Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1964-04-03 · 2058 (3.4.1964) · p. [Seite 2]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2058 (3.4.1964)
Date
1964-04-03
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9614256-9614378--3258-9614380
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Viernes, 3 de Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Abo XXV. — No. 2058 Die menschliche Wurde (Schluss von Seite 1) gypten an Atombomben arbeiten, deren Betimmungszweck die Vernichtung Israels ißt. Das Problem tauchte bereits vor einigen Monaten auf. als Adenauer noch Bundeskanzler war. Adenauer versprach Abhilfe, die nicht sofort geleistet werden könnte, weil die entßprecheriden gesetzlichen Unterlagen erst geschaffen werden müssten. Bis heute gibt es diese Bestimmungen nicht. Bis beute arbeiten Deutseihe in Kairo daran, Israel zu zerstören, für das Bonn immer wieder beteuert, echte und grosse Sympathien zu besitzen. Soll daß auch eine „geschickte Politik“ sein, deren Doppelzüngigkeit bereits die Erinnerungen an frühere Zeit waehzurufen zwingt? Ober beabsichtigt Westdeutschland sich als weitere Grossmacht in die verhängnisvolle Orientpolitik einzuschalten, indem sie um Naosers Gunst ringt, die einige Atomwissenschaftler in Freundschaft umzuw’andeln hätten? Jedenfalls handelt es sich um ein trauriges Geschäft, das unter den Augen einer auch weiterhin schweigenden Welt betrieben werden soll, dem aber weder Israel noch daß jüdische Volk ruhig zuschauen sollten, auch dann nicht, wenn Bonn Reparationen zahlt. Das Pro 1.1 am Kam jüngst in Israel zur Sprache, als Golda Meir über die Israeli, sehe Auseenpolitik im Rah- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 IJhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305 men einer Budget-Debatte sprach und u. a. folgendes auisführte: ,,Ich kann der Knesset nicht unser Bedauern verhehlen, dase nach so langer Zeit vom deutschen Bundestag noch kein Gesetz gegen di« Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten bestätigt wurde.“ Zugleich drückte sie die Hoffnung aus. „dass Deutschland demnächet Massnanmen ergreifen werde, um zu verhindern, dass deutßche Bürger an der Entwicklung von Waffen mithelfen, die für die Zerstörung des jüdischen Staates bestimmt sind.“ Mit diesen Erklärungen und nach der Darßteilung der deutschen Staatsmänner der Kabinette Adenauer und Erhard musste man den Eindruck gewinnen, dass die armen deutschen Regierun. gen sehr gern dieße Wissenschaftler zurückrufen würden, wenn sie es nur bewirken könnten, doch leider würden die entsprechenden gesetzlichen Handhaben feh. len. Den Kritikern dieser deutschen Außreden — seit wann braucht eine Regierung solche Spezialgesetze, um ihre Untertanen an einer illegalen Arbeit zu hindern? — wurde immer wieder entgegengehalten, dass die Angelegenheit in Kürze erledigt werde. Jetzt hat diese Affäre eine ganz neue Wendung genommen, die sensationell wirken muss: Die deutschen Wissenschaftler, die in der ägyptischen Rüstungß - Industrie mitarbeiten, besitzen Arbeitßgenehmigungen der westdeutschen Behörden und andere Unterlagen, deren Veröffentlichung den Bonner Behörden äusserst unangenehm sein würde. Dies be hauptete die Londoner „Sunday Times“. Die Zeitung fügt hinzu, dase die Wissenschaftler die Absicht haben, alle diese Dokumente zu veröffentlichen, wenn die deutsche Regierung das geplante Passgesetz durchsetzen ward, daß ihr di« Möglichkeit geben würde, diese Wissenschaftler zur Rückkehr nach Deutschland zu zwingen. Der Korrespondent der „Sunday Times” berichtet, er habe mit einem dieser Wissenschaftler gesprochen der behauptete, solche Doj kumente zu haben, deren | Veröffentlichung „grossen Lärm außlösen“ würde Der Wissenschaftler gab keine Einzelheiten über die „Dokumente“, deutete jedoch an, dass es eich um eine Art Arbeitsschein des westdeutschen Innenministeriums handelt, der ihm Genehmigung gibt, in Aegypten zu arbeiten. Die geplante Gesetzgebung sei deshalb nichts als eine leere Geste, die nur die Israelis zu beruhigen beabsichtigen würde. PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEI1SERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Die Quelle dieser Infoi mationen ist der 52jährige Werner Polenz, der während zwei Jahren an dem Bau der ägyptischen Düsenflug zeuge ,.HA 300“ mitgearbeitet hatte. Polenz war vor seiner Arbeit in Aegypten bei ähnlichen Arbeiten in den Messerschmrai-Werken in Stuttgart tätig und wurde, wie die meisten der 250 bis 300 deutßchen Techniker die in Aegypten arbeiten, durch die schweizer Firma ,,Meca“ geworben. Er erklärte, er sei bereit, nach Aegypten zurückzukehren, oder auch in Ghana zu arbeiten, wenn man ihm zufriedenßtellende Arbeitsbedingungen anbieten würde. Sein Gehalt und seine Arbeitsbedingungen in Aegypten seien äussenst zufriedenstellend gewesen. Er habe 3.500 Pfund Sterling jährlich erhalten, doch würden Spitzenkräfte noch beeser bezahlt werden. Der Wissenßchaftler erklärte weiter, dass keiner der deutschen Mitarbeiter der ägyptischen Rüstungßindustrie von Zweifel oder Gewissensbissen geplagt wurde angesichts der Aussicht, dass die von ihnen erzeugten Waffen gegen Israel eingesetzt werden könnten. Er gab zu, dass er ausschliesslich an Entwicklungsprojekten mitarbeitete, die militärische Zwecke verfolgten, doch' seien diese seiner Ansicht nach, nicht als ernste Bedrohung Israels zu betrachten. „Israel hat eine ausreichende Macht, um für sich selber eorgen zu können“. Der Deutsche äusserte ernste Zweifel an dem Kampfwillen und den Fähigkeiten der ägyptischen Armee, die Israel zweifelsohne mit Leichtigkeit beeiegen könnte. Di« geplante Pass.Gesetzgebung Westdeutschlands würde auf jeden Fall keinen der in Aegypten arbeitenden Wissenßchaftler und Techniker nach Westdeutschland zui'iiekbringen. Im schlimmsten Fall seien diese Techniker bereit, die ägyptische Staatsbürgerschaft anstelle der deutschen Staatiszugehörigkeit anzunehmen. Ob die Veröffentlichung der englischen Zeitung Tatsachen wiedergibt oder auf Vermutungen aufgebaut ist, können wir nicht wissen. Bisher sind die Behauptungen der „Sunday Timeß“ nicht widerlegt worden. Aber selbst wenn die deutsche Regierung nicht die entsprechenden Arbeitsbewilligungen erteilt hätte, wie das englißche Blatt behauptet, bleibt di« Tatsache unberührt, dass Deutsche wieder einmal an der Zerstörung Israels und der Vernichtung des jüdischen Lebens arbeiten. Muss Israel, muss das jü. dische Volk solches Verhalten geschehen lasisen? Sind wir wirklich zu schwach, um JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TatJißbeutel - Käppchen - Maz zot-Taschen - Hand und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-0155 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4’ B. 46-1716 und 48 2124 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIEST AS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 78-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Kanada foerdert Einwanderung Der kanadische Einwanderungsminister gab bekannt, dase cein Ministerium An. strengungen unternimmt, um die Einwanderung im Jahre 1984 zu vergrössern. Im Jahre 1963 kamen 92.000 Einwanderer nach Kanada. Man nimmt an, dass im Jahre 1964 auch eine grössere Anzahl jüdischer Familien nach Montreal und Toronto kommen werden. Der Kanadisch - Jüdische Kongress und die Organisation zur Hilfe an Einwanderer haben jetzt cchon Pläne zur Einordnung neuer jüdischer Familien ausgearbeitet. Die Mittel hierzu kommen aue dem United Jewish Appeal. In den Plänen ist vorgesehen, dass in Toronto statt 800 Familien noch weitere 550 einzuordner, eein werden. Der „United Hias Service“ ist bereit, überseeischen Familien zu helfen, das Visum zu erhalten. Die Hilfe beginnt daher schon im Ausland und wird dann im Lande durch Besorgung von Wohnungen, Arbeit, Berufßlehre oder Umschichtung, durch finanzielle Unterstützung bis zum Seltßterhalt fortgesetzt. Dem jüdischen Hilfsfonds standen 200.000 Dollar für Darlehen zur Verfügung. Hiervon eind bereits 158.000 Dollar zurückbezahlt worden, die für weitere Darlehen Verwendung finden. Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN U. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Dr. B. Sthwara ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELE F. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 die Gleichgültigkeit der deutschen Regierung einfach hinzunehmen? Sind wir eß nicht allein uns und dem Lebensinteresse Israels schuldig, mit allen unseren Mitteln — und es ßind gar nicht wenige —, gegen dieses Treiben der Deutschen, das von der Bonner Regierung gedeckt wird, vor aller Welt aufzutreten, da Bonn gegen diese Leute nichts unternimmt. IV. Es bildete eine Ueberraschung, dass Bonn plötzlich dementiert, Einwilligungen oder Arbeitserlaubniisse deutschen Wissenschaftlern oder Technikern gegeben zu haben. Das deutsche Innenministerium verhält sich ausweichend. Neue Informationen werden der Internationa- | len Presse übermittelt. So soll „von detitsciier Seite“ einem grossen englischen Blatt mitgeteilt worden sein, dass die deutsche Regierung ihren im Ausland tätigen Bürgern kein« Schwierigkei ten bereite, und dase demzufolge keine Genehmigungen erforderlich seien, um in Aegypten zu arbeiten. Mit anderen Worten würde dies bedeuten, dass nach offizieller Auffassung trotz gegen, teiligen Beteuerungen keine Einwendungen erhoben werden, wenn deutsche Bürger an der Herstellung von Waffen gegen Israel ’beteiligt sind. Niemand kann den geringsten Zweifel am Bestimmungszweck der ägyptischen Waffenproduktion hegen. Nasser hat vor wenigen Tagen erneut in die Welt hinausposaunt, daes er Israel vernichten will. „Herald Tribüne“ schieibt hierüber mit allen Einzelheiten. Zu Pes. sach 1966 soll es so weit sein. Dann werde ein Ueberraßchungs-Blitzkrieg geführt und Israel niedergeschlagen werden. Nasser hofft, bis dahin über die genügende Anzahl von Raketen zu verfügen, um Israel zuzudecken... Wenn also wirklich „etwas pasßieren“ sollte, kann niemand sich darauf berufen, nichts gewusst zu haben oder überrascht worden zu sein, nicht die UN und nicht die GrcßSmächte, und auch nicht die Regierung in Bonn. Auf der gleichen politischen Linie liegen die kürzlichen scharfen Angriffe der ägyptischen Presse gegen die deutsche SPD, die angeblich ständig zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Ißrael und Westdeutschland drängen LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee« los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr, Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1’ izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. soll. Da man in Bonn offensichtlich Wert darauf legt, daßs die Aegypter nicht verärgert werden, macht« eine Abordnung von fünf Parlamentariern einen zehntägigen, offiziellen Besuch in Kairo, unter ihnen sogar der Vorsitzende des Ausschusses für aussenpolitische Angelegenheiten. Im Programm war ein langes und ausführ, liches Gespräch mit Nasser vorgeßehen. Aus diesen und anderen Vorgängen und Entwicklungen dürfte eich zur Genüge ergeben, dass man in Bonn eine doppelzüngige Politik treibt. Eine Analyse der deutschen Aussenpolitik bei den politischen Auseinandersetzungen im Mittleren Orient ißt dringend geboten. Noch wichtiger wird es sein, die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. Dra. IRIS I. LIEBER Diplomierte Fachärztin des Instituto Nacional de Nutrición und der Universidad Buenos Aires für ERNAEHRUNG und DRÜSENKRANKHEITEN (Diabetes — Verdauung — Fettsucht — Atherosklerose) ANCHORENA 1858 Privat: 73 8463 82 9036/3092 Voranmeldung erbeten Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr VARICES-ULCERAS DE U PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UHANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.