Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2054 (6.3.1964)
- Date
- 1964-03-06
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA 4 — Viernes, 6 tie Marzo d« 1964 Año XXV. — No. 2054 á~^Tt l*/Q't'l i í*Jl £> C'hn J1ÊTYt ■ Hübsches Israel-Buch J g %/ ¡ J Jg fy (L M m w' ¡ Im Verlag Klndler. München, ist ein hühJcTies Israel- Äs ist eine bekannte Tatsache, dass die Kibbuzbewepuig ein weites Interesse ui der Welf gefunden hat, fiais den engen jüdisch-zionistischen Rahmen sprengt. Wir sind hier in Israel tägliche Zeugen von Besuchern aus aller Herren Länder die fias ,,Experiment“, das Jüngst. keines mehr ißt. be- Vundern oder gar etudieren wollen. Eine ganze Reihe VM Dissertationen wurden von nordamerikanischen Wissenschaftlern über das Kibbuzproblem“ geschrieben. Stydenten arbeiten in „Kibbuzküchen“, in ,,Hüh. negställen“, ,,Brutstätten“, in israelischen Plantagen und Weinbergen. Nach Kirjat Anawim kamen unlängot für einige Monate christliche Interessenten aus Brasilien, Schweden, Frank, reich. Kürzlich war der Mi nisterpräsident S. Domingos xu Besuch, wenige Tage vorher der Arbeitsminister des Kongo (Leopoldville). Doch *ind das die „üblichen Erscheinungen“ der letzten Jahre. Beobachtet der israelische Kibbuznik eher ein Nachlasse« alter Ideale, einen Hang xw „Privatecke“, zur Lokkerung kollektiver Verbindlichkeiten, so ist das Interesse in nicht-israelischen, vor allem in christlichen Kreisen, gewachsen. Ein besonders eindringliches Beispiel bietet die finnische Organisation „Carmel“. Es handelt sich hier um eine protestantische Bewegung, die zu der Ueberzeugung gelangte, der Staat Ißrael, die Neubegründung einer jüdischen Gesellschaft, nach der grössten Krise seiner histo. rischen Existenz, habe christlich - eschatologißche Bedeutung. Es käme auf von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN | den Christen an, sich kon-; struktiv einzußehalten, wenn | er seiner Heilsgewissheit I nicht verlustig gehen wolle. I GewißS wird diese Aktuali-! sierung eines historischen | Ereignisses, die Staatsgrün- : düng des neuen Israel, von; der protestantischen Majori-; tät Finnlands ^nicht akzep. j tieri. Aber die Bewegung be ßteht deswegen dennoch, sie . ist weit bis nach Lappland verbreitet, und es gibt auch i sympathisierende Protestani ten in anderen skandinavi- | sehen Staaten. Der christliche Eincatz besteht darin, dasis diese Carmel.Bewegung! ihre Mitglieder in die Kib- | buzim schickt, damit sie ein | Jahr am Neuaufbau des Staates teilnehmen. Es handelt sieh aber nicht etwa um ein missionarisches Unternehmen. das meeaisehe Ueberzeugungen zu „unterwandern“ sucht. Nach unseren Erfahrungen sind die Ergebnisse für beide Seiten nicht nur zu friedenstellend sondern ganz; über Erwarten hervorraj gend. Wir haben in der er- ' sten Arbeitsgruppe’38 Kan-! didaten in Kirjat Anawim j gehabt, in der zweiten 28, : meist junge Frauen, etwa I im Alter von siebzehn biß ■ dreissig Jahren, aber es gab . auch ältere „Chaluzot“, ei.; nige junge Männer, meist! Theologen oder Studenten. \ j Die früheren Berufe der i weiblichen Teilnehmer wa- - J ren sehr mannigfaltig: Bii- , : roangestellte, Journalistini nen, Krankenschwestern, So. 1 I zialarbeiterinnen. i | Der Kibbuz stellte ihnen : ein „Camp“ zur Verfügung, j I eine Reihe kleiner Steinj i blockhäuser, auf einem bepflanzten Hügelabhang. daß ANLÄSSLICH DES 150. JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ; Juden in Bayern im Wandel der Zeiten ■nit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Ak tenmaterials schildert. Namhafte Professoren und. Historiker schreiben »acli> Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen au haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.“ „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung." LUACH — (KALENDER) Freitag, den 6. März 22. Adar Sonnabend den 7. März 23. Adar Parschat WAYAKKEL-PEKUDE 2 B. M. 14 XXV 1 * XL 38 — Parschat PARA 4. B.M. XIX 1—22 Haftara Yecheskel XXXVI 16 — 38 Neumondankündigung NISSAN Sonntag, den 8. März «■ 24. Adar Montag, den 9. März 25. Adar Dienstag, den 10. März 26. Adar iittwoeb, den 11. März 27. Adar nerstag, den 12. März 28. Adar Freitag, den 13. März Sonnabend, den 14. März 29. Adar 1. Nissan Parsebat WAYIKRA 3. B.M. I 1 — V 26 Parschat HACHODESCH 2. B. M. XII 1—20 Haftara Yecheskel XLV 16 — XLVI 18 Schabbat ROSCIi CHODESCH NISSAN Sonntag, den 15. März 2. Nisßan Montag, den 16. März 3. Nissan Dienstag, den 17. März 4. Nissan Mittwoch, den 18. März 5. Nissan Donnerstag, den 19. März 6. Niesan Freitag, den 20. März 7. Nissan Sounabend März 8. Nissan ’»aritl# îtàW 3. B. M. XV 1 — VIII 36 ~ ileachi III 11—24 HAGADOL in früheren Jahren den jungen Soldaten des „Naehal“ (militärische Arbeitspioniere), zur Verfügung stand. Der Kibbuz hat diese Häuschen in tadellccen Zustand zurückversetzt, für alle sanitären Anlagen Sorge getragen. also ein nicht unbeträchtliches Kapital in daß Experiment investiert. Die Gastchaluzim nehmen ihre täglichen Mahlzeiten in der kommunalen Speisehalle des Kibbuz ein, auch stehen ihnen alle Einrichtungen des Gemeinschafiß. Dorfes zur Verfügung wie ärztliche Betreuung und Krankenzimmer. Die Wäsche wird in der Grosßwaschanstalt des Wirtschaftsbetriebes gewaschen, und Näh- und Ausbeeserstuben dienen auch ihnen — wie allen Mitgliedern. Die Gäste erheben genau so wenig Gehaltsaneprüehe wie ihre israelischen Gastgeber. Hebräischer Sprachunterricht wird vom Kibbuz aus erteilt. Einige besonders intereßsierte Kandidaten besuchen sogar ' städtische Sprachklubs, lesen dae Alte Testament im Urtext, schreiben hebräische Briefe, verfolgen die hebräische Presee. In Finnland unterhält die Bewegung ein Israel-Muse um, in dem z. B. jüdische Kultgeräte ausgestellt sind und erklärt werden: Thorarollen, Kidduschbecher, Mesusot, Sederschvßseln, etc. Daneben werden Gegenstände aus Israel gezeigt: Fahnen, Staatßsymbole, informative Tabellen, Karten, Bilder, so dass Isfael und daß jüdische Volk ein lebendiger Begriff werden. Die Organisation schickt ein Bulletin heraus, das die Mitglieder über alle Ereignisse in Ißrael unterrichtet. Auch werden in Klubhäusern Themenkreise bearbeitet, die diese christliche Chaluzbewegung interessieren. Jugendführer sind dann natürlich diejenigen, die ihr Lebensjahr in Israel seJbst abgedient haben. Selbstverständlich ieben diese Chaluzim nach ihren eigenen christlichen Ueberzeugungen, und auch die Is. raelis halten eich an „fair play“, d. h. sie betreiben kein^ „Mission“ für die jüdische Religion. Im eigenen Klubraum veranstalten die Mitglieder der Carmel-Be wegung Betstunden. vercammeln sich zum liturgischen Gesang um ein mitgebrachtes Hausharmonium. An den jüdischen Festtagen beteiligen sich die christlichen jungen Leute mit Freuden. Einige fasten am „Jom Kippur“. Einige junge Mädchen tragen aus Sympathie eine kleine „Menora“ auf der Brust, als Brosche. Sie lesen am Pessachabend aus der Haggada, wie alle jüdischen Sederteilnehmer, und sie lernen daß übliche Repertoire von Chorliedern, religiösen oder weltlichen Gehalts. Doch erscheinen auch die jüdischen Partner beim Weihnachtsfest, um ihre Glückwünsche auszusprechen oder gar Geschenke zu überbringen. Die Freundschaft fand kürzlich einen besonders herzlichen Ausdruck als die finnische Kolonie ihre nationale Unabhängigkeitßfeier in den Kibbuz Kirjat Anawim verlegte, wo die Schar christlicher Chaluzim hebräische Reden hielt, beide Fahnen gehisst wurden und die Pioniergruppe in das Goldene Buch des Keren Kajemet eingetragen wurde. Unter völliger Wahrung nationaler und religiöser In tegrität ist hier etwas „Ereign'ß“ geworden wovon sonst viel geredet und sehr wenig vorgevviesen werden kann: menschliche Hilfeleistung, aus dem wachgerüttelten Gewissen heraus. Man deklamiert nicht, scudern man „kooperiert“. Die erste Gruppe, die eich im letzten Sommer verabschiedete, blieb in Korrespondenz mit „ihrem Kibbuz“. Man umarmte sich. Man drückte sich schweigend die Hand. Auch bei der zweiten Gruppe gibt es keinen Misslaut. Ob in der Sommerpension Buch erschienen. Miroslav Sasek versteht es, mit Schrift ind Bild den Lecer durch das neue Ißrael zu führen. Biblische und moderne Worte veranschaulichen seine Darstellung, machen sie lebendig, ordnen alles in einen grösseren Zusammenhang ein und vermitteln Eindrücke und Kenntnisse. Altes und Neues wird geschickt gegenübergestellt. Mit einem Wort: ein hübsches Ißrael-Buch, das jeden interessieren muss. Purimf eiern in Moskau London. — Eine Gruppe von Kindern auß der USA- Botsehaft in Moskau erschien zur Purimanöacht in der Grccsen Synagcge, um an der Feier teilzunehmen, wie aus der sowjetischen Hauptstadt verlautete. Die Kinder kamen mit einem Omnibus an, den die Botschaft zur Verfügung gestellt hatte, und brachten die traditionellen Werkzeuge mit um Lärm zu machen, Glückwünsche für Levi Eshkol Jerußalem. — Premierminister Levi Eshkol heiratete in dritter Ehe die 34jährige Miriam Ze. likowitsch. Die jetzige Frau Eßhkol ist Leiterin der Knesset - Bibliothek und eine langjährige Freundin der Familie des Ministerpräsidenten. Die Absicht Eohkols, sich wieder zu verheiraten, wurden nicht öffentlich bekannt gegeben, und der Hochzeit wohnten nur die intimsten Freunde und Verwandte bei. Die zweite Gattin Eshkols, Elishewa, starb im Jahre 1959. (ITA) oder in der Wäscherei, ob im Säuglingsheim oder auf dem Felde, ob in der Kibbuzkrtehe oder in den Gartenanlagen: Helsinki dominiert. lernt bereite ,,Brasilianer“ an, wetteifert mit „Schweden“ in einer Welle des Enthusiasmus. Man stiftet Segen, aber das Alt-Neuland gibt auch den Segen zurück. welche ihnen von der israelischen Botschaft ausgehändigt worden waren. Eß waren nicht nur jüdische, sondern auch protestantische und katholische Kinder. Ein alter Jude fragte die Kinder! am Eingang, ob sie von der j Intourißt - Agentur kämen, | worauf ein kleines Mädchen! antwortete: „Nein, wir sind , von der amerikanischen Bot. I Schaft, und wir möchten an! Eurem Goteedienst teilnehmen.“ Hierauf machten die Juden, die an der Treppe standen, den Kindern Platz, damit sie durchgehen konnj ten. i Die Kinder machten Lärm! mit ihren Knarren bei jeder! Erwähnung des Namens Ha-! man. Da die russischen Ju. i den keine Knarren haben, so schlugen sie einfach mit den Fäusten auf ihre Betpulte oder trampelten mit den Füesen. Rund 800 Juden, hauptsächlich alte Leute, beteten in der Synagoge. Die Kinderschar wurde von Frau Ruth Smith, der Gattin eines der Attachés der USA-Botßchaft. sowie von dem presbyterianißchen Geistlichen Rev. Donald Robert aus New York begleitet. Die Idee zu diesem Svnagogenbeßueh stammte aus dem Wunsch einiger Kinder von Angestellten der USA- Botschaft, verschiedene Gotteßhäuser in Moskau zu besuchen. Beim Verlasßen der Synagoge erhielt ein jedes Kind ein gedrucktes Blatt, auf dem die Purim - Geschichte erzählt war, und die israelische Botschaft schenkte ihnen keine Megillot in hebräischer Sprache. (ITA) v¡tm Literarische Notizen Tod eines Juristen In Israel starb der aus England stammende Jurist Jacob Henry Lazarus, eine der wesentlichen Stützen des Rechtsberatern der Regierung, der dem Justizministerium wichtige Dienste geleistet und seine Erfahrungen aus der englischen Rechtßpraxis zur Verfügung gestellt hat. Israel-Messen Das diesjährige Budget der Israelischen Gesellschaft für Messen und Ausstellungen beträgt für 30 Messen und Ißrae.-Wochen 1.150000 IL; eß wird zum überwie genden Teil von der Gesellschaft und zum kleineren Teil von den Ausstellern getragen. Dieses Jahr ist eine Wanderausstellung Burma, Thailand und die Philippinen geplant, eine ähnliche soll in nächster Zeit in Afrika gezeigt werden. Preis für einen Bildhauer Der Bildhauer Chaim Gross wurde von der American Academy of Arts and Letterß mit der Award of Merit Medal sowie mit einem Preis von 1000 Dollar bedacht. Chaim Gross stammt auß Oesterreich und kam 1921 im Alter von 17 Jahren in die Vereinigten Staaten, wo er seine Ausbil- 1 düng empfing. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE BIS ANFANG APRIL VERREIST BUEROSTUNDEl: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. L: 80 - 6930 ★ PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS