Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2054 (6.3.1964)
- Date
- 1964-03-06
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Vier««», 5 de OTarw» de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Euthanasie- Verbrecher verhaftet Dr. Gerhard Johannes Bernhard Bohne, der einzige der am Euthanasie - Programm beteiligten Nazis, der sieh noch in Freiheit befand, ist hier in Buenos Ai. ree am vergangenen Wochenende verhaftet worden. Diese Nachricht wurde allerdings erst vor einigen Tagen in Frankfurt vom Staatsanwalt des Landes Hessen, Dr. Fritz Bauer, be. kannt gegeben. Bohne war der Planer und Hauptorganisator des Euthanasie-Programms Hitlers zur Beseitigung von körperlich und geistig behinderten Personen. Er war Mitangeklagter in dem jetzt in Limburg anhängigen Euthanasie-Prozess, floh jedoch im Juli vergangenen Jahres aus Westdeutschland. Bohne ist heute 61 Jahre alt. Wie es heisst, wurde er 1955 als deutscher Beamter pensioniert und bezog bis 1960 eine Pension vom deutschen Staat. Die Nachforschungen nach dem Verbleib Böhnes waren erfolgreich. Jetzt konnte er verhaftet werden, ais er am vergangenen Freitag um die Mittagszeit das Haus in der Arcos 2757 verliess. Als die Kriminalbeamten sich ihm näherten, leistete er keinen Widerstand und bestieg mit ihnen ein auf der Strasse wartende« Auto. Er wurde zuerst auf die Hauptpolizei in der Moreno gebracht, wo er angab, deutscher Rechtsanwalt zu sein und seit 1949 bei seiner Schwester hier zu leben. Er sagte aus, dass er von dem abgehetzten Regime die Einwanderungser- „laubnis nach Argentinien er- MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grössten Auswahl. SARMIENTO II47 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. Preise der letzten Herbstsaison Ihren Uebergangsanzug, den Regenmantel, Sportsaco, die Hosen oder gar den Wintermantel sollten Sie eich aus den Bestän. den der letzten Herbsteaison aussuchen. 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DEUTSCHLAND BEAN¬ TRAGT AUSLIEFERUNG Die Behörden der Deutschen Bundesrepublik haben an Argentinien das Begehren auf Auslieferung Bohnes gestellt, der nach Limburg überführt werden und eich vor den Richtern verantworten «oll. Dort steht bekanntlich Hans Hefelmann vor Gericht, ein Angestellter der Abteilung des Aussenministerium,s unter Hitler, welche mit der Durchführung des Enthanasie-Programme betraut war. Hier arbeitete auch Bphne, zusammen mit Hefelmann, Werner Heyde und Friedrich Tilman. die beide vor Eröffnung de« Prozesses Selbstmord ver. übt haben. ER KENNT MENGELE NICHT „Wie lange ist es her. seit Sie Mengele nicht gesehen haben“, fragte einer der Beamten. „Mengele... wer ist dieser Herr?“, antwortete Bohne, worauf ihm der Beamte entgegnete: „Es wäre das gleiche. wenn Sie mir sagten, das« Sie nicht wissen, wer Hitler ist.“ „Aber ich kenne keinen Herrn Mengele“, behauptete der einstige Nazi. „Ich wetes wirklich nicht, wer das ist. Sie dürfen nicht vergessen“, setzte er hinzu, um zu beweisen, dass er absolut nichts mit dem Euthanaßie. Programm zu tun hatte „das ich ein ganz einfacher Soldat war, nichts als ein kleiner Verwaltungsbeamter im deutschen Heer, und einige Zeit an der russischen Front Dienst tat.“ Bohne spricht fliessend spanisch. Als Bohne auf gefordert wurde, sich zur ärztlichen Untersuchung auszuziehen, bemerkte man auf seinem rechten Unterarm eine halbkreisförmige Narbe, die, wie er den Polizeibeamten bereitwillig erklärte, «eine Blutgruppe angab und ihm eingeritzt wurde, als er in die deutsche Armee eintrat. KEIN ANTISEMIT Bohne berichtete über sei ne Reisen und betonte, dass er legal aus Deutschland ausgewandert sei und die argentinische Botschaft in Bonn ihm das Visum erteilt habe. Er berichtete folgendes: „Hier habe ich zuerst in einer jüdischen Firma gearbeitet, bte ich nach Deutschland zurückkehren musste, um eine Erbschaft in Empfang zu nehmen. Darauf kam ich wieder nach Argentinien und verlie«s das Land erst im Jahre 1968. — Ich wurde irrtümlich in Deutschland verhaftet, man verwechselte mich mit einem Arzt, und so retete ich im August 1963 wieder nach Argentinien. — Ich habe keine feindseligen Gefühle gegen die Juden“, fuhr er fort, „ich habe sogar viele jüdische Freunde, und meine Schwester, die Krankenschwester im Deutschen Hospital ist, pflegt in ihrer Freizeit Juden.“ Dann gab er an, er sei das erste Mal ebenso wie auch «pater ohne Schwierigkeiten über Santiago de Chile nach Argentinien eingereist. Allerdings sei er im August 1963 mit einem Touristenvisum und einem Pass auf den Namen Alfred Rüdiger Kart aus Deutschland gekommen. Das« er einen falschen Pas« benutzt hatte, erklärte er damit, dass seine Papiere vom Gericht in Limburg eingehalten worden waren. BOHNE ERKLAERT DEN „GNADENTOD“ Ohne seine Mittäterschaft zuzugeben, gab Bohne auf Befragen Auskunft über die SCHECKS ODER UEBERWEISUNGEN t IN D-MARK ÖDER" DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO S.A. 347-SAN MARTIN-128 “ Ernst Koppel Moipú 982 TeL 31-7845 Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKl’tlPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorfnltrung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IM ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 'Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel,: 52-2993 4 Quader von Station Urquiza Durchführung des Euthana- «ie-Programms. Er erzählte, bei dem ernten Fall habe es sich um einen Offizier der deutschen Armee und seine Frau gehandelt, die ein Kind ohne Arme hatten und ärztlichen Rat suchten. Der „Führer“ habe seinen eigenen Arzt geschickt, der auch nichts tun konnte, so das« die Eltern selbst um den „Gnadentod“ für das Kind baten. Dies sei der Ursprung der Euthansie gewesen. Bohne gab zu. dass die Gaskammern im Prinzip für die Erfüllung des Programm« zur „Reinigung der Rasse“ benutzt wurden, von dem allerdings nur Geisteskranke betroffen wurden. Als dann im Laufe des Krieges die Juden vergast wur. den, seien während seiner Amtszeit — natürlich als kleiner Angestellter, so betonte er wieder — rund 80.000 Personen getötet worden. Nach diesen Aussagen wurde Bohne auf richterlichen Befehl in das Gefäng n;« Villa Devoto eingeliefert. GERICHTLICHE SCHRITTE Die argentinischen Behörden haben die Schritte zur Auslieferung des Bohne eingeleitet, die von West, deutschland auf diplomatischem Wege begehrt worden ist, damit Bohne in dem Limburger Prozess den Richtern vorgeführt werden kann. Die Anklage gegen Bohne lautet auf Totschlag bei Euthanasie-Verbrechen, die unter der Hitlerära von 1939 bi« 1944 begangen worden sind. Ihm wird nicht „Völkermord“ zur Last gelegt, sondern die Teilnahme an der Massentötung von in deutschen Krankenhäusern internierten Krüppeln und Geisteskranken, die man umbrachte, damit Deutschland während des Kriege« nicht „unnütze Mäuler“ zu ernähren habe. Bohne behauptete natürlich, dass er keinen aktiven Anteil an dietsen Straftaten hatte sondern als kleiner Beamter nichts anderes tat, als Statistiken über die Todesfälle anzufertigen. Die formale Ba«is für die Auslieferung wird jetzt von den argentinischen Richtern geprüft, nämlich ob die in dem zwischen Argentinien und der Bundesrepublik bestehenden Auslieferungsvertrag enthaltenen Bestimmungen auf diesen Fall zutreffen. Nach argentinischem Recht tritt eine Verjährung fünfzehn Jahre nach Verübung des Delikt« ein. Dies kann jedoch durch prozessa le Umstände wegfallen. Vorläufig ist Bohne in Präventivhaft, bis alle Requisiten für seine Auslieferung beige bracht werden, so dar« ein endgültiger Entscheid getroffen werden kann. Beteiligung an Weltraumforschung London. — Aegypten will in absehbarer -Zeit mit. einer eigenen Weltraumforschung beginnen. Nach einer kürzlichen Meldung der ägyptischen Nachrichten- Agentur wollen ägyptische Wissenschaftler einen „lebenden Organismus“ in den Weltraum hochschiessen und ihn wieder zurückkehren lassen. E« wird nicht gesagt, ob ein Mensch oder ein Tier eine Weltraumreise antreten soll. Gegenwärtig arbeiten nach einer Mitteilung de« Ministe, riums 30 ägyptische Mediziner. Biologen und Elektronen-Faehleute in Spezialla. boratorien an dem ägypti sehen Weltraumprojekt. — tAWZ) Año XXV. — No. 2054 — » LA SEMANA ISRAELITA BIS EMAN ARIO INDER RN DI MÍT-R 8*. Air«« — PUEYRREDON 21M, 1» — T. E. 83.2813 6. März 1964 22. Adar 5724 Um das neue Staatsbudget Jerusalem. — Bei der Vorlage des Budgetsvoranschlags für das Fiskaljahr 1964—65 in der Knesset gab Finanzminister Dr. Pinchas Sapir der Hoffnung Ausdruck, das« die im Jahre 1963 aufrechterhaltene Stabilität der Wirtschaft auch weiter gewahrt bleiben könne. Wenn dies erreicht werden könne, so führte er aus. werde das Land weiter auf dem Wege der wirtschaftlichen Unabhängigkeit fortschreiten. Wenn man jedoch die bisher so sorgfältig angespannten Zügel lockern würde, könne es geschehen, dass der Wirtschaftsplan der Regierung ins Wanken gerate. Der Aufruf des Ministers zur Bewahrung der Stabili. tat richtete sich im besonderen an die Arbeiter, die eine Reihe von Forderungen auf Gehaltserhöhungen vorgebraucht haben, sowie an die industriellen Unternehmen und öffentlichen Dien, ste, welche gehalten zu sein behaupten, aufgrund der steigenden Kosten zu Preiserhöhungen gezwungen zu «ein. Wenn alle interessierten Kreise Mässigung üben würden, so könne das Budget von 3.400 Mio IL ausgeglichen werden, ohne zu einer Erhöhung der Steuern zu schreiten, versicherte der Minister. Einige Steuern müssten aber, «o fügte er hinzu, mehr aus sozialen als aus fiskalischen Gründen erhöht werden. Es handelt sich um die Besteuerung der Passagen für Auslandsreisen, von Luxuswohnungen und den Nutzen von Kapitalien usser den Gewinnen aus dem Aktienverkauf an der tel. aviver Börse. Diese letzte Steuer würde im Augenblick noch nicht erhoben werden. Sollte die Stabilität aufrecht erhalten werden können, so hob der Minister hervor, dann würden die Exporte weiter steigen, die Kapitalsanlagen sich vergröesern, und das Defizit der Zahlungsbilanz, das sich 1963 auf 29 Mio Dollar verringerte, dürfte in diesem Jahr nicht weiter anziehen. Werde andererseits die Spiral« von Gehältern und Preisen höher geschraubt werden, so werde die Regierung neue Steuern einfuhren und die staatlichen Subsidien kürzen müssen. Sapir warnte, dass erhöhte Kosten die Konkurrenzkraft der israelischen Pro. duzenten schwächen müsse und die Exports nicht das von der Regierung auf 700 Mio Dollar gesetzte Ziel erreichen könnten.;. Der für 1964—65 unterbreitete Voranschlag für den Staatehaushalt ist der 17. Israels und der erste, den Finanzminister Sapir vorlegt. Während einige Experten die klare und verständige Ausarbeitung der Probleme, deren Lösung der israelischen Wirtschaft heute obliegt, hervorheben, so sind ander« der Meinung, dac« Sapir irrt, wenn er die Stabilität als Ziel an sich betrachtet. Diese Kritik stützt sich auf das Argument, dass die Stabilität nur e:n Mittel sein kann, um das Land der wirtschaftlichen Unabhängigkeit zuzuführen. Wa« Israel braucht, so betonen sie, ist nicht nur die Stabilität sondern strukturelle Aenderungen, um der israelischen Wirtschaft eine solidere Basis zur Konkurrenzfähigkeit zu geben. Hay P AisOOU’»0'eS aS*iepara su viaje visit»» *» Bueno* Aproveche ^UjoNAA- CPR1A ÏeU-AVW 9* 0EBC0^BC °,8 dispose» et vi..e HVuiOA. * OE da vi»i** ° * ... » »“ »°e ' Consult« * 7B23UV31*096