Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2060 (17.4.1964)
- Date
- 1964-04-17
- Page
- [Seite 11] (sequence 11)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 17 de Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA AB« XXV. — No. 2660 — 11 Die Hafenstadt Aschdod s „Café San Remo“, j einem der beiden en Einkaufszentren von Asehdot gehört, lädt seine Gäste für den Abend zum Programm mit den Künstlern „Los Espagnos“ ein. Die Besucher werden auf hebräisch und französisch gebeten, sich rechtzeitig Plätze zu besorgen. Neben dem Café „San Remo“ hat sich ein Textilgeschäft niedergelassen, das seine he bräische Bezeichnung „Bet Meziot“ durch .,Au bon Marché“ übersetzt. Framösich ist die zweite Sprache neben Hebräisch in Aschdod. und zuweilen sieht man Ankündigungen in Rumänisch. die darauf hinweisen, dass e«s im Ort auch eine „rumänische Minderheit“ gibt. Aschdod ist inl wesentlichen eine Olim-Stadt, die Watikim-Familien, die aus anderen Teilen des Landes dorthin kamen, machen nicht mehr als einige hundert Köpfe aus. Die fast 15.000 Einwohner sind sämtlich in den letzten Jahren ins Land gekommen und versuchen, sich ihr neues Leben in Aschdod zu zim mern. EINE GROSSE BAUSTELLE Die ganze Stadt macht den Eindruck einer- Baustelle. Es gibt nicht eine Strasse, in der nicht Bauarbeiter auf viertel- oder halbfertigen Bauten beschäftigt sind. Es sind alles mehrgeschossige Häuser, wie sie heute in den Vorstädten von Tel Aviv stehen, und wenn Aschdod einmal einigermassen fertig sein wird, wird es sich wenig von Ramat Gan oder Cholon unterscheiden. Aber von fertig ist noch lange nicht die Rede. Die 15.000 Einwohner finden ihre Existenz-Basis in den Fa briken, die am Rande der Stadt gebaut wurden, und ir. der Elektrizitäts-Station. Ln übrigen wartet Aschdod jedoch auf seine wiehstigte „Wirtschafte - Quelle“ der Zukunft, auf den Hafen. Der Hafen wird das Leben der Stadt völlig umgestalten, er wird es zum Zentrum des Südens machen und kühne Planer sehen schon eine Stadt von 250.000 Einwoh aera vor ihrem geistigen Auge. Der Hafen ist die grosse Hoffnung für alle diejenigen die sich heute in Aschdod niederlassen, und der Inhaber des Cafés San Ren o wird sicher einmal viel Geld „machen“, wenn er einige Jahre aushalten kann. Denn es wird noch einige Jahre dauern, bis der Hafen — wenigstens teilweise — eröffnet wird. Jetzt heisst es, dass der erste Teil im Mär/, 1965 betriebsfertig sem kann. Damit ist der Hafen noch lange nicht wirklich eröffnet, aber ein grosser und ein kleiner Quai können be nutzt werden, um Zitrus friiehte über Aschdod zu verschiffen. Der Sprecher der Hafenbehörde erklärte Journalisten genau die Pläne für die Quais, die im Hafen angelegt werdai sollen Am positivsten wirkte die Mitteilung, das provisorische Anlagen, die eigentlich nur für die Zeit des Baus bestimmt waren, so geplant wurden, dass man mit dem Zitrus Export früher — und ohne grosse Schwierigkeiten — beginnen kann. VERZOEGERUNG IM HAFENBAU Der Termin hätte eigentlich Januar 1965 sein sollen, ünd dann hätte man einen wesentlichen Teil der Zitrus- Sakson 1964/65 über Aschdod leite« können, aber diese Hoffnung wurde schon falle« gelassen. Erst für März 1965 kann man mit Betriebej fähigkeit für das „erste Stadium“ rechnen, und es werden wohl andere Waren und nicht Zitrusfrüchte sein, die über den Hafen von Aschdod exportiert werden. Die Zitrus - Exporteure werden erst in der folgenden Saisen den Hafen benutzen können. Die Bauverzögerung ver dunkelt leider das ganze, schöne Projekt. Der Sprecher der Hafenbehörde. der vor Journalisten erschien, der Verzögerung mit einer Konventionalstrafe befaßtet. Die Hafenbehörde beschloss kürzlich, diese Konventionalstrafe in den Büchern als Belastung zu führen, jedoch noch keinen Ein- Ziehungstermin festzulegen. „Heisst das nicht, dass man praktisch auf Einkassierung der Konventionalstrafe verzichtet?“ — wollten Pressevertreter wissen. Der Sprecher der Hafenbehörde verneinte. „Aber blosse Belastung in den Büchern ist »if ASÍ i DOT: Stadt der Zukunft. — Blick auf die im Bau befindlichen Anlagen des Hafens. hatte eine Menge von Fragen zu diesem leidigen Thema zu beantworten. Es gibt für die Verzögerung viele Gründe, und die Baugesellschaft. an der hauptsächlich Solei Bone und nur noch nebenbei französische Gruppen beteiligt sind, wurde wegen doch keine ernsthafte Massnahme“ — wandten wieder Journalisten ein. „Nicht so voreilig, es ist der erste Beschluss dieser Art, und die Hafenbehörde wird noch zu ihrem Gelde kommen“ — erwiderte der Sprecher. Er war in keiner leichten Situation, er versuchte zu begii tigen und die drängenden Frager zu beruhigen. Journalisten griffen auch die Affäre der amerikani sehen Firma Kaiser auf, die sich in den Bau einschalten und für eine Prämie von zwei Millionen Dollar die Verzögerung nicht nur einholen, sondern den Bau sogar vorzeitig abßchliessen wollte. „Wir verlieren alle durch die Verzögerung grosse Summen, hätte man dann nicht diese zwei Millionen bewilligen sollen?“ — war die Frage eines Neugierigen. Der Sprecher der Hafenbehörde musste vorsichtig reagieren, aber er antwortete ziemlich offen: „Erst seit einigen Monaten ist die Hafenbehcrde Vertragßpartner, früher war das Verkehrs - Ministerium der Partner. Das Verkehrs-Ministerium überliess die Entscheidung dem Ka'binetts- Ausschußs der Wirtschaftsminister, denn hier ging es um „hohe Politik“ und Interessen. Die Wirtschaftsminister entschieden aus polit:ßchen Gründen gegen Kaiser für Solei Bone. DER HAFEN „Wir müssen es ergeben hinnehmen“ — das war etwa das Resümee des Sprechers. Lebhafte und abfällige Kommentare über die Verpachtung von Politik und Interessen in Ißrael folgten, sie verflogen jedoch bald, als die Journalisten den Hafen selbst besichtigen konnten. Zuerst hatte es an Steinen gefehlt, und dies war ein Teil der Verzögerungßgründe. Aber jetzt liegen Riesenmengen Steine grössten Formats im Hafen herum, und ein Vertreter der Hafenleitung erklärt, wie diese-Steine zusammen . mit vierteiligen Beton-Blök. ken eigentümlicher Form | (Tetrapoden genannt) ins Meer versenkt werden, um j so den grossen Wellenbre- | eher des Hafens zu schaf- \ fen. j Der Wirklichkeit gegenüber gestellt, sieht man erst,! welche Arbeit hier zu bej wältigen ist. Man geht auf dem schon fertigen Teil des Koenigsbesach in der Synagoge Kcpennagen. — König Frta-i»ck und Königen Ingrid von Dänemark wohnten in Begleitung hoher dänischer Würdenträger einem Gottesdienst in der Synagoge bei, der an dem Tage abgehalten wurde, in derr. vor 150 Jahren den Juden in Dänemark durch einen königlichen Erlass die Bürgerrechte verliehen worden sind. In seiner Ansprache betonte Oberrabbiner Marcus Melchior, dass diese Rechte den Juden niemals von irgendeiner dänischen Regierung bestritten wurden. Die Verleihung der Bürgerrechte an die Juden habe eich sowohl für die jüdische Gemeinschaft als auch für Dänemark als nützlich erwiesen. (ITA) grossen Wellenbrechers herum. „Jetzt spazieren wir im Mittelländischen Meer“, bemerkt jemand lächelnd. Tatsächlich war man schon ein ganzes Stück von der Küste entfernt. Man sah kleine Schleppschiffe, die dauernd Flösse mit Steinen hinausziehen und sie ins Meer versenken, damit sie die Basis für den grossen Wellenbrecher bilden. Für Arbeitszwecke wurde schon ein kleines Hafenbekken gebaut, und hier konnte man sich eine Vorstellung machen, wie der grosse Hafen einmal aussehen wird. Südlich des Wellenbrechers tobt das Meer mit starken Wellen, im Becken ist das Wasser ganz ruhig und die Schleppschiffe kennen ohne weiteres arbeiten. Später werden Schiffe bis zu 40.000 Tonnen in den Hafen erfahren können und ebenfalls ganz ungestört löschen und laden können. Der Sprecher der Hafen, behörde berichtet: „Hier ist alles bis ins letzte geplant. Uns stehen ausser 500 Dunam Boden für Zoll-Häuser und anderen Anlagen noch weitere 1000 Dunam ..Hinterland“ zur Verfügung, die Firmen für Lagerhäuser, für Büros und ähnliche Zwecke benutzen können. Mit der Bahnverwaltung wird verhandelt, um eine Bahnlinie vom Hafen ein. geschnitten, nicht zu ebener Erde) bis zur Linie nach Beer Schewa zu führen. Bei Kfar Menachem sollen sich beide Strecken vereinigen, und dann können die Salze des Toten Meeres und Phosphate direkt — ohne den Umweg über Lod — nach Aschdod gebracht werden.“ Das Interesse für den Hafen ist gross, es wird schon mit Investoren über Anlagen innerhalb der 1000 Dunam- Zone verhandelt. Aber alles hängt von der schnellen Weiterführung des Hafenbaus ab. Wer das Hafengelände und die Arbeiten vor sich sah. der fühlt, dass der völlige Ausbau des Hafens noch eine Reihe von Jahren in Anspruch nehmen wird. Das Tempo bei solchen Arbeiten kann einfach nicht „übersprungen“ werden. Aber abgesehen von allen Schwierigkeiten bot sich die Möglichkeit zu einem Blick in die Zukunft, und wer ihn tat, der wird die Vision vom grossen Wirtschaftszentrum mit 250.000 Einwohnern gar nicht für so abwegig halten. Die Papyrusrollen von Samaria von HANNAH PETOR H£L\ M tua HELVETIA Cía. Suiza de Seguros contra incendios AGENTES GENERALES PARA LA REPUBLICA ARGENTINA S1MM0NDS & Cía. S.. R. L. RECONQUISTA 359—66 T. E. 46.0776 46-0885 Die Nachrichten von der Auffindung weiterer Manuskripte aus den Höhlen des Toten Meeres mehren eich im Laufe der Jahre. Im Archäologischen Institut des Hebrew Union College in Jerusalem berichtete Professor Frank Cross unlängst von neuen Funden im Wadi Dalia, in der Nähe von Jericho. Prof. Crcss ist Mitglied der internationalen Kommission, die sich mit 1 dem eingehenden Studium | der berühmten Bibelrollen j vom Toten Meer beschäftigt. I Wiederum tauchten 196) auf dem Bethlehemer AntL quitätenmarkt stark zerstörte Fragmente von Papyrusrollen auf, die von Beduinen in einer unzugänglichen Höhle im Wadi Dalia entdeckt W’orden waren. Soweit fest gestellt werden konnte, waren sie mit schöner hebräischer Schrift bedeckt, in der die Namen Samaria (Schomron) sowie Sanballat auftauchten, was an den biblischen Gouverneur von Samaria denken liess. Diese neuen Funde machten in den Wintermonaten 1962/63 eine ausgedehnte Expedition in die Wüstengegend des Toten Meeres notwendig, die reichen Erfolg zeitigte. Die Forsehergruppe fand zunächst Reste aus der Mittleren Bronzezeit und aus der römischen Epoche, was bewies, dass die Höhle zu verschiedenen Zeiten bewohnt worden war. Sie fand danach etwa achtzig Skelette sowie ein Bündel Papyri — im ganzen vierzig Dokumente, von denen etwa zwanzig, wenn auch nicht vollständig, so doch in ziemlich gutem Zustand waren. Die Funde umfassten ebenfalls Siegel und Siegelringe mit typischen Emblemen der persischen Zeit wie beflügelte Löwen und Greife sowie Münzen. Es handelt sich vermutlich um administrative Dokumente. wie Verkaufs- und Ehekontrakte. Eine Stelle zeigt deutlich den Hinweis auf eine Schekelzahlung. Ausser dem Namen Sanballat taucht auch der Name Hanania, Präfekt von Samaria, auf. Die Forscher nehmen ihre Herkunft aus dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, und zwar genauer aus dem Jahre 345, an, und diese Tatsache eröffnet der Wissenschaft wei. te Horizonte im Hinblick auf die Bibelrollen. Auch die aufgefundenen Münzen bestätigen diese Theorie, denn sie stammen aus Tyrus. Aegypten und Phönizien mit den für das vierte Jahrhundert typischen Gravierungen wie stilisierte Wellen, eines Delphins usw. Diese Zeit fällt in die Regierungszeit Alexanders des Grossen, d. h. in die Zeit seines Siegeszuges durch den Orient und der Einnahme von Tyrus. Bei in dieser Höhe gefundenen Objekten handelt es sich also wahrscheinlich um Besitztümer von Flüchtlingen aus Samaria, die hei einem Aufstand sich hierher retteten und in der vvasserlosen Wüste ihr Ende fanden. Es mag in der Geschichte Samarias nicht nur einen Mann namens Sanballat ge geben haben, sondern eine ganze Dynastie dieses Namens, da auch der jüdischrömische Historiker Flavins Josephus ihn erwähnt. Die Datierung dieser neuen Funde lässt demnach auch die Annahme zu. dass sie aus dem dritten oder vierten Jahrhundert v. u. Z. stammen. Aus der Tatsache, dass die Manuskripte in hebräischer Sprache geschrieben sind, während die Siegel und Ringe aramänische Zeichen tragen, geht hervor, dass das Hebräische bis ins vierte Jahrhundert die offizielle Sprache Palästinas gewesen sein mag, bis sie allmählich vom Aramäischen abgelöst wurde. Sanatorium Tel Aviv. — Die „Rassco“ baut in Elat ein Sanatorium für allergische Krankheiten. (asa „HARRY rr FABRICACION DE ALHAJAS FINAS JOYERIA. RELOJERIA Y REGALOS GRAN SURTIDO EN RELOJES CU-CU H. ZIMMERSPITZ JUNIN 342 t. E. 48-7316 II FORESTA SOCIEDAD EN COMANDITA POR ACCIONES FIAMBRES FINOS TELLIER 2235-47 Buenos Aires