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Jüdische Wochenschau · 1964-04-03 · 2058 (3.4.1964) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2058 (3.4.1964)
Date
1964-04-03
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA 4 — -ÇUSSès, 3 ér Abril de 1W4 AS» XXV. — No. 2058 Theodor Herzl Geselishafr PUEYRREDON 2190 1 St. * * * T. E. 83-2613 VON DER SITZUNG DES AC: ¡Pie ewige Partnerschaft Leopold Kessler (1864-1944) von JOSEF FRAENKEL Die Situation des jüdischen Volkes in dieser Zeit fand ihren Ausdruck darin, dacs die kürzliehe Jerusalemer Tagung dee Zionistischen A. C. (Aktions-Comites) von der Erklärung bestimmt wurde, die der Ministerpräsident des Staates Israel abgegeben hat. Diese Erklärung gipfelte in dem Versprechen, das der Chef der israelischen Regie rung leistete: „Falls etwa die Anstrengungen der Bewegung und des Volkes nicht ausreichen sollten, um die materielle Last (der grossen Erziehungsaktion in der Gola) zu tragen, eo wird die Regierung sich auch daran beteiligen, wenn es nötig ist und im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das Ziel ist gemeinsam, und auch die Tat wird gemeinsam sein.“ Mit diesen Worten hat der jetzige Ministerpräsident Israel«. Levi Eshkol, die Absicht kundgegeben, einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Israel und der Zionistischen Bewegung herbeizuführen. Während Ben Gurion aus einer verständlichen Enttäuschung über dae Verbleiben zionistischer Führer in der Gola die irrige Folgerung gezogen hatte, diese zionistische Führung unablässig mit Vorwürfen zu überschütten, deren psychologische Wirkung ungünstig war, erweist eich sein Nachfolger auch auf diesem Gebiet als ausgleichender Realist der auch einer unerfreulichen Situa tion gegenüber verbucht, aus ihr das Beete zu machen. Dr. Goldmann in Athen Athen. — Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongres. sec. traf in Athen ein, wo er eich eine Woche aufzuhalfen und mit griechischen Persönlichkeiten zusammenzutreffen gedenkt. Er wird Gelegenheit nehmen, über verschiedene gemeindliche Probleme Besprechungen zu führen. Bei seiner Ankunft erklärte er, es sei die offizielle Politik des JWK und der Zionistischen Weltorganisaton, die kleinen Gemein, den zu stärken, die nach seiner Aussae „ohne etarke Bindungen zur Judenheit nicht überleben können, denn die Zukunft liegt in der Solidarität und nicht in der Isolierung“. Goldmann kündigte an, dass der Verwaltungsrat einer Stiftung, die der Konferenz für materielle jüd ische Ansprüche an Deutschland nachfolgen soll, im Jahre 1965 in Athen tagen wird. Während ßeines Aufenthaltes wird Dr. Goldmann vom Premierminister Griechenlands empfangen werden. — ( Wenn die zionistische Bewegung in der Diaspora den israelischen Wünschen ungeachtet ihrer -grossen mate- | riellon Leistungen für den i Aufgabe des Landes, nicht voll entspricht, eo kann nach j Eshkols richtiger Meinung ■ daraus nicht die Konsequenz : gezogen werden, sie als ein zerbrochenes Werkzeug oder halten kann und dadurch auch befähigt wird, Israel weiter zu helfen. Die Tatsache, dass der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Nachum Goldmann seinen Wohnsitz nach Israel verlegt hat — obwohl er zweifellos auch in Zukunft einen grossen Teil seiner Energien Dialog mit den Orthodoxen Jerusalem. — Dr. Nachum Goldmann erklärte in der Schiussltzung des Aktiorßcomites, dass die jüdische Religion, welche sich auf die hohen menschli. ehen Ideal» stützt gechmeidiger sein müsse und warnte vor einer starren Position der religiösen Führer die die Gefahr einer Spaltung in sich berge. Er wies darauf hin, dass die Zeit ..für einen Dialog historischen Ausmasses“ zwbchen den Führern der Orthodoxie und den Vertretern anderer jüdischer Gruppen gekommen sei, um eine Annäherung beider Tendenzen zu erreichen. Unter offensichtlicher Bezugnahme auf das Kabel, des kürzlich sieben nichtorthodoxe Organisationen Amerikas an Premierminister Levi Eshkol mit der Aufforderung richteten, dem Druck der extremen Orthodoxie niclV nachzugeben, führte Goldmann aus, dass das Interesse der nichtisraelischen jüdischen Gemeinden an dem Aufbau Israels „völlig legitim“ sei und kein religiöser Führer ßich über eine „Einmischung“ in die inneren Angelegenheiten Israels in dieser Hinsicht beklagen dürfe. als entbehrlich gewordenes Baugerüst wegzuwerfen oder verfallen zu lassen, sondern es muss dL richtige, positive Konsequenz gezogen werden, diese Kraftquelle Israesl zu erneuern. Während ein Strom materieller Hilfe aus der wohlhabenden jüdischen Diaspora Israel stärkt muss ein Strom geistiger, moralischer und erzieherischer Energien au« dem stärksten Zentrum des jüdischen Lebens, aus Israel, in die Gola flieesen, damit dieser andere Teil des jüdischen Volke« den Gefahren der Assimilation stand¬ und seiner Zeit Aufgaben widmen wird, die im Auslande liegen — mag als ein Symbol dafür aufgefasst werden, dass die Zionistische Weltbewegung allmählich „paläßtinozentrischer“ wird, äks sie es bisher gewesen ist. Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass nun die Führer des Weltzionismus in Massen dem Bespiel Dr. Goldmanns folgen werden, aber wir glauben dass auch in den Ländern des Wohlstände« junge Menschen, die noch dabei sind, ihren Lebensweg zu suchen, so erzogen werden können, dass sie Israel „in ihr Lebensprogramm aufnehmen“ wie es in der Resolution de« Posener Delegiertentages der ZVFD 1913 hiese. Begegnungen mit jungen jüdischen Menschen aus manchen dieser Länder geben Berechtigung zu dieser Hoffnung. Voraussetzung dafür aber ist die Erhaltung der jüdischen Sutßtanz, des jüdischen Lebenswillens, jüdischen Kultur.- und SchicksalßbewiwstseLns und zionistischen Interesses an der Zukunft Israels. Auch die Tatsache, dass r die grösßten jüdischen Orgaj nisationen Nordamerikas! kürzlich ihrer Sorge um den kulturellen Weg Israels, um die freie Entwicklung deß religiösen Lebens in Israel zum Ausdruck brachten, wird ale positives Zeichen aufgefasst werden dürfen. Israel und die jüdische Diaspora sind Teile eines einzigen Organismus, Partner an einem gemeinsamen Werk, und Partnerschaft bedeutet gegenseitige Verantwortung. Statistik Tel Aviv. — Nach einer Mitteilung der Kulturabteilung der telaviver Stadtverwaltung gibt es z. Zt. in Tel Aviv 18.500 Analphabeten. Hiervon leben 6.600 in Jaffa, über 90 Prozent gehören der orientalißchen Gemeinschaft an, und 80 Prozent der Analphabeten sind Frauen. Numismatik Jerusalem. — Unlängst wurde in der Hebräischen Universität in Jerusalem der Internationale Numißmatische Kongresß eröffnet; 20 ausländische Delegierte nahmen daran teil. THEODOR HERZL GESELLSCHAFT BET ISRAEL - KKL - WIZ0 Yom Ha’atzmaut-Feier Am Mittwoch, 15. April, um 20 Uhr 30, im Bet Israel, Cramer 2070 AUS DEM PROGRAMM: Ab 20.30 Unterhaltungsmusik .ras Orchesters RAY COOPER. Israeli-Lieder Mery Lein — Animador Hernan Cortes. 21.30 Künstlerisches Programm — Ansprache. 22.30 Tanz mit Kapelle Ray Cooper. Karten nur im Sekretariat des Bet Israel, (Montag, Dienstag und Donnerstag von 15—19 Uhr), und bei den Vorstandsmitgliedern der genannten Organisationen. Saaleroeifnung: 20 Uhr (Schluss) Der Tod Herzls und die stürmische Debatte über Uganda verzögerten die Abßendung der Expedition, die sich erst im Dezember 1904 nach Ostafrika begab. Der Bericht — wie Kessler ein Jahr vorher vorausgesagt hatte — war ungünstig, und der VII. Zionistenkongrese (1905) lehnte jedwede Kolonisation ausserhalb Palästina« ab. Als David Wolffsohn Präsident der Z.O. wurde, gehörte Keßsler dem Kreis seiner Freunde und Mitarbeiter an. Die alte Opposition gegen Herzl war nun gegen Wolffsohn tätig. Ende. 1906 erwarb Wolffsohn, durch die Vermittlung von Greenberg, die Aktien de« „Jewish Chronicle“ für die Z.O. Die Opposition, die damals die Bedeutung Englands für den 'Zionismus nicht verßtand, attackierte Wolffsohn. und so entschloss sich Greenberg. gemeinsam mit einigen Freunden, die Aktien auf eigene Rechnung zu übernehmen. Keseler wurde Direktor und später Vorsitzender des Direktoriums de« „Jewish Chronicle“. Auf dem IX. Kongress (1909) bemühten eich Weizmann und andere, Wolffsohn zu stürzen. Kessler beteiligte sich an der Generaldebatte, wie immer, kurz und sachlich. Er dankte Wolffsohn wärmstens für die geleistete aufopferungsvolle Arbeit und etellte den Antrag, dem sich J. Kremensky und A. Friedmann an. schloscen, dem Präsidenten dag Vertrauen auszusprechen. Die Opposition dagegen brachte ein Misstrauensvotum vor, aber Kesslers Vorschlag wmrde mit überwältigender Mehrheit angenommen. In England herrschte insbesondere nach dem Tode Herzls ein unangenehmer und fortwährender Streit zwischen den zionistischen Führern. Im Jahre 1910 wurde deshalb sogar ein Antrag gestellt, die Englische Zionistische Föderation aufzulösen. Die Föderation stand führerlos und beinahe vor dem Zusammenbruch. Kessler gehörte zu den wenigen, die für das Weiterleben der E.Z.F. arbeiteten. Im Jahre 1912 wurde er, weil er sich fern von persönlichen Streitigkeiten hielt, Präsident und rettete die Föderation vor dem Untergang. Er betrachtete es als seine Pflicht, die zionistische Flagge zu erhalten. Auch war er Präsident des Jüdischen Nationalfonds, und es gelang ihm, das« hier Vertreter verschiedener Richtungen harmonisch zuisammenarbeiteten. Im Jahre 1913 er öffnete er die Konferenz der E.Z.F. Es war für ihn eine besondere Genugtuung, die Wahl des neuen Oberrabbiners. Dr. J. H. Hertz, seinem alten zionistischen Mitkämpfer aus Südafrika, zu begrüsßen. Im Jahr der Balfour-Deklaration, am 11. Februar 1917, wurde Weizmann Präsident der E.Z.F. Cowen und Kessler gehörten zur Leitung. Um dieselbe Zeit wurde von Weizmann und Sokolow, der in seiner „Geschichte de« Zionismus“ Kessler als „gewissenhaften Zionisten“ bezeichnet hatte, ein Politisches Comité gebildet, dem auch Kessler angehörte. So hat auch Kessler ßein Schärflein zur Erreichung der Bai. four-Deklaration beigetragen. Nach der Balfour-Deklaration war Keseler mit der zionistischen Politik nicht einverstanden. In politischen und in praktischen Fragen neigte er zu der Ansicht von Max Nordau und in zionistischen Finanzangelegenheiten der von Richter Brandete. Auf dem XII. ZionL etenkongress in Karlsbad (1921), dem ersten nach dem Weltkrieg, anerkannte er, in seiner Rede, die geniale Arbeit von Weizmann und Sokolow, aber sie hätten die Zeit und Konjunktur nicht ausgenützt, um Millionen für einen raschen Auf. bau Palästinaß zu schaffen. Er hatte sich keiner Oppositionsgruppe angeschlossen, aber wie Nordau, Brandeis und viele andere hat er sich oder wurde er von der offiziellen Führung außgesehlosßen. Als Hitler zur Macht kam, wollte Kessler die Juden weit von der Nazigefahr gerettet sehen, in Palästina, und, wenn es hierher nicht gelang, in anderen Ländern. Es war ein Verlust für den Zionismus, dass Kessler vor allem nicht mehr in finanziellen Fragen zur Beratung herangezogen wurde. Noch im Jahre 1903 verständigte ihn Herzl. dass er als Mitglied im Aufsichtsrat der Jüdischen Nationalbank gewählt wurde. Faßt zwanzig Jahre gehörte er dem Direktorium an. Auch war er Direktor der Anglo- Palästine Company, der Anglo- Levantine Banking Company und anderer Finanzinßtitutionen der Zionistischen Organisation. Kessler stand an der Wiege des Jüdischen Nationalfondß. Vom Jahre 1907 •bis Ende 1921 war er im Direktorium des J.N.F. Er half, Pläne auszuarbeiten, um den J.N.F. zu popularisieren, Geld zu sammeln und Boden zu kaufen. Er war ein treuer Wächter zionistischer Gelder. Anläßslich des 100. Geburtstages von Leopold Kessler müsßte man die erstaunte Frage stellen: gibt es eine Kolonie oder eine Strasee oder irgendeine Ekke in Israel, die den Namen Leopold Kessler verewigt? THG-Mitglieder - Einheitskampagne 1964 Gebt mit Herz und Verstand Kommt spontan zu unserer Annahmestelle Sarmiento 2376 (parterre) an den beiden Sonntagen 26. April und 3. Mai von 10—12 Uhr.

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