Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2053 (28.2.1964)
- Date
- 1964-02-28
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vier«**, 2« de Febrero de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Ane XXV. — Ne. 2052 — ï Hilfe für Nazi-Propaganda Die Deutsche Bundesrepublik legt venstä ndlicherwei. se den grössten Wert aut Wahrung ihrer Souveränität, selbst gegenüber den guten Freunden, Um so erstaunlicher wäre es, wenn innerhalb ihres Gebietes verfassungsfeindliche Propaganda und eine schamlose Hetze gegenüber Gruppen der Be. volkerung geduldet würden, sofern sie nur von aussen kommeu. Die Bundesregierung betont bei gegebener Gelegenheit immer wieder und widmet diesem Gegenstand auch Memoranden, dass Neonazismus und Antisemitismus keine Faktoren von irgendwelcher politischer Bedeutung darstellen und die bestehenden gesetzlichen Vorschriften völlig ausreichen, um Staat und Gemeinschaft vor einem neuen Irrweg in Chaos und Anarchie zu schützen. Das mag zutreffend sein, muss aber auch Anwendung finden. wenn eine Propaganda nach dem Muster des be. rüchtigten Nürnberger Gauleiters Julius Streicher von Ausländern in der Bundesrepublik mit Mitteln fremder Staaten betrietien wird. Hierbei heudelt es sich um Staaten, die in erheblichem Masse Entwicklungsgelder von dem deutschen Steuerzahler einschliesslich dem jüdischen Steuerzahler in der Bundesrepublik erhalten. Wir entnehmen einer Schrift, die vom „Iuformationsamt Kairo, Vereinigte Arabische Republik“ herausgegeben wird und kürzlich in der Bundesrepublik zur Verteilung gelangte und sich „Das Problem der Palästi. Bo-Flüchtlinge“ nennt, auf MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäf te mit der grösstes Auswahl. SARMIENTO 1147 T. E. 35 1033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserieichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung. voll Dr. H. G, VAN DAM S. 13 und 14 folgende Stellen: „Verfolgt wurden sie (die Juden) schon von den Byzantinern, den Russen, den Spaniern, aber von niemand ohne Grund. Die grössten Geister der Menschheit haben immer wieder den unangenehmen Charakter des jüdischen Volkes erkannt und festgestellt.“ „Die letzte grosse Judenverfolgung geschah unter dem Regime Hitlers, nachdem die zionistischen Orga. nisationen planmässig durch ihre politischen Marionetten, den Zionisten Winston Churchill und den Zionisten Franklin Delano Roosevelt den zweiten Weltkrieg über Deutschland gebracht haben. Es ist eine beliebte zionistische Lüge, dass damals sechs oder gar mehr Millionen Juden von den Deutschen ausgerottet worden seien.“ Eine derartige Propaganda wird in deutscher Sprache in der Bundesrepublik zu einem Zeitpunkt verbrei. tet, in dem der Auschwitz- Prozess in Frankfurt am Main anläuft. Bundeskanzler Professor Dr. Erhard verhandelte mi| dem amerikanischen Präsidenten, dessen Lehrmeister und Vorbild Franklin D. Roosevelt, als Verursacher des zweiten Weltkrieges neben dem Engländer Winston Churchill bezeichnet wird. Die logische Folgerung aus einer derartigen Schrift kann nur Anfachung des Judenhasses. Sabotierung aller Bemühungen um die staatsbürgerliche Bildung, Ver. schlechterung der Beziehungen der Bundesrepublik zu Grossmächten, Billigung alter und Vorbereitung neuer Verfolgungis - Massnahmen sein. Es handelt sich um ei. ne gegen die Verfassung und den Frieden gerichtete Propaganda. Hierfür zeichnet das Informationsamt Kairo verantwortlich, die Behörde der Regierung eines Staates, mit dem die Bundesrepublik diplomatische Beziehungen unterhält. Die historische Naivität und Gedankenlosigkeit der Autoren dieses Machwerks zeigt sich bereits in der Bezugnahme auf die Verfolgung durch Spanien. Sollte hierin eine nachträgliche arabische Billigung der Beendigung der arabischen Herrschaft und der Vertreibung der Mohammedaner ais Spanien oder der Beifall für die aus mittelalterlichen Gedankengängen gespeiste Inquisition liegen? Es hat aber wenig Sirn, sich mit der Logik der Schrift und der Richtigkeit oder Unrichtigkeit verschiedener Zitaten auseinanderzusetzen, weil es sich mehr oder weniger um geistige Anleihen und Plagiate aus der spukhaften „Geisteswelt“ von Julius Streicher und Josef Gcebbe’s handelt. Die Verleumdung richtet sich, wenn auch durch Israel-Feindlichkeit getarnt, real gegen die Juden in dem Landes, in dem ein derartiges Pamphlet verbrecherischer Hetze verbreitet wird. Die Täter, die in der Bundesrepublik wohnhaft sind, werden sich strafrechtlich zu verantworten-haben. Es bedürfte auch keine« Strafantrags, da der Paragraph 130 des Strafgesetzbuches in der Fassung des 6. Strafrechtsänderungsgesetzes hier ein Eingreifen de»s Staates von Amts wegen erforderlich macht. Hier liegt zweifellos ein Fall der Störung des öffentlichen Frieder.*! vor, wobei die Menschenwürde anderer angegriffen, „zum Hass gegen Teile der Bevöl. kerung aufgestachelt und eine ganze Gruppe von Menschen beschimpft, böswillig verächtlich gemacht und verleumdet wird“. Die Angelegenheit hat aber, neben der strafrechtlichen auch noch eine andere Seite. Es erscheitn als ein Skandal grossen Ausmasses, dass ein dritter Staat direkt und indirekt auf einem frem. den Territorium, und zwar häufig durch Studenten, die durch die»3en anderen Staat aus Steuermitteln der Bürger Stipendien erhalten, eine verfassungsfeindliche und strafbare Tätigkeit ausübt. Hierüber kann nicht mehr länger geschwiegen werden. Es ist gewiss schlimm, wenn die Souveränität eines Aus aller Welt Zum „Ritter“ ernannt 1 Auf der TONANGEBEND Stimmt d*r Gcundton. dann stimmt die ganze Melodie. .— Die* gilt auch für Herrenkleidung. Denn gut gewaehhe -Grundstoffe und die qualitaetsvolle Verarbeitung sind die Grundlagen der unübertrefflichen CARLTON KLEIDUNG Wer etwas auf sich hält, trägt Carlton-Kleidunt, die Kleidung guten Stils, sie **t meisterhalt gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. MASSKLEIDUNG FERTIGKLEIDUNG Ernct Koppel Maipú 982 Tel. 31-7845 Amsterdam. — Königin Juliane von Holland erhob den 76jährigen Dr. Salomon Rodrigues Pereyra anlässlich seines 40. Jubiläums alj Chacham der sefardischen Gemeinde in Den Haag zum Ritter des Ordens des Nie. derländischen Löwen. Rodrigues Pereyra war schon früher Chacham der sefardinchen Gemeinde von Amsterdam und bekleidete da»! Amt eines Geistlichen in der holländischen Armee im Majorsrang. Er ist ferner ehrenamtlicher Stadtrat seiner Vaterstadt Hilversum. (ITA) Handelsverkehr mH Russland Jerusalem. — Anlässlich der Suezkampagn« von 1956 war der Handel zwischen Russland und Israel zum Stillstand gekommen. Nun eir.uehte der sowjetische Botschafter Mikhail Bodrow den Direktor der Werke am Toten Meer, eine Offerte für Pottasche und Bromide einzureichen, und er fügte bei, dass die Aussichten für einen beiderseitigen Handelsverkehr gut seien. „Sehwarzen Liste“ London. — In der libanesischen „Schwarzen Liste“ von Firmen, die mit Israel handeln, etocheinen u. a. df»! Londoner Bankhaus N. M. Rothschild und Sons sowie Lazard Freres in New York, Paris und London. Die Schwarze Liste wurde von dem libanesischen Wirtschaft; - Ministerium veröffentlicht. welche,-, erklärte, dass die obigen Banken in Beziehungen zu Israel stehen. Immer noch für Hitler Bielefeld. — Nur jeder zwanzigste Befragte erklärte bei einer kürzlichen Umfrage des Bielefelder Emnid. Instituts. er würde sich gegebenenfal'»! noch einmal für einen Mann wie Hitler entscheiden. Die Mehrheit der Befragten, nämlich 77 Prozent, antwortete gegen Hitler; neben den fünf Prozent, die sich auch heute noch für Hitler entscheiden würden, verblieben noch 18 Prozent, die zu der Frage i keine klare Antwort abga- 1 'ben. (AWZ) Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEK.UUPFTKN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN EUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. EigMM Fabrikation — Unverbindliche Vorfuhr-una Auf Wunsch Zahlungserieichterungen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag *“ von 3—ig Uhr Im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Tel.; 52-2993 4 Quader von Station Urquiza Nasser wird nervoes London. — Der ägyptische Präsident Necser hielt eine Rede, in der er di.e Libyer aufforc'erte, die nordamerikanischeu und' englischen Stützpunkte in ihrem Land zu „liquidieren“, weil diese dazu dienen könnten, Israel zu unterstützen. Dies wurde aus Kairo gemeldet. In einer Versr.italtung am „Tag der Einigkeit“ behauptete Nasser, dass die USA und England entschlossen seien, Israel zu helfen und sagte: „Wie körnen wir wissen, ob wir nicht von den amerikanischen und englischen Basen in Libyen aus angegriffen werden?“ LA SEMANA ISRAELITA BIS EM ANA-RIO INDEPENDIENTE Bs. Aire« — PUETRREDOSt 2199, 1» lag. - T. E. 83.361a 28. Februar 1964 15. Adar 5724 Staates durch eine Entführung gefährdet oder gar verletzt wird. Von weit grö. sserer Tragweite ist e»i aber, wem eine ganze Gruppe der Bevölkerung^ durch die Aktion eines fremden Staaten auf dem eigenen Territorium zum Gegenstand einer schamloen Hetze gemacht wird, ohne dass hiergegen entschiedene diploma, tische Schritte unternommen werden. Das hat mit crer Auseinj andersetzung der arabischen j Länder mit dem Staat Lira- . el nichts mehr zu tun. wenn! tu auch besonders merk, j würdig berührt, dass sich j arabische Regierungen auf ■ ihrer Konferenz in Kairo j auf völkerrechtliche Grund-! sätze berufen, die für sie \ selbst nicht zu existieren scheinen. | Die Bundesrepublik hat Í die Internationale Konven-; tkm über den Völkermord ¡ mtenschrieben und ist gerade im Hinblick auf die jüngste Geschichte besonders daran interessiert und . dazu verpflichtet, die Wahrung der dort niedergeleg- ] Voriaeufig keine Kealitien Tel Aviv. — Der Rat der Mapam besctolo96 mit 301 gegen 16 Stirn, men, nicht dem Koalitions-Kabinett beizutretcu, da die kürzlichen Verhandlungen mit der Mapai und Achdut Awo. da keine Basis hierfür geboten hätten. In einem zuisammenfassenden Bericht über die bisher geführten Rücksprachen hob Meir Yaari hervor, dr,!s die Partei'ihre Haltung revidieren könne, falls die Mapai bereit sei, gewisse Forderungen der Mapam zu berück, sichtigen. (ITA) len Normen zu überwachen und rechtzeitige Vonsorge zu treffen. Die Entwicklungshilfe ist e.'n sehr wichtiges Anliegen, diu dem Frieden zwischen den Völkern dient. Sie darf aber nicht für, die entgegengesetzten Zweck« miss, braucht werden. < SCHICKS ODER & UEBERWE1SÜN6EH? IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ► ♦ 0^4 VC ♦ O-M Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRÄGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von iS—18 Uhr T. E.: 83-2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaltssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. 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