Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2053 (28.2.1964)
- Date
- 1964-02-28
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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- Agen 1× ep/1043981
- Haman 1× ep/1004757
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2 — Vieran, 28 de Febrero de 1964 L a semana israelita Abo XXV. — Ne. 2953 Die Purim - Geschichte / (Schluss von Seite 1) rgiSen Königreiches gegen ' Mordechai vorzugehen. t Haman erhebt eine ganz andere Anklage, als man erwarten müsste: Er erwähnt überhaupt nicht den Mordechai, seinen Gegner, den Mann, der ihn nicht vorschriftßmäseig begrüsst. Nein! Er beschuldigt alle Juden wegen der angeblichen Verletzung seinerJBhre durch einen. Hier haben wir bereits die generalisierende Anklage, die verallgemeinernde Beschuldigung. Wenn wirklich ein Jude etwas begeht, wae gegen das Gesetz oder gegen die bürgerliche Moral verstösst, dann ist nicht er allein schuldig, dann sitid es eben d i e Juden. So war ee schon zu den Zeiten der Königin Eßtber und so ist es geblieben bis auf den heutigen Tag. Gegenüber der Globalanklage gegen die Juden bezieht der König weder äusserlich noch innerlich Stellung. Er weise garnicht recht, wovon Haman spricht. Die Beschreibung des ,,Vol kes, zerstreut und ver-' sprengt unter die Völker“, ist völlig unbcßtimmt. Es wird mit keinem Wort erwähnt. dass ce sich um die Juden handele. Es wird auch nicht gesagt, welche Schuld diesee Volk auf sich geladen habe. Es genügen Haman« Worte, um das Volk anzuschwärzen, ohne dass sich der Minister überhaupt nur die Mühe zu nehmen braucht, Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1” ixq. nachm. 16—13 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349, 33-9305 .Material' für seine Anklage vorzutragen. Vielleicht genügte die Behauptung der Fremdheit, um daß uige. nannte Volk hinreichend anzuschwärzen. Ja, dieses Volk unterscheidet sich von den anderen, es hält eigene Geeetze, aber nicht diejenigen, die des König« Gesetze sind. Das ist der Kern der Anschuldigung. Das macht« offensichtlich den König stutzig: Ein Volk, zerstreut unter der anderen Völkern, verschieden von ih. nen, mit eigenen Gesetzen, das war verdächtig. Grosszügig schenkt der König dieses, ihm unbekannte Volk seinem Günstling. Er erweist dem Haman einen Gefallen. er gibt ihm die Juden. ohne zu wissen, wer sie sind, was sie getan haben, welchen Gesetzen sie folgen. Unwissenheit und Dumm, heit, Leichtfertigkeit und Grausamkeit sind immer die Voraussetzungen für den blinden Judenhass gewesen; sie sind es noch heute. II. Ge samt-Verantwortung Mordechai, der Mann der Tat.nahm dae Gesetz nicht einfach hin, aufgrund dessen alle Juden hingeschlachtet werden sollten. Er setzte sich mit der Königin Esther, seiner Schutzbefohlenen, in Verbindung und informierte sie über die Vorgänge. Da er eie nicht selbst sprechen konnte, liess er ihr bestellen sie solle beim König intervenieren. Esther sandte die Antwort, die« sei nicht möglich, weil niemand zum König gehen dürfe, ohne deos er gerufen sei. Wer es den. noch tue. laufe die Gefahr, hingerichtet zu werden. Als Mordechai diese Antwort Esthers hörte, schickte er ihr die warnenden Worte: ..Bilde dir nicht ein. allein von allen Judäern im Hau«e des König« zu entkommen“. Das sind Worte von seheri.- scher Kraft und alter Weisheit, von jüdischer Lebenserfahrung und h'ctorißcher Erkenntnis. ..Bilde dir nicht ein, allein zu entkommen!“ An dieser Einbildung, an dieser seelischen Erkran. kung, die für die Zeiten der Hochaßsimilation des deutschjüdißchen Bürger, tums typisch war, sind tausende Menschen zugrunde gegangen. Sie haben nicht verstanden, dass es ein Entrinnen vor seinem eigenen Schicksal nicht gibt. Weder die Taufe noch die Abkehr sind Garantien dafür, dass man ..allein von allen Judä ern“ die Katastrophe überleben wird. Nicht in der Fata morgana eine« Tsaumes von Selbottäuschungen und Illusionen zu verharren, nicht allein im Palast des Königs übrig bleiben zu können, sind Haltungen, die von uns verlangt werden, wenn wir ’ den Willen zum Ueberleben von Katastrophen haben, sendern durch freudige Uebernahme der Gesamtverantwortung uns mit allen ,Judäern‘ solidarisch zu fühlen und im Kampf um unsere jüdische Existenz zu bewähren. Gesamt-Verantwortung bst ein dehnbarer Begriff, der zu verschiedenen Zeiten andere Inhalte bekommen kann, aus dem andere Verpflichtungen fliessen, der aber in «einer Grundtendenz I bleibt, was er besagt: Verj antwortung für das Volk, für i «eine Gemeinschaft. Diese! Gesamtverantwortung steht auch heute noch als eine verpflichtende Wirklichkeit vor jedem Juden, in Israel wie in der Galut. Niemand kann und soll sich seinem jüdischen Schicksal entziej hen und glauben, allein, für eich, bestehen zu können. Wer solches tut, geht zugrunde. Der Wert eine« modernen Juden, wie jedes Menschen in unserer Zeit, wurzelt in der Verantwort, liehkeit für die Gemeinschaft. Die Grundlage des Lebens im 20. Jahrhundert ist mehr als vordem die „Gesellschaft“, zu welcher der einzelne gehört. Niemand kann sich diesen | Pflichten ungestraft entziehen, nicht die Königin Esther, nicht die Juden der folgenden Generationen und auch nicht wir heute. Für ■, die Königin Esther bestand! diese Verwirklich!, ng ihrer! Verantwortung in dem E'n- Gatz ihre« Lebens, um ihr Volk vor dem Zugriff des Feindes zu retten. Für den Juden in unserer Zeit besteht diese Gesamtverantwortung in der Erfüllung seiner moralischen und marieilen Verpflichtungen gegenüber Ißrael und «einen lokalen Gemeinschaften in der Galut. Der Inhalt der Verpflichtungen mag ein verschiedener sein, die jetzt vor uns stehen. Aber heute wie damals soll jeder wissen, da«s keiner sieh einbilden darf, allein übrig zu bleiben, geschehe auch immer, was wolle. Unsere lange Ge-' .schichte hat uns hinreichend gelehrt, dass mit den Verfolgungen durch unsere Feinde nicht nur die Juden, sondern auch oder vor allem ihr Jpeld gemeint ist. Ein Denunziant im Frack wie Haman genügte, um die Möglichkeit zu schaffen. da«s alle jüdischen Vermögen und die Juden «elbst zugrunde gehen sollten. Ein einflussreicher Mann, eine Clique von Neidern oder hasserfüllten Ehrgeizigen, können zur Verfolgung des jüdischen Volkes aufwiegeln und haben es getan, bis in unsere Tage hinein, auch heute noch. Unsere Reaktion muss immer die gleiche sein: solidarisch «ein, wie wir es die Jahrtausende ge. PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. jerät Sie kostenlos und JnverbiDdlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - TalJiebeutel - Käppchen Maz zot-Taschen - Handimd Maschioenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 wesen sind, ,,kol jierael Chawerim“ — ganz Israel muss in brüderlicher Bereitschaft Zusammenhalten, denn keiner braucht sieh einzureden, allein übrig zu bleiben. — 111. Er winselt Als Eßther, die Königin, dem Ahasveros, dem König, «agt, wer der Schuft sei, da beginnt Haman um sein Leben zu winseln. Auch hierin sind «ich alle alten und neuen Nazis gleich geblieben. So lange Haman die Macht gehabt hat, über Tod und Leben der Untertanen seines Königs zu bestimmen, ereann er deren Verderben. Natürlich war ’er nur der grosse Organisator de« geplanten Judenmordens. Selbst hat er — genau so wenig wie «eine späteren Epigonen ur.ßeres Jahrhunderts — Hand angelegt. Aber er schuf das Exterminatiensprogramm, die Endltßung, einschliesslich rechtzeitiger Dispositionen über die gestohlenen Gelder. Als dann sein König und Richter ihn schuldig sprach, da flehte er um sein Leben, da war alles garnicht «o gemeint, wie es jetzt genagt wird. Aber Königin Esther erklärte dem König auf dessen Frag« nach dem Schuldigen: ,,Ein verfolgungssüchtiger und gehäusiger Feind! Dieser bc«e Haman!“ Esther sagte es klar und in Gegenwart des Bösewichtes. Aber der erschrak. Er ■bat die Königin um sein Leben. Haman hatte „nur“ einen Macsenmoid geplant. Aber diejenigen, die ihn durchzuführen halfen, winseln auch heute noch vor ihren Richtern. sie seien es nicht gewesen. eie hätten die Anord. nungen Dicht erteilt, sie hätten nur Befehlen gehorcht oder nicht gewusst, zu welchen Verbrechen «ie benutzt worden seien. Feigheit war immer und blieb auch heute noch ein besonders typische« Merkmal der Antisemiten.— IV. Wenn du schweigst Mordechai hat zur Königin klar gesprochen, als er ßie zur Tat auf forderte. Als sie zauderte, wurde er noch deutlicher. Er erklärte ihr, «ie werde nicht allein übrig bleiben, wenn alle anderen stürben. Er liess ihr aber auch sagen, dass den Juden HiKe v«» anderer £-ite kommen wird, falls sie selbst untätig 6ein werde. Mordechai gab der Königin zu verstehen. dass er weitere Aktionen einleiten wolle, wenn sie nicht seinen Forderungen naehkommen werde. Sie werde gewiss wegen ihren Versagens untergehen, aber di« Volk werde dann auch ohne sie gerettet wer- , den. Selbst- und Gottvertrauen 1 sprechen aus Mordechais I Worten. Sind nicht Seltct. [ und Gottvertrauen übereinstimmende Begriffe? — Ergebensein «einem Gotte und Folge leinten den Geboten kann immer nur auf dem eigenen Entschluss des Ju. den beruhen. Die Idee des Fatalismus ist dem Judentum fremd. Nicht da« „Schicksal1' oder die „höhere Gewalt“ beotimmen, sondern der Mensch, der in Ue. bereinstimmung mit dem ihm gewordenen Auftrag und den ihm gegebenen Geboten aufgrund seiner eigenen Willens - Entscheidung jodelt. Beispiele hierfür sind nicht nur Mordechai und die von ihm gelenkte Königin Eßther; hier sind die Makkabäer zu nennen, die zur Tat schritten und nicht «ebweigen wollten. Wenn du schweigst, so begann Mordechai seine warnenden Worte an Esther, dann wirst du untergehen. Dieses Schweigen steht an Stelle des modernen Begriff« der Inaktivität, des Duldens, des Hinnehmens, des Sich-Fügens in ein Schicksal, zu deosen Gestaltung der Mensch berufen ist. Immer dann, wenn Juden aufgestanden sind, um ihre Zukunft allein in die Hand zu nehmen und zu formen, im mer dann steuerten wir auf Lichtpunkte in unserer Geschichte zu. Immer dann, wenn Juden passiv, gleichgültig oder nur leidend ihrem Leben und ihrem Schicksal gegenüber verharrten. begannen Epochen der Verfolgung, des Leidens, dec Unterganges. Als Mathitjahu seine Söhne und das Volk aufrief, nicht schweigend dem Trei- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lida. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190 1? izq. T. E. 83-2613 Abono Preise: Argentinien: > 100.— pro Quartal Ausl. $ 600.— jährl. JACOB LAPIDUS dipl. 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Als die moderne zionistißche Bewegung das jüdische Volk aufrief. aus einer langen Epoche der Lethargie, de« Schweigens und der Entwürdigungen aufzustehen, um den Traum der Jahrtausende zu erfüllen und eine« jüdischen Staat zu errichten, da wurde Wirklichkeit, was 'biß dahin nur Illusion erschien. Das wollen Mordechais Worte «agen, aus denen ebenso der Appell zur Tat wie die Warnung spricht, dass derjenige, der versagt, liegen bleibt, daes aber unserem Volk dann von anderer Seite Hilfe kommen wird. Das epricht also Purim zu uns: das jüdische Volk wird weiter leben, solange e* Juden wie Mordechai gibt. Es wird «einen Feinden trotzen und sie überdauern, oh sie nun Amalek, Antioehuß. Haman oder sonstwie heissen mögen. So berichtet auch das Buch Esther von der Lebenskraft und vom Lebenewunder Israels, da« alle seine Feinde überdauerte. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Etectrocardiogramme IM FEBRUAR VERREIST Vertreter: Dr. SANGUINETTI — T. E. 76 2406 Dr. HERSZKOWICZ 70-4484 y 701 3223 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1382 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telei Vereinbarung Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. Ti. 76-8673 u. 73-0500 HEL8UERA 1915 T. E. 58-4052 KLEIN Magen- und Darmkrankheiten R oen tgen-Un tersuch u ngen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542