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Jüdische Wochenschau · 1964-04-17 · 2060 (17.4.1964) · p. [Seite 9]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2060 (17.4.1964)
Date
1964-04-17
Page
[Seite 9] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Krieg verhinde eu>t im GeneralttCMK RABIN labsebef %!nen gutaus- . nennt .. täminig g(.?winnendem “kr Stirn, mit einem’ «iebe. Ein Kse» g«bej etwas von 'arme. SeL 6e ist sparetwas geets ruhig gnant. Ra. higkeit des sichtlichen Kalkulie. "her seine Rabin bat gen mit eileute Seitesie blicken an. Er beeines Men. «iss. doch etwas Neu- Phrasen ’■ gibt es her alte, griffe, wie;erantworrhalten in ir wirkli- Gewicht.;e ist kei- und diplo- ¡nd. Wenn 1 will, bemwunden ■se Frage wort. Hat m. etwas i kommt formune l'mbar zur Ähkeit ben, mit dieser Theorie reiften und sie in die Praxis umgesetzt haben. Zu Rabins geflügelten Worten zählt: „Es ist zwar schwer — aber dennoch möglich“. Und ein anderes: „Diese Stellung können wir erobern — verlassen wir uns ruhig auf die Aegypter.“ Unbestrittene Tatsache! Rabin geniesst ein ungewöhnliches Ansehen in der Armee. Man schätzt seine seltene analytische Begabung, <seine kompromisslose persönliche Ehrlichkeit, seine unbedingte Treue Freun den gegenüber. Und sowohl bei Kommandanten als auch bei den Soldaten ißt Jizchak Rabin beliebt wegen seines offenen. kameradschaftlichen Wesens. Irgendeinen Feind oder Uebelwollenden haben wohl die meisten Menschen; das gilt auch für Oberbefehlshaber: Jizchak Rabin jedoch könnte daß wohl kaum von sic-h sagen. Ein Rendezvous mit Nasser Ein Kuriosum: Der Generaltstabschef ist einmal mit Nasser zusammengetroffen, zu freundschaftlicher Unterhaltung und gemeinsamem Obstessen. Als die israelischen Truppen bei El Arisch in ägyptisches Gebiet eingedrungen waren und aufgrund des bekannten Befehls wieder zurückgingen — damals war Jizchak Rabin Operations-Offizier. Lassen wir ihn selbst er¬ ,ereiK Handelskammern, die ifteiligun von 120 delegierten «ei smttl^l. Ausg# nne: t im c aus, Beliebe ihn kenn* Grund**1' ers: Ae“; rrtcilever; -öbniief’ anderscher ■nken,. & und e1“ Komn'?“' «ne affe» W zählen: Es war in den letzten Tagen des Unabhängigkeitskrieges; damals war ich im Süden Jigal Alons Operations-Offizier und um diese Zeit kam es im Speisesaal des Kibbuz Gat zu einem Treffen mit Aegyptern aus der inzwischen berühmt gewordenen „Faluja-Enkla. ve“ (dort hatten ßich die Aegypter lange Zeit hartnäkkig verteidigt). Auch der ägyptische Kommandant, Sai Taha, war erschienen: er, als „Tiger von Faluja“ bekannt. W’ar der Wortführer. Sein Benehmen war durchaus gesittet und absolut nicht ausfallend. Dieser Taha ist mittlerweile gestorben. Mit ihm zusammen war ein junger Hauptmann gekommen, an den ich mich jedoch nur undeutlich ent sinne. In der Verhandlungspause setzten wir uns zusammen. assen Obst und sprachen über dieses und jenes. Nur an eines entsin.le ich mich, und zwar, dass sich dieser Hauptmann für unsere Methoden interessierte mit denen wir die Engländer aus dem Lande vertreiben konnten: ganz genau wollte er alles wissen. Wahrscheinlich hätte ich das ganze Gespräch längst vergessen. hätte man mir nicht gesagt, dieser junge Offizier aus Faluja, von dem ich, offen gesagt, nicht sonderlich beeindruckt war, — sei der Hauptmann Gamal Abdel Nasser. Frage: Wären Sie bereit, ihn nochmals zu treffen? R. (mit skeptischem Lächeln): Nochmals mit Nas. ser sprechen? Warum nicht — wenn etwas Positives dabei herauskäme .! Frage: Bedeutet das,, Wasserprojekt“ eine besondere Aufgabe für Zahal? Raw Aluf Rabin: Ich würde nicht sagen, dass die Sicherung dieses Unternehmens im wesentlichen etwas Neues für Zahal bedeutet. Zwischen Gleichgültigkeit und Panik Haben Sie nicht manchmal das Gefühl, dass das israelische Publikum immer mehr in einen Zustand wohliger und naiver Saturiertheit abgleitet? R. (überlegt einen Moment): Ich gestehe, daes ich mir über diese Frage ein bisschen den Kopf zerbrochen habe; ziemlich viel sogar habe ich darüber nachgedacht und würde viel, leicht folgendes sagen: Warum sollten wir unsere lieben Juden am Dizengoff-Platz nun durchaus in Sorge versetzen? Ein Staat kann nicht 365 Tage im Jahr in besorgter Spannung leben. Das ist kein Standpunkt. Nötig ist jedoch, dass sich das Publikum der Probleme be wusst ist und dass — eie lösbar sind. Keine theoretische, sondern eine reale, praktische Lösung ist das. Interessanterweise klingt das Folgende aus seinem Munde nicht als „zionistische“ Moralpredigt. R.: Jeder Staatsbürger kann und musß etwas zu dieser Lösung beitragen. Sei es in Form von hohen Steuerleistungen oder durch Dienst im Reserveheer; und ein grosser Teil unserer besten Menschen muss ßich dem Heeresdienst widmen. Denn, würde unsere Armee den Bürgern nicht das Gefühl der Sicherheit geben, so hätte sie ihre Aufgabe nicht treu erfüllt. Ein grosser Unterschied besteht nämlich zwischen Gleichgültigkeit, fozw. Unkenntnis unserer bei sonderen Sieherheitslage und — Panik. Ich bin gleichermassen gegen Sorglosigkeit und gegen Panik. Es bestehen da nämlich noch Zwischenstadien. Was hätten wir wohl davon, wenn unsere Juden den ganzen geschlagenen Tag herumstehen und sieh gegenseitig fragen würden: Was wird bloss werden, was steht uns bevor? (Mit Nachdruck): Gut werden wird alles! Ich: Ißt Ihnen der Begriff bekannt, den man „Verteidi. gung als Weltanschauung“ nennen könnte? Hat das et. was für Sie zu bedeuten? R-: Ja, diese Haltug ist mir bekannt, und zwar, als etwas Abfälliges. Aber, of fen gesagt, weiss ich nicht so recht etwas mit einer solchen Lösung anzufangen. Ich persönlich bin überzeugt, dass unsere Existenz nur durch unsere militari, sehe Macht garantiert wer den kann. Bitte mich recht zu verstehen: Ich sage damit nicht, dass dies unser ganzer Lebensinhalt eei; aber ohn Macht können wir nicht existieren. Frage: Wären die Aegypter, Ihrer Meinung nach. fii. hig, Raketen ohne die deutschen Experten zu produzieren? Raw Aluf Rabin (mit Nachdruck): Nein! Ohne fremde Hilfe und nur auf sich selbst gestellt, sind sie dazu nicht in der Lage. Frage: Gilt da« auch für ihr neues Kampfflugzeug? R.: Jawohl. Auch für das neue Kampfflhgzeug. Andererseits ist mir bekannt dass sich so manche unserer Juden damit trösten, dass ja die Aegypter eigentlich überhaupt nicht zur Raketen-Entwicklung fähig sind. Also, das ist überhaupt kein Trost. Wichtig ist das Ergebnis. Frage: Werden die Aegypter nur von Deutschen bei der Entwicklung ihrer Rüstungsindustrie unterstützt? R.: (nach einigem Ueberlegen): Die Sowjets versorgen Aegypten zwar mit viel Kriegsmaterial und Instruktionen, aber was die Produktion von Waifen anbetrifft, so handelt es sieh, wie mir scheint, nur um deutsche, oder, sagen wir: faßt nur deutsche Hilfe. •' Zahal als Lebensaufgabe Frage: In der letzten Zeit gebrauchten sie häufig das Wort „Unsere Besten gehömm Ans 38 Laenelern kamen rund 100 Delegierte, vm an der Zwenen Internationalen Konferenz über die Probleme der Entwicklunyshwnder teil&mehmen, die im Wissenschaftlichen Weizmann-lnstitut m Rechowot statt frnid, Unter den Teilnehmern <me dem Ausland waren Staatschefs, A'ussewmmister und Experten van Weltruf. wollen. Sicherlich wird auch in Zukunft das ganze Volk als Armee zu gelten haben: die Masse aber ist von der Qualifikation jenes Kaders abhängig, von dem ich soeben sprach. Das ist nicht immer von Vorteil — ich weiss es. Denn welchen Be ruf hat letzten Endes der Kommandant einer Tank- Formation erlernt? Organisatorische Erfahrung, ja, lie hat er bestimmt, und mit anderen Zusammenarbeiten hat er auch gelernt; aber um auf dem zivilen Arbeitsmarkt bestehen zu können — weleheß Rüstzeug ken,): Dieser Frage an sich liegen bereits zwei klar-vorgefasste Hypothesen zugrunde: erstens, dass im Palmach alles positiv war; zweitens soll wohl das Wort „übriggeblieben“ besagen, dass alles Gute und Positive, was einmal war, so gut wie verschwunden ist. Nun — beide Hypothesen treffen den Nagel nicht auf den Kopf. Sicherlich kann man den Palmach, einen Kämpfer Verband, der unter gewissen Bedingungen möglich war, nicht als Gradmesser für eine Armee betrachten, die, in ganz anderen Zeiten im Rahmen des Programms für technische Hilfe und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse haben im vergangenen Jahr 130 Studenten aus lateinamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Luendern in Israel an Universiten und wissenschaftlichen Instituten Spezialkvrse besucht, waehrend fast 300 israelische Experten in diesen Laendern auf Missionen weilten. ren in die Armee“. Genau gesagt, was meinen Sie eigentlich damit? Generalstabschef: Das will ich erklären: Bereits vorher sagte ich, dass ich von der Möglichkeit überzeugt bin, ein israelisches Macht-Potential zu erreichen das die Sicherheit des Staates ale Gegengewicht gegen eine Erstarkung der anderen garantiert. Zwei Dinge sind dazu nötig — gutes Material und gute Menschen. UeDer Material will ich jetzt nicht reden; beschränken wir uns auf das peisonelle Gebiet. Zweifellos werden die Waffen immer perfekter und komplizierter, und um sie auf das Maximale auszuwerten, benötigen wir Menschen mit hohem Niveau, die das Ver. teidigun gewesen a!ß ihre Hauptaufgabe ansehen. (Mit einer gewissen Begeisterung); Sehen Sie — ich denke da an Leute, die ihr Leben und ihre Zukunft stünd. lieh, täglich, viele Jahre lang, dieser Sache widmen besitzt er dazu? Ich; Wenn ich nicht irre, eröffnen alle ehemaligen Tankfahrer Garagen? R. (lacht): Da irren Sie. Die Garagen werden von den Technikern gegründet, welche die Tanks in den Werkstätten reparieren. — Unser Militärdienst ist im allgemeinen schwer und die materielle Entschädigung ist nicht gerade verlockend. Die Menschen, die das Verteidigungswesen als ihr Lebenswerk betrachten, müssen daher wissen, was ihnen bevorsteht. müssen von der Sache überzeugt sein und darin aufgehen. In der regulären Armee haben wir heu te viele, aussergewöhnlich gute Offiziere, aber wir brauchen noch mehr. Ich: Sie ßind der erste Generalstabschef, der aus dem Palmach hervorgegangen ist. Ist in der heutigen Armee noch etwas von dem besonderen Geist deß Pal mach übriggeblieben? R. (ordnet seine Gedan. gegründet, viel -weiter ge. spannte Aufgaben zu erfüllen hat und notwendigerweise völlig anders aussehen muss. Natürlich besteht ein tiefgehender, -wesenhafter Unterschied zwischen einem militärischen Gefüge, das gänzlich auf Freiwilligkeit, eigene Atmosphäre und enge Kameradschaftlichkeit aufgebaut ißt — und einer Armee, die sich auf das Gesetz der allgemeinen Wehrpflicht stützen muss. Aber dennoch besitzt Zahal zwei wichtige Eigenschaften, die wir von den verstaatlichen Kampfverbänden übernommen haben: ln erster Linie hinsichtlich der Beziehungen der Kommandanten untereinander. Keinesfalls herrscht bei uns jene sture Schwerfälligkeit der regulären Armeen anderer Völker. Zweitens, wird Disziplin bei uns nicht mit Robotertum verweeh. seit; wir ßind geistig elastischer und nicht ohne wei teres bereit, taktische und strategische Grundsätze gedankenlos hinzunehmen. Jeder beginnt als einfacher Soldat Frage: Zahal wird häufig gelobt wegen seiner grossen Leistungen auf dem Gebiet der Verschmelzung von Olim aus verschiedenen Herkunftsländern. Halten Sie das für eine der Hauptaufgaben der Armee? Antwort (mit Bedacht, wägt seine Worte): Ja. Und zwar überlassen wir nichts dem ¡Zufall. Vielmehr wird bei ur.ß viel darüber nachgedacht, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Zum Beispiel: Eine Gruppe Rekruten tritt i» die Armee ein und wird einer Kampf-Formation zu. geteilt. Aus reinen Vernunftserwägungen wäre der leichteste Weg wohl dießer: Man könnte die Leute separieren — die Gebildeten für ßich, und die anderen in eine gesonderte Formation. Aul kurze Frist gesehen, wäre ein solches Verhalten vielleicht gerechtfertigt — doch nicht auf die Dauer! Siets handeln wir nach der Tendenz, die Leute aller Gemenschaften zusammenzufassen, und zwar bis zum alierkleinßten Trupp. Bei Zahal bestehen für alle die gleichen Startbedingungen; ohne Unterschiede und Benachteiligungen. Durch das Zusammenleben in einem Feldlager, einer Barak, ke, in einer Formation, erhalten die Leute das Gefühl für Gleichheit und gsge. seifiges Verständnis, das ihnen im Zivilleben nicht immer vermittelt wird. Wie g:, agt, geschieht das alkß nicht nebenbei, sondern nach wohlgeplantem System, mit dem Ziel, in erster Linie eines zu erreichen: Gleicher Start Dir alle. Ich: Könnten Sie mir min — nach Ihren auischlussrei. ehen Erklärungen, sagen, warum der Vraelische So'.dnt besser als seinarabischer Gegner ist? R.: Ich möchte mich keiner abgedroschener Phr:i;-.n bedienen, aber ich bin überzeugt, dass der Untrsehied zwischen den Unseren und jenen vor allen Dingen in einer Eigenschaft besteht: Wir nennen es „die Bereitschaft, vorwärts zu gehen“. Das hat zweifellos verschiedene Ursachen: Der israelische Soldat weiss, wofür er kämpft; daher auch höhere Einsatzbereitschaft *mit leicht erhobener Stimme); das Nötige, alles Erforder. liehe zum Gelingen der Aufgabe zu tun. Die ägyptische Armee ist, in der Verteidigung, nicht einmal als minderwertig zu betrachten: ganz anders aber wird die Sache, wenn der ägyptische Soldat eigene initiative zu entwickeln ha-t. Im Frontal. < Schluss auf Seite 12)

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