Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2061 (24.4.1964)
- Date
- 1964-04-24
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 24 de Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2061 100 Jahre jiddischer Literatur Der jiddische Schriftstellerverband feierte in einem wüi-digen Akt 100 Jahre moderner jiddischer Literatur; denn 1864 veröffentlichte Mendele Mochei Sforim seine ..kleinen Menschele“, ein klassisches jiddisches Werk. Die Veranstalter Nechemtas Zucker, der pathetisch eindringliche Jose Horn und Jacobo Botaschansky, ein grossartiger Redner mit Humor und Temperament, legten Zeugnis ab von ihrer Liebe zum Jiddischen. Schüler von Bonaerenser Schulen deklamierten und führten Szenen von Schalom Aech, Rosenfeld und anderen Dichtern auf. Surele Swisch spielt schon seit Jahren im jiddischen Theater grossartige Kinderrollen. Die Debütantin Perlita Kraimer fiel angenehm auf durch das natürliche Gefühl,. mit dem eie unserem jüdißchen Schmerz Aus. druck verlieh. Zvi Gelman sang mit angenehmem Organ. Shifra Lerer bewies auch ausser i halb der Szene, dase sie ih- ' j re echöne Stimme zu ge. j brauchen weiss. Sie agierte | mit angeborenem Tempera- | ment und oft zum Schreien ■ komisch.! Berta Singerman, die bet deutende Rezitatorin in spa- | nischer Sprache, spendete dem begeisterten Auditori! um 5 Gedichte, die glauben machten, daßs diese grosse j Künstlerin zeitlebens nur in Jiddisch gesprochen hätte. Unglaublich was diese begeisterte Künstlerin aus! schlichten Texten herausholte. Ihr „Halleluja“ echien unübertrefflich. Doch gleich darauf gestaltete sie ’ Biai-ks „Cheffker“ so meisterhaft, dasß der doch nicht ' zu steigernde Superlativ übertroffen wurde. Die Ova. i tionen für diese einzigartige. begnadete Sprecherin : waren mehr als verdient'! Grcßse Kunst! ' Dr. Karl Kost Die jüdische Frau und die Bibel Musik in Buenos Aires STREIFZUG DURCH DIE KONZERTSAELE Das „Mozarteum Argentino“ hatte zu einem Presße. empfang geladen, bei dem daß vielseitige Programm dieser Musiksaison bekanntgegeben wurde. Wenige Ta ge darauf fand daß erste, . unter seinen Auspizien ste. ¡ hende „Concierto de Medioj dfa" statt. Der Kommenta- ' rist Dr. Ernesto Epstein gab I bekannt, daßs eß erst in letzter Minute möglich war. j dank der Subvention von SEGBA diese wundervolle | Einrichtung am Leben zu erhalten, für deren Organi- , TEATR 0 COLON Viernes 25 a las 21.30 hs. | Concierto sinfón. Orqu. Filarm. Bs. Aires. Dir. Juan i E. Martini.! Sábado 26 a las 18 horas: ¡ El Lago de loe Cisnes, Ballet de Tschaikowsky. Dir.: , Manfredi Argento. I saiion „Conciertos Gérard“ verantwortlich zeichnet. An. sehliesnend stellte er das Streicherensemblc des Universitätßorchesterß aus Illinois (USA) vor. \_)as volle Orchester machte am selben Abend ßein Debüt in der Rechtsfakultät). Unter Leitung ihren Dirigenten Ber. nard M. Gootman, der die Vereinigung auf ein für seinen Charakter sehr hohes Niveau gebracht hat, musizierten die jungen, sympa. thißchen Studenten mit bemerkenswerter Dißziplin Kompositionen von Vivaldi, Hunter Johnson, Gustav Holst, Robert Palmer und Tsehaikowsky. Das wie stete überfüllte Haus spendete derart spontanen Beifall, dass ßich daß Orchester zu einer ebenfalls mit Begeisterung aufgenommenen Zugabe („Air“ aus der 3. Bach-Suite) verstand. Jahrhunderte lang war das | Studium der Bibel im Ju-; dentum fast ausschliesslich! eine Angelegenheit der Man ner. Die Bibellektüre war j cn Frauen zwar nicht un.; tersagt wie daß Lernen des | Talmud, aber praktisch beschränkte sich die Lektüre | der Bibel aui das Lesen der . sog. Frauenbibel „Zennah“ ■ wer’rennah“. (Diene heute , nur mehr wenig bekannte . schlicht naive Verquickung der biblißchen Erzählungen i mit dem späteren Midrasch wurde zuletzt 1930 von Ber- ( tha Pappenheim herausge geben). . | Heute und in Israel ist die Stellung der jüdißchen Frau gegenüber der Bibel eine grundsätzlich andere ge. werden. Die im Lande auf- . wachsenden Mädchen gernet ssen denselben Bibelunterj rieht wie die männlichen Ju-! gendlichen und müssen die-! selben schweren Tenach- Prüfungen ablegen wie die! Knaben. Die hebräißche Bi ( bei ist der in Israel aufge. | wachsenen Frau, die einen normalen Bildungsgang ab-; solviert hat. tief vertraut. ( Anders ßteht ee natürlich I un die Frauen, die aus von SCHALOM BEN-CHORIN Dae „Mozarteum“ hatte zwei Tage vorher seine Pforten mit einer „avant „0LAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Grcßsoktavformat — J80 Textseiten — 42 Bildei tafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., 51 Bildertafeln Grossoktavformat — 232 Textseiten 457 Hlustrationen Ganzleinenband $ 20.00 — Luxusausgabe S 35.00 SUBSKRIPTIONSEINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien I., Hauptredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelber ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „0LAMENU“ TEL AVIV, P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen in deutsener Sprache Die Preise sind in U$A-Dollar angegeben. premiere“, als Einführung , des christlichen Gandhii Schülers Lanza Del Va-to und seiner Gattin Chante- I relle geöffnet. Die in Frank- , reich lebenden, aber ßtetß I in der Welt mi-t ihrer Ge- . sangskunst umherziehenden ' Musiker-Philosophen konnten ein aufmerksamee Audi- 1 torium mit e.nem auege wählten Programm „Sieben 1 Jahrhunderte unbekannter , Kunst“ begeistern. I Das dritte, ebenfalls unter . Leitung des polnischen Dij rigenten Witold Jtowicki stattfindende Symphoniekon- ] zert ßtand unter einem wenig günstigen Stern. Das Streicherensemble des Colön-Orchsßters folgte nur bedingt seinem Dirigenten. Im Mittelpunkt den anfecht- I baren Abends stand das 3. Klavierkonzert, opus 30, d- | moll von Serge Rachmanij off. als deßsen Solist Wij told Malcuzynski sein Reen- 1 trö machte. Der polnische Künstler verßtärkte den Eindruck, den wir schon 'ei seiner letzten Anwesenheit erhielten. Der einst ernste, I in sich gekehrte Pianist ist zum Star, zum Poseur ge i worden. Malcuzynski kennt den Geßchmack und die Vorliebe der Bonaerenser für Chopin und Rachmani , noff, und daher sind es die- ’ ee Komponisten, die nie. j mals auf seinen Programmen fehlen. Das Auditorii um schwelgte in der billigen Musik und der billigen In. terpretation und entfesselte viel zu langen, keineßwegs berechtigten Beifall, der den einst an erster Stelle stehenden Pianisten kaum zu intensiverer, ernsterer Ar beit aneporrien dürfte. Aber er ist zweifellos ein zuver. lässiger Kassenmagnet. Curt B. M. Weissstsin aus dem Ausland nach Israel gekommen sind und meist wenig Umgang mit der Bibel hatten. Vor allem aber sind die jüdischen Frauen in der Diaspora für die Bibelarbcit noch nicht so erfasst wie es nötig wäre. Hier haben wir oft noch viel von proteßtantischen Kreißen zu lernen, die längst ihre Bibelarbeit auch auf die weiblichen Mitglieder der Gemeinden voll ausgedehnt haben. Der Lag B’Omer-Tag (30. April 1964) wurde in diesem Jahre für die ganze Diaspora als Bibeltag der jüdischen Frau proklamiert. Ben Gurion hat das Protek torat über diesen Frauen- Bibeltag übernommen. In seiner Botechaft betonte er, dase die Bibel dx*ei Alijot, drei Einwanderun0en in das Land Israel kennt: den Auf. bruch Abrahams aus Chaldäa in daß Land der Ver heisßung, den Auszug aus Aegypten und ’ schliesslich die Rückkehr aus Babylon Die Bibel gleicht der Jakobs-Leiter, die auf dem Boden unseres Landes stand, aber bis in den Himmel hineinreichte. Sie bildet heute die Verbindung zwischen un ßerer physischen und geistigen Exißtenz und zwischen Israel und der Diaspora. In 50 Ländern gibt es bereits Bibelkreise der WIZO. 1962 begann der Vonsitzende der Israelischen Gesellschaft für Bibelforschung, Dr. Chaim Gevarjahu, in Zürich mit einer Bibelarbeit der jüdischen Frauen. Jetzt soll eine zweite europäische V/IZO-Bibelstudientagung in Stockholm etattfinden. Zu diesem Zweck wollte sich Dr. Gevarjahu nach Europa begeben und dann über England auch nach New York Weiterreisen. Im Mittelpunkt dieser Studientagungen steht nunmehr das Thema der Gründung deß Zweien Tempels vor 2.500 Jahren. Vor zwei Jahren waren es nur 50 Frauen, die sich I in Zürich zu einem ersten Versuch zusammenfanden, gemeir.ßam die Bibel zu studieren; heute sind es bereits wesentlich mehr. In Israel selbst haben eich von den 171 WIZOGruppen 40 zu Bibelkreisen zusammen, gefunden. Mit einer Kundgebung im Hechal Hatarbuth in Tel Aviv unter Beteiligung Ben Gurions wird in Israel die organisierte BL beiarbeit neuen Auftrieb erhalten. Während in Israel die Bibelarbeit natürlich rein hebräisch vor sich geht, ent. ßteht in der Diaspora das Problem der Bibelübersetzungen. zumal momentan von der jüdischen Bibel- Weltorganisation eine plan. mässige Aktion in Angriff genommen wurde, eine jüdische Bibelübersetzung in je deß jüdische Haus der Diaspora zu bringen. Das ist kein leichte.s Unterfangen, da nicht in allen Sprachen wirklich brauchbare Ueber. Setzungen vorliegen. Für die englisch sprechende Diaaepora ist eine neue Uebersetzung in Vorbereitung. Inzwischen behernscht die Ausgabe der Jewisb Publication Society of America das Feld, die zwar sehr echön zweisprachig gedruckt ißt, aber auf der englisch-jüdischen Uebersetzung von 1917 beruht und daher nicht mehr dem heutigen Stand der Wissen. Schaft entspricht. Noch viel veralterter ißt die französische Uebersetzung von Dr. Levy. In spanischer Sprache liegt in Buence Aires eine neue Uebersetzung vor. Bei der ernten Frauenbibeltagung in Zürich wurde die Uebersetzung von Professor Tur Sinai verwendet. Warum man bei der BibeL arbeit im deutschsprachi gen Judentum nicht auch die Neuaußgabe der Schrift von Buber-Rosenzweig mit zugrunde legt, ißt, unverständlich, da wir hier eine ' Kostbarkeit haben, die andere zu schätzen wissen So schreibt Kurt Ihlenfeld in einer Betrachtung über die kürzlich in Deutschland in Angriff genommene Revision des Luther-Textes des Alten Testaments: „Die einzige moderne Bibel-Ueber. tragung, von der man eagen darf-, dass sie in einer Vision gründe, ist die des Alten Testamentß durch Bu. ber und Rosenzweig“. Man sollte auch in Stockholm und Kopenhagen bei der beabsichtigten Bibelarbeit die Verdeutschung der Schrift von Buber-Rosenzweig helfend zu Rate'.ziehen. Während für Frauen und Mütter bei diesen Studientagungen oft die erßte wirkliche Begegnung mit der Bibel stattfindet, haben die Bibel-Wettbewerbe jüdischer Jugend gezeigt, dass die junge Generation auch in der Diaspora ein neues Verhältnis zur Bibel gefunden hat. Fragen und Antworten der in terael und im Ausland so beliebten Bibel-Rät eel sind jetzt in einem Sammelbande zusammengefasst „Chidonei Thenakh“, herausgegeben von Josef Sha. ar im Aufträge der Soehnut, der israelischen und der jüdischen Welt-Bibelorgan'ßation. Gegen die Abhaltungen der Bibelwettbewerbe in Form nationaler und internationaler Bibel- Rätsel wurden manche Bedenken im Laufe der Zeit laut. Einer der eifrigsten Befürworter dieser so überaus populären Einrichtun. gen, Professor F. Melzer, wieß die Einwände dieser Art mit dem Hinweis darauf ab, dass die Bibel selbst auch diesen gewissermaesen ßpielerischen Zugang gutheisst, denn der Dichter des 119. Psalm sagt ja ausdrücklich im 70. Vers dieses längsten Kapitels der gan. zen Bibel: „Deine Thora ißt mein Ergötzen“. (Schi’aschati). Literarische Notizen Zamenhof-Strasse Im Vorort Anderlecht von Brüssel wurde eine Strasse nach Dr. Zamenhof, dem Initiator deß Esperanto, benannt. Erwerb alter Münzen Die Sammlung von Louis B. Werner, dem bekannten newyorker Münzensammler und -händler, die rund 60.000 Dollar wert ist, kennte dank seines Wohlwollene für nur 20.000 Dollar durch das Münzkabinett des israelischen Nationalmuseume erworben werden. Sie schliesst den ganzen Satz der Münzen der römißchen Verwalter Palästkvas ein, eine „Juda Capta“ in Caesarea gei prägt und mehrere in Rom geprägte Münzen. Weitere seltene Stücke aus der Haßj monäerzeit, aus der Zeit des ■ Kaisers Hadrian und Mün- ■ zen des Herodeß werden die ’ Sammlung bereichern. j Ghettozeichnungen LÜACH — (KALENDER) Freitag, den 24. April 12. Iyar 27 Tag im Omer Sonnabend, den 25. April 28. Iyar Parschat ACHARE-MOT . KEDOSCHIM 3. B. M XVI 1 — XX 27 Haftara Arnos IX 7 — 15 28. Tag im Omer Sonr.tag, den 26. April 14 Iyar 29. Tag im Omer Montag, den 27. April 15. Iyar 30. Tag im Omer Dienstag, den 28. April 16 Iyar 31. Tag im Omer Mittwoch, den 29. April 17. Iyar 32. Tag im Omer Donnerstag, den 30 April 18. Iyar LAG beOM8R — 33. Tag im Omer Freitag, den 1. Mai 19. Iyar 34. Tag im Omer Sonnabend, den 2. Mai 20. Iyar Parschat EMOR, 3. B. M. XX.1 1 — XXIV ¿Á Haftara Yecheßkel XL1V 15—31 35. Tag im Omer In Prag kamen in einem Schreibtisch 36 Zeichnungen | aus Theresienstadt zum Vorschein. Sie stammen von , der jüdischen Malerin Mal- , vine Schalek. Malvine Sc-ha. i lek hatte in Wien gelebt und! machte sich als Porträtißtin ' einen Namen. Nach dem1 „Anschluss“ floh sie in die Tschechoslowakei. Von dort i wurde sie nach Theresien- : stadt deportiert und dann in Auechwitz umgebracht. i Bildet diese «gewiseermassen „sportliche" Beschaf tigung mit der Bibel, der aber eine ernste Vorberei. tungßarbeit vorausgehen musß, die leichte Seite, so hat sich die „Israelische Gesellschaft für Bibelforschung“ in der nunmehr auf den Namen von Profeßsor Jecheskel Kaufmann s. A. benannten Bibelschule in Rißchon Le-Zion eine Pflanzstätte intensiven Bibelstu. diumß genchaffen. Auch Aier ist unter den fünfzig Hörem das weibliche Element sehr stark vertreten. Der Andrang zu dieser Bibelschule ist ßo gross, daßs zwei weitere Institute dieser Art errichtet werden sollen. Vor allem sind es Lehrer, die hier weitere Ausbildung suchen, um die Bibel, im Lande der Bibel zu unterrichten. ÄNLAESSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerprasklen. ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak tenmaterials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.* , Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“ Ä Ir sich vorra des« litike ten, ■ ches Emp BoK( vom Josei Gatti dar E; alle ren, zepra Dr. : nistei nen f und i den ster ehern ster sah 1 träge Botsi Land ihrei wäre Dii man ragei für 1 t-ÿ----