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Jüdische Wochenschau · 1964-03-26 · 2057 (26.3.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2057 (26.3.1964)
Date
1964-03-26
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Año XXV. — X«. 2957 — 1 Juoves, 26 *e Mar»# de 19*4 LA SEMANA ISRAELITA Kultureller Voelkermord Washington. — ,,Der kultu. rette Völkermord ist gegenwärtig eine Frage der offiziellen Politik der Sowjetunion und seine Folgen können sich von längerer Dauer und zerstörender auswirken als das direkte Verbrechen1', erklärte der USA- Abgeorduete für Michigan, O’Hara. in einer Rede über den sowjetischen Antisemitismus. Er wies auf die kürzlichen Todesurteile hin, die für sogen. „Wirtschaftsverbrechen“ von Sowjetrichtern verhängt wurden, und lenkte im weiteren die Aufmerksamkeit auf die behördlichen Hindernisse, die den Juden bei der Herstellung von Mazzot für die Pessachfeiertage in den Weg gelegt werden. Er betonte, dass dies Problem nicht einige wenige Individuen betreffe, die in einer jeder Vernunft widersprechenden Art und Weise „bestraft“ werden. Hier gehe es nicht um einige tausend moskauer Juden, welche sich ohne | Mazzot behelfen müssten,; sondern es erhebe sich viel-! mehr die Frage, welche Zu- , kunft den drei Millionen Juj den in der Sowjetunion be. \ vorsteht. Der demokratische Abgeordnete für Ohio. Michael Feighan, legte eine Resolution vor. in der vorgeschlagen wird, Präsident Johnson solle bevollmächtigt werden „alle der Regierung in drin, genden Fällen zur Verfügung stehenden Mitteln anzuwenden'1, damit die Juden in Russland in ausreichender Menge mit Mazzot ver. sorgt werden. In dieser Resolution wird verlangt, dass der Präsident von der „roten Telefonlinie“ Gebrauch machen solle, die zwischen Washington und Moskau Tag und Nacht an beiden Enden bedient wird „um für die Aufrechterhaltung des Frie- 1 der.« vitale Fragen zu be. I sprechen“. Ferner wird angeregt, ein« Luftbrücke für j MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschät te mit der grössten Auswahl. SARM1ENT0 1147 T. 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Sie drohten, das Schreiben der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen, falls eie im Laufe von vierzehn Tagen keine Antwort erhalten sollten. Die pariser jüdische Zeitung kommunistischer Tendenz ,,Naie Presse“ übte in zwei Leitartikeln Kritik an der offiziellen sowjetischen Politik gegenüber den Juden. In dem ersten dieser Leitartikel wird gegen die berüchtigte Broschüre „Judentum! ohne Schminke“, die in Kiew von der ukrainischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wurde und Karikaturen im Stür mer-Stil enthält, energisch Protest erhoben. Es heisst darin, dass „jeder fortschrittlich gesinnte Mensch, ob Jude oder Nichtjude, jedwede Karikatur aus gleich welcher Quelle verdammen muss, die Hass erweckt oder zum Antisemitismus aufreizt“. Und an anderer Stelle: „Man darf wohl für seine Ideen eintreten und für des Freidenkertum werben, indem man religiöse Vorurteile durch Aufklärung be. kämpft, aber es ist unzulässig, gewisse Grenzen zu überschreiten.“ Schliesslich fordert der Artike'schreiber die sowjetische Regierung auf. „gegen derartige Erscheinungen auf der Hut zu sein und sie unnachsichtig zu unterdrücken, . . falls die Broschüre tatsächlich in Kiew verlegt worden sein sollte“. Fs ist bemerkenswert, dass sich zum ersten Mal eine kommunistische Orga..i. satien bereit gefunden hat die sowjetische Regierung offen zu kritisieren. WEITERE KRITIKEN Auch andere französische Gruppen, die sich im allgemeinen der Sowjetun;on freundschaftlich gesinnt zeigen, schlossen sich den Pro testen an die gegen das von der ukrainischen Akademie der Wissenschaften veröffentliche Buch „Judentum ohne Schminke“ laut geworden sind. Di« linsgerichtete Wochenzeitung ..L'Express“. die sonst die Politik Moskaus unterstützt, veröffent. lichte einen zwei Seiten langen Kommentar über das genannte Pamphlet. Bisher hatte „L’Express“ sich jedweder Kritik an d«r Behandlung der Juden in Russland enthalten. Jetzt schrieb das Blatt, die Schmähschrift aus Kiew könne paradoxerweise das Verdienst in Anspruch nehmen, „den klaffenden Widerspruch zwischen der Entwicklung der sowjetischen Politik seit dem XX. kommunistischen Parteikongress und der bei dieser Gelegenheit erfolgten Verurteilung des stalinistischen Terrors durch Nikita Krutschew offen zu enthüllen. DRUCK AUF FROMME JUDEN London. — Wie hier bekannt wurde, wird ein Druck auf die Juden in Russland ausgeübt, um den Konsum von Mazzot künstlich einzuschränken, obwthl vor ungefähr einem Monat ein sowjetischer Beamter in Washington offiziell erklärt hatte, dass private Sendungen von Mazzot erlaubt sind. In einem Artikel in der ..Prawda Vcetok“ von Taschkent in Usbekistan erschien am 17. März ein Artikel, kl dem die Tatsache ihre Bestätigung findet, dass Einfluss in dem Sinne auf die Juden ausgeübt wird, ob sie die Pakete mit Mazzot annehmen sollen oder nicht. An diesem Tage schreibt die „Prawda Vostok“ wörtlich: „Der Empfang der Mazzotsendungen bedeutet eine ideologische Sabotage gegen das russische Volk“. Die gleiche Zeitung berichtet über die Aghaltung von „Massen - Veranstaltungen, um gegen die Einfuhr von Mazzot zu protestieren, und über die Organisierung derartiger Kundgebungen im ganzen Land“. Es ist wohlbekannt. dass in der Sowjetunion keine öffentlichen Ver. Sammlungen ohne behördliche Erlaubnis stattfinden können. USA-KOMMUNISTEN PROTESTIEREN New York. — Gus Hall, der Chef der Kommunisti. sehen Partei in Amerika bezeichnete ebenso wie der Leitartikler der newyorker jüdischen kommunistischen Zeitung „Freiheit“ das von der Akademie der Wissenschaften in Kiew publizierte Pamphlet „Judentum ohne Schminke“ als ausgesprochen antisemitisch“. Die sowjetischen Behörden wer. den in dem Leitartikel der „Freiheit“ aufgefordert, diejenigen, die sich beim Kampf gegen alle Religionen des Antisemitismus bedienen. „zur Verantwortung zu ziehen und zu bestrafen“. Hall gab folgendes Communiqué heraus: „Ich habe nur Auszüge aus der Broschüre gelesen, und ich weiss nicht, ob die hier zirkulierenden Abdrucke nicht gefälscht sind. Aber ich hege keinen Zweifel über den antisemitischen Charakter dessen, was ich gesehen habe. Derartige Karikaturen, wie sie dies Buch enthält, müssen klar und deutlich verurteilt werden, woher auch immer sie kommen mögen. In der kommunistischen und fortschrittlichen Literatur ist kein Platz für sie.“ Welches Resultat die Nachforschungen über den Ur. sprung dieser Schmähschrift ergeben mögen, fügt Hall hinzu, so dürfe ihr Vorhandensein in keinem Fall als ..Rauchvorhang“ tür Angriffe gegen die Sowjetunion benutzt werden, „Freiheit“ schreibt, das Blatt habe seinen Korre. spondenten in Moskau, der ein sowjetischer Beamter ist, schon vor drei Wochen telegrafisch um nähere Angaben über diese Broschüre eruscht, doch sei bis jetzt keine Antwort eingetroffen. Dagegen sei die Existenz des Pamphlets von dem ukrainischen Repräsentanten in der UN-Kommission für Menschenrechte, Prof. Peter Nedbailo, zugegeben worden. „Freiheit“ stellt fest, die Herausgabe einer solchen Broschüre könne auch nicht mit dem Hinweis entschuldigt werden, dass sie Teil der Kampagne ge. gen alle Religionen sei. „Der , Verlag“, heisst es weiter, 1 „hat einen schweren Irrtum! begangen. Die Gläubigen haben die gleichen Rechte wie | die Ungläubigen, und die schändlichen Karikaturen ha-! ben schweren Schaden ange- I richtet und müssen aufs! energischte verurteilt wer. I den.“ , MAZZOT-PAKETE! NICHT AUSGELIEFERT LA SEMANA ISRAELITA BISEMANAJUO LNT>BPKNDISNTK Sa. JU/M — PUEYRREDO* UM, 1« ia«. — T. E. M-Miä 26. März 1964 13. Nissan 5724 Unter Mordverdacht Dortmund. — In Hanau wurde der 49 Jahre albe Postfacharbeiter Josef Daus unter Mordverdacht verhaftet. Ihm wird zur Last gelegt, im Jahre 1941 als Angehöriger der Sicherheitspolizei in Galizien an der Ermordung von Juden beteiligt gewesen zu sein. Der Verhaftete wurde ins Untersuchungsgefängnis gebracht, wo er ein Teilgeständnis ablegte. (AWZ) Ehemalig« SS-Fiihrer Amsterdam. — Die niederländische Justiz hat der Staatsanwaltschaft in München neues Belastungsmaterial gegen die ehemaligen SS-Führer Dr. Wilhelm Harster und Willy Zopf zur Verfügung gestellt. Gegen die beiden läuft in Deutschland ein Ermittlungsverfahren. Sie sollen mitverantwortlich gewesen sein für die Deportationen holländischer Ju- \ den. I Harster war von 1940 bis 1 1943 Befehlshaber der Si-. cherheitspolizei in den Niederlanden. Er war nach dem Kriege von einem niederländischen Sondergericht zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, 1956 jedoch vorzeitig freige. lassen worden. Harster wurde danach Regierungsrat im bayerische! Innenministerium. Von diesem Amt war er 1959 suspendiert worden. Willy Zöpf leitete in Amsterdam das berüchtigte Büro „IV B 4”, das Eichmann unterstellt war und für die „Endlösung der Judenfrage“ in Holland eingerichtet worden war. Zö>pf war 1959 festgeaommen und einige Monate später wieder freigelassen worden. ((AWZ) Meldung aus Moskau New York. — „World Te. legram“ meldete aus Moskau, dass „Trud“ Mitglieder der israelischen Botschaft beschuldigt hat. die Grosse Synagoge in Moskau in eine „Verteilungsstelle von politischer Literatur zk>. nistischer Tendenz“ zu verwandeln und im weiteren „Greuelmärchen über die sowjetische Wirklichkeit“ verbreiten. (ITA) SCHECKS ODER (ÜBERWEISUNGEN IN D-MARK ODER DOLLAR New York. Rabbi Uri Miller, Präsident des Synagogenrates in USA, teilte mit, dass nach Mitteilungen aus sicheren Quellen aus dem Ausland, die aus den Vereinigten Staaten nach Russland versandten Mazzot-Pakete von den sowjetischen Zollbehörden beschlagnahmt und nicht an die Empfänger zugestellt wurden. (ITA) Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO S.A. 34/ SAN MARTIN-128 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKLUPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN fUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. 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