Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 25 (1964)
- Issue
- 2051 (14.2.1964)
- Date
- 1964-02-14
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9614256-9614315--3197-9614319- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 — Viernes, 14 de Febreco de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Ann XXV. — No. 2051 msse Besuch im Leo Baeck-Institut H. Sw. — Das grosse ,.Er_ Ibe des deutschen Judentums“ *u Wahren, das ist in wsni- *cn Worten ausgedrmkt, die eigentliche Aufgabe des Leo Baeck-Instituts, das in New York seinen zentralen Sitz und ein sehr schönes Gebä l- *ie mit wertvollen Sammlungen hat. In wenigen Jahren Sst es gelungen, mehr als 35.000 Bände einschlägiger Literatur zusammenzutragen, alte, kostbare Handschriften. Manuskripte und Urkunden zu sammeln. Bilder, darunter viele Originale von grossem Wert Zeitungen. Zeitschriften und alle denkbaren anderen Formen von Publikationen und Dokumenten mühsam von allen Enden der lirde zu beschaffen, die nun geordnet registriert, ausgestellt und soweit wie möglich der wissenschaftlichen Verwertung zur Verfügung gestellt werden Ein kurzer Be. such im Institut allein gegrniigt. um dem überraschten Betrachter den ungeheuren Reichtum des Schaffens jener Kreise zum Bewusstsein zu bringen, die dieses deutsche Judentum einst — und in mancher Hinsicht auch heute noch charakterisieren. In einer langen Unterhaltung mit Frau Margarethe Eüelheim-Miihsam der früheren Schriftleiterin vier CV- Zeitung in Berlin, und ihrem jungen und dynamischen Mitarbeiter D.\ Ehrlich, werden kurz die allgemeinen Aufgaben und Notwendigkeiten des Instituts erwähnt und die Möglichkeiten erörtert. die sich auf die Mitwirkung der in Lateinamerika lebenden ehemaligen .deutschen Juden' beziehen. Das Budget des Instituts, für das sehr erhebliche Mittel erfor. derlkh sind wird zwar zu einem grossen Teil — Jstzt noch — von der Claims Conference gedeckt, aber die Frage ist noch nicht geklärt, was in Zukunft geschehen solle. wenn diese Gelder nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Einzelmitgliedschaftin könnten einen weit grösseren Teil der Kosten decken, wenn, ja w:nn es mehr Mitglieder geben würde, als das Institut heute — auch in Südamerika — hat. In diesem Zusammenhang wird die unermüdliche Tätigkeit unseres Mitarbeiters, Herrn Curt Wilk. gelobt, der in Zusam. menarbeit mit der jüdischen Wochenschau sowohl wertvolles Material dem Institut übersenden konnte wie ihm zahlreiche Mitglieder zugeführt hat. Aufgabe der C£NTRA Ohne Zweifel läge hier auch ein Betätigungsfeld für die Centra. um den Kontakt mit. dem Leo Baeck-Institut enger zu gestalten und die Mitglieder der vielen Centra. Gemeinden in einer ganz anderen Weise als bisher zur Mitgliedschaft heranzuziehen. Jedenfalls könnten, nach Meinung der führenden Leute dss LBI (Leo Baeck- Instituts i weit mehr Mitglieder in den verschiedenen lateinamerikanischen Republikin für das Institut gefunden werden. — Das ist sicher, wandte ich ein. Man darf aber nicht vergessen, dassolche Mit, gliedschaften U0 Dollar im Jahr» niemals ein einseitiges Geschenk sein können, sondern dass der Begriff der Mitgliedschaft auch gewisse Rechte dir Mitglieder voraussetzt oder zur Folge hat. Ich schlage deswegen vor, den Mitgliedern in Zukunft wenigstens im Abstand von 3 Monaten B-.nachrichtigunas. blätter zugehen zu lassen, aus denen sich die vielfälti- „OLAMENU“ TEL AVIV POB 3002 ISRAEL NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina I., Grossoktavformat — 180 Textseiten — 42 Bildertafeln 239 Illustrationen Ganzleinenband S 20.00 — Luxusausgabe S 35.00 GOLD: Geschichte der Juden in der Bukowina II., Grossoktavformat — 232 Textseiten — 51 Bildertafeln 457 Illustrationen Ganzleinenband S 20.00 — Luxusausgabe $ 35.00 SUBSKRIPTIONS- EINLADUNG GOLD: Geschichte der Juden in Wien L, Hauptredaktion: Dr. Y. L. Bato, Dr. N. M. Gelbar ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: Vor Erscheinen $ 15.—, nach Erscheinen $ 25.— BILDPROSPEKT KOSTENLOS DURCH: Edition „OLAMENU“ TEL AVIV. P.O.B. 3002. I6RAEL Alle Publikationen erscheinen in deutsener Sprache Die Preise sind in U$A Dollar angegeben. ge Tätigkeit des LBI ergibt, i Mithilfe eines solchen Kon- [ , taktes wird es viel leichter! sein, einen vielleicht garnicht unerheblichen Tsil von Mit-! gliedern auch in Lateiname. rika zu gewinnen. I l Schliesslich kann man die Werbe- und Informationstäj tigkeit auf einsm Kontinent , nicht einfach einer anderen , Organisation (Central oder 1 einem einzelnen Privatmann als desssn persönliche Aufga-! be überlasen. Es fehlt der vierte Sitz des LBI in Buenos Aires. Ueber die Möglichkeiten einer solchen Erweiterung der Tätigkeit des LBI muss wohl noch gründlicher ' gesprochen werden. Man sollte es bald tun, Zeit wäre es. i , Neue Publikationen I Das vom LBI herausgegsbene Buch ..Deutsches Ju, dentum — I ufstieg und Krise“. Gestalten, Ideen, Werke, i erschienen 1963 in der Deutschen Verlagsanstalt Stutt- < 1 gart, wurde von Robert Weits »h zusammengestal’t 1 (herausgegeben) und enthält 14 Monographien sowie Sehr I interessanter Bilder. Obwohl die Herausgabe dss Werkes ■ und die einzelnen Artikel nur als hervorragend bezeichnet , i werden können, sei doch ein ' kritisches Wort gestattet, das; I vielleicht richtig verstanden, ' zu konstruktiven Entwicklun. ger. führen kann. Zunächst ' einmal dürfte das frühere deutsche Judentum nicht so | arm sein, dass immer diesel- : ben Autoren über immer die- '; selben Persönlichkeiten De-! richten, über Buber und Baeck, über Paul Nathan und Schocken, über Kafka und Liebermann. Alle die Ge. nannten sind geistige Heroen , und s;höpferische Menschen gewesen, alle, die über sie schreiben, ebenfalls aner- | kannte Meister ihres Faches; : Ernst Simon und Fritz Bam- | berger, Ernst Feder und Sieg- , fried Moses Felix Weltsch, | Tramer, Gelber usw. Aber! das Erbe des deutschen Ju. dentums ist so reic-h dass es über diesen Themen- und Autorenkreis hinaus einem wiss- und lernbegierigen Publikum Ideen. Menschen, Ge. stalten und Werke zum Bewusstsein und zur Kenntnis 1 bringen kann. Wie lebendig ist gegenüber dieser repetierenden und retrospektiven Betrachtung der Abschnitt ,,Im Angesicht der Katastrophe“, aus dem nur die beiden Aufsätze „Die Haltung der jüdischen Presse gegenüber der nationalsozia. AUTOS FÜR ISRAEL-REISENDE New York. — Passagiere der ZIM-Schiffe, die Hin- und Rückfahrtpas. sagen zwischen europäischen Häfen und Israel besitzen, können fünf Tage 'ang gratis ein AVIS- Auto in einem ihrer Bestimmungshäfen benutzen. Diese Abmachung ist hier vom Direktor der ZIM Mark Keren, und Vincent P. Conroy, dem Vizepräsidenten der AVIS- Werke, unterfertigt worden (ITA) NEUE BUECHER listischen Bedrohung" (Margi ret T. Edelheim-Mühsam) und „Probleme der jüdischen Schule während der Hitler, jahre“ (Verfasser Hans Gärtner) erwähnt werden sollen. Die Ausführungen von Hans Gärtner sind — und das mag manchem überraschend klingen — auch heute noch, we. nigstens in verschiedenen Städten und jüdischen Gemeinden Lateinamerikas aktuell. nicht wegen drohender Verfolgungen, sondern wegen der Grundtatbestände und Probleme, die den Gegen, stand der klugen Darstellungen von Hans Gärtner bildeten. Schliesslich sei in diesem Zusammenhang auf das 21. Heft des vom LBI herausgegebenen BULLETIN aufmerksam gemacht, das eine Reihe interessanter Aufsätze bringt. Das BULLETIN wird allen Mitgliedern des LBI Kostenlos zugestellt. — Lenin: Ausgewählte Schrif. ten, herausgegeben und ein geleitet von Hermann Weber, ersehiënen bei Kindler, München 1963. — Man darf von einem grund- , legenden Werk« sprechen. Die mehr als 1500 Seiten bringen eine sehr geschickte Auswahl aus den Werken Lenin«, also des Mannes, 1 der nach der Meinung des gelehrten Herausgebers wie kaum ein anderer in unserem Jahrhundert die Ge- : schichte der Zeit beeinflusst hat. Sehr belehrend ist die , Einleitung, die in eich eine geschlossene Dissertation darstellt. In unserer Zsit. wo jeder, der eine Zeitung liest, bereits das Recht für sich in Anspruch nimmt, über jeden und über alles zu sprechen. haben nur noch wenige den Mut. eich in die einzelnen Wissensgegenstän de zu vertiefen. Gegenüber den Schicksalsfragen der Menschheit wäre es empfehlenswert. dieses monumentale Werk zu studieren oder wenigstens in diesem Buch zur eigenen Orientierung zu lesen. Ee wird nicht nur dem einzelne*! Gewinn und Bereicherung bringen, sondern auch zum Verständnis der Probleme beitragen, die unser Leben belasten. — Roger Ikor: Das Dorf ohne Geld. Roman, erschienen bei Kindler 1963. — Der Verfasser des berühmten. viel gelesenen Romans ,.Die Söhne Abrahams“ veröffentlichte mit diesem Roman den ersten Band eines Zyklus, der einer Idee gewidmet ist: Dörfer, die im letzten Krieg zerstört worden ' sind, wiederaufzubauen, nur dass auch diese neuen Dörfer eine neue Gesellschaft schaffen helfen sollen, eine Gesellschaft auf einer natürlichen, besseren Grundlage als die bisherige. Vor allem müsse das Geld aus dem Leben der Men. sehen verschwinden. Aber es soll eich zeigen, daes diese schöne Idee an der harten Wirklichkeit zerschellt. Der Autor, der seine Darstellungskunst bereits bewiesen hat. schafft lebendige Menechen. deren Leben und Hoffen, deren Versagen und Scheitein er spannend dem Leser nahebringt. Literarische Notizen Kunstwerke aus aller Welt Der Bau des Bezalelmuseumis in Jerusalem schreitet fort, und bereits werden Pläne für die Eröffnung im Jahre 1964 gemacht. Die ' Eröffnung zu übersenden, j Der Kurator des Museums,! Karl Katz. erklärte, dass diese Ausstellung zwei Monate dauern werde. Die Bilder werden einen Wert von annäehernd zwei Milliarden Pfuod verkörpern. Das Be- Gemeinde in La Falda : meisten der grossen Museen-1 zalel-Museum ist auch be- Die erst vor einigen Monaten geschaffene Gemeinde in La Falda. Circulo Israeli, ta Shalom, über die wir seinerzeit berichtet haben, entfaltet eine terfreuliche Aktivität und hatte in letzter Zeit verschiedene Besucher, die dort Vorträge hielten und In. formationen gaben. Soeben werden wir davon unterrichtet. dass auch Herr Raob. Paul Hirsch, der zur Zeit auf einem Jugendlager der Gemeinde Lamrot Hakol weilt, von der Gemeinde in La Falda zu einem Vortragsabend eingeladen worden war. Nach kurzen Begrüssungs. Worten cj^s Herrn Halasi gab Rabb. Paul Hirsch seiner Genugtuung darüber Ausdruck, dass „so wenige Familien erstmals in La Falda eine jüdische Gemeinschaft gegründet haben“, wie es in dem uns übersandten Bericnt heisst. Rabb. Hirsch sprach dann über das Thema „Religion und Wissenschaft". An 1 den hochinteressanten Vor- ■ trag, der in den überfüllten ' Gemeinde-Räumen stattfand, und Galerien Europa« und Amerikas haben zugesagt, Meisterwerke leihweise zur schloss sich eine Diskussion an. „Es wurde sehr applau. diert, und die Zuhörer hatten einen genussreichen Atend erlebt“, schliesst der Bericht. Das 170. Ruch Dsr Verlag des Zentralvermiiht. das Innere einer Synagoge aus dem 17. Jahrhundert aue der Gegend von Venedig nach Israel zu überführen. Bücher für Tokio 500 Bücher und Schriften über jüdische Themen wurden von der Hebräischen Universität der Waeeda-Universität in Tokio geschenkt. Die Bücher wurden in der Naticnalbibliothek zusambandes der polnischen Juden > men mit dem auf einer Studienreise befindlichen Professor Masayuki Kobayaschi zusammengestellt. hat soeben als das 170. Buch seiner Schriftenreihe „Verschwundene Kshillot“ von N. Kantorowicz herausgebracht, das zur gleichen Zeit wie der Roman „Im Sturm“ von D. Zakalik erschienen ist. Auf die umfangreiche und grosartige Tätigkeit dieses Verlages wurde von uns im! Laufe der Jahre wiederholt aufmerksam gemacht. Die! von diesem Verlag herausge- ' brachten Werke erscheinen! ausnahmslos in jiddischer! Sprache: sie werden in ler 1 ganzen Welt gelesen. Es ist interessant, dass die grösste 1 Buchproduktion in jiddischer Anne Frank-Erzählungen Die Märchen und Erzählungen aus der Feder von Anne Frank wurden von Miriam Jalan Stekeli« aus dem Holländischen ins Hebräische übersetzt und sind im I Verlag Javne erschienen. In einem Vorwort macht die! Uebersetzerin den jugendlichen Leser mit der Gestalt; von Anne Frank vertrant. Kafkas „Schloss" LUACH — (KALENDER) Freitag, den 14. Februar 1. Adar 2. Tag Rosch Chodeech ADAR Sornabend, den 14. Februar 2. Adar Parschat TERUMA 2. B. M. XXV 1 — XXVII 19 Haftara I Könige V 26 — VI 13 Sonntag, den 16. Februar Montag, den 17. Februar Dienstag, den 18. Februar Mittwoch, den 199. Februar Donnerstag, den 20. Februar Freitag, den 21. Februar Parschat TEZAWE 2. B. M. Parschat SACHOR 5. B 3. 4. 5 6. 7. 8. Adar Adar Adar Adar Adar Adar XXVII 20 — XXX 10 M. XXV 17—19 Haftara I. Schmuei XV 2 — 34 Sor.ntag, den 24. Februar Montag, den 24. Februar Dienstag, den 25. Februar Mittwoch, den 26. Februar Fasten Ester Donnerstag, den 27. Februar PURIM Freitag, den 28. Februar Schuschan Purim Sonnabend, den 29. Februar Parschat KI-TISSA 2. B. M. XXX 11 - Haftara I Könige XVIII 1 — Sonntag, den 1. März Montag, den 2. März ’ Dienstag, den 3. März Mittwoch, den 4. März 10. Adar 11. Adar 12. Adar 13. Adar 14. Adar 15. Adar 16. Adar - XXXIV 35 39 17. Adar 18. Adar 19. Adar 20. Adar I Unlängst fand in der Ro- ‘ val Academy of Dramatic Sprache heutzutage in Argen- -Arts in ^„don die premietinien erfolgt. — j re ¿er von Max Brod dra- Der Verlag des polnischen matii;ierten Fassung von Judentums wird in Kürze Kafkas ,.Schloss“ in englifünf weitere Publikationen «eher Sprache statt. Die Reherausbringen. — ' gie führte Milo Sperber. ANLAESSLICH DES 150 JAHRESTAGES SEIT DEM JUDENEDIKT VOM 10. JUNI 1813. dem Beginn der Emanzipation des bayerischen Judentums, erschien soeben im Dr. Olzog-Verlag (vorm. Isar Verlag) München und Wien das Werk von: STEFAN SCHWARZ: Juden in Bayern im Wandel der Zeiten mit einem Vorwort des bayerischen Ministerpräsiden, ten ALFONS GOPPEL. Es ist ein Buch, welches die Geschichte dsr Juden in Bayern aufgrund bis jetzt unveröffentlichten Akter.materials schildert. Namhafte Professoren und Historiker schreiben nach Ueberpriifung des Manuskripts: „Schwarz kann Anspruch darauf erheben, die erste erschöpfende Gestaltung des Judenedikts geschaffen zu haben“. — „Das Buch verdient ein Standardwerk zur Geschichte der Juden in Bayern zu werden.“ „Das Werk ist nicht nur leeenswert, sondern auch zum Nachdenken anregend.“ „Das Werk verdient die weiteste Verbreitung."