Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2053 (28.2.1964)
- Date
- 1964-02-28
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614333--3215-9614337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Viernes, 2Ce IVoren? <>t irrtA LA SEMANA ISRAELITA An« XXV. — No. 2053 Vfc' Das verschwundene Telephon Mahnung zur Brüderlichkeit J von SCHALOM BEN-CHOR1IN In der schönen Purim-Zeit veransi alten gosellige Vereine gerne Thea tera uff iihrungen. Zu einer solchen, die in Jerusalem ein weites Publikum erfreute, war ein Telephon nötig. Es ist nicht se leicht eine derartige At. ■(Tappe zu ergatternd aber zufällig verfügte das amerikanische Generalkonsult über ein Requteit dieser Gattung und stellte es dem Verein bereitwillig zur Verfügung, Nach erfolgter Aufführung •wollte der Vorsitzende der geselligen Vereinigung das Quasi - Telephon wiederum dem Vereinsbruder zustellen, der die konsularischen Beziehungen unterhält. Der Herr Vorsitzende wickelte dae kostbare Stück in schönes Papier und übergab das Paket seinem Lehrmädchen mit dem Auftrag, es bei Herrn Schwarzbrot in einem grossen jersusalemer Bürohaue abzugeben. Die junge Dame tat, wie ihr be. fohlen, aber da das Büro dee Herrn Schwarzbrot geschlossen war, gab sie die Kostbarkeit beim Nachbarn ab, mit der Bitte, es Herrn Schwarzbrot zuzustellen. So weit so gut. Aber nach einer Woche rief Herr Schwarzbrot «mit einem echten Telephon) beim Vereine Vorsitzenden an und bat um Rückgabe des Bübnentelephons, da da? amerikanische Konsulat dieses US-Eigentum zurückforderte, weil nämlich auch die KonsularbeamteH Bühnenblut haben und ihrerseits eine Aufführung planten, die solchen Requißits bedurfte. Der Vorsitzende war sprachlos: wie. das kostbare Kästchen war nicht bei Herrn Schwarzbrot gelandet? Er ging nun mit dem Lehrmädchen in besagtes Bürohaue und die ahnungslose Naive zeigte dem Chef das Büro eines Vermittlers für Wohnungen und Grundstücke, in welchem sie die konsularische Kostbarkeit deponiert hatte. ,,In der Tat“, versetzte der Immobilienfachmar.n, ..habe ich dieses Pa. ket entgegengenommen und ec an meinen Kunden Schwarzbart weitergeleitet, der eine Dreizimmerwohnung bei mir in Rechawia gekauft hat.. . “ Das war es also: Schwarzbart und Schwarzbrot sehen sich — hebräisch geschrieben — sehr ähnlich. Nur ein ,,Waw" unterscheidet sie. wenn man plene schreibt, kann man e<3 sogar weglassen .. Der Vorsitzende eilte persönlich in die .Wohnung des Herrn Schwarzbart, eine sehr schöne neue Wohnung, nur leider ohne Telephon. Der Vereinsvorsitzende er? klärte dem erstaunten Herrn Schwarzbart, was es um das Telephon sei. daß ihm durch den Wohnungsagenten zugeßtellt worden war. Herr Schwarzbart strich sich seinen schwarze»! Bart, nickte interessiert und meinte. ‘ dase ihm jetzt so manches ' klargewördeh sei. Herr Sehwarzbart kommt — vermutlich auf Umwegen — au«? Italien und dort, so legte er dar, sei es üblich, bei Bezug einer neuen Wohnung sofort ein Telephon mitgeliefert zu bekommen. So war er weiter "nicht er. staunt, dass ihm sein Wohnungeagent nun ein Telephon nachlieferte. Bei näherer Besichtigung stellte sich alierd'tig«? heraus, dass es ' sich hier nur um ein Spiel-; telephon aus Holz handelte,; in dessen Innern keine Dräh. : te, dafür aber einige liebli-; che Dschukken zu bemer- : ken waren. Frau Schwarz-! hart , säuberte di« sinnige j Gabe und schenkte sie ih.! ren Enkeln zu kindlichem I Spiel. I Wer aber.' so fragte sich! da«? Ehepaar Schwarzbart, konnte ihnen diese zweifelhafte Gabe via Wohnungsvermittler zugedacht haben? Sicher nur die Familie Jeruschalmi. die im Stockwerk unter den Schwarzbaris wohnt und über ein reales Telephon verfügt, dessen sieh Frau Schwarzbart so gern bediente. Vorsichtig fragte nun Herr Schwarzbart, ob die Jeruschalmi«? ihnen als Purimscherz daß Dschukken - Telephon ins Haus gesandt hätten? Der Telephon - Anschlussinhaber Jeruochalmi aber war nicht von der heiter.scherzhaften Sorte, reagierte auf solches Ansinnen ausgesprochen sauer und schlug dem verblüfften Schwarzbart die Tür vor der Nase zu. Jetzt sind die Schwarzbarts ohne jede Ferroprechmöglicbkeit, da das theatralische Telephon «sieh praktischer Verwendbarkeit entzieht und die Je. rusehalmis „broiges“ sind, da sie sich keines D»?chukken-Telephons bewusst sein können,.. Herr Schwarzbart stellte trotzdem pflichtgemäss fest, daes seine Enkelkinder. des Spieles satt, das alte Möbel auf den Mist geworfen hatten, woselbst die städtische Müllabfuhr ihres Amtes waltend, das Requißit endgültig abserviert hatte... Was tun? Die konsularischen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika standen auf dem Spiele. Unter unsäglichen Mühen und tiefen Verzweiflungsgriffen in die Vereinskasse gelang e.s dem rührigen Vorstand theatralischer Geselligkeit ein neues Theater-Telephon noch rechtzeitig zum Abend konsularischer Belustigungen zu ergattern, und nunmehr sind Israels Beziehungen zum Weissen Haus wieder ungetrübt. Und ehe noch je. ne direkte Telephon Verbindung Washington . Moskau zustande kam. von der man in Genf träumte, so war dieser Traum wenigster«? in kleinerem Masstabe in Jerusalem durch die drahtlose Telephonbeziehung zwischen israelischer und amerikanischer Geselligkeit ge«?chaf. fen worden. New York. — Der Erzbischof von Boston. Kardinal Richard Cushing einer der liberalen Führer der Katholischen Kirche, gab se'ner Zuversicht Ausdruck, dass das Kapitel des ökumeni. sehen Schemas-über engere Bindungen zwischen Kirche und Judentum und die Verurteilung des Antisemitismus auf der nächsten Ta- |-gi't.ig des Konzi’ß zur Annahme gelangen wird. Gleichzeitig mahnte der Kardinal eindringlich, die Beziehungen zwischen Katholiken und Juden schon heute zu verbessern. Cushng sprach als Hauptredner auf einem Bankett der ..Woche der Brüderlichkeit“, welch:«; in New York von dem Filialverband Manhattan der Nationalen Föderation von Christen und Juden veran- «staltet w'urde. Ueber tauj send Persotien, darunter bekannte protestantische und griechisch-orthodoxe Persöni lichkeiten, waren der Einla-! düng zu diesem E:een gei folgt. Stellung, dass der verstorbene Papist Johannes XXIII., der die erste Tagung des Oekumenischen Konzil? einberufen hat, Kardinal Bea ausdrücklich beauftragt habe. ..ein Kapitel über den Antisemitismus vorzubereiten“, und untenstrich, das«? ,,die Erklärung des Kardinals Bea mehr als eine Verdammung des Antiisemitismus ist. Sie erinnert in unzweideutiger Sprache an die Schuld de«? Christentums an das Judentum. Sie erinnert feierlich an das Erbe, das die Kirche Christi au«s den Händen des erwählten Volkes von Israel empfangen hat. Die Kirche vergisst nicht. do«ss Jesus Christus aus dem Fleische des jüdischen Volkes herstammt, ebenso wie seine Mutter Maria, seine Apostel und die Gründer und Säulen der chr.Sstliehen Kirche“. Ausdruck, d&t?s die letzte Versammlung des Kirchenkonzils den Vorschlag Beas nur ,.flüchtig betrachtet“ habe, ohne Stellung hierzu zu nehmen, aber „ich vertraue darauf“, setzte er hinzu, ..dass die Konzilsväter auf der kommende«? Tagung handeln werden“. E«? stehe jedoch nicht zu hoffen, so bemerkte er. daos ,,d£«? Konzil sich offiziell dazu äussem werde, damit det' in diesem Kapitel anempfohlene theologische Dialog aufgenommen wird. Zwilchen dem Gelehrten und dem Manne der Strasse besteht ein Unterschied des Geistes und 1 vor allem aber der Heizen, In Wirklichheit bedeutete es ' keinen Rückschritt, das«; das Konzil jetzt nicht über das Kapitel diskutiert hat. denn 1 der Aufschub wird sich von Nutzen erweisen.“ Kardinal Cushing fand lobende Worte für den „treibenden Ge>?t“ dieses Kapjtels, den Kardinal Bea. und i enthüllte bei dieser Gelegsn- ' heit, dass er «selbst bei der j Abfassung des Textes enti «scheidend mitgewirkt habe. | Er betonte, dass er nicht als j „Kommentator oder Zu. I «schauer“ sondern in seiner; Eigenschaft als katholischer j Bischof auftrete. Im weite- : ren verwie.s er auf die Be- 1 deutung des Besuches hin, den Papst Paul VI. dem Heii ligen Lande abgestattet hat! Er legte Wert auf die Feist. Sammlung von Dokumenten „OLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERUGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Gro«ssoktavfoi mat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband S 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 GOLD: Geschichte der Juden ' in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband $• 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS- EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien I., Hauptredalrtion: Dr. Y. L. Bato. Dr. N. M. Gelber ^RMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „OLAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002, ISRAEL Alle Publikationen erscheinen ln deutsener Sprache Die Preise sind in U$A Dollar angegeben. Entsalzung von Meerwasser i New York. — Der Nationale jüdische Rat für Gei meindebeziehungen in Ame-! rika beschleus, eine Sa mm; lung von Dokumenten Uber i die Lage der Juden in Russland anzulegen und diese; den UN und der Presse zu übergeben, damit mit Hilfe der öffentlichen Meinung der Welt eine Verbesserung der jüdischen Lage in der Sowjetunion erzielt werde. In diesem Zusammenhang hob der Bischof hervor, dass in dem von, Kardinal Bea verfassten Kapitel die Juden von der Schuld am Tode Christi freigesprochen werden und außerdem alle „Prediger, Katechisten und Liturgisten Anweisung erhal. ten haben, sich in ihren Leh:! ren einer jeden Aeusseruug zu enthalten", die ein Argument für den Antisemitismus bieten könne“. — „Die I ganze Welt hoffte «-„ähnlichst 1 auf eine solche Erklärung, , wie auch auf eine Verkiin. | düng der Gewissensfreiheit. ' Die Stimm« der Kirche zur religiösen Freiheit und unserer Beziehungen mit dem- 1 jüdischen Volk wird von den | Universitäten, ven nationalen und internationalen Organisationen. von den Christ, liehen und niehtchr .etlichen Gemeinschaften und der Presse mit Ungeduld erwartet. Ich hege die Ueberzeugung, dass wir nicht enti täuscht werden.“ 1 Cushing gab seinem ..tie. I fen persönlichen Bedauern“ Abschiiessetid führte Kardinal Cuching aus: „Wir leben i« einer Umwelt, die neu und gut ist. Wir besitzen zwischen Christen und Juden ein gemeinsames Erbe, das wir auf verschiedenen Eibenen teilen. Wir sind ' auf dem Wege, uns gegenseitig neu zu entdecken und | mit Erstaunen festzustellen, : dees uns nach Jahrhunder- ] ten der Trennung eine un- : endliche Zahl von Banden einen. Die Päpste Johannes , und Paul haben die Hand der Liebe ausgestreckt und unsere Schuld au das erste Volkes des ersten Bunde«s I mit Gott, das auserwählte; Volk von Israel, anerkannt, i und ich darf dies behaupten, weil ich dem Kardinal Bea bei vielen materiellen und | anderen Dingen behilflich , war, um eine Brücke des i Verständnisses und der Lie-! be zwischen Christen und 1 Juden zu bauen. Wir wollen j alle gemeinsam vorwärts I schreiten, neuen Höhen und i neuen Horizonten entgegen, vereint im Namen Gottes.' UTA) Tel Aviv. — Ein Ingenieur der Chemie erklärte den Journalisten eine neue Methode für die Entsalzung des Meerwafisers. die nur ein Drittel der Kosten der Prozesse beansprucht, mit denen bisher Süsswasser gewonnen w'ird. Der Erfinder heiisst Ariel Osdor. Er besitzt ein Laboratorium in Petaeh Tikwa. Seine Methode besteht in einem Druck - Verfahren, durch dais an einem kritischen Punkt die» Salze aus dem 'Meerwasser in trockenem Zustand ausgeschieden werden. Die Experimente Osdor«? wurden von dem gegenwärtig in der Schweiz lebenden Kanadier Robert Sherwood finanzierbt. (ITA) Bergung der „Exodus“ MIGUEL ROZENEK und Frau RITA geh. SPIEGEL zeigen die Geburt ihrer Tochter MIRIAM FABIANA an. Rom. — Das Wrack dos berühmten Flüehtllngsschif. fe»? „Exodus“ ist zur Hälfte geborgen worden und soll demnächst ganz aus dem Wasser gezogen werden. Da«s Schiff, das 1947 von den Engländern, als es 4.500 Flüchtlinge an Bord hatte, abgefangen wurde, blieb bis 1952 im Hafen von Haifa. 1952 geriet es in Brand und wurde in«? offene Meer geschleppt, wo es vereank. Larrea 306, 59 piso. t i — Die BAR-MITZWAH unsere«, Sohnes DANIEL MARCELO Seit über einem halben Jahr ist ein italienischer j Fachmann mit der Bergung; beschäftigt. Das Schiff, das j tief im Meeresboden stak, I mus«?te zerschnitten werden, | um es heben zu können. Es; soll veitschrottet werden. findet s.G.w. am Sonnabend, den 7. März Schabbos kodesch Parschat Wajakel Pekude, um 8 Uhr 30 in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449, statt. PABLO WEISS und Frau ANNI geb. SILBER MANN Empfang: Sonntag, den 8. März, von 11—13 Uhr Amenabar 2255, 3. St. A. LUACH — (KALENDER) 15. Adar 19. 20. Freitag, den 28. Februar Schuschan Purim Sonnabend, den 29. Februar 16. Adar Parschat Kl-TISSA 2. B. M. XXX 11 — XXXIV 35 Haftara I Könige XVIII 1 — 39 Sonntag, den 1. März Montag, den 2. März Dienstag, den 3. März Mittwoch, den 4. März Donnerstag, den 5. März Freitag, den 6. März Sonnabend den 7. März Parschat WAYAKKEL-PEKUDE 2 B. XXV 1 - XL 38 — Parschat PARA 4. B.M Haftara Yecheskel XXXVI 16 — Neumondankündigung NISSAN Sonntag, den 8. März 24. Adar Montag, den 9. März 25. Adar Dienstag, den 10. März 26 Miitwoch, {Jen 11. März Donnerstag, den 12. März 17. Adar 18. Adar Adar Adar 21. Adar 22. Adar Adar 23. M 14 XIX 1—22 38 Adar 27. Adar 28. Adar ANLAESSLICH DES 150 JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813, dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Varlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte der Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akter.materiais schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberprüfung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.“ „Das Werk ist nicht nur lesenswert, sondern auch zum, Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung.“ Perl De d« J ses d rice Haup des 2 Zentr nischt hört i disc Ix Dr. die jü ten in Repub besucl Jüdisc gescW Infer Die n»e 0 tänksch sichtig staalli Stellen eben 1 antisei lern v und dt antra) hierin, fentlic chendi seiche erteile 633. T Mkzi Die Buent eine s Warn ichicfc »urdt dentli Vorsil AMIA gefasi im G< derer falte an A1 fand Aul eine geget richte für d Avt