung. 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