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Jüdische Wochenschau · 1964-02-14 · 2051 (14.2.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2051 (14.2.1964)
Date
1964-02-14
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes , 14 de Febrero de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2051 — 3 Echo auf den „Stellvertreter Nach einig; n Störungen und Krawallen bei den ersten Aufführungen des ^Stellvertreters“ in Paris scheint eine Ruhep use eingetreten zu nein. Der Skandal, der sich in Schlagzeilen der Tageszeitungen umsetzte, bst ernsthafteren Auseinander. Setzungen mit den Thesen des Stückes gewichen, welche die Spalten der Wochenblätter und der Meinungspretsse füllen. Ueber die An. klage, die in dem Stück gegen Pius XII. erhoben wird, hinaus rollte man in Frankreich die Frage nach der Schuld des deutschen Volkes an der Massenvemichtuug der Juden von neuem auf Zudem fiel dieses Theaterereignis mit der Eröffnung des Prozesses gegen die SS. Funktionäre von Auschwitz zusammen. Die Pariser Hochschule für Politik hatte für ihre Studenten eine Sondervorstellung des „Stellvertreters“ anberaumt, mit anschlieseender Diskussion, die von dem Deutschland-Experten Professor Grosser geleitet wurde. In einem Gespräch, das vom Sender Europe I veranstaltet wurde, vertrat Prof. Grccßer mit verschiedenen Hinweisen auf das Stück Hochhutbs den Standpunkt, dass man wohl einen Unterschied zwischen den Kriegsverbrechern und den Nazis, die nur Mitläufer gewesen sind, machen müsse, aber die „passive Mitschuld“ der Deutschen lasse sich nicht leugnen. Und eine solche Gewisßeneerforschung wollte Hochhuth doch gerade auslösen. Daher er. weckt er in Paris in den meisten intellektuellen Kreisen wärmste Sympathie, wenn er meint, sein Werk eei die Reaktion einee jungen Deutschen, den das Gewissen quäle, auf die belastende Vergangenheit. ..Der Papst ist nur der Repräsentant unserer alten Schuld“, sagte er. Wie die Wochenschrift „Arte“ ein Interview Hochhutbg kommentiert, ist „die Selbstanklage, von der die Werke der zeitgenössischen deutschen Schriftsteller durchdrungen sind, bei Hochhuth zu einer universalen Anklage geworden (da jeder Deutsche nicht nur Deutscher, sondern wie jeder von uns Welt, bürger ist); sie ist nicht masochistisch, sondern eine Bitte um Vergebung Auch in Frankreich werden hauptsächlich zwei Argumente zugurßten Pius1 XII. angeführt: die Unkenntnis de» Papstes, was das TONANGEBEND Stimmt der Grundton. dann stimmt die ganze Melodie. — Dies gilt auch iür Herrenklei düng. Denn gut ge waehlte Grundstoffe und die qualitaetsvalle Verarbeitung sind die Grundlagen der unübertrefflichen CARLTON KLEIDUNG Wer etwas auf sich hält, trägt Carlton-Kleidung, die K lei chm c guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. MASSKLEIDUNG FERTIGKLEIDUNG Ernst Koppel Maipú 982 Tel. 31-7845 Ausmass der Judenverfolgungen betrifft und die vermutliche Unwirksamkeit eines offenen ProUntes. Vladimir d’Orm-t3Son der langjährige französische Botschafter beim Heiligen Stuhl, "ist auf Ehre und Gewissen überzeugt, dass der Papst nichts von den Ungeheuerlichkeiten, deren Opfer die Juden waren, wissen konn. te („Figaro“); Jean de L’Hospital, dessen seinerzeitige Berichte vom „Candide“, einer den Gaullisten verbundenen Wochenschrift, zitiert wurden, sucht die Gründe für die Zurückhaltung von Pius XII. in seiner vorwiegend diplomatischen, m Deutschland verbrachten Laufbahn. Ein natürlicher Hang seines Charakters hat. te Pius XII. ausserdem zu der Ueberzeugung gebracht, dass Verhandlung, Zurückhaltung wirksamer seien als eine aufsehenerregende Stellungnahme. Solche Erwägungen bleiben im gaullistischen ,,Candide“ ein bisschen zweideutig: Das Blatt veröffentlichte auf der ersten Seite ein Foto, wo Pius XII., damals noch Kardinal Pacelli, die Reichskanzlei im Jahre 1937 verlässt, und mar. machte eine unmissverständliche Anspielung auf den ,,Papa tedesco“, den „deutschen Papst“, der auch in Frankreich nie beliebt war. Ohne es zu wollen, bat Hochhuth auch hier eine ganze verfilzte, schonfast vergessene Politik der jüngsten Vergangenheit wieder aufgerührt, wobei auch peinliche Reminiszenzen an Marschall Pétain, dessen Haltung nicht ganz unähnlich war, auftauchen. Solche Debatten, die meist in den Niederungen einer rein pragmatischen und historischen, noch hypothetischen Fragestellung hängenbleiben, werden von R. P. Marié, der schon nach der offenbar propagandistischeren Berliner Inszenierung Piscators eine Analyse in der von Jesuiten geleiteten Zeitschrift „Etudes“ veröffentlicht hatte, vertieft. Er scheint durchaus eine historische Kritik des Stellvertreters zuzulassen. Doch meint er. das Stück entwickele sich allmähiich zu einem Pamphlet gegen Pius XII. und ende dann in Schablonen. Dabei hätte es im Grunde den Stoff zu einem echten Gewi;senskonfikt abgehen können. „Je grösser die Verantwortung eines Menschen ist, je mehr sie die Gesamtheit einer Situation umfasst, desto stärker lastet das Verhängnis auf ihm . Wern Hochhuth das Problem in diesem Licht betrachtet hätte, hätte er eine Tragödie im griechischen Sinn schreiben können.“ Merkwürdigerweise trifft sich die unseres Erachtens fundierteste Deutung des Stellvertreters, die von Philippe Viannay in dem linksstehenden. aber intellektuell sehr unabhängigen „Observateur“ veröffentlicht wurde, in manchen Argumenten mit der des Jesuiten. Das Stück von Hochhuth hält jedoch im einzelnen, wie der Verfasser am Schluss auch sagt, dem hohen Anspruch des Problems nicht ganz eTSnd, das in seiner wirklichen Dimension nur vom „Mord in der Kathedrale“ von T. S. Eliot erfasst werde. Hochhuth hat keineswegs im besonderen die Persönlichkeit des Papstes angreifen wollen, so meint er, sondern dieser verkörperte nur den Gipfel einer Logik, einer Politik. Für den Vatikan habe sich einfach die Berechnung ergeben, wie er die von verschiedenen Feinden, dem Nationalsozialismus, dem Kommunismus. den amerikanischen Bomben, bedrohte Kirche am besten verteidigen könne, ateo einfach eine Frage der politischen Taktik einer ebenso weltlichen wie geistlichen Institution. Dagegen stellen Ricar. -do und der Arzt jeder auf seine Weise die einzigen lebendigen Kräfte, die sich die Bedingungen ihrer inneren Freiheit erkämpfen, dar: nämlich Liebe und Hass, MOEBELHAUS WATERMANN Das Raus der 3 Gesehäf te mit der grösste» Auswahl. 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Eine vollständige Buchausgabe des „Stellvertreters“ ist im Verlag Seuli erschienen. Aber Hochhuth sollte zufrieden sein, wenn er liest, sein Stück sei „der Nürnberger Prozess und eine Tragödie von Schiller“ zusammen („Le Men de“) oder „Es ist zugleich weniger und viel mehr als Theater“ (Robert Kanters, ,,Express“). LA SEMANA ISRAELITA BIS E MAN ARIO INDEPENDIENTE 8s. Aires — PUEYRREDON 219«, 1* — T. E. 83.281 14. Februar 1964 1. A-dar 5724 Ehrenbürger von Brasilien Rio de Janeiro. — Zwei jüdische Brasilianer, die im Ausland geboren wurden, sind von der Zeitung „O Globo“ unter zehn der bekanntesten Persönlichkeiten, die mit dem Titel „Ehrenbürger von Brasilien“ ausgezeichnet werden, gewählt worden. Es handelt sich um Frau Dr. Regina Feigl, die Gattin des berühmten Chemikers Fritz Feigl. und Adolf Bloch, einen bekannten Verleger, der die Zeitschrift ,,E1 Manobete“ herausgibt. Frau Dr. Feigl wurde beauftragt. einige der schönsten Gebäude der Stadt, darunter einen Wolkenkratzer von 35 Stockwerken, den höchste, in Lateinamerika, zu bauen. Sie ist von Geburt Polin. Block verdankt seine Wahl seiner verlegerischen Tätigkeit. Er wurde in Russland geboren. (ITA) Studenten der Hebraeischen Universitaet Jerusalem. — Im kürzlich begonnenen Wintersemester zählt die Hebräische Universität in Jerusalem einschliesslich ihrer Zweiginetitute in Tel Aviv und Re chowot 9.200 Studenten. Das sind 12 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Zahl der ausländischen Studenten stieg von 450 auf 500. darunter 100 aus afrikanischen und asiatischen Ländern. — (AWZ) Sowjetischer Kriegsheld gestorben London. — Oberstleutnant Israel Solomonowitsch Beskin, ein jüdischer Offizier der Roten Armee Träger zahlreicher Orden, verschied im Alter von 65 Jahren. Ein aus Moskau erhaltener Bericht beßagt, d£6s er nicht im aktiven Dienst stand und schon seit Monaten krank war. Beskin hatte sich im Zweiten Weltkrieg auf verantwortlichen Posten mehrfach ausgezeichnet. (ITA) Kapitalsan lagen in Israel Jerusalem. — Projekte zur Investition von insgesamt fast 500 Mi Dollar und 423 Mi IL wurden in den letzten viereinhalb Jahren seit der Aeuderung des Gesetzes zur Förderung von Kapitalsanlagen genehmigt. In dieser ‘Zeit wurden insgesamt 1.500 Projekte bestätigt. Von dem erwähnten DoT larbetrag wurden 35 Prozent für Finanzierungs-Institute verwendet, 27 Prozent für die Industrie, 11 Prozent für Hotels, 12 Prozent für veri schiedene Dienste, 8 Prozent j für Immobilien, 6 Prozent für Schiffahrt und 1 Prozent; für Ackerbau. Das Kapital I in IL kam zu 63 Prozent der , Industrie zugute, 13 Prozent j wurden für Dienste, 14 Prozent für Schiffahrt, 8 Prozent für Hotels und 2 Prozent für die Landwirtschaft 1 investiert. Die israelische Regierung ergänzte die privaten Investitionen durch staatliche Anleihen und Ga- , rantien mit einer Aufwen. 1 düng von 500 Mi IL. (ITA) í SCHICKS ODER « V; UEBERWEISUNGEN IN D-MARK ODER DOLLAR Bevor Sie wechseln erfragen Sie unsere Preise Man spricht Deutsch CASA PIANO S.A. 347- SAN MARTIN.~|28 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE 1 ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRÄGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN DIENSTAG, MITTWOCH uni FREITAG von 15—18 Uhr T. L: 83-2613 Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege ~ Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. T. E.: 80 - 6930 ★ PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS

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