Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2057 (26.3.1964)
- Date
- 1964-03-26
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Jueves, 26 de Marzo de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2057 Lebendige Vergangenheit (Schluss von Seite 1) Erkenntnissen in Aegypten erwächst das Gebot, das wir in der Hagada lesen: „Einen Fremdling sollet du nicht bedrücken; ihr wiest ja, wie dem Fremdling zumute ist, denn Fremdlinge wart ihr einst in Aegypten“. Aus dieser Erkenntnis und diesen bitteren historischen Erfahrungen heraus •wurde dem jüdischen Volk zum Gebote gemacht, als es selbst schon in der Gebor. genheit seines eigenen Landes lebte: „Wenn ein Fremdling in eurem Lande weilt, sollt ihr ihn nicht bedrükken. Wie der Eingeborene unter euch sei euch auch der Fremde, der bei euch weilt. Du sollst ihn lieben, denn er ißt wie du; denn Fremdlinge wart auch ihr einst in Aegypten. Ich, der Ewige, bin euer Gott.“ Der Gedanke der Gleichheit aller Menschen, die im Ebenbild Gottes geschaffen wurden, wird zu einer religiös-ethischen Forderung erhoben: nicht nur die eigenen Brüder, die Genossen ihres Volkes alß gleichberechtigte Mitglieder der Gemeinschaft zu betrachten und zu behandeln, sondern auch den Fremden, der in den Grenzen des Vaterlandes lebt. Bis heute wurde diese Idee nicht verwirklicht. Dass andere Völker sich nicht zu dießem Niveau erheben konnten, wurde dem jüdischen Volk in allen Ländern der Galut zum Schicksal. Die Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2J90 T? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon; 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. At SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305 Wurzel der jüdischen Leiden lag gerade darin, dass sie Fremde waren, als eolche empfunden und unter Sonderrecht gestellt wurden. Und nicht nur Juden, allge. mein war Fremdenrecht immer Sonderrecht und .. ist e« bis heute beinahe überall geblieben. Aus der Tatsache der Knechtschaft in Mizrajim, also aus eitlem geschichtlichen Erlebnis heraus, erwächst die Forderung nach der Gleichheit und Gleichstellung aller Menschen di<; — dem Denken der damaligen Zeit entsprechend — zugleich in die Form eines religiösen Gebots gekleidet wird. Damit war eine Mahnung, eine Parole, eine Forderung in die Menschheit geschleudert worden, deren Wahrheit und innere Kraft auch heute noch gilt, oder sogar heute mehr als vordem. Noch immer krankt die Welt daran, dass dieses Gebot der Gleichheit aller Menschen und der Gleichstellung der Fremden nicht durchgeführt worden ist, trotz aller christlichen Beteuerungen. trotz aller religiösen Postulate, trotz aller schön klingenden Worte und der Charter der UN. Schon aus dieser sozialen Mahnung und Forderung, wie sie zu Pessach uns allen immer wieder in die Erinnerung gerufen werden, ergibt sich, dass die sozialen Grundgedanken des Judentums ein wesentlicher Bestandteil unserer jüdischen Welt sind. Sie finden ihre Krönung im Gesetzeswerk vom Sinai, das eine logische Fortsetzung dieses grandiosen Ideengebäudes ist. Dass die Zehn Gebote die sittliche Grundlage der Welt bilden sollten, ist zu einem Gemeinplatz geworden. Aber dass auch das Zehngebot die Basis für das soziale Denken aller Völker geworden ist oder sein könnte, das ist der Menschheit vielleicht noch nicht zum vollen Bewusstsein gekommen. Allerdings erblickte das Urchristentum gerade in diesen sozialen oder sozialistischen Gedanken, wie man es mit modernen Worden ausdrücken muss, das Wesentliche, das Entscheidende, das Werthafte im Judentum, dem sie ihr Leben in ihrer sozialistischen oder kommunistischen Gemeinschaft widmeten, ja weihten. Der Schabbat-Gedanke der den obligatorischen Ruhetag — und dies vor Jahr, tausenden — auch für die Fremden, und sogar für das Tier und den Boden, einführte, ist bis heute der schönste und erhabenste Ausdruck sozialistischen Denkens geblieben. Worum die um ihre Rechte kämpfenden Arbeiter des 19. Jahrhunderts auf die Barrikaden steigen mussten, vor Jahrtausenden war es ein göttliches Gebot, eine selbstverständliche Pflicht des Juden als Einzelnem wie der Juden als Volk! Heute sind wir über die. se kommunistischen Gemeinschaften des späten Judentums (um die Zeitenwende), der vorchristlichen und der frühchristlichen Sekten und Kollektiv - Organisationen durch die Funde der Rollen am Toten Meer, insbesondere durch die Darstellung der sogenannten Qumr^n- Funde, bis kl alle Einzelheiten orientiert. Hier wurde der Gedanke der Gleichheit aller Menschen .zuende gedacht. Nicht zufällig entstanden heute im modernen Israel jene Gemeinschaftssiedlungen und -Kooperativen, in denen alter jüdischer Glauben, alte jüdische Ideen von der Gleichheit aller Menschen, und die neue Sehnsucht einer Generation, die das Leiden in Ländern der Zerstreuung erwachsen liess, Zusammenwirken, um nicht nur zu einer nationalen Befreiung des jüdischen Volkes in unserer Zeit hinüberzuführen, sondern um auch die Schlacken eines Lebens in der (wirtschaftlichen und sozialen) Sklaverei zu überwinden. Niemals sollte man vergessen, dass die moderne zionistische Bewegung nicht nur die nationale Renaissance eines unterdrückten Volkes erßtrebte, sondern dass Herzl bereiin, der Bourgeois, der „Weltmann“, von einer sozialen Regenerierung seines Volkes träumte, sprach und geschrieben hat. Diese Hoffnung auf eine Beßserung des., gesellschaftlichen, sozialen Lebens gab dem Zionismus gewaltige Triebkräfte und entwickelte die Energien, die erforderlich wa. ren, um aus einem Volk der Intellektuellen und Kaufleute nur in einer Generation ein anderes Volk, ein Volk der Bauern und Arbeiter, ein Volk mit einer normalen und gesunden Berufßpyramide zu machen. Vielleicht keine der Grundideen der jüdischen Gedankenwelt hat im neuen Israel eine so weitgehende Realisierung gefunden wie die soziale. Man kann noch darüber streiten, ob es bereits gelungen sei, auß den vielen Gruppen .und Landsmann schäften der Juden, die von den vier Enden der Erde nach Israel gekommen sind, e i n Volk zu schmieden, das in allen seinen Schichtungen einheitlich ist. Dass aber die sozialen jüdischen Gedanken zur Grundlage dieses neuen Staatswesens, dieser neuen gewaltigen Hoffnungen das Volkes wurden, das dürfte unbestritten «ein. Man hat den Juden oftmals vor geworfen, sie seien PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. serät Sie kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallifibeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett- und Tiscnw’äsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2U37 4’ B. 46-1716 und 48-2124 Selbstmord eines Judenmoerders Der ehemalige Judenreferent von Debica in Polen, Julius Garbier, der nicht nur zahlreiche Deportationen nach Auschwitz befohlen, sondern auch persönlich an Juden Hand angelegt hat] verübte kürzlich in der Untereuchungshaft in Wels in Oesterreich Selbstmord. Julius Garbier wurde vcn dem bekannten „Eichmann-Jäger“ Dipl. Ing. Simon Wiesenthal aufgespürt. Des Belastungsmaterial wurde ebenfalls von Ing. Wiesemhal beschafft und zusammengeßtellt, was die Verhaftung ermöglichte. ' ■/ „STELLVERTRTER" IN NEW YORK New York. — Ein päpstlicher Delegierter äusserte. Papst Pius XII. würde die Gefahr heraufbeschworen haben, dasß der Vatikan von den Nazis besetzt worden wäre, wenn er den Versuch unternommen hätte, der Ermordung der europäischen Judenheit durch Hitlers Schergen Einhalt zu gebie. ten. „Zu jener Zeit waren alle Gebäude des Vatikan« in Rom mit jüdischen Flüchtlingen überfüllt, und tausende Juden lebten in den Klöstern verborgen“, fügte er hinzu. Der päpstliche Sprecher war Erzbischof Egidio Vagnozzi, Apostolischer Delegierter vor den Vereinigten Staaten und offizieller Repräsentant des Papetes Paul VI. in USA. Das Drama ,Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth bezeichnete er als „das Produkt eines kranken Kommunisten oder neigen zu zu solchen Vorstellungen. Man kann den wirklichen Sachverhalt nicht stärker verkennen als mit einer solchen Kla«ssifizierung. Die Wahrheit ist, dass die Juden mit dem kommunistischen System nichts gemein haben, weil eie gegen jedes Gewaltregime, gegen jede Art und Form der Unterdrückung aufgrund ihrer jüdischen Gedankenwelt eingeßtellt sein müsse». Denn diese Systeme verstossen echon gegen das erste Postulat der Gleichheit aller Menschen. Wenn aber damit gemeint ißt, dass die Juden in der Gleichstellung der Menschen auf allen Lebeusgebieten die Erfüllung ihrer eigenen Gedanken und Empfindungen erblicken, dann ist es richtig, daßs die Ju- Jen mit all denen — mögen sie auf der einen oder anderen, künstlich geschaffenen Erdhälfte leben —, denken und fühlen, die den nie. ma'ij abgebrochenen Versuch unternehmen, für die Gleichheit und die Gleichstellung aller Menschen zu kämpfen. Dies ißt eine Aufgabe und eine Pflicht, an die wir auch durch das Pessach-Fest stet« von neuem erinnert werden. und verwirrten Geistes“. Er gab zu, das Buch gelesen zu haben, doch die Aufführungen habe er nicht geßehen. Erzbischof Vagnozzi bestritt entschieden Hochhuths Behauptung, dase Pius XII. nichts von Hitler zu fürchten gehabt hätte. „Wir alle, die wir damals im Vatikan arbeiteten“, erklärte er, „hatten unsere Koffer gepackt, denn e« war zu jeder Stunde möglich, dass man uns nach Deutschland deportiert hätte. Mindestene zwei Mal drohte die Gefahr, dass die Deutschen sich des Papstes bemächtigten.“ Dies sei zwar nicht geschehen, aber Paps^ Piue XII. wusste. dass Hitler zumindest in einem Augenblick entschlosßen war, das Papsttum zu vernichten. Bei seinen Verhandlungen mit Hitler, «ei der Papst sich klar darüber gewesen, dass er es mit einem Wahnsinni. gen zu tun gehabt hätte, der vor nichts zurückßchrecken würde, um sein Ziel zu erreichen. „Ein Mann, der nicht davor zurückschreckte, Millionen von Juden aus. zurotten, musste . irrsinnig sein, und der Heilige Vater hätte die Sicherheit der Juden aufs Spiel gesetzt, denen die Flucht geglückt war“, versicherte der Bischof. Papst Pius XII. habe Gewis- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Llda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. Ermittlungen eingestellt Lübeck. — Die im vergangenen Mai aufgenommenen Ermittlungen gegen Frau Lina Heydrich, die Wifvte 'deäf1 im Kriege in der Tschechoslowakei erschcssenen SS- Obergruppenführer« Reinhard Heydrich. sind vom Oberstaatsanwalt beim Landgericht Lübeck eingestellt worden. Die Witwe des SS-Obergruppenführers war aus den Ostgebieten der Verleitung und Anstiftung zum Mord in Verbindung mit den VergeP tungemassnahmen nach dem Bombenattentat auf ihren Mann beschuldigt worden. Dem Einstellungsbescheid zufolge hat der Oberstaateanwalt keine Bestätigung für die Beschuldigungen finden können. (AWZ) sensqualen erduldet, denn hätte er auf irgendeine Weiße Hitlers Zorn erregt, so wäre dieser imstande geweeen. den Papst und alle Bischöfe gefangen zu setzen und das Werk der Kirche zu zerstören, so das« „alle Menschen, die von der Geistlichkeit gerettet und versteckt worden waren, den Naziß in die Hände gefallen wären Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Eleetrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt., Frei., 15—19 Uhr Samst. 14—16 Uhr. OLÄZABAL 2512 - 76-7980 Privat 52 7734 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 6 0286 73-1049 MOHEL N. PLAKSIN Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTO MBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. 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